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GARTEN-ZEITUNG
Monatsschrift für Gärtner und Gartenfreunde.
Unter Mitwirkung
zahlreicher Fachmänner aus Wissenschaft und Praxis herausgegeben von
DR. L. WITTMACR
Professor an der Universität und an der landw. Hochschule, General-Sekretär des Vereins
zur Beförderung des Gartenbaues in den Kgl. Preuss. Staaten.
Organ des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den Kgl. Preuss. Staaten und der Gesellschaft der Gartenfreunde.
weiter Jahrgang 1888.
Mit 12 Farbendrucktafeln und 91 Holzschnitten.
BERLIN. SEVAE RITA NZON BERN yı BEN RIES
Verlagshardlung für Landwirthschaft, Gartenbau und Forstwesen,
1883.
Inhaltsve
Dekorative Blätter für Arrangements. Von GAERDT. oe N en A
Eine neue Rose «Prinzess Wilhelm von Preussen». Von TH NIETNER . }
Ein Besuch des Königlichen Schlossgartens zu Rheinsberg. Von H. FINTELMANN
Die neue Krankheit des Weinstocks, der falsche Mehlthau oder Mildew der Ame- rikaner. Von P. MaGnus.
Die Gärten der Villa Ranniger in "Alten- burg. Von Dr. Krause .
Ueber Gehölzvermehrung durch Sommer stecklinge. Von Dr. G. DIEcK.
Neuheiten von Samen für 1883, empfohlen im Katalog von HAAGE & SCHMIDT, Erfurt
Der wilde Garten Von DENDROPHILUS
Aschenanalyse vollständigerwachsener Exem- plare von Zyaei. thus orientalis. Von Dr. A TSCHIRCH .
Kultur der Eucharis ar onen Tindlt om BENJAMIN OTTO. . LK Lepidozamia Peroffskyana Regel. Von Prof.
A. W. EICHLER Acht Pläne für Garten - "Anlagen, Von CARL \WREDOW
Nochmals Sprekelia glauca. "Von I; Fer, KRELAGE REG
Echeveria elle var. rosea. Von 'CARL ÖLBRICH.
Rhipsaliden. Von € A. LINDBERG
ZweckmässigeSchattendecken. VonH. JÄGER Begonia hybrida «Frau Marie Brandt». Von W. PERRING Ein jährlich zweimal tragender Birnbaum. Von ]J. METH. 6 Massias’ Mittel gegen die schwarze Fliege und rothe Spinne Von SIBER. Neuheiten für 1883 Von V.DÖPPLes, Erfurt DerObstbauin Oberschlesien. Von LEICHTEN Entgegnung darauf. Von ÖPPLER 6 Die Nothleidenden am Rhein 62. IIo. 158. Passiflorahybridafloribunda Haage et Schmidt. Von G. W. UHInK : Dr Eduard Lucas Von M. HOFFMANN Ueber Doppelveredelung Von R. MÜLLER Das Palmenhaus zu Kew. Von L. WITTMACK Die Ausnutzung der Eisenbahndämme zu Kulturzwecken Von J. METH . _ Pieper’s Patent-Räucherapparat . Schwedische Patent-Stahl-Rechen . 0 Empfehlenswerthe Birnen. Von CARL MATHIEU 80. 147. Versuche über das Beschneiden der Wurzeln bei Steckrüben. Von W. LAUCHE Hohenbergia ferruginea
Seite
I
zeichniss.
Die Ansprüche unserer verbreitetsten Obst- arten an Boden und Standort. Von OTTO
Seite
NATTERMÜLLER a I REN NER ST Die Eschen, Fraxinus. Eine systematische
Skizze von TH. WENZIG . 89 Ueber die Nachtheile der Veränderung all-
gemein angenommener wissenschaftlicher
Pflanzennamen. Von H. JÄGER . LO 7] Ueber Teppichgärtnerei. Von W. HAMPEL Ioo Berichte über die im Auftrage des Vereins
zur Beförderung des Gartenbaues zu Ver-
suchszwecken 1882 kultivirten Pflanzen.
Von C. MATHIEU 104 Desgl von R. BRANDT 118 Desgl. von A. DRAWIEL . 121 Bemerkungen zur Lepidozamia Peroffskyana.
Von W. LAUCHE. N 107 Clematis coccinea Engelm. . RES TH Evonymus Koopmanni Lauche. Von W.
LAUCHE. . 112 Guben’s Obstbau. Von L GroTH 112 Scolopendrium Hemionitis Sw. Von CARL
SPRENGER 5 117 Schlangen- Brocoli STD 2 Stecklingszucht und Baumsatz. “ Von Be:
BINZUN a: 122 Aus Portieci Von CARL SPRENGER . 126 Ueber denSchaden, den Ueberschwemmungen
an Pflanzen anrichten. Von F.F.. 129 Verzeichniss der Sammlung von Croton und
Maranten in den Gewächshäusern der
Villa Wm. Behrens, Nienstädten bei Ham-
burg. Von SANDER 131 Neuheiten von E. BENARY in Br 132 Berliner Kind. Eine neue, empfehlenswerthe
weiss gefüllt blühende Fuchsie. Von
W. PERRING 5 135 Schutzzoll oder Freihandel? . 136 Birne «Triomphe de Vienne». VonF. €. Binz 140 Versuche mit a Von E. SEELIG-
MÜLLER . } I41 Samen-Neuheiten von CHR. LORENZ in Erfurt 144 Neuheiten von V. DöPPLEB, Erfurt 145 Empfehlenswerthe Birnen. Von CARL
MATHIEU RS Vermehrung der gefüllten und Namensorten
der Primula auricula und Primula veris
acaulis. Von P. VON HINTZENSTERN. 149 Stephanophysum longifolium Pohl (Acan-
thaceae). 150 Amtliche Bekanntmachungen“ Internationale
Gartenbau-Ausstellung in St. Petersburg 157 Aechmea spectabilis A. Brongn. und Baker’s
Charakteristik der Aechmeen. Von L.
WITTMACK . . I59
IV Inhaltsverzeichniss.
Seite Pitcairnia corallina Lind et Andr. Von L. WITTMACK. . . 162 Dr. K. E. Schneider’s Sehone Cartenkunst « Kritik vom Standpunkte des Gäfrtners. Ein Beitrag zur Lehre der Gartenkunst.,
Von@Elr JAGERI . 164 Die Baumschulen von James Veitch & Sons in Coombewood . . 17
Bepflanzungsplan des Paterres im Garten der «Flora» zu Charlottenburg für das Jahr 1883. Von €..DupA : ». . 180
Der Gartenbau auf der Nürnberger Ausstel-
lung: Vion SEUPBERT N N TS Quercus stricta dumosa Carr. . . 188 Ueber das zu tiefe Pflanzen der Kormobst‘
bäume. Von H. WIESNER . . . 189
Die neuen Pflanzen des Jahres 1882. Von CARL MATHIEU 190. 264. 326. 358. 403. 448 Aufforderung zu Beobachtungen über die Zeit der Entwickelung der Blätter, Blüthen und Früchte einiger einheimischer Pflanzen. Von Prof. Dr H. HoFFMANN, Dr. EGON
IHNE und Prof. Dr. MAcnus. . . . .193 Die Blutlaus. Von C. ALTMANN . .. . .194 | Kaecharharpophylla Renber se ar er Froa
Die Gärten Ober-Italens Von L. WITT-
MACK 2219944 2222 285. 337.302 |
Washingtonia robusta Herm. Wendl. Eine neue Zimmerpalme. Von H. WENDLAND 198 Cochliostema Jacobianum K. Koch et Lind. (Commelinaceae). Von L. WITTMACK . 205 Aschenanalysen von Hyacinthus orientalis. VonSaEa RREFACEE 207 Unsere Wasserpflanzen. Von W. SIBER 2II. 260 Der Eucalyptus in Italien. Von Dr. Max
IBARTERSIEN ee ET, Zur Vertilgung der Mäuse, Von HAMPEL 217 Aus Portici. Von CARL SPRENGER . . .2I9 Amerikanische Gartenbau-Verhältnisse. Von
FRITZ EHRENBERG . . 221 Das Bleichen der Gräser und Tmmortellen
Von W. LINDNER . 231 Einiges über den Maulwurf. Von F. € Bınz 232 Laelia harpophylla. Von G. KırteL . . 237
Ein weiteres Mittel zur Vertilgung der schwarzen Fliege und der rothen Spinne Von THEODOR REIMER. . 237 Neue Beet- und Rasen- Einfassung der Thon- waarenfabrik von KARL KRAMER in Fulda 238 Die grosse allgemeine Gartenbau-Ausstellung zu Berlin vom 15.—23. April 1883 in der Philharmonie. Von L.WITTMACK 240. 278. 314 Die 4. Wanderversammlung des deutschen Gärtnerverbandes vom 16. April 1883 zu
Berlin a lee ne 22 Die Kirschmotte. . . . B : 243 Passiflora hybrida «Professor Eichler»
Haage & Schmidt. . . . 243 Anthurium Andreanum. Von je WITTMACK
und F. LEDIEN . 253 Philodendron calophylium Ad. Brongn. Von
L WITTMACK. . . 254
Die Obsternte im Jahre 1882 in rn ame Angabe der Blüthezeit. Von H.RoESE . 255 DerJohannisbrotbaum. Von C.SPRENGER 268, Z3II
Gelbe Hyacinthen. Von J. H. KRELAGE
Ribes Lobbi Asa Gray 5 RS
Der- Maulwurf als Treibgärtner. VonF.cC. Bınz i 0%
Die Brandes’ schen Zink- Etiquetten. Von A. BEYER
Düngung der Obstbäume mit dem Erd- bohrer.. Von R.C. Binz.
Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Abw ehr und Unterdrückung der Reblauskrankheit
Die neue Wegeschaufel, genannt Dreizack. Von JOSEPH KLAR .
Caraguata Für stenbergiana Kirchhoff et Witt- mack. Von L. WITTMACK
Der Park zu Watkowitz ın Westpreussen. Von SCHOTTE.
Alocasia Putzeysi N. E Brown (Araceae) .
Malvaceen als Winterblüher. Von F. E.
Seite
22 276
0 al
284 290
291
Obstkultur und Öbstverwerthung. Auszug
aus einem Vortrage von SEUFFERT 318.
Geschmackvolle Blumen-Arrangements. Von L. WITTMACK. INNE
Crossandra nfondibulisems Nee ab Es. Von L. WITTMACK .
Die Aepfel Sabarot und Etienne Pioux. Von C. MATHIEU
Der Park von Meneedte an are, Vor L WITTMACK.
Pellionia Daveauana N. E. Bo
Schismatoglottis Lavalleei Lind. var. Lans- bergeana 6
Die erste Sander’ sche Orchideen Anesiom in Berlin. Von CARL MATHIEU
Ausführungs-Verordnung zur Berner Reb- laus- Konvention
Cypripedium barbatum Warnerianum, Law- renceanum und spectabile. Von L. WITTMACK .
\ Bericht des Vorstandes des rereins zur Be
förderung des Gartenbaues in den Königl. Preussischen Staaten an Se. Excellenz den Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, Herrn Dr. Lucius, betreffend Schutzzoll auf Erzeugnisse des Gartenbaues Amerikanische Gewächshaus- es Von FRITZ EHRENBERG . Eulophia pulchra Lindl. Von €. Kırrer j ir. Eine Erleichterung beim Umpflanzen Br stacheliger Cacteen. Von G. A. LINDBERG Das Siechthum der Pyramidenpappeln. Von Dr. W. O. FockE
Gärtnerischer Schutzzoll. Von C. ae Ss 3
Pinus Bungeana Zuccarini
Massregeln zur Feststellung der gegen e heiten widerstandsfähigsten Varietäten un- serer Kulturpflanzen . :
Bericht über die internationale Gaitenbau- Ausstellung zu Gent vom 15.—22. April 1883. Von R. BRANDT .
Ein neues Dioon. Von Prof. Dr. A. Ww. EICHLER
Der Ursprung der Rosa Manetti. Von CARL MATHIEU 1 EEE
Wilde Narzissen Italiens Von C. SPRENGER
Dioon spinulosum Dyer . .
Dahlia gracilis. Von G. Unmne
Inhaltsverzeichniss.
V Seite Seite Stephanophysum longifolium Pohl. Von BEN- Einige Worte über Veredelung älterer Pflau- JAMIN OTTO SEEN Nee AA menbäume. Von C. ALTMANN ., 537 Neue Methode, verworrene Pflanzen aufzu- : binden. Von F. W. Spiess ..442 Verschiedenes: Die Lilien. Von GUSTAV REUTHE . 443 |, Androsace sarmentosa. Von EDUARD EIBLEN 56 Rosen-Ausstellung des Obst- und Car onbein Eine neue gefüllte Bouvardia i 56 Vereins zu Leobschütz. Von B. STRAUWALD 450 | Sciadopitys Verticillata. Von A. Fıer 57 Crataegus oxyacantha a Von Dionaea und Sarracenia im Thüringer Walde CARL MATHIEU RASSE Von FERD. HAAGE 7 Rhododendron triflorum "Hook. Al. Von Raupenleim 58 L \VITTMACK. a a2 Nachtraeszugden Vertilgungsmitteln der Blut- Erinnerung an den verstorbenen Königl. laus. Von C. ALTMANN 55 Garten-Direktor Eduard Neide. VonKURTZ 453 | Dänischer Winter-Weisskohl. VonG.WOHLER 58 Programm für die zehnte Versammlung Einfluss des Lichtes auf die Zeitigung des Deutscher Pomologen und Obstzüchter Obstes und Verlängerung des Obstgenusses, in Hamburg . 464 Von C. F.-Bınz 58 Grosse Obstausstellung in . Brumath . 464 | Neuere Obstsorten, gezüchtet von nM. ELSNER OrnithogalumarabicumL. VonL W ITTMACK 467 VON GRONOW . I5I Wilhelm Lauche. Von L. WITTMACK . 468 | Verstärkung des Wasserstrahls an Spring- Die neuen Coleus der Gebrüder Neubronner brunnen.. Von JÄGER : 151 in Neu-Ulm. Von L. WITTMAcCK . 472 | Sarracenia purpurea. Von SIBER . 152 Pieris japonica D. Don. Von L. WITTM; AcK 474 | Horburger Riesenspargel . . 152 Die Gewächshausbauten der Neuzeit. Von Die Obst- und Weinbau- Lehranstalt in €. E. HAUPT . 476 Geisenheim. IE el Kultur und Nutzung der Roweiien ı im Süden. | Mittel gegen Hasenfrass. Von B STRAUWALD I52 Von CARL SPRENGER ; 182 Sitzung der Schlesischen Gesellschaft für Vermehrung von Betula atropurpurea. Von vaterländische Kultur am 23. November H. IRMLER . \ =. 1883. Von POLECK. 22.708 Hardenbergia Comptoniana Lk. Von Ir: Der Italienische Riesen- Blumenkohl. Von WITTMACK . . 486 G WOHLER LOG Die neuen Yucca-Bastarde des Hrn. Derevir Vertilgung der schwarzen Fliege und .der in Marseille. Von CARL MATHIEU . 487 rothen Spinne. Von F.F. 201 Die Bepflanzung der städtischen Strasse mit Die Witterung des März. . . 244 Alleebäumen. Von M. HOFFMANN . 490 | Arnoldi’s Obst- und Pilz- Kabinette 245 Die erste Ausstellung des Gartenbau -Vereins | Die Blutlaus, Schizoneura lanigera 245 für Steglitz und Umgegend vom 15.—19. Rubus rosaefolius Sm. coronarius . .245 September 1883. Von L. WITTMACK .493 | Die Alpenrose Rhododendron arboreum Smith 245 Der Export dänischer Gartenprodukte nach Die Nektarinen-Pfirsich Thomas Rivers . . 245 Deutschland 495 | Gymnothıyx latifolia R Br., das Nacktgras 246 Die grosse allgemeine Car önban: Ausstellung | Neuheiten von Dammann & Co. in Portici , 246 in Hamburg. Von L. WiTTMacK, Die Eberesche, Sorbus Aucuparia L.in Belgien 247 C. MATHIEU und M. HOFFMANN 497. 521 | Die Entwickelung der Berliner städtischen Die Io. Versammlung (Kongress: deutscher Baumschulen n 247 Pomologen und Obstzüchter zu Hamburg 501 | Mahonienblätter zu Arrangements E 247 Die Versammlungen des Deutschen Pomo- Ein Ortsverein zur Beförderung des Garten- logen-Vereins zu Hamburg 505. 529 und Waldbaues in Schweden 72098 Jubelausstellung des »Kölner Verein für Frühjahrstemperatur auf dem Eichsfelde. Gartenkultur und Botanik. Von Fk. Von OTTO NATTERMÜLLER . . 294 SALDERN ... 507. 533 | Versteigerung der grossen Bibliothek des Eiserne verzinkte Pfähle fr ven: und Professor DEST m Beine a 2295 Gartenbau. Von FRANZ BÖRNER . . 509 | Der Öbeısschlesische Gartenbau- Verein in Neue buntblättrige Ahorne aus der L.SpÄrH’-- | Oppeln 295 schen Baumschule Bere lnrlandelsyentras, een Haie einen. 295 Cattleya Walkeriana Gardn. Von G. KITTEL 513 | Warnung vor dem unrechtmässigen Ge- Neuheiten von Samen eigener Züchtung und brauch des Namens «Brumataleim». Von Einführung für 1884. Von HaAAcE & KE@ Becker. . Re SCHMIDT i 514 | Gegen Blut- und Blatlans Von GOETHE . 340 Die Herstellung von Obstpasten (konzentrir- Bremische Aussteller in Amsterdam . 341 tes Obst). Von R. GOETHE 517 | Schutzzoll : 374. 415 Zur Aufbewahrung des Obstes. Von ]. "MErH 520 | Auszeichnung für Ellnsnenamgennenis 374 "Philadelphus mexicanus Schlechtd. Von L. Koch- Denkmal aA WITTMACK ..,. . Bon Der Becker’sche allein „414 Die Obstausstellung in Brumath. "Von H. 535 | Aus dem Kgl. Botanischen Garten zu "Berlin 414 Der Lehm bei der Pflanzenkultur. Von R. Aus dem Calenbergischen 415 MÜLLER . 535 | Knollen-Begonien 415
VI
Inhaltsverzeichniss.
‚Hochstämmige Stachelbeeren Ausserordentliche Treibgurken
Gurkentreiberei in Berlin . . 454 | Aussichten für die Obsternte er A Die Schlangenkiefer, Pinus silvestris L. fr. virgata Casp. . .. 455 Orchideen-Offerte ..455 Rosen-Etiketten . h ..455 Kursus über Obstyerwerthung . : 455 Neue Coleus . 456 Aufforderung zur Errichtung eines Denkmals für Dr. EDUARD LucAs in Reutlingen 459 Verein Deutscher Rosenfreunde 509 Reblaus-Kommissare . . 510. 546 Hollands gefährdeter Export nach Deutschland 510 Gartenbau -Ausstellungen 61. 108. 109. 344. 374. 420 463. 511. 546 Der Genfer Pflanzenschutz -Verein . 2.2538 Der Baumkitt von Heinr. Bauer 539 Begonia Diadema 540 Orchideen-Auction in Berlin. 540 Klimax-Kessel 540 Personal-Nachrichten: Rudolf Abel 109 Dr. B. Beinling . . : 109 Garteninspector L. Beissner : 61 F. W. Bernau . 61 Kunstgärtner David "Bouche . 512 Hofgärtner Brasch . 546 Professor Bureau. 344 E. Abel Carriere. . 420 Baumschulbesitzer Alfred "Cottin 546 Obergärtner Eggebrecht 466 Kirchhofs-Inspector Hugo Eichler . 250 Hofgärtner G. H. Fiesser . . 61 Frau Marie Caroline Fleisch, geb. "Daum 546 Gartenbau-Director Gaerdt 546 Konsul a. D. Conrad Gaertner . ee 546 Obergärtner Herrmann Göschke 374. 420 Rosenzüchter D. Granger. 546 Obergärtner H. Haegemann . 204 Rev. H. Harpur-Crewe 3 546 Professor Oswald Heer . . . . 2.2 2512 Banquier Hellwig 546
Seite
AU
454
Garteninspektor Hermes
Wirkl. Geheimer Ober - Regierungs - Rath Heyder . : 204. 420. 512
Garteningenieur E. Hoppe ran... ©
Autoren -Register.
Altmann, @258,194, 537.
Dendrophilus 31.
Professor Jacobsthal . 512 Obergärtner C. Junge ; . 546 Obergärtner H. Jungclaussen . 546 Kirchhofs-Inspektor Kiersky . . 374 Garteninspektor Koopmann . . 546 Gärtner Kotelmann . 5 Bye Gärtnergehülfe Kraatz . . 546 Obergärtner Kurtz . . 5 . 512 Garteninspketor Wilhelm Lauche : .. 466 Gartendirektor Lauche . 0 00 Ba Hofgärtner W. Lauche 5 SS EEEBAZO Kreis-Obergärtner Rudolf Lauche : Al Dr Eduard Lucas e . . 420 Pens. Plantagenwärter Marquardt : . 546 Hofgärtner Heinrich Maurer 250 Kunst- und Handelsgärtner Mayer . 546 Professor Dr.. Herrmann Müller . 466 Gartendirektor Neide : 466 Garten-Inspektor W. Perring 546 Dr. H. Poselger . 512 Regierungsbauführer Georg Reimer 546 Professor Roth . . 61 Geh.-Rath Prof. Dr. von Sachs‘ 61 Louis Schiebler . 61 Notar Seuffert , 61 Geh. Reg.-Rath Singelmann . : 512 Schatzmeister W, Sonntag 466 Joh. Ludwig Carl Späth . 298 Gartenbaulehrer F. Staemmler . 420 Gartenmeister Starke 344 Obergärtner Stemmler . 61 Oekonomierath, Direktor Stoll . 204 Prof. Dr. Rud._ Stoll 374 Bruno Strauwald ? 298 Handelsgärtner T. N. Tundy 546 Obergärtner Wandel 546 Wandergärtner Wichmann 109 Gärtner Wichner 546 R. Wilfarth 5 0. 46 Sprechsaal 61. IIo. 157. 25I. 297. 344.
420. 465. 5I2
| Gaerdt ı
Ascherson, P. 345. | Dieck, G. 24. Gaucher, N., 540. Bartels, Max 215. | Döppleb, V. 145. Göppert, Dr. H. R. 417, 462. Bauer, Heinrich, 539 Drawiel, A, 121. Goeters, C. H. 417 Becker, C. 339 Duda, C. 180. Goethe, R., 340, 517. Benary, E. 132. Ehrenberg, Fritz, 221, 384. Gräbener, 155, 373. Beyer, A. 284. Eiblen, Eduard 56. Groth, L. 112. Binz, F. C. 57, 122, 140, 232, | Eichler, Prof. Dr. A. W. 38,411. | Haage, Ferd. 57. 2772.90: Elsner von Gronow 151. Hahn, Gotthold, 459. Börner, Franz 509. Fintelmann, H. 4. | Hampel, W. 100, 217. Brandt, R. 118, 407. Fiet, A. 57. Haupt, C. E. 476. Correvon, H., 538. Focke, Dr. W. O. 389. , Hintzenstern, P. von, I49.
Autoren-Register. — Sach-Register. VII
Hoffmann, H. 793 \ 358, 368, 403, 414, 448, 451, | Semmler, Heinrich 456. Hoffmann, M., 64, 490, 497, 487, 497, 521. Seuffert 183, 318, 350.
521, SAL. | Meth, J. 50, 75, 520. Siber, 5I, 152, 2II, 260. Jäger, H. 48, 97, 152, 164. | Müller, R. 68, 535. Spiess, F. W_ 442. Ihne, Egon, 193. | Nattermüller, Otto, 87, 295. Sprenger, Carl 117, 126, 219, Irmler, H. 485 | Nietner, Th. 3. 268, 311, 421, 482. Kirchhoff 155. | Olbrich, Carl, 46. Stein, B. 417, 462. Kittel, G. 237, 387, 513. Oppler 55 Strauwald, B. 152, 450. Klar, Joseph 292 | Otto, Benjamin, 36, 44T. Tschirch, A. 34. Kramer, Karl, 238. | v. St. Paul-Illaire 203 Uhink, G. W. 63, 440 Krause 18. | Perring, W. 49, 135, 154. 342, Virchow, Ernst, 416, 544. Kıelage, ]J. H.- 45,: 207, 272. | 371, 416, 460, 5r0. Wendland 60, 198, 371. Kurtz 435. : | Pettersson, J. 108. | Wenzig, Th. 89. Lackner, Carl, 392. | Poleck 198. Wiesner, H 180. Lauche, O. 156. , Reimer, Theodor 237. | Wissenbach, C 60, 108, 202, Lauche, W. 84, 107, 112. Reuthe, Gust. 443. | 249, 296, 343, 372, 416, 461,
Ledien, F. 253.
Leichten 54.
Lindberg, G. A. 47, 388.
Lindner, W. 231.
Lorenz, Chr. 144.
Magnus, P. IT, 193.
Massias 203, 297, 373, 462, 544.
Mathieu, C. 80, 104, 146, 175, 190, 251, 264, 326, 338, 355,
Abies Eichleri Lauche 403. Abronia villosa 132.
Abutilon 307.
Acarus telarius 237.
Acer dasycarpum 33.
Acer dasycarpum fol. albo-va-
rieg. 513.
Acer dasycarpum lutescens 513. |
Acer dasycarpum pulverulen- tum 513.
Acer Ginnala 32.
Acer negundo 33.
Acer pseudoplatanus 32.
Acer Pseudoplatanus fol. purpureis 513.
Acer Pseudoplatanus fol. pur- pur. Prinz Handjery 513.
Acer rubrum L. 32.
Acer spicatum L. 32.
Acer tataricum L. 32.
Acineta Hrubyana Rchb. fi. 329.
Acrochaene Rimanni Rchb. fil. 328.
Acroclinium roseum fl. pl. 27.
Adiantum Victoriae T. Moore 190.
Aechmea spectabilis Ad Brongn. 159.
Aechmeen, Baker’s Charakte- ristik derselben 159. Aerides Emerici Rchb. fil. Aerides illustre Rchb.
329.
atro- | | Amaryllis pardina tricolor.
fil. 329. '
| Amaryllis Rougieri.
Roese, H. 255 | Saidern, Fr. 507, 533. Sander 131.
Schmidlin, Eduard 459.
Schneider, K. E. 164 Schneider, Friedrich 338. Schotte 301. Schweinfurth, G Seeligmüller, E.
345 IAI.
Sach - Register.
| Aesculus Hippocastanum Schirn- | hoferi Hort Rosenthal 450.
Agave bracteosa S. Watson 192. Ahorne, buntblätterige, 513 Algaroben 269. Alleebäume für Strasse 490. Allium Ostrowskianum 192. Alocasia Putzeysi N E. Brown
die städtische
Alpenrose 245.
E. Andre 265.
Amaryllis reticulata vittata hort. L. v. Houtte 265.
E. A. Car- riere 264. Amerikanische
hältnisse 221 Amoora Rohituka 157. Ampelopsis quinquefolia 33. Ampelopsis quinquefolia radi-
cantissima Lauche 34. Ampelopsis striata 56. Ampelopsis Veitchii 34. Andersonia Rohituka Rab. Andromeda japonica 475. Androsace sarmentosa 56. Angraecum fuscatum Rchb. fil.
330.
Gartenbau - Ver-
158.
305, 359. Alonsoa grandiflora 134, 145. Alpenpflanzen, in Breslau blü- | hende 417.
511, 540, 543.
ne L. 70, 159, 162, 194,
205, 223, 240, 253, 254, 278, 285, 299, 314, 321, 33I, 348, 356, 362, 375, 452, 467, 468, 472, 474, 486, 493, 497, 541,
521, 527. | Wohler, G. 58, 199. | Wredow, Carl 42.
Anguloa dubia Rchb. fil. 329.
Ansprüche der ÖObstarten an Boden und Standort 87.
Anthericum graphtophyllum Ba- ker IOI.
Anthurium Andreanum 253.
| Anthurium Gustavi 359.
AnthuriumlongipesN E.Br.360. Antirrhinum majus Tom Thumb purpureum 146.
| Apfel: Pioux 355.
Apfel: Sabarot 355.
Aphelandra Chamissoniana Nees 406.
Aponogeton distachion Thunb. 263.
Aquilegia Jaeschkaui 514.
Aquilegia Skinneri fl. pl. 514.
Aralia quinquefolia gracilis 406.
Araucaria Mülleri A. Brogn. et A. Gris. 403.
Archelirion Baker 445.
Arnoldi’s Obst- und Pilzkabinete 245.
Aschenanalysen von Hyacinthen 207.
Aschenanalyse von Hyacinthus orientalis 34.
Asplenium Laffianianum Baker 191.
Aster, Washington- 31.
Aster, Zwerg- Päonien- Perfek- tion 134.
VIII
Sach-Register.
Ausstellungen 61, 108, 109, 156,
183, 204, 240, 278, 463, 546. Azalea mollis 33. Azalea pontica 33. Azolla caroliniana W. 263.
Bacello greco 269.
Baumfreund 254.
Baumkitt 539
Baumsatz 122.
Baumschulen von Veitch & Sons in Combewood 173.
Becker’scher Brumataleim I4I, 414.
Beerenwein 531.
Beeteinfassungen aus Thon 238.
Begonia Davisi flore pleno 27.
Begonia Diadema 540.
Begonia Diadema Hort. Linden 449. |
Begonia florida incomparabilis | 514
Begonia goegoensis N. E. Br. 449.
Begonia hybrida maxima 145.
Begonia hybrida »Frau Marie
Brandt« 49.
Begonia lineata N. E. Br 449.
Begonia socotrana I D. Hook. 30.
Begonia Veitchi hybrida flore pleno 515.
Begonic: Königin der Teppich- beete 514.
Bellagio 225.
Beobachtung der Blätterent- wickelung etc. bei Pflanzen 193.
Bepflanzung der städtischen Strasse mit Alleebäumen 490.
Berg-Ahorn 32.
Berichte über 1882 zu Versuchs-
zwecken kultivirte Pflanzen 104, 118.
Berliner Kind (Fuchsie) 135.
Berliner städtische Baumschulen 247.
Berlin, Winterausstellung des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues 1884 511. 546.
Berner Reblaus-Konvention 369.
Beschneiden der Wurzeln bei Steckrüben 84. A
Betula atropurpurea 485.
Betula lenta 33.
Birnbaum, ein jährlich zweimal tragender 50.
Birnen, empfehlenswerthe 3o,
146, 175. Birne »Fondante de Bihorel« 50%
Birne »Triomphe de Vienne« 140.
Blattlaus 340.
Bleichen der Gräser und Immor- tellen 231. |
Blüthezeit der Obstbäume 257.
Blumen-Arrangements 321. Blumenschwanz 253. Blutlaus 58, 245, 340, 194, 538. Bomarea frondea Mast. 264. Bomarea Shuttleworthii Mast. 192. Bomarea vitellina Mast. 192. Bomarea Williamsiae Mast. 192. Borromeische Inseln 223. Bouvardia rosea flore pleno 56. Brandes’sche Zink-Etiketten 284.
| Brumataleim 339, 414.
Bulbophyllum mandibulare Rch. fill. 328.
| Cacteen, Kultur derselben 344.
Calanthe 330.
bracteosa Rchb. fil.
D. Hook 450. Caraguata Fürstenbergiana Kirchhoff et Wittmack 299.
ı Carato 269
Cardiocrinum 448. Carobbia 269 Caroben 269. Carpinus betulus 33. Carruba 269 Carrubbia 269.
| Carub 269.
Caruba 269. Carubba 269. Caruelia arabica 467.
Catasetum Christyanum Rehb. fil. 328. Cattleya Sanderiana Rchb. fi.
329. Cattleya Schofieldiana Rchb. fil.
392: Cattleya Walkeriana Gardn. 513
Cattleya Whitei Rchb. fil. 330.
Ceratonia Siliqua L. 268.
Ceratopteris thalictroid. Brongn. 264.
Cereus hypogaeus Weber 450.
Cereus Philippi Regel 449.
Cetonia hirta L. 297.
Chamaepeuce Sprengeri Wittm. 246. }
Charoub 269.
Charub 269.
Chionodoxa Luciliae 29.
Chirnub 269
Chrysanthemum indicum 56.
| 'Cincelle 289
Civeraria lobata 145.
Cineraria Saxifraga D C. 52.
Cirrhopetalum ormatissim. Rchb. fil. 329.
Clematis coceinea Engelm. III.
Cochliostema Jacobianum K. Koch et Lind. 205. Coleus von Gebr. Neubronner
450.
Coleus, neue 473.
Columnea Kalbreyeriana Hook. fil. 406.
| |
Comer See 227.
Condensationswasser zum Be- giessen von Topfpflanzen 110.
Coniferen, Vaterland derselben 344-
Conserva catto 484.
Conserva cruda 484.
Convolvulus tricolor roseus 52.
Cornaechie 269.
Cornus alba 33.
Cornus sanguinea 33.
Cornus sibirica 33.
Corydalis Sewerzowi 448.
Crassula monticola N. E. Br. 406.
Crataegus coccinea 33.
| Crataegus Crus-galli 33. | Cambessedesia paraguayensis ].
Crataegus oxyacantha semper- florens 451.
Crinum Schmidtii Regel 265.
Crossandra infundibuliformis Nees ab Es. 348.
Croton 131.
Cyperus alternifolius L 264.
Curcuma sumatrana Miq. 359.
Cyperus Papyrus Willd. 264.
Cypripedium barbatum War- nerianum Williams 375.
Cypripedium ciliolare Rehb. fil. 268.
Cypripedium discolor Rchb. fil. 267.
Cypripedium Lawrencean Rchb. fil. 376.
Cypripedium mierochilum Rchb. fil. 267.
Cypripedium nigritum Rchb. fil. 268.
Cypripedium Roxallı Rel.b. fil. 268.
Cypripedium spectabile 377.
Cypripedium Williamsianum Rchb. fil. 268.
Cyrtosperma Johnstoni N. E. Br. 360. s
Dänische Gartenprodukte, Ex- port derselben nach Deutsch- land 495
Dänischer Winter-Weisskohl 58.
Dahlia gracilis Regel 30, 440.
Dahlia Juarezi v. d. Berg 30.
Danzig, Gartenbau-Ausstellung DIT
Davallia Griffithiana Hook. 190.
Dekorative Blätter für Arran- gements I.
Dendrobium Christianum Rchb. fil. 326.
Dendrobium
atratum
Dearii Rchb. fil. 327.
Dendrobium Hughii Rehb. Sl. 22 2
Dendrobium Jonopus Rchb. fil. Bl
Dendrobium leucolophot. Rchb. NE 327R
Sach-Register.
IX
Dendrobium Linguella Rchb. ule327%
Dendrobium LubbersianumRch. il. 326.
Dendhebnsen Mac Farlani. 327.
Dendrobium nobile var. nobilior |
Rchb. fil. 326.
Dendrobium pleiostachyum 327.
Dendrobium Rimanni Rchb. fil. Ba:
Dendrobium vandiflorum Rchb. ml. 2277
Denkmal für Dr. Ed: Lucas 459. |
Dionaea im Thüringer Walde 57. |
Dioon spinulosum Dyer 411, 438.
Doppelveredelung 68.
Düngung der Obstbäume
dem Erdbohrer 290,
Eberesche in Belgien 247
Echeveria metallica var. rcsea 46. |
Eiserbahndämme, Ausnutzung | derselben zu Kulturzwecken
mit
Elaphoglossum Backhousianum | T. Moore 190
Elodea canadensis 61.
Epidendrum arachnoglossum C. Andre 327.
Epidendrum cingillum Rchb. fil 328. Erdbohrer zum Düngen der
Obstbäume 290. | Eria rhodoptera Rchb. fil. 330. | Eschen 89. | Etiketten aus Zink 284. Evonymus Koopmanni Lauche
112.
Eucalyptus in Italien 215. Eucharis amazonica Lindl. 36. Eucharis Sanderi h. Sand. 265. | Eulirion Endl. 444. Eulophia pulchra Lindl. 387. | Evonymus eropaeus 33. Evonymus Koopmanni Lauche
112%
Exacum affıne 515.
Fliege, schwarze 5I, 200, 237.
Flora in Charlottenburg, Be- pflanzungsplan des Parterres 1So
Formobstbäume, das zu tiefe
Pflanzen derselben 189. Fraxinus 89.
Fraxinus acuminata Lamark 95. | Fraxinus americana 33, 95. Fraxinus angustifolia Vahl 94. Fraxinus anomala Torr. 96. Fraxinus apetala Lamark 93. Fraxinus argentea Desf. 94. Fraxinus argeutea Loiss. 92. Fraxinus aurea Willd. 94. | Fraxinus aurea var. pendula 94. Fraxinus australis Gay 94. Fraxinus californica ht. 97.
| | |
| Fraxinus \ Fraxinus
| Fraxinus
\ Fraxinus
Fraxinus Caroliniana hort. Wör- |
litz 96. Fraxinus crispa 94 Fraxinus dimorpha Cosson 97. Fraxinus discolor Mühlenberg 95. | Fraxinus epiptera Mchx. 95. | Fraxinus erosa Pers. 94 Fraxinus excelsior L. 93. | Fraxinus expansa Willd. 96.
florıbunda Wallich 92. fungosa Lodd. 94. Fraxinus heterophylla Vahl. 93. Fraxinus horizontalis Desf. 94. Fraxinus jaspidea Willd. 94. Fraxinus juglandifolia Lam. 95. Fraxinus lentiscifolia Desf. 93. Fraxinus longicuspis Zucee. 92. Fraxinus lutea 94.
Fraxinus Fraxinus
Fraxinus mandschurica Ruprecht |
94. Fraxinus menophylla Desf. 93. nana Lodd 94 oblongifolia Bosc. 93. Oregona Nutt. 97. Ornus L. 91.
Fraxinus Fraxinus Fraxinus
Fraxinus oxyphylla Marsch. v. Bieberstein 92. Fraxinus parvifolia Willd 93
| Fraxinus parvifolia Lamark 93.
Fraxinus pauciflora Nutt. 96. Fraxinus pendula Ait. 93 Fraxinus pendula var. The Cow- pen Ash. 93. Fraxinus pendula var. cairney Ash. 93.
| Fraxinus platycarpa Mchx. 96.
Fraxinus polemoniifol’a Duha- mel 94.
| Fraxinus pubescens Lam. 33, 95.
Fraxinus
96.
quadrangularis Lodd.
quadrangulata Mchx °6. Fraxinus Fraxinus Fraxinus Fraxinus Fraxinus simplieifolia Willd. 93. Fraxinus tamariscifolia Vahl 93. Fraxinus tomentosa Mchx. 95. Fraxinus triptera Nuttal 96. Fraxinus verrucosa Desf. 94.
rostrata Gussone 92. rotundifolia Lam. 92. sambuceifolia Lam. 94.
| Fraxinus verrucosa var. pendula
94.
, Fraxinus verticillata Lodd. 94
Fraxinus villosa Descemet 94.
| Fraxinus viridis Mchx. 95. , Fraxinus viridis Asa Gray 96.
Fraxinus xanthoxyloides Wallich
Freesea Leichtlini major 192. Freihandel oder Schutzzoll 136.
Sieb. et
microphylla Bosc. 93. |
oxycarpa Willd. 92. |
the Kin-
Sieboldiana Blume 92. |
| Hamburg,
Frühjahrstemperatur Eichsfelde 294. Gärten Ober-Italiens 194, 22
285, 331, 362. Gärtnerischer Schutzzoll 392 Gaillardia pulchella Foug. var.
Lorenziana 405.
Gartenbau, auf der Nürnberger
Ausstellung 183. Gartenkunst, Dr. K E Schnei-
ders schöne 164. Gartenpläne 42. Gehölzvermehrung durch Som-
mer-Stecklinge 24. Geisenheim a. R., Frequenz der
Lehr-Anstalt für Obst- und
Weinbau 204 Geisenheim, Obst- und Wein-
bau-Lehranstalt 152.
Gelbe Hyacinthen 272.
Gent, Gartenbauausstellung 407.
Gentiana Fetisowi 405.
Gentiana Olivieri var. glomera- ta 405.
Genua 333
333- Geodorum Duperreanum Pierre
auf dem
- fo}}
339.
Gesneria hybrida robusta 146.
Gewächshaus - Einrichtungen, amerikanische 384.
Gewächshaus-Neubauten 476.
Globba albo-bracteata N. E. Brown 358.
Gnaphalium orientale flore pleno 145
Godetia Bijou 134
Godetia Duchess of Albany 134.
Grammatophyllum elegans Rch. fil. 330.
Grasvertilgung auf sonnenlosen Nordhöfen 420.
Graswuchs, Entfernung dessel- ben von Wegen 465.
Grenadier-Ne'ke 494.
Griechische Schote 269.
Gubens Obstbau 112.
Gurke, Astro- 31.
Gurke, Königsdorfer unermüd- liche Treib- 144.
Gurken- Melone 420.
Gurkentreiberei in Berlin 454.
Gymnosporangium clavariaefor- me 61.
Gymnothrix latifolia R. Br. 246.
Gartenbau -Ausstel-
lung 497.
Hardenbergia Comptoniana Lk.
486. Haselnüsse 244. Hasenfrass 152. Herbstfärbungen 31 Hibiscus rosa sinensis 450. Himantophyllum 251. Hohenbergia ferruginea 86. Hollands Export nach Deutsch- land 510.
x
Sach-Register.
Huernia oculata 405.
Hyacinthen-Aschenanalys. 207.
Hyacinthen, gelbe 272.
Hyae'nthus orientalis 273.
Hyacinthus orientalis, Aschen- analyse 34
Hydroglossum scandens Fulcheri. T. Moore 190.
Impatiens Marianae 500.
Impatiens Sultani 500.
Interessante blühende Pflanzen 60, 108, 154, 202, 249, 296, 343, 372, 416, 460, 510, 543.
Imantophyllum 251.
Impatiens Sultani J. D. Hook. 450.
Incarvillea compacta Max. 406.
Johannisbrotbaum 268, 311.
Isola bella 223.
Isolirion 445.
Jungfernwein 33.
Ixora salicifolia var. variegata M T. Mast. 405.
Kaempferia vittata N. E. Brown
var,
2q
Se Kentia Luciani Lind. 360.
Keratia 269.
Kerchovea floribunda Dr Joris- senne 359
Kew, Palmenhaus 70.
Kirschmotte 243.
Klimax-Kessel 540.
Knollenbegonien 415.
Kochdenkmal 374.
Köln, Jubelausstellung des Ver- |
eins für Gartenkultur und Botanik 507.
Kopfsalat, Goldforellen- 132.
heiten widerstandsfähigste 401. Laelia callistoglossa Rchb_ fil. 266. Laclia harpophylla 194, 237. Lago maggiore 194. Lastraea Hopeana T. Moore 191. Lauche, Wilhelm 468 Layia elegans 134.
Lehm bei 535 Lepidozamia Peroffskyana Re-
gel 38, 106. Leptosiphon hybridus auran- tiacus 135. Licht, Einfluss desselben auf die Zeitigung des Obstes 57. Lilien 443. Limnocharis Humboldtiü L. C. Richard 262. Liriodendron tulipifera 33 Literatur 59, 153, 201, 248, 456, 541. Lothringer Rambour 252. Lucas, Dr Eduard 64. Lugano 225. Lycaste sulphurea Rchb. fil. 328.
Mäusevertileung 217. Magnolia Fraseri Walt. 297. Mahonienblätter 247.
| Mailand 331.
Mailand, botanischer Garten 332 ö l
Malvaceen als Winterblüher 307.
Malvaviscus arboreus Cav. 307.
Maranten 131.
Marsilia aegyptiaca 262.
Martagon-Lilien 446.
Mascarenhasia Curnowiana 405.
Masdevallia erythrochaete Rch. fil. 266.
Masdevallia FraseriRch. fil 266.
Masdevallia hieroglyphica Rchb. fil. 266.
Masdevallia ludibunda Rchb. fil. 266.
Masdevallia piceturata Rchb. fil. 265.
Masdevallia platyglossa Rchb. fil. 266.
Masdevallia Shuttleworthii xan- |
thocorys Rchb fil. 266 Masdevall’a tricoler Rchb fil 266. Masdevallia fil. 266. Matricaria eximia nana aurea crispa compacta flore pleno 28,
urostachya Rchb.
| Maulwurf 232. ı Maulwurf als Treibgärtner 277.
der Pflanzenkultur | | Narcissus poeticus L. 430.
Mehlthau, falscher 11. Mildew 11.
| Mimulus roseus superbus 135. Monceaux, Park 356. Kulturpflanzen, gegen Krank- |
Montbretia crocosmiaeflora 192.
Monza 331.
Nacktgras 246.
Narzissen, wilde 421.
Nareissus biflorus Curt. 432.
Narcissus incomparabilis Curt. 434-
Nareissus Jonquilla L. 435.
Narcissus italicus Sims. 425.
Nareissus odorus L. 434.
Nareissus papyraceus Gawl. 427.
Narcissus pseudo- Nareissus L. 432.
Nareissus radiiflorus Salisb. 432.
Narcissus Tenorei Parlat. 426.
Narcissus unicolor Tenore 427.
| Obst- Ausstellung
Nepenthes intermedia Veitch 404.
hort.
| Nepenthes Rafflesiana var, in-
signis 404
Nepenthes Rafflesiana var. nigro- purpurea 404.
Nepenthes Ratclifiana M T. Mast. 403.
Nepenthes rubro-maculata M.T. Mast. 403.
| Nepenthes Wfrigleyana M T.
Mast. 403. Nessler’scher Brumataleim 142. Neue Pflanzen des Jahres 1882 190, 264, 326, 358, 403, 448. Neuheiten von E. Benary 132. Neuheiten von Dammann & Co. in Portici 246. Neuheiten von V Döppleb, Er- furt 145.
Neuheiten von Haage & Schmidt
514.
Neuheiten von Chr. Lorenz in Erfurt 144.
Nothleidende am Rhein, Samm- lung 252.
| Nuphar luteum Sm. 213.
Nymphaea alba 62, 212. Nymphaea coerulea Sav. 262. Nymphaea gigantea Hook. 262. Nymphaea Lotus L. 262. Nymphaea rubra Roxb. 262. Nymphaea zanzibarensis Casp. 262, 448. ÖOberschlesiens Obstbau 54. Obst, Aufbewahrung desselben 520, in Brumath 464, 535
| Obstbau in Guben 112. ı Obstbau Oberschlesiens 54. , Obstbau-Kursus in Rötha 455.
| Obstbaumdüngung
| Odontoglossum
Natürliches System der Botanik |
157.
Nectarinen-Phirsich Thomas Ri- vers 245.
Nelumbium luteum Willd. 261.
Nelumbium speciosum Willd. 261.
Nepenthes atrosanguinea hort. Williams 404.
Nepenthes hirsuta var. glauces- cens W. G Smith 404.
| |
mit dem Erdbohrer 290.
Obsternte 1882 in Eutin 255.
Obsternte, Aussichten 455.
Obst, konzentrirtes 517.
Obstkultur 318, 350.
Obstpasten 517, 529.
Obstsorten, neuerevonM. Elsner von Gronow I5I.
Obstverwerthung 318, 350.
Odontoglossum astranth. Rchb. fil. 326.
histrionicum Rchb. fil. 326.
Odontoglossum marginell. Rchb. fil. 326.
Odontoglossum mirandumRchb. fill. 326.
Oneidium meliosmum Rchb. fil, 327.
Odontoglossum Pescatorei Veit- chianum Rchb fil. 326.
Odontoglossum Schroederianum Rchb. fil. 326.
Sach-Register.
XI
Odontoglossum vexillarium Wi- otianum Rchb. fil. 326. Odontoglossum Wilkeanum pal- lidum Rchb. fil. 326. Onecidium Lanceanum Louvre- xianum Rchb fil. 327. Orchideen-Auktion in Berlin 368. Orchideen-Auktion 540. Orchideen-Offerte 455
Ornithogalum arabicum L. 467.
Omithogalnm rovolutum 127. Oryza sativa L. 264.
Pallanza 195. 5
Papaver Danebrog 28
Pancratium SickenbergeriAschs. |
et Schwf 345. Panicum jumentorum 123.
Passiflora hybrida floribunda Haage & Schmidt 63 Passiflora hybrida »Professor
« Eichler« 243.
Pavia flava 33.
Pavia rubra 33.
Pegli 335.
PellioniaDaveauanaN E.Brown 361.
Pellionia Daveauana E. Brown 403 Pellionia pulchra N E Brown
403. Penicillaria spicata 129. Peronospora viticola Berk. I1. Perring’scher Brumataleim 142. Pescatorea Lehmanni Rchb. fil.
virıdis N.
330.
Petunia hybrida illustris flore pleno 28.
Petunia hybrida maxima flore pleno 28.
Petunia hybrida maxima flore pleno »Brillantrosa« 515.
Petunia hybrida maxima fl pl »Brillantrosa mit weiss« 516 Pfähle, eiserne verzinkte für Wein- und Gartenbau 509. Pflanzenaufbindungsmethode,
neue 442. ” Pflanzennamen, Nachtheile der Veränderung derselben 97. Pflanzenschutzvereinin Genf538. Pflanzen zu Versuchszwecken 104.
Pflaumenbäume, Veredlung der- selben 537
Phalaenopsis antennifera Rchb. fil 267.
Phajus Tankewilliae fol. varie- gatis Mariesii Rchb. fil 328.
Phalaenopsis delicata Rchb. fil. 2.67.
Phalaenopsis fasciata Rchb. fil. 267.
Phalaenopsis Reichenbachiana Rchb. fil. 267.
Phalaenopsis speciosa Rchb. fil. 267.
| Pontederia crassips Mart. | Portici, aus, 126, 219.
| Primula auricula 149.
| Primula chinensis fimbriata coc-
Phalaenopsis Stuartiana punc- tatissima Rchb fil. 267
Phalaenopsis sumatrana pauci- vittata Rchb. fil. 267
Philadelphus mexicana Schlchtd.
527. Philodendron calophyllum Ad.
Brongn. 254.
Phlox Drummondi nana com- pacta grandiflora coccinea 146.
' Phoenix dactylifera 313. | Phrynium Lubbersi Hort. Makoy
359. Phytarrhiza monadelpha. E. Mor- ren 265. Pieper’s Patent-Räucher-Apparat 78. » Pieris japonica D. Don 474. Pinus Bungeana Zuccarini 399. Pinus latisguama G Engelm.
403 j : Pinus silvestris L. fr. virgata Casp. 455.
Pistia Stratiotes L. 262.
Pitcairnia corall'naLind et Andr. 162.
Pläne für Gartenanlagen 42.
| Pleopeltis fossa T. Moore 191.
Pleurothallis spectrilinguis Rchb. fil. 329.
Podolasea stipitata N. E. Br. 360.
Pollborn’scher Raupenleim 141.
Polyanthes tuberosa var Dia- mond I92.
Polystachya dixantha Rchb. fil.
328.
Pomologen- und Obstzüchter- Kongress in Hamburg 501. Pomologenverein, Versammlun-
gen in Hamburg 501. 262.
cinea 146. Primula veris acaulis 149. Prunus serotina 33. Ptelea trifoliata 33 Pteris serrulata Cowani T. Moo- re 191. Pyramidenpappeln, derselben 389. Pyrethrum roseum 237. Queckenvertilgung 420. Quercus alba 32. Quercus ambigua 32 Quercus coccinea 32. Quercus Daimio 32. Quercus rubra 32. Quercusstrietadumosa Carr. I88. Quercus tinctoria 32. Quercus palustris 32. Räucher-Apparat, Pieper’s Pa- tent- 78.
Siechthum
Raseneinfassungen Thon 238.
Rasenmähemaschine 465.
Raupenleim 58, I4I, 414.
Reblaus-Kommis’ar 510.
Reblaus-Konvention 157, 369.
Reblaus, Gesetz betreffend die Abwehr 291.
Reinigen der Wege von Gras- wuchs 465.
Reinigung der Glasscheiben von Aquarien etc. 344.
Rhipsalideen 47.
Rheinsberg, Schloss-Garten 4.
Rheum Collinianum 516.
Rhododendron arboreum Smith 245.
Rhododendron triflorum Hook. fil. 452.
Rhus glabra laciniata
aus
22
Po Po 75
| Rhus typhina 33.
Ribes floridum 33.
Ribes Lobbi Asa Gray 276.
Rieinus Gibsoni mirabilis 246.
Ricinus Vesuvius 246.
Riemenblatt 251.
Riesenblumenkohl, italien., 199.
Rittersporn, Zwerg-Ranunkel-, 135
Roestelia lacerata 61.
Rosenausstellung in Leobschütz 450.
Rosen-Etiketten 455
Rosenfreunde, Verein deutscher
509. ; Rosen: Rosa Manetti 414. Rose »Prinzess Wilhelm von
Preussen« 3. Rosenveredelung 538. Roth-Esche 95.
Rubus rosaefolius Sm corcena-
rius 245.
Runkelrübe, Erfurter feinblätt- rige weisse Flaschen- 144. Saccolabium calopterum Rchb.
1193298 Saccolabium flexum Rchb. fil.
329.
Salix babylonica 33 Salvia carduacea 28. Sarcanthus striolathus Rchb. fil.
329.
Sarracenia purpurea 152. Sarracenien im Thüringer Walde
57- Saxifraga Milesii Hort. Leichtl.
448. . . . - Saxifraga virginiensis Mich. var. fl. pleno 448. Schaden an Pflanzen durch
Ueberschwemmungen 129. Schattendecken 48. Schismatoglottis Lavalleei var.
purpurea und immaculata 360. Schismatoglottis Lavalleei var.
LansbergianaLinden 360, 367.
XII
Sach-Register,
Schizoneura lanigera 245.
Schlangen-Brocoli 122.
Schlangengurke 420
Schlangenkiefer 455.
Schlesische Gesellschaft vaterländische Kultur 198.
Schnecken-Staubbeutel 205.
Schutzzoll 378, 392, 374, 415.
Schutzzoll auf Gartenprodukte 378.
Schutzzoll oder Freihandel 136.
Schwedische Patent-Stahlrechen 79.
Sciadopitys verticillata 57.
Scinscelle 269.
Scolopendrium Hemionitis Sw. DIA
Scolopendrium vulgare densum T. Moore et Kelway 191.
für
Sellerie, dreifarbiger Knollen- 144.
Seerose, gelbe 213.
Seerose, weisse 212.
Selaginella grandis T Moore \ 191.
Sempervivum Moggridgei 406.
Siechthum der Pyramiden-
pappeln 389
Silene pendula Bonnetti flore pleno 29.
Silena pendula compacta nana fol aurea 246.
Silena pendula compacta rosea flore pleno 29.
Solanum Lycopersicum 482.
Sommerstecklinge zur Gehölz- vermehrung 24.
Sorbus Aucuparia L. in Belg:en 247.
Spargel, Horburger Riesen- 152
Spathiphyllum hybridum N. BE. Br. 359.
Sphaeroseme Rohituka 159.
Spinne, rothe 5I, 200, 237.
Spiraea bullata Maxim 450.
Spiraea opulifolia .33
Spiraea prunifolia 33
Spitz-Ahorn 32.
Sprekelia glauca 45.
Stachelbeeren, 415.
hochstämmige |
| Steckrüben,
' Trichomanes Hartii
| Verein
Stahlrechen, schwedische Patent- 79.
Stapelia namaquensis N. E Br. 405.
Stapelia namaquensis var. triden- tata 405.
Stapelia tsomoensis N. E. Br. 405.
Statice Suwerowi 404, 516
Stecklingszucht 122.
Beschneiden
Wurzeln 84
der
Steglitz, Ausstellung des Garten-
bau-Vereins 493 Stenomesson Stricklandi Baker 265. Stephanophysum Pohl 150, 441. Streptocarpus Greeni 406. Tacsonia l’arritae Mast. 449. Teppichbeetgärtnerei 100, Thalia dealbata Desf. 263 Thrips haemorrhoidalis 237. Tiefpflanzen der Formobstbäume 189.
longifolium
| Tigridia grandiflora Salisb. var
alba 192. Tomaten-Konserven 484 Tomaten-Kultur und Nutzung
482.
Tortrix laevigana Dup. 243. Treibgurken 454
Trianguliren von Gehölzen 485 Baker IQ91. Tulipa brachystemon 191. Tulipa primulina. Baker ıgt. Turin, Botanischer Garten 362
| Umpflanzen stacheliger Cacteen
388 VandaSanderiana Rchb. fill 328. Vanda Vipani Rchb. fil 328
| Veitch’s Baumschulen in Coom-
bewood 173. Veränderung wissenschaftlicher Pflanzennamen 97. zur Betörderung des Garten- und Waldpaues 293. Versuchspflanzen 104. Vertilgung der schwarzen Fliege und rothen Spinne 237. Viburnum acerifolium 33
“ Xeranthemum
. Zwiebel,
Viburnum lantana 33.
Viburnum opulus 33.
Viburnum plicatum 33.
Villa Carlotta 287.
Villa Giulia 285.
Villa Melzi 227.
Villa Pallavieini 335.
Villa Ranniger 18.
Vitis lJabrusca 34.
Vriesia Rodigasiana E. Morren 265.
Wallnüsse, Konserviren dersel- ben 512.
Wanderversammlung des Deut- schen Gärtnerverbandes 242.
Washingthonia robusta Ferm. Wendl. 198.
Wasser-Esche 96.
Wasserpflanzen 2II, 260.
Wasserpest 61.
Wasserstrahl - Verstärkung Springbrunnen 151.
Watkowitz, Park 301.
Wegeschaufeln 465.
Wegeschaufel genannt Dreizack 292.
Weinschnitt Thomery 251.
Weinstock, Kultur desselben 344.
Weisskohl, dänischer Winter- 58.
Wilder Garten 31.
Witterung im März 244. annuum impe- riale superbissimum 147.
Yucca Andreana 488. Yucca-Bastarde 487.
Yucca Carrieri 488.
Yucca ensifera 489.
Yucca juncea 489.
Yucca Massiliensis 489.
Yucca rigida 489.
Yucca striatula 489.
Yucca sulcata 489.
Zeitigung des Obstes 57. Zephyranthes citrina Baker 265. Zink-Etiketten von Brandes 284. Zwergobst in Töpfen 251. Birn-, «Wundervoll»
an
145.
Zwiebel von Como 132.
Zwiebel, Tripoli-, weisse platte Mammuth 132.
Dekorative Blätter für Arrangements.”)
Vom
Kel. Gartenbau-Direktor GAERDT, Berlin. (Mit ı Farbendrucktafel.)
>
Die Zusammenstellung verschiedener Blätter, welche die vorstehende Tafel enthält, ist nur eine kleine Sammlung aus dem reichen Schatze der Pflanzenwelt.
Eine grosse Fülle, eine unermessliche Mannigfaltigkeit herrscht nicht allein in den Formen, den Farben, dem Duft der zahllosen Blumen, sondern auch in dem umfangreichen Gebiete der Zweige und Blätter, deren malerische Formen und lebhaftes Colorit recht oft Gegenstand der Bewunderung sind. — Abgesehen von den idealen Gesichtspunkten bieten sie, wie die Blumen, ein reiches Material zu künstlerischen Verwendungen im Bereiche der Arrangements.
Die erfreulichen Fortschritte in dem Gebiete der Arrangements aus frischen Blumen veranlassten uns, auch den für derartige Zwecke geeignet erscheinenden Blättern und Zweigen einen besonderen Abschnitt, anschlies- send an die Blumen, zu widmen.
Die Verwendung der Zweige und der verschiedenartigsten Blätter zu mannigfachen Schmuckarten und ausgedehntesten dekorativen Zwecken ist uralt, wurde schon von den ältesten Kulturvölkern, insbesondere von den für alles Schöne begeisterten Griechen, gepflegt, erstreckt sich bis in die mythische Zeit hinein, und ist auch trotz aller Wandelungen in der Kultur nie ganz verloren gegangen.
Indessen mussten sich die Vorfahren, nicht nur im grauen Alterthume, sondern auch noch zu viel späterer Zeit, begnügen mit dem Pflanzenmateriale, das die heimathliche Flora ihnen bot. Ganz anders stehen heut zu Tage die Sachen, wo die Verkehrsmittel uns die Pflanzenschätze aller Erdtheile zuführen.
Es konnte daher auch nicht ausbleiben, dass die eminente Erleichterung der Einführung der verschiedensten Pflanzen zu grossem Umschwunge in der Verwendung derselben führen musste.
Wer seit einigen Jahren mit lebhaftem Interesse dem raschen Ent- wickelungsgange in der Geschmacksrichtung auf dem Gebiete der Arran- gements aus lebenden Blumen gefolgt ist, der wird zugestehen müssen, dass dieser Zweig in der gärtnerischen Sphäre einen wesentlichen Auf-
*) Tafel und Text entnommen aus dem Manuscripte des Verfassers: »Der Wintergarten«. Garten-Zeitung 1853. I
2 Gaerdt:
schwung genommen, einen edleren Charakter erhalten und sich zu einer gewerblichen Kunst entwickelt hat.
Die Grundlagen zu diesem Aufschwunge dürften zu suchen sein erstens in dem allgemeiner gewordenen Blumenluxus, der sich ja bei allen festlichen Gelegenheiten in einem hohen Maasse kund giebt, zweitens in dem reicheren Material an Blumen, wie in der mehr und mehr zur Geltung gelangenden Verwendung der verschiedenartigsten Blätter in den Arrangements, Mate- rialien, die theils die Intelligenz der Gartenkunst bei uns selbst erzeugt, die andererseits aber auch vermittelst des Importes aus dem Auslande beschafft werden.
Aber trotz allen Anregungen von Seiten der Luxusströmung dürften dennoch die wunderbaren Pflanzenschätze, die prangenden und duftenden Blumen der Tropen, wie die lieblichen Blattformen der nordischen Flora weniger zur Geltung gelangt sein, wenn nicht die ordnende Hand beim Arrangement geleitet würde von dem regen Geiste der von Natur aus mit Farbensinn reich begabten, zugleich aber auch, wir dürfen es nicht verschweigen, mit grosser Vorliebe zur Putzsucht im reichen Masse aus- gestatteten Wesen, — wenn nicht ein stetes Streben nach einem gewissen künstlerischem Rufe mächtig mitwirkte. — Man gebe einem Wesen, dem der Sinn hierfür fehlt, die schönsten Blumen, die reizendsten Blätter, so wird das Arrangement doch immer nur ein klägliches Machwerk bleiben.
Wir sehen hier aber auch, dass zum Gelingen des Werkes es nicht hoher Studien in der Aesthetik bedarf, sondern lediglich nur des klaren, einfachen Sinnes und des Gefühles für das Schöne.
Die Masse und die Ueberfülle von Blumen in dem kleinsten wie in dem grössten Arrangement beunruhigen nur zu oft, befriedigen nie, während einfache Zweige und Blätter, sinnreich geordnet, die Wirkung nie verfehlen. Wohl nur in den seltensten Fällen dürften Blumen, allein verwendet, an- genehm wirken und angemessen erscheinen. In Hunderten von Fällen erfordert die Blume, aus diesem oder jenem Grunde, in der einen oder der anderen Weise den Freundschaftsdienst des belebenden grünen Zweiges oder des farbigen Blattes. Blumen und Blätter in Verbindung harmonisch vereint, heben und beleben sich überall gegenseitig.
_ Wie wenig.ansprechend die Blumen auf blattlosen Aesten, das sehen wir an den imimerhin herrlichen Blumen der Magnoha Fulan und obovata (purpurea). Ruft nicht unwillkürlich Jedermann: OÖ, wie schade, dass der Strauch blattlos ist! Gans anders präsentirt sich die Blume, wenn der blattlose Strauch einrangirt ist zwischen den glänzenden Blättern der Camelliensträucher. Was ist der Strauss der schönsten Rosenblumen, wenn diese nicht von lebhaft grünen Rosenblättern umgeben sind? — Was wäre die Rose als Brautschmuck, wenn ihr nicht zur Seite stände das liebliche Frauenhaar oder der lebhaft grünende Myrtenzweig. —
Aber auch abgesehen von den idealen Anschauungen, die Sache von dem rein nüchternen, praktischen gewerblichen Standpunkt aus betrachtet,
GARTEN-ZEITUNG 1883,
WA.Meyn chromolrh. Verlag von PauL PAREY in Berlin. Dekorative Blätter für Arrangements.
i. Nephrolepis pectinata. 2. Scirpus natalensis. 3. Myrtus communis. 4. Maranta vittata. 5. Pteris cretica var. albo-lineata. 6. Codiaeum irregulatum. 7. Melaleuca alba. 8. Coleus variet. 9. Begonia imperialis. so. Mahonia aquifolium: Färbung im Winter 11. Fittonia Verschaffeltii. ı2. Eranthemum igneum. ı3. Hıgginsia Ghiesbreghti. 4. Achyranthes Ver- schaflelti. 15. Sonerilla margaritacea var. ı6. Oplismenus imbecillus fol. varieg. ı7. Peperomia
argyrea. ı& Peperomia marmorata. ıg. Hedera Helıx. 20. iberis sempcrvirens.
Dekorative Blätter für Arrangements. 3
ist die Anwendung der verschiedenen Blätter und Zweige von hoch zu veranschlagendem Nutzen. Dieser Nutzen besteht hauptsächlich in der Ersparniss an Blumen und dies ist in den an Blumen oft so armen Monaten ein zu beherzigender und ins Gewicht fallender Umstand.
Wir sehen demgemäss denn auch, ebensowohl aus idealen wie aus mate- riellen Gründen eine lebhaftere Würdigung und Verwendung der grünen Zweige und aller Arten von Blattformen für die in Rede stehenden Zwecke überall auftreten. Als sicheres Zeichen hierfür gilt der Umstand, dass der auf Erwerb ausgehende, für den Blumenhandel thätige Lieferant in dem heimathlichen Walde wie auf den Feldern sucht nach dem Grün und nach farbigen Blättern. Er ist sich bewusst, sie zu verwerthen. Und so sehen wir Zweige und Blätter der heimatlichen Flora zu den verschiedensten Gebinden verwendet; Blätter und Zweige, an denen der Wanderer beachtungs- los vorüberging. Und welche Schätze bieten uns nicht auch auf diesem Gebiete alle Länder von Pol zu Pol?! —
Grundsätze und Regeln, nach denen die Vereinigung der Blumen und Blätter in den Arrangements stattfinden soll, lassen sich nicht aufstellen; vielmehr ist dies lediglich Sache des Geschmacks.
Die Aufgabe der Gartenkunst aber bleibt, neben der eifrigen Blumen- zucht auch die Pflege solcher Pflanzen nicht zu versäumen, deren Blätter und grüne Zweige zur Verherrlichung der Blumen dienen. Auch dürfte die specielle Zucht mancher Arten aus dieser Kategorie zu einem lohnen- den Erwerbszweige werden.
Mögen die Blumen edlen Juwelen, die Blätter und Zweige dem Gold gleichen, — beide vereint im Strausse wie im Kranze Schmuck und Zierde sein. Die Kulturangaben der auf der Tafel abgebildeten Pflanzenarten sollen in einem besonderen Theile in dem bald erscheinenden Werke ausführlich besprochen werden.
Eine neue Rose „Prinzess Wilhelm von Preussen“. Von
TH. NIETNER.
Var)
: ler JOSEPH RADIG aus Ottmachau in Oberschlesien schickte mir im April dieses Jahres einen jungen Rosenstrauch mit dem Bemerken, dass dies eine von ihm gezüchtete neue Rose sei, die er getrost allen Neu- heiten von 1880 und 1881, welche sämmtlich in seinem Besitz, zur Seite stellen könne. Herr RADIG knüpfte weiter hieran die für mich schmeichel- hafte Bitte, der Rose, wenn sie hier geblüht und ich sie würdig befunden, einen Namen zu geben.
Einen ungünstigeren Sommer wie diesen nun, glaube ich kaum jemals
für Rosenkulturen erlebt zu haben. Erst Ungeziefer aller Art, sodann 1"
4 Th. Nietner: Eine neue Rose »Prinzess Wilhelm von Preussen«.
Schimmel- und Rostpilze in so unglaublicher Menge, dass meine sehr ge- schützt stehenden Rosen im Spätsommer kaum noch ein Blatt aufzuweisen hatten. Und nun ja erst der Herbst! Wo sich wirklich noch einige Knospen gut durchgearbeitet hatten, verfaulten auch diese bei den ewigen Regengüssen.
All diesem Ungemach wiederstand zwar jene Rose aus Ottmachau, neu gepflanzt kam sie aber im Lauf des Sommers nicht recht zur Vollkommen- heit; da mir Herr RADIG indess mitgetheilt hatte, dass der zweite und dritte Flor bei weitem schöner sei, als der erste, so wartete ich, bis sich im September trotz des schlechten Wetters denn auch wirklich einige Blumen in ihrer ganzen Vollkommenheit zeigten. Und in der That, ich war erstaunt über die schöne, aber noch mehr — ganz eigenthümliche Rose.
Blume ziemlich gross; gefüllt, aber nicht zu dicht; regelmässig ge- formt; die äusseren Petalen tief muschelförmig, der wellig gekräuselte Rand zurückgeschlagen; im Frühjahr leuchtend dunkel carmoisinroth, im Herbst prächtig dunkelviolett gest ichelt; vom feinsten sehr intensiven Wohlgeruch; soll fast unaufhörlich blühen und von R. Pierre Notting und General Jacqueminot abstammen.
Ihre Königliche Hoheit, die Frau Prinzess WILHELM hat die Gnade gehabt mir zu gestatten, dieser ganz eigenthümlich schönen Rose dero allerhöchsten Namen beilegen zu dürfen. Hätte ich, offengestanden, den- selben auch weit lieber einer helleren, zarteren Rose zuerkannt, so war ich andererseits zu eitel, als dass ich nicht die Gelegenheit ergriffen hätte, der Erste zu sein, der einer Rose, einer immerhin schönen Rose, die bald in keiner Sammlung fehlen wird, diesen erlauchten Namen beilegen durfte:
»Prinzess Wilhelm von Preussen«.
Ein Besuch des Königlichen Schlossgartens zu Rheinsberg. Von H. FINTELMANN,
Königl. Garteninspektor in Potsdam. DL
5 elangt man auf dem Wege von der Eisenbahn-Station Gransee, an der Nordbahn gelegen, zum Städtchen Rheinsberg, so zeigt die Gegend kurz vor letzterer Stadt einen Charakter von so ausgesprochener Dürftigkeit in ihren Boden- und Vegetationsverhältnissen, dass man wohl zu der Frage veranlasst wird: »Wie war es möglich, dass der König Friedrich Wilhelm I. nach der Aussöhnung mit seinem Sohne Friedrich, gerade diesen Ort zur einstweiligen Residenz seines Sohnes auswählen konnte?« Es berechtigt uns nämlich durchaus nichts zu der Vermuthung, dass die landschaftlichen Reize auf dieser Seite von Rheinsberg zur damaligen Zeit hervorragendere gewesen, als das heute der Fall. Auf der rechten Seite dieses Weges gewahrt man ausser mageren Kieferbeständen nur noch weithin gestreckte Sandflächen, die jedem Versuche zum Ackerbau zu
H. Fintelmann: Ein Besuch des Kgl. Schlossgartens zu Rheinsberg. 5
trotzen scheinen, und daher längst mit der heimathlichen Kiefer beforstet sein sollten, während auf der linken Seite sich dürftige Felder bis zu einem nicht unbedeutenden Höhenzuge, der auf seiner höchsten Kuppe einen Wachtthurm trägt, hinstrecken.
Rheinsberg, an dem Flüsschen Rhin und an dem Südende des Rheinsberger oder des kleinen Grienericker Sees gelegen, war anfangs nur ein Schloss und gehörte zu den drei Stammhäusern des alten märkischen Adelsgeschlechtes de- rer von Bredow. Von diesem Geschlechte kam es an das Haus von Bewville. Der König Friedrich Wilhelm I. kaufte die Herrschaft im Jahre 1734 und erhob den unbedeutenden ‚Ort Rheinsberg zur Stadt.
Unser obiges Urtheil gestaltet sich jedoch wesentlich anders, sobald wir die kleine Stadt betreten. Sie wird von sehr breiten Strassen, welche meistentheils mit Alleen alter Linden und Rosskastanien beschattet sind, gebildet. Die Häuser
Fig. 1. Schloss Rheinsberg.
sehen in den Hauptstrassen sehr schmuck und wohnlich aus, wenn sie auch nicht gross sind. Mit einem Worte, wir sind nicht mehr dadurch überrascht, dass es für den späteren grossen König als Kronprinz möglich war, hier Hof zu halten und sich mit einer nicht unbedeutenden Zahl damaliger hervorragender Persön- lichkeiten aus Wissenschaft und Kunst zu umgeben.
Ein ausgedehnter Platz, nach drei Seiten von Häusern umgeben, im Schatten mächtiger Bäume, und in der Mitte mit einer Rasenfläche geziert, stellt gewisser- massen die Verbindung zwischen der Stadt und dem in unmittelbarer Nähe lie- genden Schlosse her. Zu letzterem gelangt man durch ein niedriges Gitterthor. Das nicht grosse, aber stattliche Schloss liegt auf einer kleinen rasenbegrünten Inselfläche, welche im Süden vom klaren Rhinflusse, nach Osten und Norden von einem Burggraben, und endlich nach Westen von dem krystallklaren Wasser- spiegel des kleinen Grienericker Sees begrenzt wird. Das äussere Ufer des Burggrabens wird vor der Schlossfront nach der Stadtseite zu, wo sich das Schlossportal befindet, von mächtigen alten Ulmenbäumen seziert. „In zen sprechender Entfernung vom Schlosse, ausserhalb der Wasserbegrenzung, be-
6 H. Fintelmann:
finden sich auf der Nordseite ein geräumiges Kavalierhaus und nach Osten Stall- gebäude, Wagenremisen und Wohnungen für kleinere Beamte. Drei Brücken stellen die Verbindung auf drei Seiten des Schlosses her, welches sich in Huf- eisenform nach der Seeseite öffnet, und an den Endpunkten der Schlossflügel von zwei runden Thürmen flankirt wird. Der innere Schlosshof wird nach der Seeseite durch einen die beiden Schlossfligel verbindenden Säulengang und durch eine mächtige Freitreppe, welche die ganze Breite des Schosshofes ein- nimmt, abgeschlossen. (Siehe Figur 1.) Diese Freitreppe geleitet zu einem mit 4 Marmorfiguren und mit Teppichbeeten gezierten Rasenparterre, das auf der entgegengesetzten Seite unmittelbar vom Wasser des klaren Sees bespült wird. Am Seeufer, gerade der Mitte des Schlosses entsprechend, ist eine Landungs- brücke für Schiffe und Böte angebracht, auf beiden Seiten mit Schiffsschnäbeln verziert.
Das Landschaftsbild, welches sich von diesem Uferstandpunkte dem Auge darbietet, ist für märkische Verhältnisse wahrhaft grossartig zu nennen! Dem Beschauer gerade gegenüber, am jenseitigen Ufer der tief einschneidenden See- bucht, liegt auf hohem Rasenplateau zwischen 2 mächtigen Rothtannen eine hohe steinerne Spitzsäule, dem Andenken des Prinzen August Wilhelm, des Bru- ders Friedrich II. gewidmet. Der Sockel dieses Steinobelisk, welchen letzteren hinter sorgsam geschorenen Hecken auf beiden Seiten bedeutende Baummassen umrahmen, trägt die Namen derjenigen Heerführer, welche sich im 7jährigen Kriege ausgezeichnet haben.
Wir finden hier bei späterer genauerer Besichtigung aus der Nähe Tafeln mit folgenden Namen: von Saldern, von Prittwitz, von Kleist, von Dieskau, von Ingersleben, von Henkel, von Platen, Leopold von Dessau, von Seidlitz, Herzog von Bevern, von Ziethen, August Ferdinand, von Betzow, von Möllendorf, von Goltz, von Marwitz, von Blumenthal, von Quede und von Reder, die Namen von alten Adelsgeschlechtern, deren Urenkel und Enkel meistentheils noch heute einen Schmuck unserer ruhmgekrönten Armee bilden. Das Terrain vor dieser Spitzsäule nach dem Seeufer zu läuft in sanft geneigter Rasenfläche bis zum Uferrande.
Das von dem Parterre des Schlosses aus gesehene Landschaftsbild zeigt uns nach links die malerischen Formen grandioser Laubholzmassen aus Eichen, Rothbuchen, Weissbuchen, Eschen und Rotherlen, die letzteren in Stammverhält- nissen, wie ich sie früher niemals gesehen, hin und wieder von einzelnen Massen mächtiger düsterer Rothtannen durchsetzt.
Diese Baummassen schmücken einestheils die Seeufer mit ihren Einbuch- tungen, anderntheils die nach dem See zu steil oder sanft abfallenden Höhen- züge und überschatten das Terrain des eigentlichen Schlossgartens, der auf die- ser Seite liegt. Nach der rechten Seite verfolgt das Auge die breite, klare See- fläche des kleinen Grienericker Sees mit seinen malerischen Buchten und Ufer- vorsprüngen, welcher ersterer in seiner weiteren Verlängerung in den grossen Grienericker See mit der Remus-Insel übergeht Das hier sanft nach dem See- ufer abfallende Ufergelände ist auch auf dieser rechten Seite des Landschafts- bildes mit herrlichen Baumgruppen geschmückt. Immer weiter nach rechts ver- folgt der Blick die glänzende, sich verbreiternde Fläche des Seespiegels, bis dem Gesichtskreise endlich durch die gewaltigen Baummassen des Buberow, eines sehr umfangreichen Buchen- und Eichen-Forstes, ein fernes Ziel gesetzt wird.
Ein Besuch des Königlichen Schlossgartens zu Rheinsberg. 7
Der eben geschilderte halbe Rundblick ist offenbar der grossartigste, und in seiner landschaftlichen Wirkung bedeutendste, welchen die westlichen Um- gebungen von Rheinsberg darbieten. Derselbe wird durch die Besteigung eines der Schlossthürme natürlich noch bedeutend erweitert. Es ist namentlich die majestätische Ruhe der bedeutenden Seefläche, wodurch wir eigenthümlich be- rührt werden. Der See scheint jeder Schifffahrt zu entbehren. Leider hatte der Herbst zur Zeit meines hiesigen Besuches noch zu wenig sein Recht in Betreff der Laubmalerei geltend gemacht, sonst müssten sich in diesem Landschaftsbilde wahrhaft imposante Koloriteffekte dargestellt haben.
Wır wenden uns nun wıeder dem Schlosse zu, an dessen südlicher Seite eine breite Terrasse, mit Topfgewächsen umstellt, hervorspringt, indem eine breite Freitreppe auch hier die Verbindung vermittelt. Diese Terrasse umgehend, gelangen wir zu einer Brücke, welche in den Schlossgarten leitet. Hier gewah-
Fig. 2. Eingang zum Schlossgarten in Rheinsberg.
ren wir nach kurzer Strecke eine breite, majestätische Baumallee von Linden- bäumen, welche zum umliegenden Terrain vertieft, gerade auf das Schloss ge- richtet ist. Wir ersteigen, um in diese Allee zu gelangen, die sogenannte Sphinxtreppe und können nun im Schatten mächtiger Bäume diese wahrhaft fürstliche Allee in ihrer ganzen Länge überblicken. Es ist doch eine ganz besondere landschaftliche Wirkung, welche durch eine solche altehrwürdige Allee hervorgebracht wird! Sie erinnert uns an Säulenhallen, in welche von oben das Licht einfällt und auf den Boden das Silhouettenbild von Aesten und Blät- tern in leichten Umrissen wiedergiebt, während sich Aeste und Blätter zum schützenden Dache wölben. Ein solcher Baumgang ist für unsere nordischen Verhältnisse so recht eigentlich die Erweiterung unserer Wohnung! Auf der ent- gegengesetzten Seite findet diese Allee durch das Hauptportal des Schlossgartens ihren Abschluss (siehe Fig. 2), das eine frappante Aehnlichkeit mit dem Haupt- eingange von Sans-souci bei Potsdam hat.®) Wohl oft mag der grosse König
=) Siehe die Abbildung in »Gartenzeitung« 1882, S. 25.
3 H. Fintelmann:
durch diese Aehnlichkeit bei seinem Aufenthalte zu Potsdam an den früheren zu Rheinsberg erinnert worden sein. Als point de vue dient dieser Allee der schon oben erwähnte ferne, auf einem Berge liegende Wachtthurm. Fast ın der Mitte ihrer Längenausdehnung wird die Allee von einer nicht ganz so breiten Linden-Allee rechtwinklig durchschnitten. Letztere leitet durch eine offene Säulen- halle, welche sich in der Mitte eines mit Marmorfiguren geschmückten Rasen- platzes erhebt. Diese zweite Allee findet ihren Abschluss durch eine, an einem düstern Wasserspiegel, im Schatten uralter mächtiger Eichen gelegene Einsiedelei, mit ihrer Rückseite sich gegen einen dicht mit Bäumen und Sträuchern bewal- deten Bergabhang lehnend.
Unweit des Schlosses, nicht weit von der Sphinxtreppe, gewahrt man eine Steinpyramide mit gebrochenem Gipfel, von düsteren alten Rothtannen um- schattet. Wir stehen hier vor der Grabstätte des zu Rheinsberg verstorbenen Prinzen Heinrich, des Bruders Friedrichs des Grossen.
Die Vorderseite dieser Pyramide trägt nachstehende Grabschrift, von der uns ein eisernes Gitter in ziemlicher Entfernung hält:
JettE par sa naissance dans ce tourbillon de vaıne famee que le vulgaire appelle gloire et grandeur mais dont le sage connait le neant en proie a tous les maux de l'humanite tourmente€ par les passions des autres agit€e par les siennes, souvent en lutte & la calomnie ou victime de l'injustice accabl&E encore par la perte des parens cheris, d’amis sürs et fideles; mais aussi souvent consol€E par l’amitie heureux dans le recueillement de ses pensdes plus heureux quand ses services pürent £tre utiles a sa patrie ou & l’'humanite souffrante.
Tel est l’abreg€ de la vie de Frederic Henri Louis fils de Frederic Guillaume I roi de Prusse et de Sophie Dorothee, fille de George I roi de Bretagne. Passant souviens — toi que la perfection n’est point sur la terre si je n’ai pü £tre le meilleur des hommes ou moins ne suis — je pas au nombre des mechans? l'’eloge ou le blame ne touchent pas: celui, qui r&pose dans l’eternitg, mais la douce esperance embellit les derniers moments de celui, qui remplit ses devoires elle m’accompagne en mourant. ne le 18. Janvier 1720 decide le 3. Aout 1820.
Wenn irgend etwas, so ist es das äussere Gewand dieser Grabschrift, wel- ches mit der umgebenden Gartenscenerie in engster Beziehung steht. Die Grab- schrift entrollt uns ein treues Bild des verewigten Prinzen in französischer Sprache,
Ein Besuch des Königlichen Schlossgartens zu Rheinsberg. 9
und die umgebenden Gartenanlagen sind im altfranzösischen Zopfstyle ausgeführt. Wenn es nun auch selbstverständlich nicht in Zweifel gezogen werden kann, ‚dass die Grabschrift eines Verstorbenen in jeder Sprache der Welt abgefasst werden kann, so erregt es doch unser Befremden, an dieser Stätte für einen preussischen, also für einen deutschen Prinzen, eine Grabschrift in französischer Sprache zu finden. Die Grabschrift für einen Prinzen wendet sich, sobald sich dieselbe unter Gottes freiem Himmel befindet, so recht eigentlich an das Ge- fühl desjenigen Volkes, dem der Prinz entstammt, hier also des deutschen. Möge die Zeit, in welcher man unseren Fürsten französische Grabschriften wid- mete, für uns niemals wiederkehren! — Würden die Franzosen wohl jemals einen ihrer Fürsten eine deutsche Grabschrift gesetzt haben? —
Unweit dieser Grabstätte mit ihrer tannenumdüsterten Umgebung gewahren wir im Schatten hoher alter Bäume ein sogenanntes grünes T'heater, dessen Hintergrund und Seitenwände coulissenartig durch geschorene Buchenhecken gebildet sind. Der Zuschauerraum, von einem weiten Rasenplatze gebildet, ist durch einen breiten Weg von der Bühne getrennt. Es ist für den einfach veranlagten Wanderer ein eigenthümlicher Sprung, wenn er dicht bei einer Grabstätte, nur durch wenige Büsche davon getrennt, im Fortwandeln sofort einer Schaubühne gegenüber steht, und sollte es auch eine mit natürlichen Hilfsmitteln hergestellte sein! Die Franzosen haben ja aber das bezeichnende, und echt aus dem Leben gegriffene Sprüchwort: les extr&mes se touchent. Warum sollten sich in einem nach französischem Muster angelegten Schlossgarten die Gegensätze weniger oft und nahe berühren, als im Leben selbst?
Der Schlossgarten zu Rheinsberg weist noch vielfältige gerade Alleen und gerade Anpflanzungen, namentlich aus Lindenbäumen bestehend, auf. Diese Alleen werden durch ausgedehnte Baumbestände von oft majestätischen Wachs- thumsverhältnissen, unten mit dichtem Unterholze bestanden, getrennt. Durch diese Dickichte laufen eine Menge von vielfach gewundenen engen Pfaden, welche uns entweder nach höher gelegenen Theilen des Schlossgartens, oder nach dem Seeufer zu offnen nicht grossen Rasenplätzen, deren Schmuck in un- schönen Steinvasen besteht, geleiten. Ueberall an den Seiten dieser wenig ge- pflegten Wege tritt uns das erfrischende Bild urkräftiger Waldvegetation ent- gegen, das nur auf den höchst gelegenen Theilen einige Einbusse an seiner la- benden Frische erleidet, indem an diesen Oertlichkeiten die biedere Kiefer vor- herrscht.
Nur zu bald werden wir inne, dass diese die Wildniss nach allen Rich- tungen durchziehenden Wege weder einem bestimmten Zwecke in der Leitung des Umherwandelnden entsprungen, noch dass sie in sanften Schwingungen der Kurve erdacht und ausgeführt sind. Der Hersteller dieser Wege hat offenbar nur die Absicht gehabt, möglichst viel Wege zu schaffen, gleichviel, ob dieselben durch irgend Etwas motivirt sind, oder nicht. Diese Wege scheinen der Haupt- sache nach nur ihrer selbst wegen da zu sein, und dazu bestimmt, den Einzel- wanderer, denn für zwei Personen sind sie fast zu schmal, in möglichst kurzen Bogenlinien umherzuleiten. Ein solches planloses Gewirre von schmalen Wegen entspricht in keinem Falle den Anschauungen und Anforderungen jetziger Land- schaftsgärtnerei.
Eine eventuelle zeitgemässe Umwandlung des Rheinsberger Schlossgartens in einen Schlosspark hätte vor allen Dingen diese Masse kleiner Wege bedeutend
Io H. Fintelmann:
zu verringern, zu verbreitern und so zu leiten, dass sie bei anmuthigen Formen, den Terrainverhältnissen und den Kommunikationsbedürfnissen entsprechend an- gepasst sind. Es ist selbstverständlich, dass die alten ehrwürdigen Alleen hier- bei wie ein noli me tangere angesehen werden müssten! Was könnte eine ver- ständnissvolle, von echter Pietät für das Bestehende geleitete Hand aus diesem Materiale, welches Hügel, Thalzüge, Wiesen, Wald und See darbietet, alles schaffen. Es bedarf nur hier und dort an den geeigneten Oertlichkeiten der Aussichtseröffnung nach dem Seespiegel, oder nach besonderen Punkten des Seeufers und des Gartens, ferner der Lichtung und Schaffung offener, lachen- der und malerisch von Baumgruppen umgrenzter Rasenplätze, der Freistellung von wahrhaften Baumriesen oder der Freisteilung von ganzen Gruppen der- selben und endlich der Ausnutzung der abfallenden Berglehnen und Schrof- fen, und es liesse sich hier einer der anmuthigsten Parks schaffen! Welche geradezu malerischen kleinen Waldscenerien könnten hier an einigen dazu passenden Oertlichkeiten durch die entsprechende Verwendung von Zaxus baccata, Hedera Helix, Juniperus communis, Ilex aguwifolium, Mahonia aguifola, Ligustrum vulgare, Ribes alpinum, Lonicera caprıfolum und durch die Ansiede- lung unserer nordischen Farne erzielt werden. Der Schlossgarten bietet zu die- sen Ausführungen sogar kleine Wasserläufe und Rinnsale dar. Der Eindruck, welchen wir dagegen jetzt beim Durchwandeln des Rheinsberger Schlossgartens. in uns aufnehmen, ist der, dass für einen Wald zu viel, und zwar nicht einmal in ansprechender Form, und für einen Park zu wenig geschehen ist! Das Bild strengster Sparsamkeit in der Pflege dieses schönen Stückes Erde, an das sich doch historische Erinnerungen knüpfen, tritt uns fast auf jedem Schritte ent- gegen. Ueberall sehen wir uns von einer fast urwaldmässigen Baumvegetation umschlossen, aber — wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht! Es giebt hier Exemplare von Eichen mit schöner Beastung und fast S Fuss Stammdurch- messer! — Auch berührt es unser Auge nicht wohlthätig, wenn an verschiede- nen Punkten des Schlossgartens, in unmittelbarer Nähe der Wege, grosse Stümpfe von abgebrochenen Bäumen aus dem Erdboden hervorstehen. Das duldet man ja kaum in unsern Forsten wegen der Ansammlung von schädlichen In- sekten in solchen modernden Baumstümpfen.
Ein am südlichen Seeabschluss in ziemlich gerader Richtung hinlaufender, ebenfalls nicht breiter Weg geleitet uns zu einer im dichten Baumschatten ge- legenen düsteren, künstlichen Felsgrotte, an welcher ein altes Exemplar von Taxus baccata bemerkenswerth. Die künstlichen Felsmassen sind fast überall von Baum- und Strauchmassen durchwuchert. Ein neben dieser Felsgrotte ge: legener Platz wird von starken Rosskastanien überschattet und gewährt einen Blick über den Seespiegel und eine theilweise Ansicht des Schlosses. Weiter in der Richtung nach dem Innern des Schlossgartens fortschreitend, umwandeln wir einen Rasenplatz mit wahrhaften Riesenexemplaren von Zarix europaea; auch sind auf dieser Fläche einige Anpflanzungen von jungen Coniferen sicht- bar. Wir gelangen von diesem Rasenplatze aus bald wieder auf einen schma- len Weg, der in gerader Richtung über zwei Holzbrücken mit starken graugelb angestrichenen Geländern führt.
Diese Brücken sind sogar numerirt, und tragen die Zahlen 6 und 7 in schwarzer Oelfarbe! Wäre es nicht der Waldumgebung entsprechender gewesen, wenn man diese Brücken von Naturstämmen und Naturästen hergestellt hätte?
Ein Besuch des Königlichen Schlossgartens zu Rheinsberg. II
Diesem Wege in seiner starken Wendung nach rechts folgend, kommen wir nach kurzem Berganstiege zu dem Plateau, welches die schon oben erwähnte Spitzsäule zum Andenken an den Prinzen August Wilhelm, gerade dem Schlosse gegenüber, trägt. Auch hier tritt uns wieder eine gewisse Französirung ent- gegen, indem wir die Ruhmestafeln der Helden des siebenjährigen Krieges am Sockel der Spitzsäule lesen. Oder sollen wir es anders nennen, wenn uns die echt deutschen Namen: de Saldern, de Prittwitz, de Dieskau, de Seidlitz, de Möllendorf, de Blumenthal etc. in dieser französirten Form entgegenleuchten?
Der Blick von hier oben nach der Seeseite zu, auf beiden Seiten von mas- sigen Baumgruppen begrenzt, ist prachtvoll! Namentlich schön präsentirt sich von hier aus der volle Anblick der Schlossfront mit ihrer herrlichen Spiegelung auf der klaren Seefläche. Nach deı Westseite von diesem Obelisk gewahren wir eine lange, nach ihrem Endpunkte zu perspektivisch enger gepflanzte Linden- allee von etwas magerem Wachsthum, auf der linken Seite von Kieferbeständen, auf der rechten Seite von ausgedehnten Feldflächen eingeschlossen.
Der eigentliche Schlossgarten muss hier als abgeschlossen angesehen wer- den, und breiten sich von hier aus nur Felder und Wiesen aus, die theils von breiten Alleen, theils von Baumgruppen eingeschlossen werden. Sie erreichen bei einer einsam gelegenen Brücke ihr Ende, die zum Buberow, einem, wie erwähnt, sehr ausgedehnten Buchen- und Eichen-Forst, führt. Das an der äusseren Grenze dieser Kulturflächen entlang laufende Ufer des Sees ist mit mächtigen Baumgruppen bestanden. Hart am Seeufer, auf einem Hügel, liegt hier eine mächtige Stein- mauer, mit verblassten Freskogemälden, die einen Säulengang darstellen, geziert. Auch ein Wirthshaus findet sich in diesem Theile der Anlagen.
Rheinsberg und sein Schlossgarten rufen in uns das Gedächtniss an ferne bessere Zeiten wach, welche der Ort und seine Umgebung unter dem Kronprinzen Friedrich und dessen Bruder, dem Prinzen Heinrich, einst gesehen! Der Schloss- garten liefert uns Fachleuten recht eigentlich den Beweis, dass die Landschafts- gärtnerei von damals lediglich als Beiwerk für die Schöpfungen der Architektur und Skulptur auftrat.
Möchte es doch emer nicht zu fernen Zukunft vorbehalten sein, den Glanz längst vergangener Tage, wenn auch nur in schwachen Nachklängen für den Ort und seine Bewohner, wiederum neu zu beleben!
Der Schlossgarten würde sich alsdann bei einer eventuellen Umwandlung als eine wahre Fundgrube für eine auf der Höhe der Zeit stehende Parkanlage erweisen. Zweck dieser Zeilen soll es nur sein, die Aufmerksamkeit auf diese Perle von Anmuth und stiller ländlicher Zurückgezogenheit hinzuleiten.
Die neue Krankheit des Weinstocks, der falsche Mehl-
thau oder Mildew der Amerikaner. (Peronospora viticola Berk.)
Von . Prof. P. MAGNUS, Berlin.
NND VON den vielen verderblichen Krankheiten, von denen unser Weinstock in neuester Zeit heimgesucht wird, hat sich seit 1878 ein neuer Eindringling aus.
12 P. Magnus:
Zu
Amerika, der von dem auf der Unterseite des Weinblattes vegetirenden Pilze Peronospora viticola Berk. herrührende falsche Mehlthau oder Mildew der Ame- rikaner, gesellt.
Seit 1878 haben PLANCHON, MILLARDET, J. 'THERRY und Cornu das Auftreten der Zeronospora viticola Berk. erst auf den wegen der Phylloxera zahlreich ein- geführten amerikanischen Reben, dann auf dem europäischen Weinstocke kon- statirt. Im Oktober 1879 entdeckte sie Dr. R. PırOTTA in Oberitalien bei Sa Giulietta nächst Casteggio (Bolletino dell’Agricoltura No. 44, Milano 1879). Gleich- zeitig ist sie nach WINTER (Hedwigia 1880, pag. 172) 1879 schon im Canton Genf, 1880 in den Cantonen Thurgau, Zürich und St. Gallen aufgetreten, überall grossen Schaden anrichtend. Im September 1880 wurde ihr Vorkommen mit Sicherheit von Dr. K. Mika ın Ungarn bei Medgyes (Mediasch?) festgestellt (Ungarische Botanische Zeitschrift, herausgegeben von Auc. KAnITZ, 4. Jahrg., 1880, pag. 116). Zwar giebt schon vorher 1877 Frank ohne Nennung der Quelle an, dass sie bei Werschetz in Ungarn aufgetreten sei (Leunis: Synopsis der Pflanzenkunde, her- ausgegeben von FRANK, Band III. Hannover 1877, pag. 1853), doch findet sich diese Angabe nicht mehr in seinem 1880 erschienenen Buche »Die Krankheiten der Pflanzen«, pag. 407, und ist mir auch sonst keine weitere Mittheilung über dieses Auftreten bekannt geworden. Im September 1880 beobachtete ferner W. Voss ıhr Auftreten in Krain und Südtirol an mehreren Orten in grosser Aus- dehnung (Oesterreichische Botanische Zeitschrift 1880, No. ıı und ı2) und v. THÜMEN in Steiermark und Südtirol und im Oktober in Niederösterreich (Hed- wigia 1880, pag. 172). Im Jahre 1882 ist nun leider diese Krankheit auch im Gebiete des Deutschen Reiches aufgetreten, und zwar im Elsass. Wie eine vom 30. August 1832 datirte, in der Frankfurter Zeitung vom 17. September zum Ab- druck gelangte Benachrichtigung der Direktion der Kaiserlichen Obst- und Gar- tenbauschule zu Brumath im Unter-Elsass besagt, war der falsche Mehlthau im Kreise Thann und im Landkreise Strassburg zu dieser Zeit beobachtet worden. In der als Beilage zur Landwirthschaftlichen Zeitschrift für Elsass-Lothringen er- scheinenden Zeitschrift für Wein-, Obst- und Gartenbau vom 15. September 1832 theilt Herr Direktor W. SCHÜLE mit, dass der falsche Mehlthau bereits in den Kreisen Thann, Mühlhausen, Rappoltsweiler, Schlettstadt, Erstern, Strassburg- Land, Hagenau und Weissenburg aufgetreten ist.
Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahre, ist Zeronospora viticola auch in der bairischen Pfalz schon 1882 aufgetreten, während über ihr Auftreten in Nassau und der Rheinprovinz bis Dezember 1882 glücklicherweise noch keine Nach- richten vorliegen.
Die Zeronospora viticola Berk. scheint daher mit den amerikanischen Reben zuerst in Frankreich, vielleicht auch gleichzeitig in Ungarn nach Europa gelangt zu sein. Von Frankreich hat sie sich westlich nach Ober-Italien und der Schweiz verbreitet, von welcher sie jetzt in den Elsass eingedrungen ist. Von OÖber- Italien scheint sie nach Süd-Tirol und vielleicht auch nach Krain gelangt zu sein, während sie nach Ungarn möglicherweise direkt aus Amerika importirt sein kann. Jedenfalls liegt bei dieser so schnellen Verbreitung die Gefahr jetzt sehr nahe, dass sie von Elsass aus in unsere Weinbauländer schnell eindringt, und unserer Weinkultur sehr schädlich wird.
Die Kenntniss der Naturgeschichte und Entwickelung des Pilzes verdanken wir den Untersuchungen vieler Botaniker, worunter namentlich DE Bary, FARLOW
Die neue Krankheit des Weinstocks, der falsche Mehlthau. 13
und MILLARDET zu nennen sind. In einer kürzlich erschienenen Schrift von MITLARDET »Essai sur le Mildiou« schildert der Verfasser auf Grund eigener Beobachtungen und Untersuchungen das Auftreten des Pilzes auf dem Weinstock, seine Naturgeschichte und Bekämpfung ausführlich und für Jedermann leicht verständlich (in französischer Sprache), so dass diese Schrift jedem, der sich für diese Weinkrankheit interessirt, sehr empfohlen ist.
Der Pilz tritt nur auf der Unterseite der Blätter, nie auf deren Oberseite, auf, seltener auf den jungen Stämmen und den blühenden Trauben. Auf der Unterseite der Blätter beginnt er meist auf den vorragenden Blattnerven und
a Querschnitt eines Weinblattes, der durch
einen Flecken des falschen Mehlthaus geführt
ist. Aus der Unterseite ist der Filz, d. i. der
Rasen von Conidienträgern der /eronospora viticola hervorgebrochen.
5 Querschnitt eines Weinblattes, der durch
einen ausgetrockneten Flecken des falschen
Mehlthaus geführt ist; der Nerv ist mit ver- Fig. 4. Oel Enel Theil eines Weinblattquerschnitts mit einer (Nach MILLARDET.) aus einer Spaltöffnung der Unterseite her-
vorgetretenen Gruppe von Conidienträgern stärker vergröss. a abgefallene Conidien, b eine einzelne stärker vergr. c u. d Oospo- rangien mit anliegenden Antheridien, e reifes Oosporangium, / Oospore daraus.
(Nach MILLARDET.)
breitet sich von denselben über die Unterseite aus. Er bildet dort ausgedehnte Flecken von in’s Graue stechender Farbe. Von dem echten Mehlthau mit weisser Farbe unterscheidet sich der falsche Mehlthau ausser durch die schmutzig-graue Färbung auch noch durch die filzige Beschaffenheit der Flecken. Von dem auch bei uns häufig auf den Blättern auftretenden Blattfilze, der von dem Angriffe einer Milbe, Phyzopfus, gebildet wird und den man Zrineum genannt hat, kann er leicht schon mit blossem Auge dadurch unterschieden werden, dass auch die kleinsten Flecken des Zrineum nach der nicht befallenen Seite buckelartig auf- getrieben werden, während die Flecken des falschen Mehlthau stets in der Ebene des Blattes bleiben.
14 P. Magnus:
In dem Maasse, wie die Flecken des falschen Mehlthau an ihrem Umfange wachsen, sterben sie im Centrum ab, und geschieht dieses Absterben schneller bei Nordwind oder unter dem Einflusse brennenden Sonnenscheins. Das Cen- trum der Flecken trocknet alsdann ein und nimmt die braune Farbe abgestorbe- ner Blatttheile an (siehe Fig. 3 a und d). Von den durch das Stechen der Sonne, durch Verdörrung hervorgerufenen braunen Blattflecken unterscheiden sich die des falschen Mehlthaus zunächst noch durch den weisslichen Filz am Rande, ganz ebenso wie es für die durch die Kartoffelkrankheit hervorgerufenen welken Flecken der Kartoffelblätter bekannt ist. Bei lange andauernder Sonnenhitze ist an den älteren Flecken auch der Randfilz vergangen, doch unterscheiden sie sich von gewöhnlichen Verdörrungsflecken dadurch, dass immer der Nerv mit verdorrt ist (s. Fig. 3 2).
Fig. 5: a abgefallene Conidie, in Wasser gelegt 6 Uhr ıo Min. Morgens; 5 und c der Inhalt der Co- nidie ist in Theile zerfallen, von denen jeder zu einer bewimperten Schwärmspore wird, 7 Uhr 19 Min. Morgens; d und e Austritt der Schwärmsporen aus der Conidie, 7 Uhr 39 Min. Mor- gens; /, g, 4 einzelne Schwärmsporen; Z die zur Ruhe gekommene Schwärmspore hat sich ab- gerundet, Io Uhr Vorm.; %# und / Keimung der letzteren mit Keimschläuchen, ıı Uhr Vorm.
(Nach bisher nicht veröffentlichten Zeichnungen MILLARDET’S )
Der Pilz erscheint also als weisslich grauer Filz auf der Unterseite der Blät- ter. Dieser Filz ist gebildet von zahlreichen, gruppenweise aus den Spaltöffnun- gen heraustretenden, zierlich baumartig verzweigten Pilzfäden (s. Fig. 3 und 4), die am Ende der Zweigchen je einen einzelligen Samen, die man Conidie nennt, abschnüren. Diese eirzelligen Conidien werden also in sehr grosser Anzahl von einem solchen Pilzrasen gebildet. Sie haben eine birnförmige Gestalt (s. Fig. 4), sitzen mit dem verschmälerten Ende dem Zweigendchen auf und fallen nach ihrer Reife von demselben ab. Gelangen sie kurze Zeit nach ihrem Abfalle in einen Tropfen Wasser, so keimen sie, wobei ihr Inhalt in Theile zerfällt, von denen jeder zu einer bewimperten Schwärmspore wird, die aus der Haut der Conidie heraustritt (s. Fig. 5). Diese Schwärmsporen, die sich nur in Wasser, wie z. B. Thautropfen bewegen können, keimen, nachdem sie zur Ruhe gelangt, sogleich aus (s. Fig. 5), und dringen sofort wieder ins Gewebe des Weinblattes ein und wachsen dort zwischen den Zellen zu neuen Pilzfäden heran, die in die
Die neue Krankheit des Weinstocks, der falsche Mehlthau. I5
Zellen des Blattes kleine Saug-Fortsätze (s. Fig. 6) hineinsenden. Von diesen Pilzfäden entspringen die durch die Spaltöffnungen der Blattunterseite heraus- tretenden, bäumchenartig verzweigten Conidienträger (s. Fig. 4), die, wie ge- sagt, den weisslich-grauen, filzigen, schimmelartigen Ueberzug bilden, dem die Krankheit die Bezeichnung als »falscher Mehlthau« verdankt.
Es geht hieraus hervor, dass sich die Krankheit bei nasser, feuchter, aber nicht kalter Witterung, sowie bei reichlichem Thau schnell durch diese Conidien verbreitet, während sie bei trockener Witterung-auf die befallenen Stöcke und deren nächste Nachbarschaft lange beschränkt bleiben kann. Die Krankheit
tie. 0.
Pilzgewebe zwischen den Zellen des Fruchtfleisches von Jacquez; @ dünne Fäden, viele Saug-
fortsätze in dieselben entsendend; 5 viel dickere Fäden mit wenigen Saugfortsätzen; c zerstörte
Zellen, 150. Rechts oben: Einzelne Saugwarzen der Stelle von a ®%/ı, 5 Anhaftendes Zell-
protoplasma. Rechts unten: Einzelne Saugwarzen mit doppelter Membran: a, 5; x die Grenze zwischen Zellwand und Pilzfaden.
(Nach bisher nicht veröffentlichter Zeichnung MILLARDET’S.)
tritt daher besonders verderblich an feucht gelegenen Weinbergen auf und bleibt an trocken gelegenen oder in trockenen Sommern unschädlicher. MILLARDET führt in der genannten Schrift einige recht eklatante darauf bezügliche Beobach- tungen an. Er will auch daraus erklären, dass der europäische Weinstock in den Vereinigten Staaten nur in Treibhäusern oder an Stellen, wo er gegen Re- ‚gen geschützt ist, gedeihen kann, da in diesen Ländern im Sommer die Luft sehr feucht und die Niederschläge zahlreich sind.
Aber nicht nur auf den Blättern, sondern auch auf den Trauben hat Miır- LARDET neuerdings das Auftreten der Zeronospora viticola Berk. konstatirt (Jour- nal d’Agriculture pratique, herausgegeben von M. E. LECOUTEUX, 46. Jahrgang,
16 P. Magnus:
t. II. pag. 266— 269). Schon zur Blüthezeit zeigte sich Zeronospora viticola Berk. auf vielen Trauben an allen Verzweigungen derselben. An anderen Trauben trat die Krankheit erst auf den Beeren auf. Die befallenen Beeren werden zu- nächst teigig, dann faul und trocknen schliesslich ein. (s. Fig. 7).
12
22
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Fig. 8. Junge Keimpflanze des Weinstocks, die bei abgefallenen vorjährige Oosporen führenden Weinblättern keimte (16. Mai). Auf der Un- terseite der Keimblätter und der darunter be-
findlichen Axe sind zahlreiche Rasen von Co- nidienträgern hervorgetreten.
(Nach bisher nicht veröffentlichter Zeichnung MILLARDET's.)
Bez 7E Traube von Jacquez von Zeronospora viticola Berk. befallen. a gesunde Beeren, 5 Beeren seit einigen Tagen von Peronospora befallen, c Beeren schon seit mehreren Wochen von /erorospora befallen und daher vollständ. eingetrocknet, d Stiel befallen u. eingetrockn.
(Nach einer bisher nicht veröffentlichten Aufnahme MILLARDET’s.)
Ausser diesen gleich keimenden Conidien werden auch von den Pilzfäden im Innern des Blattgewebes kugelige Sporen gebildet, die man Oosporen nennt. Sie werden in der kugelig angeschwollenen Endzelle eines Pilzfadens, dem Oosporangium, gebildet, an der sich die kleine schmale Endzelle eines anderen
Die neue Krankheit des Weinstocks, der falsche Mehlthau. 17
Fadens anlegt (s. Fig. 4c und Z), die man das Antheridium nennt. Nachdem sich das Antheridium angelegt hat, zieht sich der Inhait der kugeligen Zelle zusam- men, umgiebt sich mit einer Membran und wird so zur Oospore (Ss. Fig. ge u. f). Diese Oosporen keimen im Gegensatze zu den Conidien erst nach langer Ruhe, es sind Dauersporen. Sie sind es, durch die der Pilz in den abgefallenen Blät- tern von einem Jahre zum anderen überwintert. So hat MILLARDET jüngst exact gezeigt, dass, wenn man trockene Weinblätter, die im Innern Oosporen der 7e- ronospora viticola bergen, auf Töpfe legt, in die man Weinkerne ausgesäet hat, von den aus letzteren erwachsenden Keimpflanzen ein grosser Theil von der Peronospora inficirt ist, und daher auf der Unterseite der Keimblätter wie auch auf den unter diesen befindlichen Axentheile zahlreiche Rasen von Conidien- trägern hervorsprossen (s. Fig. 8). MILLARDET vermuthet sogar, dass die aus den Oosporen (direkt oder mittelst zunächst von den Oosporen entwickelten Schwärm- sporen) stammenden Keimschläuche nur in die Keimblätter der Keimpflanze eindringen. Wenn man daher die im Herbste abgefallenen Blätter des Wein- stocks verbrennt, so erzielt man jedenfalls ein weit geringeres und späteres Auf- treten der Krankheit im nächsten Jahre. Wenn man dann die Asche der ver- brannten Blätter wieder in den Boden bringt, so gedeiht der Weinstock um so besser.
Aber es ıst klar, dass dieses Verfahren nicht die einmal befallene Wein- anpflanzung vor dem augenblicklichen Schaden schützt, sondern erst für das nächste Jahr das Auftreten der Krankheit verringert, und dass auch das nächste Jahr gegen frische Infektion aus Nachbargebieten nicht geschützt ist. Es ist da- her mannigfach versucht worden, der Krankheit direkt zu Leibe zu gehen. Viele bei anderen Krankheiten angewandte Mittel erwiesen sich gegen sie ohne Erfolg, so z.B. das Schwefeln oder das gegen den schwarzen Brenner (Anthracnose) mit Erfolg angewandte Abwaschen des Stammes mit einer Lösung von ı kg Eisenvitriol in 2 / Wasser.
Hingegen veranlasste MILLARDET Mme. PonsorT die vom falschen Mehlthau befallenen Weinstöcke mit einem Pulver aus 4 Ag gepulvertem Eisenvitriol ge- mischt mit 20 Ag gepulvertem Gyps zu bestreuen. Der Bericht von Mme. PonsoT über den ausserordentlich günstigen Erfolg dieses Verfahrens findet sich am Schlusse der MILLARDET'schen Schrift abgedruckt. So wurde damit eine stark vom falschen Mehlthau befallene Anpflanzung von 2000 Jacquez am 2. Juli bestreut. Die jungen Schosse litten davon nicht; die Flecken des falschen Mehlthaus schwärzten sich; die Blätter wurden intensiv grün und schienen sich verdickt zu haben. Diese Anpflanzung wiederstand gut der im feuchten September lebhafter um sich greifenden Krankheit bis auf eine kleine Anzahl junger Blätter an einigen Stöcken. Der Erfolg ist um so durchschlagender, als sich diese Anpflanzung zwischen zwei Reihen junger, kranker, französischer Reben befand, die nicht mit dem Pulver behandelt worden waren. — Eine andere benachbarte Anpflanzung von Jacquez, die sehr heftig im September von der Krankheit ergriffen wurde, wurde am 24. September mit demselben Pulver bestreut und in gleicher Weise vom falschen Mehltnau geheilt, aber hier wurden die jungen Schosse und zarten Blätter auch geschwärzt. Man könnte daher fürchten, dass, wenn man das Be- stäuben zur Zeit der Blüthe oder kurz nachher vornimmt, es den jungen Blüthen- ständen verderblich sei; aber man muss bedenken, dass es im September ein Paar Stunden nach der Operation heftig regnete, sodass das Eisenvitriol sehr
Garten-Zeitung 1883. 2
18 Dr. Krause:
schnell aufgelöst wurde; während es am 2. Juli heiss und trocken war, sodass das Eisenvitriol sich erst in mehreren Tagen im Morgenthau auflösen konnte. Man darf daher zur Blüthezeit nur in warmer trockener Witterung das Bestäuben vornehmen.
Ausserdem werden noch im 2o. Hefte des diesjährigen Giornale vinicolo ita- liano von Prof. OTTavı eine Anzahl Mittel angegeben, die in einzelnen Gegen- den Italiens mit Erfolg angewandt wurden. Doch befinden sich darunter bereits von MITLLABDET und französischen Weinzüchtern zurückgewiesene Mittel, wie z.B. die Lösung von Eisenvitriol in Wasser (allerdings hier nur 5 Theile Eisenvitriol in 95 Theilen Wasser gelöst), so dass der Erfolg erst ausführlicher, namentlich unter Berücksichtigung der äusseren Bedingungen zur Zeit der Behandlung, be- richtet werden muss, ehe man sie allgemeiner empfehlen darf.
Schliesslich liegt mir noch die angenehme Pflicht ob, Herrn Professor Mır- LARDET den wärmsten Dank zu sagen für die grosse Freundlichkeit, mit der er den Abdruck seiner schönen lehrreichen Figuren, sowohl der veröffentlichten, wie der noch nicht von ihm veröffentlichten gestattet hat und letztere mit werth- vollen Notizen zugesandt hat, die leider hier nur auszugsweise benutzt werden konnten.
Die Gärten der Villa Ranniger in Altenburg. Von
Dr. KRAUSE.
Ne
le den Werken der Baukunst, welche in neuerer Zeit in Altenburg geschaffen worden sind, steht die Villa Ranniger in erster Reihe. Im Styl der französischen Renaissance, die Facaden von weissem Sandstein, zeigt sie edle Linien in harmonischen Verhältnissen. Ihr Eindruck ist der wahrer bürgerlicher Vornehmheit. Umgeben ist sie von vortreflich angelegten Gärten, die eine Ergänzung zu dem schönen Heim bilden; sie befinden sich in englischem Geschmacke angelegt theils an der Westseite, theils an der Nordostseite der Villa. Die dichten, reinen sammetartigen Rasenflächen des westlichen Theils, die sich in schöner Abrundung der Gestalt des Grundstücks anschmiegen, zeigen das frische smaragdene Grün, das nur durch fortdauernde Sorgfalt und vor- treffliche Pflege erlangt und erhalten wird. Aus der Villa hat man einen Durch- blick bis zu dem an der westlichen Seite etwas aufsteigenden Hügel, der mit einem einfachen Pavillon abschliesst. Das reizende Idyll liegt vollständig unter dem Auge des Besitzers. Der Rasen ist, damit das lebendige Colorit auch während des Winters nicht verschwindet, mit immergrünen Bäumen und Ge- sträuchen bepflanzt, mögen sie in Bosquets zusammen oder einzeln stehen; edle Coniferen, Ahododendron, Aucuba, Lex, Prunus, Lauro-Cerasus, Buxus und andere Gewächse gleicher Eigenschaft sind verwendet. Die meisten Pflanzen, welche in dem milden Klima der englischen Küsten den Winter im Freien oder unter schwachem Schutze aushalten, sind auch hier benutzt. Das Dunkelgrün aber ist nicht einförmig vorherrschend, die äusserst geschickte Bepflanzung bringt lebhafte Abwechselung und Abstufung ın der Farbe hervor. Der Gesammt- ausdruck derselben ist zwar etwas ernster, als der in einem gewöhnlichen Haus-
Die Gärten der Villa Ranniger in Altenburg.
Altenburg.
anniger in /
Garten der Villa R
20 Dr. Krause:
garten, aber zugleich inniger; der Effect der Bepflanzung ist ein ruhig. heiterer, zugleich aber ein wohlthuend farbenreicher. Am Fusse der Erhebung der West- seite glänzt ein helles Bassin zwischen dem grünen Rasen. Etwas rechts von demselben ergiesst aus einer Kalksteingrotte eine Quelle ihr helles Wasser; nach kurzem Laufe breitet es sich in einem Bassin von länglicher Form aus. Die Quellengrotte und die Einfassungen der Wasserflächen sind von Ralksteinen in natürlicher Form hergestellt, die hier noch ihre natürliche Farbe zeigen, dort schon von grünem Moose eingehüllt sind. Der Quellenhügel ist dicht mit ver- schiedenen Coniferen bewachsen; ihnen hat sich Ahododendron Cunninghami white, eine Form von A. ponticum, zugesellt, eine Pflanze, welche zur Benutzung in unseren norddeutschen Gärten nicht genug empfohlen werden kann. Gegen unsere Winter- kälte vollkommen unempfindlich, setzt sie in jedem Sommer Massen von Blumen an und dankt so der geringen Sorgfalt, welche man zu ihrer Pflege verwenden muss, auf das Reichste.e. Um das Becken, in welches der Quell fliesst, finden wir Farne, Funkien, Veilchen, Alpinen und verschiedene Sträucher. An dem Hügel auf der Westseite des Gartens, um das grössere Bassin und an sonst geeigneten Stellen haben sich eine grosse Anzahl verschiedener Landfarne angesiedelt, welche ihre Wedel lustig und üppig ausbreiten; Aspidium lobatum und Zonchitis (Polystichum) stehen ın der Nachbarschaft des freundlichen Scodopendrium offtei- narum (vulgare), verschiedene Erdorchideen entfalten dort ihre frischen Blätter und interessanten Blumen, an einer schattigen Stelle grünt Se/aginella helvetica; ausser ihm und dem Edelweiss wohnen auch andere schöne Bewohner des Hochgebirges hier freundlich an den ihnen von kundiger Hand angewiesenen Wohnstätten. In den Anlagen sind etwa 70 Arten und Varietäten von Farnen in ihren leichten Formen vertreten.
Wenden wir einen Blick auf die Solitärpflanzen, so begegnen wir zuerst zwei Araucarien (Araucaria imbricata), deren eine in schneller Entwickelung und tadelloser Form eine Höhe von 3,5 m zeigt; die zweite ist etwas niedriger. Die erstere, 1878 in das freie Land gepflanzt, hat urter einer gut schützenden Decke unsere Winter seitdem ohne allen Nachtheil ausgehalten. An verschiedenen Stellen breiten Musen (Musa Ensete), ebenfalls im freien Grunde stehend, ihre mächtigen Blätter aus. In Kübeln zeigen sich Prachtexemplare von Zatamia, Phoenix, Chamaerops (excelsa und humils). Die Kübel sind theils in den Boden eingelassen, theils erhöht aufgestellt und dann hinter Umhüllungen von Kork- rinde verborgen, die wieder mit blühenden Topfgewächsen, nach der Jahreszeit mit Azaleen, Camellien oder anderen feinen Sachen decorirt sind. Zwischen diesen Solitärpflanzen und den Bosketts stehen hochstämmige Rosen. der empfehlenswerthesten Sorten einzeln oder in Gruppen. Neben den Araucarien finden wir eine prächtige ZZnus austriaca, die mit Zweigen bis auf die Erde bekleidet ist. Ihr gegenüber erhebt sich die dunkle Pyramide einer Zuxzs baccata, von der sich eine Blutbuche (Zagus sylvatica atropurpurea) vortheilhaft abhebt. Abdies Nordmanniana und Cedrus Deodara sind in kleineren Exemplaren vorhanden. Schöne Magnolia, Thujopsis borcalis, Rhododendron arboreum hybridum und mehrere Ketinospora pisifera aurea stehen vortheilhaft verwendet in der Nähe der grösseren Bäume.
' Die vortreffliche, von genauem, sicheren Verständnisse zeugende Bepflanzung des Gartens, besonders aber der dunkel gehaltene Hintergrund, wie er von der Villa aus gesehen wird, vertiefen die Perspective ungemein; die Bepflanzung ist
Die Gärten der Villa Ranniger in Altenburg. 21
eine tadellose und mustergültige. Von den dicht an dem Garten vorüber führenden Strassen ıst der Garten durch deckende Nadel- und TLaubhölzer
Fig. 10. Wintergarten der Villa Ranniger in Altenburg (vom Salon aus gesehen).
abgeschlossen; hierdurch ist ihm die familienhafte Innerlichkeit gewahrt, die für einen Garten am Hause, in dem der Besitzer mit seiner Familie, vom Publikum ungesehen, sich ergehen und erfreuen will, nothwendig ist.
22 Dr. Krause:
In den Rasenplätzen befinden sich einzelne Blumenbeete, welche mit ihren bunten Farben eine dem Auge willkommene Unterbrechung gewähren. Diese Beete sind nur als eingefügter Schmuck, nicht als besonders hervorragend behandelt, damit sie die über das Ganze ausgegossene Ruhe nicht stören. Sie enthalten nur gute in ihren Farben harmonische Pflanzen, die nach der Jahres- zeit ergänzt und erneut werden.
Längs der Hauptfront der Villa sind eine grosse Zahl formirter Lorbeer- bäume in Kübeln aufgestellt.
Der nordöstliche 'Theil des Gartens zeigt ebenfalls vortrefflich gehaltene kleinere Rasenplätze, auf denen einzelne Coniferen und Sträucher Platz gefunden haben. Er hebt sich etwas nach Nordosten; auf den aufsteigenden Rasenplätzen blicken einige in hellen frischen Farben gehaltene Teeppichbeete dem Beschauer freundlich entgegen. Hier befinden sich die vier Gewächshäuser; zwei derselben dienen der Kultur von Warmhauspflanzen, namentlich auch derjenigen, welche für den Wintergarten, dem wir weiter unten unsere Aufmerksamkeit zuwenden werden, bestimmt sind. Die beiden anderen werden als temperirtes und als kaltes Haus benutzt. Dem Pflanzenkundigen und dem Liebhaber müssen die zarten und seltenen Pflanzen, die namentlich in den Warmhäusern sich befinden, und die Neuheiten auffallen. Ueber 1ıoo Arten von Orchideen werden hier kultivirt, darunter die herrlichsten Aneciochdllus; ferner stehen Schlauchpflanzen, Cycadeen und Farne neben einander. - In den Kalthäusern treten uns besonders schöne Formazaleen entgegen, sowie hochstämmige tadellose Myrten.
Die Perle der RAnNIGER’schen Gärtnerei ist aber der mit den Wohnungsräumen der Villa direkt verbundene Wintergarten. Er liegt in der ersten Etage und ist dem Salon der Wohnung derart angefügt, dass er einen Theil derselben bildet. Während man von Aussen über eine Treppe zu demselben gelangt, ist er mit dem Salon durch zwei hohe Glasthüren verbunden; die Wand zwischen beiden besteht aus einer grossen Spiegelscheibe, die beide Räume als einen erscheinen lässt. Sie ist im Wintergarten in der Weise von Tuffsteinen eingefasst, dass man sie fast nicht bemerkt, sondern eher den Eingang zu einer natürlichen Grotte vermuthet. Der Garten ist tropisch gehalten; die Parterres sind, da sich Rasen hier nicht anwenden liess, durch Seaginella denticwlata gebildet, die in üppiger, smaragdener Schönheit sich ausbreite. Vom Salon aus hat man einen Durchblick durch den ganzen Wintergarten bis zu der den Abschluss desselben bildenden, etwas erhöhten dunklen Grotte, die, aus Korkrinde erbaut, einen vollkommen natürlichen Eindruck macht. Sie steigt ziemlich hoch empor und gewährt einen reizenden Ueberblick des Gartens nach dem Salon zu. An ihrem Fusse sprudelt eine Quelle, die ihre hellen Wasser in ein Bassin fallen lässt, in dessen Wellen Goldfische sich lustig bewegen. Die Grotte selbst ist fast ganz überwachsen, Zeus stipwlata hat sich schon in allen Ritzen des Korkes eingenistet. Phulodendron pertusum mit armstarken Stämmen, die ihre kräftigen Luftwurzeln wie Schlangen an den Seiten der Grotte herablaufen lassen, ist dort von besonderer Schönheit. Ueber der Grotte ist eine von unten unsichtbare Voliere, in der die sel- tensten gefiederten Bewohner der Tropen ihre bunten Flügel entfalten und ihre Weisen ertönen lassen, die, wenn auch nicht so melancholisch süss wie die unserer Nachtigall, doch auch von eigenthümlichem Reiz sind. Um die Voliere breiten sich mächtige Bambusen und Strelitzien aus. Die Wand über der Grotte und die ihr ge- genüber über der Spiegelscheibe, die mit Tuffsteinen verkleidet sind, überwachsen
Die Gärten der Villa Ranniger in Altenburg. 23
Philodendrons verschiedener Arten, Zolypodium Rheinwardti, Bromeliaceen und andere geeignete Pflanzen. An den Seitenwänden des Gartens, die von doppeltem Glas gebildet werden, befinden sich mit Korkrinde umkleidete Tabletten, welche direct unter dem Licht besonders schöne und seltene Palmen und Farne tragen. Hier finden wir eine prachtvolle Aentia sapida (Areca sapida), Seaforthien, aus- gezeichnete Phoenix leonensis und vor Allen einen Schraubenbaum (Zandanus utilis) in einer Höhe und Schönheit, wie er nur selten zu finden sein dürfte. Der echte Drachenbaum (Dracaena Draco) zeigt uns ebenfalls seine interessante Form; auch einer der Pflanzenwürger, eine Kletterfeige, schlingt sich um einen Stamm, den sie in ihrer Umarmung tödten könnte. Vortrefflich ist die Bepflanzung des Grundes; an die Selaginella schmiegen sich die schönsten niederen Farne an. Im Vordergrunde begrüssen uns zwei mächtige Exemplare der Cyathea medullaris, das eine derselben hat siebzehn gegen zwei Meter lange Wedel getrieben. Cyathea insignis (Cibotium princeps) erhebt ihre Wedel jener gegenüber.
Der Wintergarten ist unter dem Lichte der Sonne von unsagbarem Reiz, aber der Zauber des Märchens, der Schleier der Feerie giesst sich bei künst- licher Beleuchtung in noch grösserem Maasse über ıhn aus. Eine grosse Anzahl gut arrangirter, meist unsichtbarer Gasflammen, zum Theil mit Reflectoren ver- sehen, schütten eine Flutn von Licht über den Garten. Jede Flamme oder jede Flammengruppe kann speciell gedämpft oder ganz eingezogen werden, so dass die verschiedensten Beleuchtungseffecte hervorgebracht, jede Partie des Gartens voll überstrahlt, jede in leichteren oder tieferen Schatten. gelegt werden kann. Die schönen Pflanzen gewinnen dadurch einen oft überraschenden, oft geheim- nissvoll-magischen Reiz. Daneben lässt sich das heimliche Licht des Mondes voll nachahmen. Der Hintergrund der Grotte strahlt in rothem Lichte; ihr glühender Schein lässt uns das Mährchen von dem Karfunkelstein, der tief in der Erde nur einzelnen Glücklichen erglänzt, lebendig werden. Dazu die tiefe Ruhe, die sich über den Wintergarten gelagert hat, nur unterbrochen von dem leisen Rauschen des Wassers und einzelnen Tönen der Vögel, die den Licht- glanz begrüssen. Es ist ein kleines Feenreich, in das wir blicken. Besonders schön ist der Anblick aus dem unbeleuchteten Salon, in welchem ausserdem ein mächtiger Spiegel so angebracht ist, dass er das ganze Bild zusammenfasst und es uns aus weiter Ferne noch einmal zeigt.
Die Gasbeleuchtung, welche den Pflanzen an sich sehr nachtheilig ist, ist hier durch eine ingeniöse Einrichtung vollkommen unschädlich gemacht. Ueber jeder Flamme führt ein Rohr in das Freie; durch diese Rohre entweichen alle Dünste, welche auf die Kinder der Flora tödtlich wirken. So kann der Glanz des Lichtes ohne jeden Nachtheil über den Garten ausgegossen werden.
Wie schon erwähnt, ist der Wintergarten direct mit der Wohnung verbunden; er bildet einen Theil derselben. Die Erfahrungen, welche dabei gemacht worden sind, widerlegen das Vorurtheil, dass die Feuchtigkeit der Luft des Gartens schädlich auf die Wohnung, namentlich auf Tapeten, Möbel und andere De- korationen wirke. Der RANNIGER’sche Wintergarten besteht seit 1876, er wird stets in einer Temperatur von +12 —- ı4°R. gehalten, der Hygrometer zeigt stets 80-go Grad Feuchtigkeit. In dem neben dem Garten liegenden Salon finden sich nie mehr als die normalen Feuchtigkeitsgrade. Die feinen Dekorationen desselben sind vollkommen intact geblieben, ein voller Beweis, dass die Be- fürchtungen, die man fast allgemein hat, grundlose sind.
24 G. Dieck:
Der Wintergarten steht auf einem gewölbten Unterbau, der mit grossen Bogenfenstern versehen, ein ausgezeichneter Ueberwinterungsraum für harte grössere Dekorationspflanzen ist. In demselben befinden sich auch die Heiz- apparate für den Wintergarten. |
Wir empfehlen Allen, denen nicht durch ihre Heimath in Altenburg der Besuch der Gärten erleichtert ist, bei kürzerem oder längerem Aufenthalte in dieser freundlichen Stadt, die sonst noch manche Sehenswürdigkeiten enthält, in erster Reihe einen Besuch der Gärten der Villa RANnNIGER.
Ueber Gehölzvermehrung durch Sommerstecklinge. Von Dr. G. DIECK,
Ritterguts- und Baumschulen-Besitzer in Zöschen bei Merseburg.
MD Augustheft 1882 dieser Zeitschrift stellte ein Herr v. G. inK. die Frage, ob es wahr sei — wie er gelesen — dass Betula, Syringa, Quercus, Populus, Salıx, Acer etc. während des Sommers durch Stecklinge zu vermehren seien. Die Antwort, die er auf seine Frage im Sprechsaal erhielt, befriedigte mich nicht voll- kommen, und da ich selbst in der Gartenzeitung einmal (1832, S. 124) von derartiger Sommervermehrung verschiedener Baumarten gesprochen habe, so fühle ich mich dem Fragesteller gewissermassen verpflichtet, und will daher in Nachstehendem ihm und seinen zahlreichen Collegen, die trotz ihrer Ausstattung mit dickleibigen Vermehrungsbüchern doch rathlos dastehen und seufzend grosse Summen an Lehrgeld ausgeben, bis sie trotz der Vermehrungsbücher durch eigene Versuche dahin gelangt sind, ihre Gehölze mit einigermassen befriedigendem Erfolge zu vermehren, ein wenig unter die Arme greifen.
Zunächst constatire ich, dass noch keinerlei Norm und Regel gefunden ist, die da bestimmen würde, welche Gehölzformen aus Grünstecklingen wachsen müssen und welche nicht, es sei denn, wir könnten mit einiger Vorsicht behaupten, dass die kleinblättrigen, niedrig und buschig wachsenden und besonders die immer- grünen Gehölze auf diesem Wege leichter zu vermehren seien als alle übrigen, welche die genannten Eigenschaften nicht besitzen. Harz- und Gerbsäuregehalt sind jedenfalls kein Hinderniss, wie der Herr Antwortgeber im Sprechsaal anzunehmen scheint, denn wenn derselbe zur Bekräftigung seiner Ansicht anführt, dass Betula, Carpinus, Ulmus, Rhamnus, Fraxinus, Juglans, Sorbus aus Grünstecklingen nicht wachsen, so habe ich dagegen anzuführen, dass nach meinen Erfahrungen kleinblättrige Ulmus und Rhamnus, einige Betula (B. nigra, humilis, punula etc.) und Fraxinus (F. xanthoxyloides, dimorpha, potamophila etc.) fast ebenso leicht und schnell Wurzeln machen als Deutzien und Sambucus, während von Carpinus alle, von Juglans (J. fruticosa), Sorbus (S. torminalıs), Quercus (die meisten japanischen Sorten), wenigstens einzelne Sorten sich ziemlich willig bewurzeln. Auch aus den Gattungen Pinus und Abies, denen die Fähigkeit, sich aus Grünstecklingen vermehren zu lassen, gänzlich abgesprochen wird, machen verschiedene Formen (z. B. viele Zwergformen von A. excelsa) bei richtiger Behandlung ebenso leicht, wenn nicht leichter Wurzeln als gewisse Bioten, Thujopsis u. s. w., welche minder harzreich sind als jene.
Ueber Gehölzvermehrung durch Sommerstecklinge. 215
Ich habe in diesem Frühjahr und Sommer etwa 40 000 Grünstecklinge von etwa 250 verschiedenen Gehölzarten zum Bewurzeln gebracht. Ich benutze für diese Kultur einen gemauerten Kasten von ı2 Fenstern Breite. Die Tiefe des Kastens beträgt etwa 1,50 »», die Umfassungsmäuern sind mit Isolirschicht ver- sehen. Wenn im ersten Frühjahr Park und Baumschulen ihrer Frühjahrstoilette unterworfen werden, wandern die dabei zusammengebrachten Massen von Laub, Unkraut und Gemüll jeder Art in diesen Vermehrungskasten, werden dort geschichtet und festgetreten und nach Bedarf so weit durch Waldlaub complettirt, bis der Kasten. bis oben angefüllt erscheint. Sobald sich diese Schichtung ein wenig gesetzt hat, wird eine ca. Io cm starke Schicht guter Mistbeet- oder Lauberde und auf diese ca. 5 cm Flusssand aufgeschüttet, der etwa zur Hälfte mit zerkleinertem Rasentorf oder Cocosfaser vermischt wird, eine Mischung, welche die Wurzel- und besonders die für das Auspflanzen wichtige Wurzel- ballenbildung sehr begünstigt. In dieses Gemisch werden nun dicht unter Glas die Stecklinge gesteckt, in der Reihenfolge wie eben die Gehölze im Frühjahr austreiben. Diese erste Beschickung pflegt mit Ende Mai beendet zu sein und schon 6 Wochen später, in der ersten Hälfte des Juli ist der grösste Theil der Stecklinge so weit bewurzelt, dass dieselben mit kleinem Ballen ins Freie gepflanzt werden können. In der zweiten Hälfte des Juli werden die entstandenen Lücken aufs Neue mit Stecklingen besteckt, die dann aber besser über Winter unter annähernd frostsicherer Decke im Kasten verbleiben und erst im kommenden Frühjahr ausgepflanzt werden. Wenn gewisse Vermehrungs- bücher noch immer nur von Auguststecklingen sprechen, so ist Io gegen I zu wetten, dass die Verfasser solcher Bücher sich mit eigenen Versuchen wenig oder garnicht befasst haben, sondern munter reproducirten, was ihre Vorgänger geschrieben und empfohlen hatten. Je früher man die Sommerstecklinge macht, desto sicherer bekommen dieselben die genügende Stärke, um den Winter überstehen zu können. Es ist wirklich kläglich, dass man solche selbst- verständliche Dinge besonders erwähnen muss.
Nachstehend gebe ich nun das Verzeichniss solcher Gehölze, welche hier aus Grün-Stecklingen mit Erfolg erzogen worden sind, unter Weglassung aller Sorten, welche wie Deutzia, Sambucus, Spiraea etc. schon so allgemein auf diesem Wege erzogen werden, dass eine besondere Aufzählung Raumverschwen- dung sein würde.
Es wächst bei richtiger Auswahl der Triebe und richtiger Behandlung nahezu jeder Steckling von:
Actinidia, Akebia, Aralia pentaphylla, Acer circinatum, Ginnala, Monspessu- lapum, orientale, campestre und var., pictum (colchic. rubrum) etc. Aronia sorbi- folia, floribunda, arbutifolia, Betula nigra, pumila, Grayi, humilis, Baccharis, Buddleya, Bupleurum, Berberis stenophylla und ähnliche, Borya, Buxus, Calyptro- stigma, Caragana arborescens nana, Carpinus alle Formen, Ceanothus, Celastrus scandens und orixa, Cephalanthus occidentalis und angustifolia, Cephalotaxus, Clematis stans, integrifolia und andere, Clethra, Coriaria, Corniola, Cornus pumila, circinata, candidissima, Nutalli, tat. sibirica, fllorıida, Cassia, Cotoneaster (alle), Cytisus purpureus und var., Cryptomeria, Chilopsis, Callicarpa, Desmodium, Elaeagnus umbellatus, Simoni, longipes, Exochorda, Evonymus ovatus, Hamil- tonianus, alatus etc. Fraxinus xanthoxyloides, dimorpha, potamophila, Forestiera acuminata, Fontanesia californica, Fortunei etc., Forsythia Bastard und alle
26 G. Dieck: Ueber Gehölzvermehrung durch Sommerstecklinge.
andern, Genista, Geblera, Garrya, Grabowskia, Hydrangea (alle), Halesia, Hype- ricum pyramidatum, ramosissimum, oblongifolium etc., Hellwingia ruscifolia, Hibiscus, Jasminum, Kadsura japonica, Itea caroliniana etc. Incarvillea, Lembo- tropis, Lonicera Alberti, nummulariaefolia, translucens, hispida, alpigena nana und alle anderen, Ligustrina amurensis, Lespedeza, Nutallia cerasiformis und bracteata, Neillia, Myricaria, Parrotia, Periploca graeca, angustifolia, Prunus Utahensis und tomentosa, Pernettya mucronata, Planera carpinifolia etc. Rhamnus utilis, lanceolata, sempervirens etc., Rubus spectabilis, nobilis, nepalensis etc. Syringa persica alba und laciniata, Josikaea, Emodi etc., Staphylea Bumalda und trifoliata, Salıx sericea und viele Andere, Thymus, Tecoma, Ulmus cam- pestris fol. rubris, microphylla purpurea, umbraculifera, parvifolia var. sibirica und viele andere kleinblättrige Formen, Vaccinium, Viburnum dentatum, pubescens, tomentosum, tom. plicatum, burejaeticum etc., alle Formen von Lantana und opulus, Vitex, Vinca, Vitis Regeliana, japonica, amurensis, himalaica, humuli- folia, dissecta, aconitifolia, heterophylla etc., Xanthoxylon Bungei.
Es wächst mehr als die Hälfte der Stecklinge von:
Alnus maritima, Betula pubescens urticaefolia, ulmifolia, Chionanthus, Corylopsis, Caragana frutescens und ähnliche, Catalpa, Cercis canadensis, occidentalis, japonica, Diplopappus, Cupressus, Elaeagnus umbellatus und Andere, Juniperus, Jamesia, Laurus Benzoin, Morus alba Fegyvernekiana, nervosa und Andere, Menispermum, Maclura tricuspidata, Myrica, Magnolia diverse, Osman- thus, Ostrya, Prunus prostrata Ler., incana, Pterostyrax, Potentilla Salessowi, dahurica etc., Platanus alle Formen, Pourthiaea arguta (Sorbus), Prinos, Rhamnus alpina, grandifolia. Suaeda fruticosa, Sphaerophysa Salsola, Sophora violacea Ler., Syringa chinensis var., Tamarix, Taxus, Thuja, Viburnum Lentago und ähnliche, Vitis vulpina und ähnliche amerikanische, Zanthoxylon fraxineum.
Es wächst weniger als die Hälfte; aber doch noch genug, um die Stecklingsanzucht noch lohnend, eventuell auch lohnender zu machen als die Vermehrung durch Ableger, Veredlung oder Samen von: Amelanchier florida, Cornus mas. fol. var. etc., Emplectocladus, Gleditschia orientalis inermis nana, Juglans fruticosa, Alnus glutinosa quercifolia und oxyacanthaefolia etc., Brousso- netia Kazinoki, Betula alba fastigiata, excelsa, atropurpurea, pendula elegans, populifolia laciniata und purpurea, Prunus cerasifera fol. arg. marginatis und Pissardi, triloba, spinosa fl. pl., Pterocarya, Sarothamnus scoparius fol. var. und sehr viele Andere.
Ich wiederhole, dass hier nur solche Arten aufgeführt sind, die nicht ohnehin ein Jeder aus Grünholz zu ziehen pflegt, auch fehlen eine Menge, besonders gewöhnlichere Formen, welche aus derartigen Stecklingen sehr leicht wachsen, aber bequemer aus Samen oder Steckholz etc. zu erziehen sind. Ob nun aber die aufgeführten Arten von jedem Gärtner mit Erfolg auf die angegebene Weise nachgezogen werden können, steht dahin, denn das Steckling-Wählen und Schneiden erfordert ein gutes, geübtes Auge, ein feines Gefühl für. die rechte Holzreife und einen sicheren, scharfen Schnitt. Wer gewöhnt ist, das Steckling- schneiden dem ersten besten Lehrling zu überlassen, der fange lieber garnicht an, es würde vergebliche Mühe sein.
Haage & Schmidt: Neuheiten von Samen für 1883. 27
Neuheiten von Samen für 1883
empfohlen im Katalog von HAaGE & SCHMIDT in Erfurt.
(@) Sommergewächse. (>) Zweijährige Pflanzen. 2} Stauden. f, Holzartige Pflanzen. (2 Kalthaus. A Warmhaus.
Acroclinium roseum fiore pleno, (-) Diese vorzügliche Neuheit bedarf keiner besonderen Empfehlung; ein Blick auf die treu nach der Natur hier abgebildete Blume, welcher zur Ver- gleichung das Bild der besten bisher existirenden einfach blühenden grossblumigen Varietät
Acroclinium roseum grandiflorum (beste bisher existirende Varietät).
Rig. 12, Acroclinium roseum flore pleno (die neue gefüllte Varietät).
Fig. 13. Fig. 14.
Matricaria eximia nana aurea crispa erecta. Matricaria eximia nana aurea crispa comp.
beigesetzt ist, genügt, um den grossen Fortschritt erkennen zu lassen, der mit der Einführung dieser gefüllten Sorte sich vollzieht. Unter allen bekannten Immortellen oder sogenannten Strohblumen ist Acroclimium roseum stets eine der feinsten und beliebtesten Sorten gewesen; in noch viel höherem Grade wird nunmehr die gefüllte Form diese Rolle übernehmen.
Die neue gefüllte Sorte ist bereits ziemlich constant aus Samen; aus der letzten Aussaat fielen nur 25°/o in die einfache Form zurück.
*Begonia Davisi flore pleno, 2, Q HaacE & SCHMIDT. Es ist uns gelungen, eine sehr
28 Haage & Schmidt:
schön gefüllte Form der prächtigen ganz niedrigen reichblühendsten 3. Davisi zu erziehen, welche aus Samen gezogen durchaus constant bleibt.
*Matricaria eximia nana aurea erispa compaecta fiore pleno, ?, ©) HaAacE & Schmipr. dto. dto. ereeta flore pleno, 2; © HAAcE & ScHhmiDT. Zwei neue gefüllt blühende Varietäten der von uns voriges Jahr zuerst ausgesandten goldgelben niedrigen gekraust- blättrigen Form; die erstere wird I5—20cm hoch, die letztere etwa 30 cm» mit pyramiden- artigem Bau.
*Papaver Danebrog, (-) Ein ausserordentlich effectvoller einfach blühender Mohn, der in Habitus und Höhe sowie in Grösse der Blumen in der Mitte steht zwischen ?. zumbrosum und dem gefüllten kultivirten Gartenmohn. Die Farbe der Blumen ist ein blendendes Scharlach- roth und jedes der vier Blumenblätter ist mit einem grossen silberweissen Fleck gezeichnet, so dass die ganze Blume ein weisses Kreuz auf rothem Feld zeigt, wie die Dänische und auch die Schweizer Nationalflagge.
Fig. 15. Fig. 16.
Papaver Danebrog. Salvia carduacea Benth.
*Petunia hybrida illustris flore pleno, &) HAAGE & Schmipr. Die gefüllt blühende Form der schönen glänzend rosacarminrothen Sorte, welche wir vor einigen Jahren in den Handel gebracht; ganz constant aus Samen.
*Petunia hybrida maxima flore pleno brillantrosa, ©) HaAacE & Schmr, Die leuchtendste und auffallendste aller gefüllten Petunien, in Blume wesentlich grösser als die
vorige Sorte und von schönem gedrungenem Bau; Neuheit ersten Ranges, sehr constant aus Samen.
*Salvia cardnacea, Benth. @) Eine aus Californien neu eingeführte Species, die in Habitus und Blüthe von allen bisherigen Sorten gänzlich abweicht und bei richtiger Kultur eine Gartenzierpflanze ersten Ranges zu werden verspricht. *Die Pflanze bildet 50—75 cm hohe viel verzweigte Büsche und erscheinen die Blüthen in kopfartigen weissfilzigen Quirlen, die zu 4—6 an jedem Stengel in kurzen Zwischenräumen übereinander stehen; die Blumen selbst sind ver- hältnissmässig sehr gross und zeigen eine stark gefranzte Unterlippe; ihre Färbung ist ein schönes Hellblau, welches mit den mennigrothen, aus der Blume weit hervorstehenden Staub- beuteln hübsch contrastirt; die Blätter sind weisswollig, stark ausgezackt und distelartig gezähnt;
die Pflanze liebt einen sonnigen und trockenen Standort und blüht bei zeitiger Aussaat schon von Mai ab.
Neuheiten von Samen für 1883. 29
*Silene pendula Bonnetti flore pleno, (-) HAAGE & SCHMIDT. Neue gefüllt blühende Varietät von der hübschen dunkelbraunroth belaubten und leuchtend carmoisinroth blühenden S. p. Donnetti.
*Silene pendula compacta rosea fiore pleno, ©) HaaGE & Schmidt. Es ist uns gelungen, von der ganz niedrigen compacten Varietät der Szleze perdula eine gefüllt blühende Form zu erziehen, welche durch ihren unübertrefflichen und lang andauernden Blüthenreichthum
Fig. 17. Fig. 18. Silene pendula compacta rosea flore pleno. Chionodoxa Luciliae.
Fig. 19. Fig. 20. Dahlia gracilis Regel. Dahlia gracilis Regel,
die bisher existirenden gefüllten hohen Sorten weit in den Schatten stellt und entschieden als die schönste aller Silenensorten bezeichnet werden darf; giebt wegen ihrer dichten Füllung nur wenig Samen.
Chionodoxa Lueiliae. Auf diese schön blau blühende Scillaart'ge Pflanze haben wir bereits in Monatsschrift 1881 S. 353 aufmerksam gemacht. Sie verdient noch mehr verbreitet zu werden.
30 Haage & Schmidt: Neuheiten von Samen für 1883.
Dahlia graeilis Regel. Seit einigen Jahren wird die Liebhaberei für die einfachen Georginen wieder äusserst lebhaft. Es sind aber nicht so sehr die einfachen Formen von Dahlia coccinea, als eine neue von ROEZL in Mexico entdeckte Species: Dahlia gracilis, die 1873 durch OrTGIEs in Zürich eingeführt und von REGEL in Gartenflora S. 861 (1876) beschrieben wurde. Sie zeichnet sich aus durch sehr niedrigen Wuchs, feiner eingeschnittene Blätter mit lang zugespitzten Abschnitten und äusserst zahlreiche Blumen auf schlanken Stielen, die sich wenig über die dichte Laubmasse erheben. Die Blüthenköpfe haben nur eine Reihe Randblumen von schön orange-scharlachrother Farbe und messen 6 —7 cm Durchmesser. — Im Botanischen Garten zu Chelsea sind zuerst vor ca. 3 Jahren neue Formen aus dieser guten Art gezogen, z. B. var. szerba karmoisin-scharlachroth, (siehe Abbildung Gard. Chron. 1831 vol. XVI S. 525), falgens, ignea, cuprea, Iutea etc. — T. MOORE macht im G. Ch. 1. c. darauf aufmerksam, dass Dahlia gracilis perfecta nicht zu D. gracilis gehört und besser als D. perfecta bezeichnet wird. — Alle erwähnten und noch viele andere Formen der echten N. gracilis eignen sich als Einfassungspflanzen wie zu Gruppen.
Fig. 21.
Dahlia Fuarezi, Degonia socrotana.
Dahlia Juarezi v. d. Berg. Die Geschichte dieser Dahlia ist nach dem »Garden« eine sehr eigenthümliche. Im Jahre 1872 erhielt Herr VAN DER BERG in Juphaar bei Utrecht eine kleine Kiste mit Samen und Knollen. Da besagte Kiste lange unterwegs war, hatte der Samen zum grössten Theil schon gekeimt und die Knollen waren meistens "faul und verdorben. Herr VAN DER BERG reinigte, was noch irgend gut war; eine Knolle machte bald einen kleinen Trieb und zeigte sich als eine Dahlia. Da es gerade Winter war, so konnte weiter nichts damit angefangen werden, als die Triebe als Stecklinge zu verwenden. Die erzeugten Pflanzen wurden mit grosser Sorg- falt überwintert und im Juni 1873 mit den anderen Dahlien ausgepflanzt. Als dieselben zur Blüthe gelangten, erregten sie sofort in Folge ihrer lebhaften feurigen Farbe sowie ihrer bizarren Form allgemeines Aufsehen und wurden nach dem mexikanischen Präsidenten der Republik »Fuarez« getauft. Im Jahre 1874 wurde die Ausgabe an eine französische Handelsfirma ab- getreten, von wo aus dieselbe verbreitet wurde, Dieselbe hat sich besonders rasch in England Eingang zu verschaffen gewusst, besonders nachdem sie von CANNEL & Son, Swanley, aus- gestellt wurde. — Die Blumen sind feurig scharlach, stehen gut über dem Laub empor und haben in Folge ihrer grossen ausgebreiteten Blumenblätter viel Achnlichkeit mit Cereus specio- sissimus, desshalb wird sie ganz bezeichnend in England allgemein »Cactus-Dahlia« genannt.
Begonia socotrana J. D. Hooker ist von BALFOUR und SCHWEINFURTH auf Socotra entdeckt und in Bot. mag. t. 6555 abgebildet. — Von niedrigem Habitus, 20—30 c hoch, mit
Dendrophilus: Der wilde Garten. 31
kreisrtunden schildförmigen Blättern, die IO—IS cm Durchmesser haben, Blüthen reichlich, glänzend rosa fleischfarben, die männlichen 5 cz Durchmesser Ihr grösster Vorzug ist, dass sie mitten im Winter blüht.
Gurke, Astro. Sehr reichtragende, schön geformte, dunkelgrüne, fein genetzte Schlangen- gurke von festem dicken Fleisch und vorzüglichem Geschmack; 45 60cm lang, nicht stark rankend, ausgezeichnet zum Treiben; eine ähnliche Sorte ist bis jetzt noch nicht im Handel.
=Washington-Aster Gelblichweiss, *dto. Hellblau. Zwei neue constante Farben dieser . grossblumigen prachtvollen Gattung.
Der wilde Garten. Von DENDROPHILUS.
(Fortsetzung.)
Herbstfärbungen.
,orm und Farbe sind zwei der grossen Faktoren, mit denen der
Gärtner rechnen muss, wenn er etwas Schönes schaffen will; die Kenntniss beider ist also höchst wichtig. Beschäftigen wir uns heute ein wenig mit der Farbe. Wie ist doch die Welt so schön! konnte man im letzten Herbst hier in unserm Gebirge ein- über das andere mal ausrufen, denn Wald und Feld prangte in ganz besonders schönen Tinten. Es liegt ein eigner Zauber in den schönen Herbstfärbungen, und ich möchte behaupten, man geniesst die Pracht zu dieser Jahreszeit noch mehr als im Frühjahr, wo die ver- schiedene Färbung der Blätter ja auch keine unbedeutende Rolle spielt. Wenn im Frühjahr nach dem langen Winterschlaf die Erde ersteht, wenn die steigende Sonne mit ihren belebenden Strahlen die Fesseln bricht, welche der Winter um sie gelegt hatte, dann freut sich jedes Menschen- herz wohl über den ersten grünen Schimmer, der sich über Busch und Felder breitet, und jubelt dem keimenden Frühling entgegen. Jedes Blätt- chen, jeder spriessende Halm entzückt gleichmässig; man freut sich, dass überhaupt wieder etwas wächst, aber man unterscheidet nicht viel. Ob die Knospen grün, bläulich oder roth austreiben berührt uns viel weniger, als dass sie überhaupt wieder treiben, dass sich neues, kräftiges Leben zeigt, was uns denn auch bald überwältigt mit der Masse des Schönen, Frischen und Ueppigen. Mit einem Male ist er da, der goldene Lenz, und schüttet sein Füllhorn so reichlich über uns aus, dass es uns an Zeit gebricht, zum vollen Genusse des Einzelnen zu gelangen.
Ganz anders im Herbst. Unsere Gefühle sind viel ruhiger und gleich- mässiger. Der herannahende Winter, der sich durch einzelne Boten bemerk- bar macht, disponirt uns viel mehr dazu, jede einzelne Schönheit in unserer Umgebung auszukosten. Immer wieder gehen wir hin und betrachten uns die letzten Rosen, spähen nach jeder Blüthe, nach jedem Farbenschimmer.
32 Dendrophilus:
Wir möchten gleichsam festhalten, was uns noch geblieben, darum betrachten wir es viel aufmerksamer, beschäftigen uns damit und versuchen es zu schützen, um es noch ein Weilchen zu erhalten.
Hier in dieser Ecke stehen die Herbst-Anemonen noch so schön und fleckenles, dort leuchten uns noch einige Begonien und auch von verspä- teten Veilchen lässt sich ein kleiner Straus zusammenbringen. Das bemerken wir jetzt Alles, während es früher nicht auffiel. Später dann müssen die bunten Beeren schon kräftig mithelfen, wenn ein Kranz, ein Bouquet geschaffen werden soll, und endlich sind’s nur die bunten Blätter der Bäume und Sträucher, welche das gleichmässige Dunkelgrün des Nadelwaldes etwas heiterer stimmen und uns Material bieten, unsere Schalen und Vasen zu füllen. Solch ein Herbststraus ist übrigens gar nicht zu verachten!
Bei jedem Baum, jedem Strauch, den ich in dem wilden Garten pflanzte, habe ich es mir daher zur Regel gemacht, sein Herbstkolorit in Betracht zu ziehen, und habe viel Genuss dadurch gehabt.
Die Ahorne und Eichen spielen bei uns eine grosse Rolle. Prächtig ist der echte Berg-Ahorn anzuschauen (Acer pseudo-platanus), wenn seine Sonnenseite schon in den leuchtendsten Farben, vom klarsten Gelb bis zum tiefen Orange prangt, dagegen auf der Schattenseite die grünen Blätter sich noch sträuben, ihr sommerliches Kleid abzulegen. Es ist einer der schönsten Herbstbäume. Der Spitz- Ahorn (Acer platanoides) färbt klarer gelb. Acer spicatum. L. und Acer rubrum. L. mit mehreren Varietäten färben roth. Acer tatarıcum. L. und Acer Ginnala. Maxim., welche beide mehr strauchartig wachsen, färben gleichfalls roth, ersterer in’s bräunliche spielend, letzterer dagegen leuchtend blutroth.
Von den Eichen stehen die nordamerikanischen obenan; wie denn überhaupt die dortigen Bäume durch besonders schöne Färbungen aus- gezeichnet sind.
Am besten färbt bei mir Ouercus palustris. Es ist ein äusserst ele- ganter Anblick, diesen schön gebauten Baum mit den fein und tief einge- schnittenen Blättern sich leuchtend roth färben zu sehen. Anfangs sind es nur die Nerven der Blätter, welche sich blutroth auf dem grünen Blatt markiren, dann färben sich die Blätter nach und nach, die älteren am dun- kelsten, die jüngsten zuweilen im schönsten Carmin. So bleibt es meist, bis Eis und Sturm sie vernichtet.
Andere amerikanische Eichen färben sich erst roth und gehen dann in ein gleichmässiges reines Havanna-Braun über; so thut es hier meistens Quercus rubra. Ebenso schön sind Ouercus coccinea und finctoria; ein tiefes Blutroth, das wahre sang de boeuf, nimmt Ouercus ambigua hier an, sie steht auf gutem Lehmboden. Ouercus alba färbt mehr violett, bei mir überhaupt nicht gut. Unerwartet schön färbte eine kleine Oxerceus Daimio aus Japan.
Ein gutes, reines Gelb bringen die Birken hervor. Unsere heimische
Der wilde Garten. 22 OD:
Birke oft ein wenig zu früh. Das reinste Citronengelb sah ich an Bezula Zenta. — Die Hainbuche, Carpinus betulus, der Tulpenbaum, Zzriodendron Zuhpifera, die Trauerweide, Salir babylonica (sofern sie trocken steht), der Lederstrauch, //elea trifohata sind alle entschieden gelb. — Acer negundo und cakfornicum sind unsicher und unbedeutend; auch Acer dasycarpum entspricht im Herbst den Erwartungen, die sein schönes Laub im Sommer erweckt, sehr selten.
Mehr dunkelgelb, in Orange übergehend, sind viele Dorne, z. B. Crataegus coccinea mit den schönen rothen Früchten und (rat. Crus-gall. (Der gemeine Weissdorn färbt schlecht.) Mehrere Kastanien-Arten, wie Pavia flava und rubra sind orange- fast broncefarben; die Freude ist aber sehr kurz, denn der erste Reif wirft jedes Blatt. In diese Farbe gehören auch die Sumachs hinein; einige von ihnen werden später sogar vollständig roth. Besonders schön sind der Perrückenstrauch, Rrus cotinus, und der geschlitztblättrige Essigbaum, Ahus glabra laciniata. Der Hirschkolben- Essigbaum, Akus typhına, wird hier in sonniger Lage ganz roth. Hübsch färben auch einige Prunus, sie behalten ihr Laub aber nur kurze Zeit gefärbt, oft sogar fällt es grün ab, z. B. bei Prunus serotina, wenn er etwas schattig steht.
Ehe ich zu den Sträuchern übergehe, will ich noch der Buche erwäh- nen; sie ist an gesättigter Farbenpracht und an Reichthum der verschie- densten Tinten dem Berg-Ahorn an die Seite zu stellen; ihr ebenbürtig ist die Blutbuche.
Nichts zu erwarten haben wir von Linden, Erlen, Eschen und den meisten Weiden. Von den Eschen machen die amerikanischen Arten, wie Fraxinus americana und pubescens etc. eine Ausnahme, sie färben zuweilen, wenn nicht frühe Fröste sie stören, schön violett bis zum tiefen Pflaumen- blau. In diesem Herbst z. B. hatten wir noch Ende Oktober diesen Ge- nuss. Auch Nussbäume, Pawlownia, Catalpa, Robinia, Gleditschia etc. etc., werfen ihre Blätter grün, resp. erfroren ab.
Besonders schöne Sträucher und Halbbäume sind, ausser den oben schon beiläufig genannten, noch folgende: Aronza scharlachroth; Azalea pontica und mollis roth bis rothbraun; Cornus alba, sanguinea, sibirica roth bis carmin; Asmnelanchier roth, Viburnum opulus und acerıfokum vröthlich bis braun; Viburnum plicatım dunkelroth; Viburnum lantana röthlich-purpur ; Evonymus europaeus mit den Varietäten »ana und /atıfoka röthlich bis roth; ebenso Spiraea prunifolia, Ribes floridum voth bis purpur, sehr schön; die meisten Derberis roth und orange; Spiraea opulfolia oft schön orange; die meisten Spiräen, Deutzien, Weigelien etc. etc. bleiben aber grün, wie auch der Flieder und Liguster.
Zum Schluss seien noch als besonders wichtig für den wilden Garten einige Schlingpflanzen erwähnt. Voran steht Ampelopsis (Vitis) guingue- folia, der Jungfernwein, er wird prächtig roth und ziert durch seine schön blauschwarzen Beeren; es giebt von ihm eine Varietät, welche sich selbst
Garten-Zeitung 1883. 3
34 Denrdrophilus: Der wilde Garten.
festklammert: Ampelopsis quiquefoha radicantissima (Lauche). — Dem Jung- fernwein fast gleich kommt Ampelopsis Veitchü. Auch färben einige Varie- täten von Vrtis labrusca oft schön.
Wer also die Freude an seinem wilden Garten recht lange geniessen will, der beachte die Herbstfärbungen seiner Nachbarschaft und wähle dem entsprechend die Bäume und Sträucher aus, welche er zur Verschönerung irgend einer Partie pflanzen will.
Diese Beobachtung ist nothwendig, denn die Färbung eines und des- selben Baumes ist nicht überall genau dieselbe. Die Bodenbeschaffenheit, die Lage und die Witterung bringen grosse Verschiedenheiten hervor.
Im Ganzen scheint eine etwas trockene Lage und kräftige Einwirkung der Sonne schöne Färbungen zu begünstigen. Feuchtigkeit, sei es im Erdreich, sei es durch Herbstregen oder schattige Lage, dieselbe zu stören. Mit anderen Worten: Gut ausgereifte Blätter färben im Allgemeinen am sichersten.
Hier möchte ich noch den einen Rath anschliessen, bei der Pflanzung sich davor zu hüten, Bäume oder Sträucher, welche ein besonders hervor- stechendes Herbstlaub haben, vereinzelt hier und da in seinen Anlagen zu wiederholen. Es sieht weder im Sommer schön aus, längs einer dunkleren langgestreckten Gruppe drei, vier einzelne weiss oder gelbblättrige Bäume zu haben, als im Herbst ebenso vereinzelt einige Aronien oder Rotheichen.
Diese leuchtenden Punkte, wie z. B. Negundo fol. varieg. oder Ouercus Concordia ziehen ganz unberufen die Augen schon von Ferne auf sich und stören den Gesammt-Eindruck. Man gruppire sie lieber etwas massiger zusammen, wo sie in die Schattirung des Ganzen passen, aber verwende sie nicht zu häufig.
In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister!
(Wird fortgesetzt.)
Aschenanalyse vollständig erwachsener Exemplare von Hyacinthus orientalis. Mitgetheilt von Dr. A. TsScHIRCH-Berlin.
Han Folgenden gebe ich eine Aschenanalyse von Zyacinthus orientalis, die auf Veranlassung des Ausschusses für gärtnerische Versuche des Vereins z. B. d. Gartenbaues unternommen wurde, um die hiesigen Hyacınthencultivateure auf rationelle Düngungsmittel aufmerksam machen zu können, die geeignet wären, die Kulturen zu verbessern. Seltsamer Weise existirt, soviel mir bekannt, noch keine einzige Analyse der so beliebten Zierpflanze, nur eine ältere von dem verwandten Zyaeinthus non scriptus.
Um die Gründe zu erforschen, warum die Haarlemer Zwiebeln oft so ungleich schönere Infloreszenzen liefern, beabsichtige ich im folgenden Frühjahr eine
A. Tschirch: Aschenanalyse von Hyacinthus orientalis. 35
Anzahl von Vergleichsanalysen hiesiger und Haarlemer Pflanzen vorzunehmen. Um die Einzelbedürfnisse, einestheils der Vegetationsorgane, anderentheils der Infloreszenzen festzustellen, sollen dann beide gesondert analysırt werden. Das mir dermalen zur Verfügung stehende Material®) reichte für derartige Sonder- a ungen nicht aus. Trockensubstanz (bei oh vier Monate getrocknet) 10,11 WESTCHRIE ET De er 1e172le Frischgewicht 100,00
Die bei ı1o° getrocknete Substanz enthält: Rohasche 12,093 °%. Reinasche (nach Abzug der Kohle und des Quarzsandes) 8,5787 °/, Der Stickstoffgehalt der bei ııo? getrockneten Substanz betrug: 2,504°/, auf NH? (Ammoniak) und 2,063°/, auf N (Stickstoff) berechnet.
Aschenanalyse:
Ballen... .. CaO 7,2194
Magnesia . . MgO = 2,9054
Eisenoxyd . . F,O, = 0,5099
oo ee = 17,372 in Wasser unlöslich Schwefelsäure So, = 0,0185
Kohlensäure . Co, = 0,9655
Kieselsäure . Sio, = 4,1863 100,011 ale 0:28,07 46,971
Natron‘. . .. Na,0=:'0,5904
Magnesia . . MgO= 0,0239
Enlor.. 2.72 Cl #=716,9492 7 = 82,030, ın Wasser löslich
Schwefelsäure So; = 7,9944
Kohlensäure . Co, = 3,1118
Phosphorsäure P,O,= 1,9982
Verhältniss der unlöslichen zu den in Wasser löslichen Substanzen 1: 4,76.
Aus diesen Resultaten ergiebt sich, wenn man die Analyse von Zyacinthus non scriptus””*), die folgende Werthe zeigt:
Ralı SE KO72 270595 Natron 272 ENAOR ROT Kalk 7772277276202 10,35 Magnesia . . MgO = 6,18 Pisenoxydanz, 2. Re30,- 21,00
Phosphorsäure. PO, = 10,48 Schwefelsäure . SO, = 6,75
”) Das Material stammt von Herrn L. SpÄTH, Berlin, Köpnickerstr Der Name der ver- wendeten Pflanzen ist Z’amze du coeur (einfach roth). =#=) Die Zahlen sind Mittel aus 2 resp. 4 Bestimmungen. ##®=) MALAGUTI und DUROCHER, Liebig, Agrikulturch. VIII. Aufl., I. Band p. 397, abgedruckt in WOLFF, Aschenanalysen I. Bd. p. 142.
36 A. Tschirch: Aschenanalyse von Hyacinthus orientalis.
Kueselsaure 2.310, 12,37
Chloner se 22 Gl2-70,99 vergleicht, als das Auffallendste ein erheblicher Mindergehalt von Natronsalzen, während der Kaligehalt bedeutend höher ist. Es ist darnach, wennschon 7. non scriptus einen sicheren Anhalt nicht bietet, die Möglichkeit nicht aus- geschlossen, dass der Grund, weshalb die Hyacinthencultur hier weniger ergiebig ist, in dem zu geringen Natrongehalte des Bodens zu suchen ist. Unterliegt es doch keinem Zweifel, dass Haarlem in seiner marinen Lage zwischen Nord- und Zuidersee schon durch die, durch Sturm und Brandung zerstäubten Meeres- wellen eine Menge Kochsalz zugeführt erhält, da jeder Windzug diesen feinen Meerwasserstaub durch die Atmosphäre tragen wird.
Die anzustellenden Düngungsversuche werden sich daher im Wesentlichen zunächst auf die Anwendung von Kali und Natronsalzen zu erstrecken haben. Die Form, in welcher diese am besten Verwendung finden, muss der Versuch lehren. —
Zu obiger Bestimmung selbst bemerke ich noch, dass der beigemengte Quarzsand von der gebundenen Kieselsäure in der Weise getrennt wurde, dass die in Wasser unlöslichen Aschen- bestandtheile, nach wiederholtem Eindampfen und Wiederaufnehmen mit Salpetersäure, abfiltrirt wurden und der auf dem Filter verbleibende, in Salpetersäure unlösliche Rückstand, nachdem sein Gewicht vorher bestimmt war, mit warmer Kalilauge behandelt und dann wieder gewogen wurde. Der so erhaltene unlösliche Rückstand bestand aus reinem Quarzsand.
Die Stickstoffbestimmung wurde, wie schon oben angegeben, von der bei I1o° getrockneten Substanz gemacht. Dagegen lassen sich zwar verschiedene Bedenken geltend machen, namentlich die, dass eine Reihe von z. Th. stickstoffhaltigen Substanzen bei dieser Temperatur bereits zersetzt und z. Th. verflüchtigt werden — allein das Pulver, das hier vor- wiegend aus den Zwiebelschalen bestand, ist so hygroskopisch, — eine Eigenthümlichkeit, die alle Zwiebeln im hohen Grade besitzen,*) und die auf den Reichthum an Schleimsubstanzen zurückzuführen ist — dass es lufttrocken überhaupt nicht zu erhalten war und auch selbst nach vier Monate langem, Tag und Nacht fortgesetztem, Trocknen bei 100° beständig noch Wasser verlor.
Es wäre überhaupt gut, wenn man sich über eine Temperatur einigen wollte, bei der alle Substanzen vor der Stickstoffbestimmung zu trocknen sind. Bei der jetzt beliebten Methode, die Substanz bald lufttrocken, bald bei 50, bald bei 100° und höher getrocknet anzuwenden, lassen sich die gewonnenen Resultate sehr schwer oder überhaupt nicht unter einander ver- gleichen.
Pflanzenphysiolog. Institut der Königl. Landwirthschaftl. Hochschule in Berlin.
Kultur der Eucharis amazonica Lindl. Von BENJAMIN OTTO, Kunstgärtner im Königl. Hofgarten zu Nymphenburg.
Eucharis amazonica Lindl., die bekannteste unter den Eucharisarten, gehört in die Familie der Amaryllideen. Ihre Heimath ist das tropische Amerika, und
=) Ich erinnere nur an die Sczl/a, die beim Trocknen der officinellen Schalen den Apo- thekern die grössten Schwierigkeiten in den Weg legt und nie längere Zeit in auch nur leidlich trockenem Zustande zu erhalten ist.
B. Otto: Kultur der Eucharis amazonica Lindl, 37
wurde sie in der Mitte der fünfziger Jahre dieses Jahrhunderts von Linden zu- erst in die europäischen Gärten eingeführt. Diese prachtvolle Blüthenpflanze des Warmhauses hat breit-ovale, gestielte Blätter, welche denen der Funkien ähn- lich sind und blendend weisse, wohlriechende Blumen, die im Innern mit einer ı2spaltigen Nebenkrone geziert sind und in einer Dolde auf einem 50—60 cm hohen Blüthenschafte stehen. Von den ı2 Zipfeln der Nebenkrone tragen 6 ab- wechselnde die Staubgefässe.
So werthvoll die Pflanze an sich für Decorationen und ihre Blumen für Binde- reien sind, so ist dessen ungeachtet ihre Verbreitung noch eine sehr geringe. Dies hängt wohl meist, wie bei vielen anderen Gewächsen, mit der falschen Kul- tur zusammen. Viele Gärtner behaupten, dieselbe Kultur wie bei den Amaryllis sei nöthig. Dieses Verfahren ist aber ganz zu verwerfen. Obwohl die Eucharis eine Amaryllidee, so ist doch ihre Kultur von den gewöhnlichen Amaryllis in den meisten Puukten sehr verschieden. Die Eucharis verlangen in ihrer Entwicke- lungszeit eine sehr feuchte und warme Luft neben genügender Bodenwärme. In ihrer künstlich herzustellenden Ruheperiode können die Wärmegrade etwas vermindert und kann mit dem Giessen nachgelassen werden, bis die Erde fast ganz trocken ist. Dieses Trockenhalten darf jedoch nicht in's Extreme getrieben werden, Blätter und Wurzeln müssen wohl erhalten bleiben, folglich muss ein wiederholtes Giessen immer noch vorgenommen werden. — Was die Eucharis um so empfehlenswerther macht, ist, dass man zu jeder Jahreszeit, namentlich aber den Winter hindurch, je nachdem man die Vegetationsperiode regelt, blü- hende Pflanzen haben kann. — Jeder Gärtner und Blumenfreund sollte aber gewiss darnach streben, seine Eucharis in der blumenarmen Jahreszeit, nament- lich in den Monaten Dezember und Januar in Blüthe zu haben. — Zu diesem Behufe pflanze man dieselben im Monat Mai bis Juni je nach Bedürfniss um. Die Töpfe hierzu müssen rein und angemessen gross sein, d. h. nicht zu gross, denn die Eucharis blühen nur dann sicher, wenn der Topf voller Wurzeln ist. Für Pflanzen mit 4—5 kräftigen Zwiebeln ist eine Topfweite von 10—13 cm im Lichten am zweckentsprechendsten. Bei dem Umpflanzen sind die Wurzeln und die junge Brut auf das Sorgfältigste zu schonen, man entferne aber jede schlechte Wurzel, indem man sie bis auf den gesunden Theil zurückschneidet. Die für die Kultur bestimmte Erde. kann eine ziemlich schwere sein: ı Theil grober Flusssand, ı Theil alter Lehm, ı Theil gute Haideerde und ı Theil halb ver- rottete Laub- und Rasenerde ist am geeignetsten. Für guten Wasserabzug in den Töpfen muss gesorgt werden, da durch die viele Feuchtigkeit, die den Pflan- zen ertheilt werden muss, die Erde leicht versauern würde. — Nach dem Um- pflanzen bringe man die Eucharis in eine sehr feuchte und warme Atmosphäre von 17—18° R. Boden- und Luftwärme, und sobald sie zu wachsen beginnen, ist eine reiche Bewässerung zu ihrem Gedeihen ein Haupterforderniss. Eine hinreichende Feuchtigkeit erzielt man am sichersten durch mehrmaliges Spritzen den Tag über. Damit sich die Pflanzen um so kräftiger entwickeln, reiche man ihnen jede Woche einen Dungguss von in Wasser aufgelöstem Kuhdung mit Russ vermischt. Ein solcher Dungguss darf jedoch nicht in allzu konzentrirter Form gegeben werden, die grössere oder geringere Lebhaftigkeit der Pflanzen muss stets im Auge behalten werden. Während der Mittagszeit ist an sonnen- hellen Tagen ein leichter Schatten erforderlich.
Am geeignetsten für die Kultur der Eucharis ist ein heizbarer Sattelkasten,
38 B. Otto: Kultur der Eucharis amazonica Lindl.
wo man die Temperatur je nach Belieben regeln kann. Sind viele Pflanzen vor- handen, so ist zu empfehlen, selbige gemeinschaftlich aufzustellen, weil alsdann die Eucharis, wıe viele andere Pflanzen, so z.B. Poinsettia und Zricen, vıel üppiger wachsen und demzufolge die Aufstellung ziemlich dicht geschehen kann. Zu beobachten ıst noch, die Eucharis nicht allzuweit vom Glase entfernt zu hal- ten; bei einer Entfernung von ı—ı,10 m entwickelt sich die Belaubung kräf- tiger und reichlicher; die Blüthenschäfte werden länger und geben der Pflanze einen imposanteren Anblick, während sie bei andrerseits zu geringerer Entfer- nung kürzer bleiben. Ende September stelle man die Pflanzen etwas kühler und luftiger. Um eine scheinbar künstliche Ruheperiode herzustellen, lasse man mit dem Giessen und Spritzen nach, bis die Erde fast ganz trocken ist. Dieses Trockenhalten darf jedoch nicht, wie schon bemerkt, übertrieben werden.
Nach einer Zeit von 5—6 Wochen stelle man die Pflanzen wieder wärmer, giesse und spritze reichlich und nach Verlauf von ı4 Tagen, etwa Mitte No- vember, werden sich die Knospen zeigen.
Während ihrer Blüthezeit entziehe man ihnen die Bodenwärme fast ganz und giesse auch vorsichtiger, da in allzu warmer und feuchter Temperatur der Blüthenflor von kürzerer Dauer ist. Nachdem die Pflanzen abgeblüht haben, lasse man sıe noch einige Zeit in dieser Temperatur und nach 14 Tagen placire man sie wieder feuchter und wärmer. Oft kommt es vor, dass man bis Mai bei derselben Methode noch einen zweiten Flor erzielt.
Die Vermehrung der Eucharis geschieht durch die junge Brut, die aber län- gere Zeit mit der Mutterpflanze in Verbindung stehen muss und daher nicht gleich bei ihrem Erscheinen abgetrennt werden darf. Die Erfahrung lehrt, dass, wenn die Brut abgetrennt von der Mutterpflanze einzeln in kleinen Töpfen kul- tivirt wird, sie viel später blühbare Zwiebeln liefert, als wenn sie längere Zeit mit der Mutterpflanze in Verbindung steht.
Bei obigem Kulturverfahren erzielt man stets die besten Resultate, Pflanzen von«4—5 Zwiebeln bringen oft 24—26 der vollkommensten Blumen.
Lepidozamia Peroffskyana Regel. Von Prof. A. W. EICHLER,
Direktor des Kgl. botanischen Gartens in Berlin.
I
Nach siebenjähriger Pause hat im Palmenhause unseres königl. bota- nischen Gartens das dort befindliche grosse Exemplar von Zepzdozamia Peroffs- kyana Kegel, ein männliches Individuum, im verflossenen Sommer wiederum ge- blüht und wir benutzen die Gelegenheit, hier eine Abbildung der Pflanze und einiger ihrer Blüthendetails mitzutheilen*) um so lieber, als das männliche Ge- schlecht dieser Art bisher bildlich noch nicht dargestellt war. Es mag so die schöne Abbildung ergänzt werden, welche E. REGEL in der Gartenflora 1870 Taf. 660 vom weiblichen Geschlechte dieser Pflanze veröffentlicht hat.
*) Die Originalzeichnung wurde von Herrn W. SIEHE, Gehülfen am königl. botanischen Garten, nach dem Leben angefertigt.
A. W. Eichler: Lepidozamia Peroffskyana Regel. 39
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Fig. 23. Zepidozamia Peroffskyana Regel. Obere Figur: Ganze (männliche) Pflanze, in etwa '/zo Naturgrösse. Blätter nicht ganz so zahl- reich,- als an dem Exemplar, auch Pinnen nicht zahlreich genug — Mittlere Figur: Stückchen der Blattspindel mit zwei daran sitzenden Pinnen, von oben (etwa !/s3 Naturgr.).. Der Schatten in der Mitte der Pinnen bedeutet keine Rippe, sondern nur eine Concayität — Untere Figur links: Männliche Blüthe, \/6 Naturgr. — Untere Figur rechts: Staubblatt von unten gesehen, ganze Naturgrösse (aber ein etwas kleines Specimen). — Untere mittlere Figur: Staubblatt vom Scheitel betrachtet.
40 A. W. Eichler:
Als Zepidozamia Peroffskyana zum ersten Male im hiesigen botanischen Garten blühte (1875), hat der damalige Direktor des Instituts, der unvergessliche ALEXANDER BRAUN, in den Sitzungsberichten der »Gesellschaft naturforschender Freunde«x vom 16. Februar 1876 eine, wenn auch nicht mit Illustrationen be- gleitete, doch so ausführliche und sorgfältige Beschreibung von Pflanze und Blüthe gegeben, dass es genügen könnte, zur Erläuterung unserer Abbildung einfach auf jenen Artikel zu verweisen. Da derselbe jedoch bei den Lesern der »Garten-Zeitung« nur wenig verbreitet sein möchte, so wollen wir immerhin hier nochmals eine Schilderung versuchen.
Das in Rede stehende Exemplar der Pflanze, dessen Alter nicht sicher be- kannt, aber jedenfalls ein ziemlich beträchtliches ist, hat einen kurzen, nur etwa !/, m hohen Stamm von cylindrisch-eiförmiger Gestalt und eine Krone von etwa 4o Blättern (in der Abbildung der Deutlichkeit halber nicht alle dargestellt). Der Stamm erscheint von dreieckigen, spitzen, dicken Schuppen (Niederblättern) und den rhombischen, zuletzt polsterartig vorspringenden Narben der abge- storbenen Laubblätter wie mit einem Panzer bedeckt, dessen Totalfarbe ein gelbliches Weiss ist, das aber nicht von Behaarung, sondern von einer Verfärbung der äussersten Gewebeschichten herrührt; die Blätter zeigen oberseits ein schönes, dunkles, glänzendes Grün, unterseits sind sie heller. Sie haben eine Länge von 2—2'/, m, eingerechnet den 70—g0 cm langen Blattstiel; sie tragen beiderseits je 60—90 Fiederblättchen von lineal-lanzettlicher, schwach sichel- förmiger Gestalt, durchaus ganzrandig, in eine lange Spitze verschmälert, von lederartiger Consistenz, mit ca. ı2 parallelen, im frischen Zustand nur unterwärts deutlichen Nerven versehen, von einer Länge bis zu 35 cz, bei einer Breite von 12—13 mm. Ein Endblättchen ist nicht vorhanden, die Spindel endet mit einer zolllangen, härtlichen Spitze; die untersten Pinnen sind wenig oder gar nicht reducirt und auch nicht von den übrigen abgerückt, so dass der Uebergang des Stiels in die gefiederte Spreite ganz unvermittelt erfolg. Am untersten Grunde, auf eine Erstreckung von etwa 7—8 cm, zeigt sich der Blattstiel fast knollenartig verdickt und verbreitert und auf dem Querschnitt nahezu rhom- bisch; nach oben hin verliert sich die Convexität der Oberseite und geht zwischen den Pinnen in eine Furche über, an deren convexen Rändern die Pinnen mit breiter, herablaufender, nicht schwielig verdickter Basis eingefügt sind. Die Furche ist so eng, dass sich die Blättchen mit der Basis fast oder ganz berühren; doch sieht man zwischen ihnen im Grunde der Furche überall noch eine schwache Rippe hindurchlaufen. Das ganze Blatt ist kahl, nur im Jugendzustande wird es von einem zarten, weissen, bald vergänglichen Filz überzogen.
Die im verwichenen Sommer erschienene, also männliche Blüthe, stellte einen anscheinend endständigen, nahezu sitzenden Zapfen dar, von 64 cm Länge und einem Durchmesser von 20 c2 an der dicksten Stelle (das von Braun beschriebene Exemplar von 1875 hatte 80 cn Länge bei ebenfalls 2o cz Dicke). Die Form ist am besten aus unserer Figur zu erkennen; die Zahl der Staubblätter, welche bei den Cycadeen ausschliesslich. die männlichen Zapfen constituiren, beträgt etwa 600, ihre Anordnung bestimmte Braun bei seinem Zapfen als eine Spirale mit der Divergenz ?!/,,. Anfangs wie bei einem Pinienzapfen dicht zusammen- geschlossen, klaffen bei voller Ausbildung infolge Streckung ihrer centralen, ge- meinsamen Axe, die Staubblätter auseinander; doch blieben bei unserer Blüthe
Lepidozamia Peroffskyana Regel. 41
noch viele mitsammen verklebt und zwar in Streifen oder Paketen, welche im Allgemeinen den von rechts nach links hinauflaufenden Schrägzeilen folgten.
Die Staubblätter stellen Schuppen dar von breit-keilförmiger Gestalt mit einem verdickten, herzförmig-dreieckigen Endtheil, der in eine zurückgekrümmte Spitze ausgezogen und, so weit er am geschlossenen Zapfen nach aussen vor- ragt, mit einem dichten, weisslichen Haarfilz überzogen ist. Die Länge der Schuppe beträgt 6—9 cm, ihre Breite 2!/),—3 cm (nach Braun selbst bis 4!/, cm). Auf ihrer Unterseite ist sie, mit Ausnahme des verbreiterten Endstücks und der untersten Basis, mit einem continuirlichen Polster von Pollensäckchen bedeckt; die Zahl der letzteren beträgt wohl an 1000, dabei sind sie zu 4 bis 5 in kleine, dichtgedrängte Rosetten angeordnet.
So viel über die Pflanze an sich; es mögen nun noch einige historische und systematische Bemerkungen folgen. Die Gattung Zepidozamıa wurde von REGEL im Jahre 1857 im Bulletin de la Societ€E imp. des naturalistes de Moscou p. 182 (s. auch Gartenflora 1857 p. ır) aufgestellt und zwar auf die oben besprochene Species. REGEL hielt dieselbe anfänglich für mexikanischer Herkunft; doch wurde von MIQUEL später nachgewiesen, dass sie aus Australien stamme. Die Gattung Zepzdozamıa fand jedoch nicht allgemeine Anerkennung; MIQUEL ver- einigte sie zuerst mit Zncephalartos, dann mit Marcozamia; ALPHONS DECANDOLLE in seiner Monographie der Cycadeen (Prodromus Bd. XVI. II. p. 547) liess sie nur provisorisch als »Genus dubium« zu; BENTHAM und HookER in dem 1370 erschienenen dritten Bande ihrer berühmten »Genera plantarum« (p. 228) ver- einigen sie wieder, aber unter dem Titel einer besondern Section, mit Macro- zamia; nur A. BRAUN, ausser REGEL selbst ın wiederholten Veröffentlichungen, hielten an der Selbständigkeit der Gattung fest. Die Unterschiede gegenüber Macrozamia, mit der sie allein eine nähere Verwandtschaft beurkundet, sollen hauptsächlich darin liegen, dass bei Zefidozamia sich ein ganzer Kreis von Blättern auf einmal entwickelt und dass die Niederblätter, ohne sich erheblich zu verändern, stehen bleiben, während bei Macrozamia die Blätter einzeln nach einander erscheinen und die Niederblätter sich schliesslich in Fasern zerschlitzen; auf die übrigen von den verschiedenen Autoren hervorgehobenen Differenzen dürfte weniger Werth zu legen sein. So trifft das Merkma!: Stamm cylindrisch, welches BENTHAM und HOookER für Zepidozamia gegenüber Macrozamia mit meist eiförmigem Stamm hervorheben, gerade für Zepidozamia Peroffskyana nıcht zu, deren Stamm eher eiförmig als cylindrisch ist (vergl. unsere Abbildung); und wenn BRAUN einen Unterschied darin findet, dass bei Zepidozamia die Pınnen der Blätter nur durch eine Furche, bei Macrozamia aber durch eine breitere Rippe getrennt werden, so ist zu bemerken, dass, wie oben in der Beschreibung schon erwähnt, auch bei Zepidozamia Peroffskyana eine, wenngleich nur schwache Rippe im Grunde der Furche wahrgenommen wird. Nur das, ebenfalls von BRAUN betonte Herablaufen der Pinnen an der Spindel, ohne Verdickung der Einfügungsstelle, dürfte wieder beachtenswerther sein, da in der That bei Macro- zamia die Pinnen sich mit schwieliger Basis der Spindel anzuheften und nur wenig oder gar nicht an derselben herabzulaufen pflegen. Ob nun diese Unter- schiede hinreichen, beim Mangel charakteristischer Differenzen in der Blüthen- bildung, beide Gattungen gesondert zu halten, ist eine Frage, die sich objektiv kaum beantworten lässt; jedenfalls jedoch würde Zepidozamia, selbst bei Ver- einigung mit Macrozamia, eine besondere Section in dieser Gattung bilden
42 Carl Wredow:
P4
müssen und so haben wir den, überdies in den Gärten allgemein recipirten Namen Zepidozamia beibehalten, es dem Leser überlassend, ob er denselben als Genus- oder nur als Sectionsbezeichnung gelten lassen will.
In der Gartenflora 1870 p. 228 hatte REGEL zu Zeprdozamia Peroffskyana So- wohl die Zamia oder Catakidozamia Macleayi der Gärten, als auch die von MOORE und F. v. Mürter aufgestellte, ebenfalls in Australien einheimische Macrozamıa Denisonii als Synonyme herbeigezogen*);, in einer späteren Publikation vom Jahre 1876 (Acta horti Petropolitani IV) trennt er letztere Pflanze wieder als eigene Art, aber unter dem Gattungsnamen Zepzdozamia davon ab. Die Unterschiede sollen darin liegen, dass bei der Zepzdozamia Denisonii der Stamm eine Höhe von 2o Fuss, das Blatt eine Länge von 7—ı2 Fuss und eine Pinnenzahl von beiderseits 120 erreicht; ausserdem soll der Blattstiel an der Basis mit einem dünnen, braunen Filz bekleidet sein. Auch hier muss ich es dahingestellt sein lassen, ob auf diese Unterschiede hin, die theilweise vielleicht nur Altersdifferenzen sind, Zepidosamia Denisonii als eigene Art aufrecht erhalten werden kann. Da- gegen möchte die dritte, von REGEL aufgestellte Art der Gattung, Zepidozamia Hopei (= Catakidozamia Hopei Haage & Schmidt), in Anbetracht ihrer bedeutend breiteren (bis 30 n2) und mit 20—30 Nerven ausgestatteten Blättchen als »gute Art« anzuerkennen sein.
Acht Pläne für Garten-Anlagen,
entworfen und ausgeführt von CARL WREDOW, Garten -Inspector, Berlin. (Mit einer Tafel.)
I. Park und Garten des Rittergutes Storkow bei Stargard ı. P., angelegt 1861 —62. Il. Garten und Vorgarten am Predigerhause im Dorfe Malchow bei Berlin, an- gelegt 1868.
III. Garten zum Wohnhause Kurfürstenstrasse Nr. 66 in Berlin, angelegt 1874. IV. Garten des Gutsbesitzers Herrn Rohrbeck im Dorfe Buckow bei Berlin, an- gelegt 1867. |
V. Garten zum Wohnhause Prinzenstrasse Nr. 52 in Berlin, angelegt 1864. VI. Garten zum Wohnhause Victoriastrasse Nr. 5 in Berlin, angelegt 1875. VII. Ein Theil vom Park und Garten des Dominium Hohen-Jesar bei Schönfliess, Herrn Baron von Burgsdorff gehörig, angelegt 1875 —77- VIII. Garten bei der Villa Mühlenstrasse Nr. 3 in Lichterfelde bei Berlin, an- gelegt 1867.
Seit dem Jahre 1856 ausschliesslich in der Landschaftsgärtnerei praktisch thätig, habe ich viel grosse und kleine Park- und Garten-Anlagen mit grosser Lust und Liebe entworfen und ausgeführt, deren Anzahl bis heut, soweit ich noch die Skizzen und Zeichnungen davon besitze, nahe an 300 beträgt.
Ein 1882 im Junihefte dieser Garten-Zeitung enthaltener, ganz wunder-
”) worin A. BRAUN ihm folgte.
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I & VERLAG VON PAUL PAREY IN BERLIN.
Acht Pläne für Garten-Änlagen.
45 barer Gartenplan eines Architekten in Wien gab mir Veranlassung von meinen,
meist einfach gehaltenen Plänen einige zur Veröffentlichung zu stellen. — Nachstehend einige Erläuterungen zu einzelnen Plänen.
Zar]:
Von der Dorfstrasse bis zur hinteren Parkgrenze steigt das Terrain sanft und gleichmässig an, die Sitzplätze hinten links und rechts (vorzüglich rechts) sind durch Erdschüttung höher gelegt, so dass von dort sich gute Ueberblicke darbieten und die Plätze selber wıeder, mit hellen Gartenmöbeln bestellt, vor- zügliche Gesichtspunkte sind. Die äussere Grenze gegen den Acker ist durch eine sehr dichte, aber nicht zu hohe Craiaegus-Hecke gebildet, die hier ziemlich geschlossen erscheinende Grenzpartie lässt aber an einzelnen Stellen, wo das Unterholz aus klein bleibenden Sträuchern besteht, Durchblicke offen, so dass ın der Ferne einige Gehöfte, Mühlen, die Landstrasse von Stargard nach Massow und die Stadt Stargard mit ihren alten Kirchthürmen sichtbar sind und so das Bild bedeutend erweitern.
Bei Angriff der Anlage waren nur hinter dem Wohnhause einige sehr starke Quercus KRobur und peduncwlata und rechts vom Gehöft mehrere schöne Juglans Regia und alte Obstbäume vorhanden, der übrige Theil war Ackerland und alter Küchengarten, worauf sämmtliche Pflanzungen neu zu schaffen waren.
Die Pflanzungen bestehen nun aus unsern gewöhnlichen guten Laubhölzern, truppweise Acer, Tilia, Quercus, Ulmus, Betula, dazwischen einige Kobinza, Salix etc., alles gut und dicht durchsetzt mit schattenliebendem Unterholze.
Die Gruppen innerhalb der Rasenflächen sind mit Abies, Juniperus, Ihuja (dazwischen einige mehrstämmige Dezwla, einige Cornus sibirica, alles luftig und leicht gruppirt), meist mehr nach dem Rasen zu umgeben.
Um schnell Schutz gegen Stürme zu haben, wurden in der Grenzpflanzung viel Pappeln verwendet, dieselben sind aber ohne Ausnahme in den ersten zehn Jahren schon nach und nach fortgenommen.
Beim Durchwandeln des Parkes erscheint dieser durch die sich mannichfach
verschiebenden Pflanzungen, wodurch immer wieder neue Blicke sich erweitern, bedeutend grösser.
Zora J0L,
Bei der Bepflanzung wurden meist honiggebende Gehölze verwendet, um einem bedeutenden Bienenstande Nahrung ‚zu schaffen, vorzüglich wurden an- gepflanzt Kobinia, Tihia, Berberis, Mahonia u. a. m.
Zu III.
Der Garten ist nach hinten zu gleichmässig höher gehalten, die beiden Sitz- plätze in den Ecken links und rechts liegen noch etwas höher wie die Um- gebung. In den Blumengruppen und um dieselben stehen einzelne hoch- und halbstämmige Rosen, die Strauchgruppen auf dem Mittelrasen sind aus besten Blüthensträuchern gebildet, auf den oberen abgerundeten Ecken desselben stehen je eine Pyramiden-Ulme (Uimus Dampieri). Die Grenzpflanzungen sind von Acer, Allanthus, Tilia, Platanus (durchsetzt mit Blüthen- und Schattensträuchern), ge- bildet und möglichst dicht und hoch gehalten, um die Nachbarhäuser zu decken, die Grenzmauern rings noch mit Schlinggewächsen stark bepflanzt.
44 Carl Wredow: Acht Pläne für Garten-Anlagen.
Zu VI.
Der Mittelrasen ist meist mit guten seltenen Coniferen besetzt, die Blumen- gruppe umgeben mit hochstämmigen Rosen, um das Bassin des Springbrunnens sind Funkia jap. alba als Rand gepflanzt, die beiden runden Sitzplätze sind etwas erhöht gelegt, der Laubengang an der hinteren Grenze ist mit Clematis, Vitis, Ampelopsis, bunt durcheinander bekleidet, sämmtliche anderen Strauchgruppen und Deckpflanzungen bestehen aus Laub- und Biüthenbäumen und Büschen.
Zu VII
Die nächste Umgebung des Schlosses war schon nach älteren Plänen be- pflanzt, ebenso der hier fortgelassene Theil rechts vom Schlosse, welcher schon ganz alte, noch von LENNE angegebene Pfianzungen hat.
Im letzten Jahre ist die Umgebung des Schlosses, welches einen Anbau erhielt, etwas verändert worden, der Theil nach dem See zu wurde durch Auf- schüttung bedeutend erweitert und erhöht und die Anpflanzungen vollständig umgeändert; ich werde später gelegentlich meinen Specialplan davon noch ver- öffentlichen und gebe nun einige Erläuterungen für den Theil links vom Schlosse.
Vom Schlosse bis zur Kegelbahn und zu dem Schiesshäuschen liegt das Terrain ziemlich wagerecht, ebenso von hier, in gleicher Breite, am See entlang bis zur Allee links vom Obstgarten, den unteren Theil desselben mit inbegriffen; in den anderen Theilen steigt es überall, theilweise sogar ziemlich steil an, so dass der runde mit 6 alten Linden umgebene Platz oberhalb des Obstgartens den höchsten Punkt bildet und der Theil zwischen Gartenhaus und Schäferei als höhere ziemlich ebene Fläche sich darstellt. Der Schiessstand, resp. die Bahn des Schiessstandes ist in diese eben beschriebene Höhe wagerecht ein- getrieben und die dabei entstandenen Abhänge stark mit Gebüsch, vorzüglich Ligustrum und Kibes alpinum, bepflanzt.
Betreffs der übrigen Bepflanzung bemerke noch, dass dieselbe meist von einheimischen Bäumen und Sträuchern hergestellt ist, im Vordergrunde der Par- tien jedoch viele seltene und bessere Gehölze aufgestellt sind, die kleinen Gruppen an den Wegen sind nur aus besten Laub- und Blüthensträuchern und baumartigen Gehölzen gebildet, jedoch sind hierunter nur einige wenige immergrüne Sachen, Coniferen sind nur auf dem ersten Rasenplatz vom Schlosse links im Vorder- grunde einzeln aufgestellt.
Zu VII.
Dieser Garten liegt so ziemlich auf dem höchsten Theil von Lichterfelde und ist in sich fast vollkommen eben, nur der Rasen vor der Villa ist etwas ausgetieft und die Buschpartien ein wenig erhöht, ebenso der runde Sitzplatz etwas höher gelegt. Die beiden Alleen (links ist scheinbar als Allee gehalten) rechts und links sind von Linden gebildet, der kleine Hain hinter der Villa rechts besteht aus Ulmen, einigen Jescwlus Hippocastanum und Platanen, diese Bäume waren seiner Zeit in ziemlich jungen Exemplaren (4—5 cm Stammstärke) gepflanzt, hatten sich aber bereits in wenigen Jahren zu prächtigen Exemplaren entwickelt, so dass heut ein vollkommen schattiger, geschützter Platz darunter geworden. Dahingegen sind sämmtliche amerikanischen Eichen, welche zu klei- nen Trupps in den Partien aufgepflanzt wurden, zurückgegangen.
J. H. Krelage: Nochmals Sprekelia glauca. 45
Ueber die Gruppirung gilt im grossen Ganzen dasselbe was über I und VII gesagt ist, jedoch ist durch die Liebhaberei des Besitzers für einzelnes Seltene noch im Laufe der Jahre viel hinzugekommen, einzeln aufgestellt und hinzugefügt, so dass eine beinahe zu grosse Mannigfaltigkeit in Form und Farbe der Grup- pirung entstanden ist.
Auch hier wurden bei der ersten Anpflanzung wegen des Windschutzes Pappeln mit angewendet, jedoch sind diese in späteren Jahren, bis auf wenige sehr schöne, wieder abgeholzt worden.
Nochmals Sprekelia glauca.
Von J. H. KrELAGE in Haarlem.
Tr.
Mit vielem Vergnügen fand ich in der »Garten-Zeitung« 1882 S. 513 Ihre Beschreibung und Abbildung von Sprekela glauca, diese Pflanze, die unsere Firma vor einigen Jahren in grossen Massen aus Mexico einführte (früher fand sie sich nur spärlich in Europa) und die Ihnen das Material zu Ihrer Be- schreibung bot, dürfte wohl, sei es direct oder indirect, von hier stammen.
Erlauben Sie uns, ein paar Bemerkungen auf Ihre Beschreibung zu machen. Sie sagten, Sprekel.a glauca sei in allen Stücken kleiner als Sprekelia formosissuma; dies ist unserer Erfahrung nach nicht der Fall. Es mag bei den durch Sie beobachteten Exemplaren der Fall gewesen sein, namentlich wenn Sie solche mit besonders üppiger Sprekelia formosissima verglichen haben, hier haben wir gerade die entgegengesetzte Erfahrung gemacht. Wir kultiviren beide Sorten im Grossen bei gleich üppigen Pflanzen. Aber glauca blüht hier grösser, höher, hat auch längere Blätter und wohl auch fast immer grössere Zwiebeln, or no- sissima ist dunkler, intensiver und glänzender in der Farbe, das ist ist der Hauptunterschied; g/auca blüht vielleicht leichter und früher. Auch bemerkten Sie, dass diese Sprekelia ohne Blätter blühe und diese nach der Blume kämen, dies ist bei g/auca weniger vorherrschender Character als bei formosissuma, bei beiden hängt es aber nur von der Kultur ab, auch Blume und Blätter sozu- sagen gleichzeitig zu erhalten.
Gewöhnlich werden beide Sprekelien, wie überhaupt auch manche andere Amaryllideen im Winter trocken auf Stellagen in sehr warm gehaltenen Ma- gazinen autbewahrt und im Spätfrühjahr, wenn keine Fröste mehr zu fürchten sind, ins Freie ausgepflanzt. Unter diesen Umständen entwickeln sich die Blumen- schäfte bereits in den Magazinen und treten, sobald die Zwiebeln ausgepflanzt in Feuchtigkeit Nahrung gefunden, vor den Blättern hervor. Man kann sie auf diese Weise auch trocken in den Magazinen oder wie Hyacinthen auf Gläsern blühen lassen. Dasselbe findet bei Zppeastrum und anderen Amaryllideen zu- weilen statt. Behandelt man dagegen die Sprekelien als Topfpflanzen, ohne sie zu versetzen und unter geringerem Wärmegrad, so kann man es nach einiger Erfahrung dahin bringen, dass Blumen und Blätter gleichzeitig auftreten.
Nachrift der Redaktion: Auch bei Herrn Carr MATHIEU in Charlotten- burg erschienen Blätter und Blüthen bei Sprekelia glauca zugleich und hat die Malerin nach einem solchen Exemplar das Bild also ganz richtig gefertigt, während ich bei der Anfertigung der Beschreibung ein Exemplar des Herrn Direktor * GAERDT vor Augen hatte, bei welchem die Blätter erst später erschienen. L.W.
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46 Carl Olbrich: Echeveria metallica var. rosea,
Echeveria metallica var. rosea (Neuheit)
von
CARL ÖLBrIcH in Offenbach a. M.
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Li der Versammlung des »Ver. z. B. d. G.« am 26. Oct. d. J. hatte Herr ÖLBRICH obige Neuheit eingesendet und schreibt derselbe uns über die Entstehung Folgendes:
Vor etwa 5—6 Jahren bemerkte ich an einem Exemplar von Zcheveria me- Zallica einen breiten rosa Streifen an einem der Blätter. Der Gedanke kam mir unwillkürlich, ob ich diese eigenthümliche Erscheinung nicht constant machen könnte. Ich schnitt in Folge dessen den Kopf der Pflanze hinweg, bis auf das bezeichnete Blatt, in der Hoffnung, dass der Trieb, welcher in dem Blattwinkel erscheinen würde, diese Eigenschaft weiter führen würde. Meine Hoffnung wurde auch nicht getäuscht. Das Zweiglein hatte sogar diese Eigenschaft in erhöhtem Grade angenommen. Ich schnitt es ab, liess es Wurzel bilden und siehe da, ein vollständig rosa gefärbtes Blatt erschien. Den Kopf nahm ich nun wieder weg, bis zu dem gut gefärbten Blatte und zu meiner Freude kam jetzt ein voll- ständig rosa gefärbter Zweig zum Vorschein, welchen ich abschnitt, Wurzel fassen kess und zur weiteren Vermehrung benutzte. Etwa 3 Jahre vergingen, bis ich dieses erreicht hatte, weitere 3 Jahre brauchte ich, bis ich einigermassen Ver- mehrung hatte, die ich aus Mangel an Raum jedoch nicht fortsetzen kann. Die günstigere Zeit, dieselbe in den Handel zu bringen, wäre freilich der Sommer ge- wesen, indem da die Pflanze eine viel intensivere Färbung hat. Jetzt im Herbst, wo alle Farben mehr verblassen und besonders durch die geschlossene Luft in dem Gewächshause dies noch mehr begünstigt wird, kann der eigentliche hohe Werth der Pflanze nur dann einigermassen richtig beurtheilt werden, wenn eine gewöhnliche Zceheveria metallica zum Vergleich kommt, welche in demselben Raume gestanden. Ich sende Ihnen daher ı Zcheveria met. rosea sowie I ziem- lich gefärbten Steckling derselben, andererseits aber ı Steckling einer gewöhn- lichen Zcheveria metallica. — Die Bezeichnung rosea ist vielleicht nicht ganz richtig, denn im Sommer hat die Färbung die meiste Achnlichkeit mit dem Abendroth. — Ich befürchte übrigens, dass die Pflanze durch die Verpackung in dem geschlossenen Raum auch etwas matter wird.
Wer die Pflanze im Sommer gesehen, hat sie bewundert und kann ich sie, da dieselbe vollständig constant bleibt, mit gutem Gewissen als eine schätzbare Acquisition in den Handel geben. Die Pflanzen bitte mir zu erlauben Ihnen zur Verfügung zu stellen. Im nächsten Sommer werden Sie dann vollständig von dem Gesagten überzeugt werden.
Wir haben dem Vorstehenden hinzuzufügen, dass wenn auch die Färbung jetzt nicht so intensiv ist, doch ein deutlicher rosa Hauch die neue Züchtung des Hrn. OrLpricH von der alten #. mefallica unterscheidet und glauben wir sie allen Interessenten empfehlen zu können. D. Red.
G. A. Lindberg: Rhipsalideen. 47
Rhipsalideen
G. A. LINDBERG, Stockholm.
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Ünserem werthen Mitarbeiter, dem Cacteen-Liebhaber Herrn G. A. Linp- BERG; Stockholm, der bereits im Jahrgange 1882 S. 458 eine Beschreibung und Abbildung der Ahipsalis crispata (Cacteae) gab, verdanken wir beifolgende Zeich- nung eines hübschen Arrangements von Rhipsalideen und Verwandten.
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Fig. 24. Rhipsalideen von G. A. LINDBERG, Stockholm.
1. Rhipsalis paradoxa. | 8. Rhipsalis Swartziana Pfeiff. Jamaica. 2 » pachyptera Pfeiff. Westindien. 9. Hariota salicornioides D. C. Brasilien. er » crispata Pfeiff. 10. Rhipsalis funalis S. Dyck.
A. 2 rhombea Pfeiff. ıı. Hariota (Rhipsalis) Saglionis Lem.
5 » pentaptera Pfeiff. Brasilien. 12. Rhipsalis mesembrianthemoides Haw. 6. Pfeiffera cereiformis. Salm-Dyck. 13. Lepismium myosurus Pfeiff. Brasilien.
7. Rhipsalis trigona Pfeiff. Brasilien.
48 H. Jäger: Zweckmässige Schattendecken.
Zweckmässige Schattendecken. Vom
Hofgarten-Inspektor H. JÄGER in Eisenach.
OR
Än den Schattendecken für Pflanzenkästen und Glashäuser wird immer noch experimentirt, und die Beschaffung wirklich guter macht vielen Gärtnern Sorge. Es sind dabei besonders zwei Rücksichten zu nehmen: erstens, dass sie zweckmässig sind, d. h. diejenige Beschattung geben, welche den Pflanzen dien- lich ist, zweitens, dass sie billig und zugleich haltbar sind. Gewebte Stoffe, welche in manchen Fällen ein zweckmässiges Beschattungsmittel bilden, ganz übergehend, will ich nur an die Holz- und Rohr-Schattendecken erinnern.
Ich gedenke zuerst der Schattendecken von Weidengeflecht nach Art der Wagenflechten. Dieselben sind, was die Beschattung betrifft, zweckmässig, können weiter oder enger geflochten werden, geben daher schwächeren oder stärkeren Schatten. Sie haben aber den Nachtheil, dass sie ohne Rahmen sich krumm ziehen, mit Holzrahmen aber leicht zu schwer werden, daher zu Glasbruch Ver- anlassung geben. Wo solche Geflechte indessen auf dem Lande billig zu haben sind, vielleicht von den Gartenarbeitern im Winter selbst gemacht werden können, da sind sie jedenfalls zu empfehlen.
In den rheinischen Fabriken werden seit vielen Jahren Schattendecken von gerissenem Eichenholz, mit Drahtschlingen verbunden, hergestellt, welche grosse Verbreitung haben und verdienen. Sie sind haltbar und leicht zu hantieren, zwei gute Eigenschaften. Aber ihr Schatten reicht für manche Kulturen nicht aus, und sie können der Drahtgelenke wegen nicht dichter gearbeitet werden. Ich habe indessen diese von Gebrüder SIEsMAYER in Bockenheim bei Frankfurt a.M. bezogenen Schattendecken seit langen Jahren als Hauptbeschattungsmittel ge- führt und führe sie noch neben den vor etwa 1o Jahren aufgekommenen »Thü- ringer Schattendecken«, welche die grösseren Erfurter Gärtnereien auf Lager haben. Diese Letzteren geben einen sehr zweckmässigen Schatten und sehen gut aus, sind leicht und können sehr gross angefertigt, daher zum Beschatten einer ganzen Anzahl von Mistbeetfenstern und Glashausfenstern benutzt werden. Aber sie haben leider eine zu geringe Haltbarkeit, ertragen die ungeschickte, derbe Behandlung, welche ihnen von ausübenden Gärtnern, namentlich jungen Leuten meist zu Theil wird, nicht, — zerbrechen und fasern sich am Rande auf, reissen auch manchmal auseinander, denn die das Gewebe bildenden Fäden können nicht stark genommen werden. Kann man diese dünnen Decken auf den Fenstern liegen lassen, oder geht man selbst und dann vorsichtig mit ihnen um, so kann ihr Gebrauch nur empfohlen werden.
Ich selbst habe viel mit Schattendecken versucht, und fand in dem Fabri- kanten der eben besprochenen »Thüringer Schattendecken« aus sogenanntem Holzdraht, Herın A. B. TENNER in Eisfeld an der Werra, einen gefälligen Helfer, welcher in seinen Fabrikaten (Holzrouleaux, Jalousien etc.) jede mögliche Ver-
besserung anzubringen stets bestrebt ist. Derselbe hat nun Schattendecken her--
gestellt, welche den rheinischen (SıEsmavEr'schen) vom Ansehen und in der Wirkung gleich, aber wohlfeiler und leichter sind. Dieselben sind aus dünnen, eckigen Holzstäben von Fichtenholz hergestellt und mit starkem Manillahanf
en
W. Perring: Begonia hybrida »Frau Marie Brandt«. 49
(von der Stärke eines starken Bindfadens) fest eingewebt. Da dieses Material, der Manillahanf, bekanntlich das dauerhafteste ist, so versprechen diese Decken lange Haltbarkeit. Der Preis ist noch nicht bestimmt festgesetzt, wird sich aber wohl um !/, niedriger stellen, als der für die »Thüringer Schattendecken« aus derselben Fabrik. Wer etwa Bestellungen machen wollte, müsste die Grösse — Länge und Breite — genau angeben, auch bestimmen, ob die Decken roh oder mit Oelfarbenanstrich gewünscht werden. Letzteres ist jedenfalls besser und schöner, und es kostet, soviel ich weiss, der Quadratmeter etwa nur 30 Pf. mehr.
Begonia hybrida „Frau Marie Brandt“ eine neue empfehlenswerthe Gruppenpflanze. Von W. PERRING,
> Inspektor des königl. botanischen Gartens zu Berlin. FR Y
es Unfang April dieses Jahres erhielt ich von Herrn Handelsgärtnereibesitzer BRANDT in Charlottenburg für den hiesigen, botanischen Garten einen grösseren Posten Sämlinge von 2e- gomia Davisi. Ich beabsichtigte diese schöne Begonien-Art bereits nach Mitte Mai zur Be- pflanzung von Gruppen zu verwenden, und liess desshalb den jungen Pflanzen alle mögliche Sorgfalt angedeihen. Sie entwickelten sich auch ausserordentlich schnell und überholten sehr bald unsere eigenen Sämlinge von der Knollen-Begonien-Rasse. Dieser Umstand überzeugte mich gleich, dass die erhaltenen Pflanzen nicht echte Degoria Davisi sein konnten, weil diese Art ganz niedrig bleibt und im Habitus der 2. Zroebeli ähnlich ist. Bei der weiteren Ent- wicklung der Pflanzen erwies sich der grösste Theil derselben als Degoria Schmidti, eine kleinere Zahl schien 2. semperflorens zu sein. Ganz dasselbe Resultat hatte auch Herr BRANDT von seinen sämmtlichen, aus selbstgeernteten Samen gewonnenen Pflanzen.
Aehnliche Fälle, dass von einer Aussaat selbstgeernteten Knollenbegonien-Samen nur Pflanzen von Degonia semperflorens oder B. Schmidti gewonnen wurden, sind sowohl in diesem wie auch schon in früheren Jahren mehrfach zu meiner Kenntniss gelangt. Wahrscheinlich ist in allen diesen Fällen aus Versehen eine oder mehrere Samenkapseln jener Arten, die bekanntlich sehr leicht und reichlich Samen tragen, mit abgenommen und deren Samen mit denen der Knollenbegonien zusammen ausgesäet worden. Die sehr feinen Begonien-Samen werden fast immer viel zu dicht gesäet, so dass die Samenpflänzchen gleich nach dem Aufgehen pikirt werden müssen, wozu man gewöhnlich nur die stärksten Pflänzchen auswählt und die schwächeren als überflüssig fortwirft. Höchst wahrscheinlich sind auch von Herrn BRANDT und in den übrigen erwähnten Fällen die schnellwüchsigen Pflänzchen von Degonia Schmidti und BD. semper- forens pikirt und die kleinen, langsamer wachsenden Keimpflanzen der gewünschten Begonien- Arten oder auch deren noch ungekeimte Samen fortgeworfen worden, weil der Bedarf bereits durch die starken Pflanzen der erstgenannten Arten mehr als gedeckt gewesen ist.
Nach diesen Erfahrungen empfiehlt es sich, entweder die genannten beiden Begonien-Arten gänzlich aus der Sammlung zu entfernen oder sie von den zu Samenträgern ausgewählten Pflanzen so weit getrennt zu halten, dass das Einsammeln ihrer Samenkapseln durch ein Ver- sehen nicht stattfinden kann.
Während Herr BRAnDT den grössten Theil seiner Sämlinge fortwarf, weil sowohl 3. Schmidti wie auch 2. semperflorens hier nicht gut als Handelspflanzen zu verwerthen sind, behielt ich dieselben sämmtlich, um sie als Gruppenpflanzen zu verwenden Alle 3. Schmidt liess ich als Abschluss von Blattpflanzen-Gruppen und zur Bepflanzung sehr schattig gelegener Beete ver- wenden, woselbst andere Pflanzen nicht mehr gut gedeihen. Für beide Zwecke hat sich diese
Garten-Zeitung 188. 4
zo W. Perring: Begonia hybrida »Frau Marie Brandte.
Begonie recht gut bewährt, so dass ich ihre derartige Anwendung empfehlen kann. Da alle Begonia semßerflorens bereits nach Mitte Mai in voller Blüthe standen, so verwendete ich die- ‚selben als Abschluss von Knollenbegonien-Gruppen an hervorragenden Stellen. Hier standen die Pflanzen bis zum Oktober ununterbrochen in voller Blüthe, die selbst durch die langen Regenperioden des letzten Sommers nicht wesentlich beeinträchtigt wurde, während die Blüthen - vieler anderer Gruppenpflanzen, wie Knollenbegonien, Pelargonien etc. zeitweis vollständig ver- regnet waren.
Mitte September liess ich einige Exemplare dieser Begonien-Sämlinge zur Ueberwinterung in Töpfe pflanzen und in ein mässig warmes, trockenes Gewächshaus stellen, woselbst sie bis heute (30. November) noch unausgesetzt weiter blühen®,. Nachdem Ende Oktober die Spitzen der im Freien stehen gebliebenen Pflanzen abgefroren waren, liess ich nochmals mehrere der- selben in Töpfe pflanzen und deren Stengel stark zurückschneiden. Diese Pflanzen entwickelten, nachdem sie kurze Zeit im Gewächshause neben den zuerst eingesetzten Exemplaren gestanden hatten, neue Triebe und an allen diesen sofort wieder Blüthen; selbst die kleinsten Stengel tragen in allen ihren Blattachseln Blüthenstände.
Nachdem ich diese Begonie sowohl im Freien wie auch im Gewächshause wiederholt mit B. semperflorens, der sie am meisten ähnlich ist, und mit 2. Schrmidti verglichen habe, bin ich zu der Ueberzeugung gelangt, dass sie ein Bastard zwischen beiden genannten Arten ist, der wahrscheinlich einer durch Insekten bewirkten Kreuzung seine Entstehung verdankt.
Unter Zustimmung des zufälligen Züchters dieser Begonie, Herın Handelsgärtnereibesitzers BrAnDT in Charlottenburg, der sie zum Frühjahr 1833 in den Handel bringen wird, habe ich sie nach dessen Gattin »Frau Marie Brandt« benannt.
Diese dankbar blühende Begonie vereinigt in sich die guten Eigenschaften ihrer Eltern, den gefälligen Wuchs und den Blütkenreichthum der 3. Sehmidti mit der schönen, grünen Belaubung und den glänzend weissen, röthlich angehauchten Blüthen der 2. semperflorens. Sie entwickelt vom Erdboden aus zahlreiche, glatte, hellbraune Stengel. Ihre Blätter sind etwas kleiner und dunkelgrüner wie die der D. semperflorens. Desgleichen sind ihre Blumen etwas kleiner wie die jener Art, dagegen entwickelt sie viel mehr Blüthenstände und an diesen mehr einzelne Blumen als jene.
Die im hiesigen Garten während des Sommers im Freien in Lauberde ausgepflanzten Exemplare erreichten bis zum Herbste nur eine Höhe von 25 cm und bildeten gleichmässig hohe, dichte, fast ununterbrochen mit Blüthen bedeckte Büsche.
In Anbetracht dieser vortreftlichen Eigenschaften und bei dem Mangel an wirklich guten, weissblühenden Gruppenpflanzen mit langer Blüthendauer kann ich die Begonie »Frau Marie Brandt« als eine der besten Florblumen zur Bepflanzung von Blumengruppen und Teppich- beeten empfehlen. Für diesen Zweck wird sie unzweifelhaft bald eine grössere Verbreitung finden und sich vielleicht auch als eine brauchbare Marktpflanze für den Winter erweisen.
Ein jährlich zweimal tragender Birnbaum.
Von J. METH in Kirchheimbolanden (Pfalz)
Vor einigen Jahren schon wurde ich auf einen unter normalen Verhältnissen stehenden Birnbaum aufmerksam gemacht, welcher, wie mir der Besitzer versicherte, alljährlich zwei Ernten liefere, bei welcher Gelegenheit er mir die Früchte der zweiten Ernte vorzeigte und zu kosten gab. Da ich dieses anfangs als abnorm betrachtete und dem günstigen Sommer zuschrieb, nahm ich die Sache sehr reservirt auf, beschloss aber zugleich, den Baum weiter zu beobachten. Meine auf sechsjähriger Erfahrung beruhende Beachtung hat mir schliesslich den Beweis geliefert,
*) Die am 30. November im Verein z. Bef. d. Gartenbaues ausgestellte Pflanze befand sich noch in voller Blüthe. 2 Die Red.
J. Meth: Ein jährlich zweimal tragender Birnbaum. 5I
dass dem in Wirklichkeit so ist, wie mir der Besitzer versicherte, da der Baum während dieser Zeit bald mehr bald weniger Früchte in zweiter Ernte lieferte. Derselbe ist gesund und kräftig, kann in einem Alter von 40 - 50 Jahren stehen, trägt alljährlich und ist allem Anscheine nach eine Localsorte oder Sämling. Die erste Frucht reift Ende August bis halben September, ist von mittlerer Grösse, birnförmig und wohlschmeckend. Die zweite Blüthe erscheint an den Endspitzen der jungen Zweige, ungefähr im halben Juni, die Früchte, welche nur ein Drittel der Grösse der ersten Frucht erreichen, re fen im Oktober, sind aber ebenso wohlschmeckend als wie die von der ersten Ernte.
Ein Freund, welchem ich Vorstehendes als Curiosum und der Beachtung werth mit- theilte, versicherte mir, dass ihm ein gleiches Vorkommniss aus einem anderen Orte der Vorder- pfalz an verschiedenen Bäumen von glaubwürdigen Persönlichkeiten mitgetheilt worden sei. Im Interesse der Sache werde ich meine Beobachtungen weiter fortsetzen und zu diesem Zwecke einige Bäume mit dieser Sorte veredeln, und wird die Erfahrung lehren, ob wir es hier mit einer charakteristischen Sorte zu thun haben, oder ob dieses abnorme Tragen durch Boden, Standort oder sonstige günstige Verhältnisse bedingt wird. Sollten ähnliche Beobachtungen dieser Art schon an anderen Orten gemacht worden sein, dann wäre es erwünscht, wenn die- selben in diesen Blättern bekannt gemacht würden.
Nachschrift der Redaktion. Im Obst- und Gehölzausschuss des Vereins z. B. d. G. am 2. November 1882 legte Herr CARL MATHIEU ebenfalls Zweige einer zweimal tragenden Birnsorte, der Jaminette, vor, bei der dies seit 3 Jahren regelmässig eingetreten; Herr Universi- tätsgärtner LINDEMUTH fügte hinzu, dass die Beurr& perpetuel das immer thue.
Massias’ Mittel gegen die schwarze Fliege und rothe Spinne.
Vom Kgl. Universitätsgärtner SIBER in Marburg.
In der November-Nummer der Garten-Zeitung 1882 S. 497 machte Herr Massıas aus Alten- burg ein Verfahren bekannt, wodurch er mit Erfolg die schwarze Fliege und die rothe Spinne durch Eintauchen der damit befallenen Pflanzen in heisses Wasser von 45° R. getödtet habe. —
Ich machte in Folge dessen im hiesigen Botanischen Garten einschlägige Versuche und erlaube mir, die Resultate den Lesern der Garten-Zeitung mitzutheilen. Zu meinem ersten Versuche nahm ich die folgenden, sich durch mehr oder weniger harte Blätter auszeichnenden
Pflanzen:
Croton irregulare, Euphorbiaceae. - | Chamaedorea elegans, Palmae. Piper plantagineum, Piperaceae. | Cephaelis Beari, Rubiaceae. Mexico. Gardemia citriodora, Rubiaceae. | Zuja Altensteini, Bromeliaceae.
Dieselben tauchte ich 8 Secunden, bei einer Pause von I Minute nach den ersten 4 Secunden, in heisses Wasser von 43° R.
Der Versuch bestätigte die Wahrnehmung des Herrn Massıas. Die schwarzen Fliegen schwammen theils todt auf der Oberfläche des Wassers, theils hafteten sie im leblosen Zustande noch an den Pflanzen.
Ob die Eier des Thieres durch diese Procedur getödtet werden, konnte ich mit Bestimmt- heit noch nicht feststellen. Auf den Blättern der Versuchspflanzen haben sich jedoch nach Ver- lauf von 3 Tagen keine jungen Thiere gezeigt, es wäre demnach die Möglichkeit nicht aus- geschlossen, dass die Eier hierbei auch zu Grunde gegangen sind. —
Ebenso beobachtete ich auch die günstige Wirkung des heissen Wassers auf die rothe Spinne, die ihre Farbe veränderte und schwarz wurde. Zum grössten Theil schwammen sie todt auf dem Wasser, ein ganz kleiner Theil befand sich im leblosen Zustande auf den Blättern. Beide Thiere, so wie deren Eier liessen sich ungemein leicht von den Blättern abstreifen.
Mein zweiter Versuch bewies mir, dass auch krautartige Pflanzen und solche mit weichen
4*®
52 Siber: Massias’ Mittel gegen die schwarze Fliege und rothe Spinne.
Blättern, wie Coleus, Degonia Rex, Paullinia barbadensis, Musa Sapientum eine Wasserwärme von 45° R. ı2 Secunden lang, bei einer Pause von ı Minute nach den ersten 6 Secunden sehr gut ertragen können.
Sämmtliche Pflanzen sahen nach 8 Tagen gerade so gesund aus, wie vor dem Bade, wuchsen auch fröhlich weiter.
Mein dritter Versuch, bei dem ich die Temperatur des Wassers auf 46° R. gesteigert hatte, und die Pflanzen das erste Mal 12 Secunden bei einer Pause von I Minute nach den ersten 6 Secunden, das zweite Mal 15 Secunden bei einer Pause von ı Minute nach den ersten 7 Se- cunden badete, ergab, dass den Pflanzen das etwas längere Eintauchen und die etwas höhere Temperatur nichts geschadet hatte. (Ich nahm zu diesem Versuche auch die krautartigen Pflanzen.)
Beim vierten Versuch erhöhte ich die Temperatur um ı°R., also auf 47° R., tauchte die Pflanzen 8 Secunden bei einer Pause von I Minute nach den ersten 4 Secunden in das heisse Wasser und fand, dass die erhöhte Temperatur den Pflanzen nicht augenscheinlich geschadet, jedoch schien später eine kleine Störung im Wachsthum einzutreten. —
Versuche, die ich mit weichen Pflanzen in einer Wassertemperatur von 50° R. machte, er- gaben ein negatives Resultat. Die Blätter wurden sofort braun.
Es würde sich also eine Erhöhung der Temperatur des Wassers über 45° R. nicht empfehlen, wie dies ja auch Herr Massıas angiebt. Da aber die schwarze Fliege und die rothe Spinne bereits bei einer Wasser-Temperatur von 40° R. getödtet werden, so braucht man wohl diese Temperatur nur auf 43°R. zu erhöhen. —
Gebraucht man bei der Anwendung dieses Mittels die nöthige Vorsicht, so ist es jeden- falls als probat gegen die schwarze Fliege und die rothe Spinne zu empfehlen.
Dagegen zeigen sich Schild- und Schmierläuse gänzlich indolent gegen die Einwirkung des heissen Wassers von 50°’ R.
Es zeigte eine Schmierlaus im Wasser von 50’R., das zuletzt auf 25° R. gesunken war, nachdem sie 4 Stunden darin zugebracht, noch Leben.
Es müssen daher für diese Pflanzenfeinde die alten Mittel, Räuchern und Waschen, beibe- halten werden.
Neuheiten für 1883.
Von V. DÖPrPLEB, Erfurt.
Convolvulus Tricolor roseus.
Seit einigen Jahren cultivire ich obigen Convolvulus, derselbe ist 25 bis 30 cz hoch und durchaus constant; neben seinem sehr üppigen Wachsthum, reichlichen und langanhaltenden Blüthenflor zeichnet er sich besonders durch d’e ganz neue Färbung der Blumen aus. Bisher war in der Convolvulus-Race die »blaue« Farbe vorherrschend, hier hat dieselbe jedoch voll- ständige Beseitigung gefunden. Der Schlund besteht aus 5 breiten intensiv goldgelben Streifen, der mittlere Theil der Blume dagegen ist rein weiss und wird von ringartig gezeichneten pur- purvioletten Strahlen umsäumt, während der übrige bei Weitem grösste Theil der Blüthe von herrlich zart »rosenrother« Farbe ist.
Cineraria Saxifraga D. C. vom Cap.
Der überaus reich verzweigte niedrige und gedrungene Bau, vereint mit den zierlichen aufrechtstehenden dunkelgrünen Blättern und den rein goldgelben Blumen verleihen dieser Pflanze einen ausserordentlichen Werth als Einfassungspflanze, welcher Werth noch durch den ununter- brochenen, selbst bei ungünstigen Witterungsverhältnissen vom frühesten Frühjahr bis in den Spätherbst anhaltenden Blumenflor nicht unbedeutend erhöht wird. Da die Pflanze sehr hart und sich leicht dem Schnitt unterwerfen lässt, so dürfte dieselbe sehr wohl geeignet sein, auch
an Stelle des Buxus verwendet zu werden, unzweifelhaft wird dieselbe für die Teppichgärtnerei
sehr reiche Verwendung finden; nicht unerwähnt will ich lassen, dass die Blumen einen ange- nehmen gewürzigen Geruch verbreiten, auch ist das Grün für Bindezwecke recht vortheilhaft zu verwenden. — Die Pflanze ist von Herrn Prof. Ascuerson, Berlin, bestimmt
en
Neuheiten für 1853.
Döppleb:
V.
Convolvulus tricolor roseus.
Fig. 25.
aria Saxifraga D.C.
Ciner
Fig. 26.
54 Correspondenzen.
Correspondenzen.
Der Obstbau Oberschlesiens.
Herr OPPLER, Sekretär des Ratiborer Gartenbau-Vereins, schreibt in Nr. ıı der Garten- Zeitung 1882 S. 550 Folgendes: »Die oberschlesischen Obstgärten haben seit dem stıengen Winter 1879/80 furchtbar gelitten und alljährlich fallen tausende Obstbäume, nachdem ein Ast nach dem andern vertrocknet, zum Opfer. Für Oberschlesien, »dem Lande der jähen Witterungs- sprünge«, muss eine ganz andere Obsterziehungs-Methode zur Anwendung kommen, wenn über- haupt noch Obstbau getrieben werden soll. Ich will mich bestreben, dieser Idee näher zu treten.
Da diese Notiz, in einer so hervorragenden Fachschrift verbreitet, wohl wenig geeignet sein dürfte, den Obstbau in Oberschlesien zu heben, so sei mir im Interesse der Förderung des Obstbaues Nachstehendes als Widerlegung dieser Notiz gestattet:
Wie überall in Deutschland, so hat auch in Oberschlesien der strenge Winter von 1879/80 an den Obstbäumen grossen Schaden angerichtet. Vergleicht man jedoch die Verluste, die wir an Obstbäumen erlitten, mit den Verheerungen, die der harte Frost an den Obstbäumen Süd- deutschlands angerichtet, so müssen wir eingestehen, dass wir verhältnissmässig noch glimpflich davongekommen sind. Bei uns haben die Pflaumenbäume den grössten Schaden genommen und ein ziemlich hoher Prozentsatz derselben ist eingegangen. Einzelne Kirschbäume sind in ex- ponirten Lagen, also besonders an Strassen, dadurch zu Grunde gegangen, dass durch die grosse Kälte (das Thermometer zeigte am kältesten Tage — 24° R.) die Stämme geborsten und in Folge dieser Frostrisse dieselben zum Theil abgestorben sind. In nur einigermassen ge- schützten Gärten haben diese jedoch nicht gelitten. Die Lokalsorten unserer Kernobstbäume und andere hier verbreitete Sorten, wie der weisse und rothe Astrakan, der Virginische Rosen- apfel, Charlamowsky, Prinzenapfel, Kaiser Alexander, Cludius’ Herbstapfel, Gravensteiner, ge- flammter weisser Cardinal, purpurrother Cousinot, gelber Edelapfel, gelber Richard, königlicher Kurzstiel, grüner und gelber Stettiner, grosser Bohnapfel, Muscat-Reinctte, grosse Kassler Ritt., englische Spital-Rtt., Boikenapfel, Ananas-Rtt., Coulons-Rtt., rother Eiserapfel, Oberdiecks-Rtt., Baumanns-Rtt., deutscher Goldpepping, die Salzburger, schlesische Weinbirne, Troppauer Mus- kateller, gute Graue, runde Mundnetzbirne, gelbe Frühbirne, Esperens-Herrnbirne, Gellerts-Bttb., Bosc’s Flaschenbirne, Colomas Herbstbttb., Esperine, rothe Bergamotte, Prinzess Marianne, General Tottleben, punktirter Sommerdorn, Grumkower Bttb., Diels Bttb., Liegels Winterbttb. u. s f. sind nur wenig oder gar nicht beschädigt worden. Selbst solche Sorten, die anderweitig stark vom Froste gelitten haben, wie z. B. die Wintergold-Parmaine, die Canada-Rtt., der Blenheim- Pepping, der rothe Winter-Taubenapfel, Williams-Christbirne, die Winterdechantsbirne, die Köst- liche von Charneu etc. haben bei uns nur wenig Schaden genommen und sind meist nur im ein- jährigen Holze erfroren. Selbstverständlich beziehen sich diese Angaben nur auf ältere Bäume. — Diese Beobachtungen . erstrecken sich allerdings nur speciell auf den Kreis Leobschütz. Da dieser aber in klimatischer Beziehung durchaus keinen Vorzug vor anderen Kreisen Ober- schlesiens besitzt, so dürften diese Beobachtungen auch wohl für andere Kreise annähernd zu- treffend sein. —
Auf der im Herbste 1881 zu Leobschütz stattgehabten Obstausstellung war fast jede Ort- schaft des Kreises durch ein kleineres oder grösseres Obstsortiment in meist guten Sorten und schönen Exemplaren vertreten und jeder Besucher der Ausstellung dürfte wohl der Ueberzeugung sein, das die obige Notiz des Herrn O. für unseren und wohl auch für manchen anderen Kreis Oberschlesiens nicht zutreffend ist. —
Ich kenne das königl. pomologische Institut zu Proskau seit 1878 ziemlich gut und habe selbiges wiederum Ende August d.]J. besucht, aber von solch verheerenden Wirkungen des- Frostes habe ich auch da nichts bemerkt. Alle im Jahre 1878 von mir bewunderten Form- bäume auf den Rabatten und ebenso die Hochstämme im Obst-Muttergarten sehen im Gegen- theil recht gesund und ebenso kräftig aus, wie damals.
Wenn Herr ©., damit überhaupt noch Obstbau in Oberschlesien getrieben werden kann,
Correspondenzen. 55
eine ganz andere, also neue Erziehungs-Methode ausfindig zu machen gedenkt, so ist dies ge- wiss sehr anerkennenswerth. Ich glaube jedoch, dass man mit der Unsumme von Präservativ- mitteln gegen Frostschäden, die in den Fachschriften nach dem Winter 1879/80 von den ver- schiedensten Seiten in Vorschlag gebracht worden sind, vollständig auskommen kann.
Ich empfehle den Gartenbesitzern nur folgende drei: ı. Man pflanze nur solche Sorten, die sich als absolut widerstandsfähig gegen den Frost erwiesen haben. 2. Bei empfindlicheren Sorten wende man die Doppelveredlung an und nehme als Zwischenveredlung die goldgelbe Sommer- Reinette, Langtons Sondergleichen und die Salzburger, weil sich diese Sorten nicht nur als dauerhaft erwiesen haben, sondern sich auch durch ihren schönen, geraden und kräftigen Wuchs empfehlen. 3. Man unterlasse es niemals, im Herbste die Stämme und stärkeren Aeste seiner Obstbäume mit verdünntem, frischgelöschtem Kalke gut zu tünchen. — Diese einfachen Mittel sind hinlänglich ausreichend, seine Bäume vor Frost zu schützen. Da somit noch recht gut Obstbau in Oberschlesien getrieben werden kann und da derselbe auch bei uns noch durchaus rentabel ist, wie man z. B. daraus ersieht, dass die auf der von Leobschütz nach der Münzerei führenden Strasse angepflanzten Aepfelbäume (wie aktenmässig festgestellt ist) in den letzten 15 Jahren ihr Anlagekapital mit 23'/: pCt. verzinst haben, so kann man den Grundbesitzern nicht genug empfehlen, recht viele Obstbäume, aber nur in guten und passenden Sorten an- zupflanzen. LEICHTEN,
Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins im Kreise Leobschütz.
Zur Entgegnung auf den vorstehenden Artikel.
Oberschlesien besitzt links der Oder ausser Ebenen viel Moor- und Gebirgsland; rechts der Oder mehr Flachland und weniger Anhöhen.
Auf den Höhen wirkt der Frost weniger nachtheilig als in den Ebenen und Niederungen, besonders in den Flussgebieten und wasserreichen Gegenden wegen der grösseren Niederschläge, dabei der grossen Wälder nicht zu vergessen. In den Hüttengegenden treten als Giftstoffe für den Obstbau ganz besonders die Kohlen- und Schwefeldämpfe auf.
Die Kreise links der Oder sind dem Temperaturwechsel nicht so ausgesetzt wie die der andern Seite durch die oft rapide ‘auftretenden und mitunter sich kreuzenden Luftst ömungen von den Beskiden und Sudeten.
Dabei ist auch auf den vielfach schlechteren und kälteren Boden zu rücksichtigen, mehr als jenseits der Oder. Hier, wo die allgemeine Volks- und die Bodenkultur schon früher gepflegt wurde, wird auch den Obstgärten mehr Schutz gewährt.
Erst in der Gegend von Oppeln ist eine Scheidelinie nicht zu verkennen, wo das Flach- land bis Breslau beginnt, und die Luftströmungen stetiger werden, wodurch die Obstkultur weniger leidet als in den östlichen und südlichen Kreisen Oberschlesiens
Dass die Gegend auf und um den St. Annaberg, dem weitbekannten Wallfahrtsorte — bis nach Gross-Strehlitz, wo früher in der Nähe sogar Weinbau betrieben wurde, durch die Pflaumen- und Wallnusskultur berühmt ist und eine Ausnahme macht, beruht auf dem Basalt- und Kalk- boden, sowie auf dem Schutz gegen Norden.
Bei der mir gebotenen Eile muss ich von weiteren Gegenbeweisen vorläufig abstrahiren; andererseits aber freue ich mich, durch mein kurzes Referat gerade in dieser berühmten Garten- zeitung eine Kontroverse über den oberschlesischen Obstbau herbeigeführt und zugleich den ersten Gegner aus meinem heimathlichen Kreise gefunden und wachgerufen zu haben. Möge auch der Herr Referent, wie ich bereits über 40 Jahre, für die pomologische Ehre Ober- schlesiens noch manche Lanze brechen, ich gönne es ihm von Herzen, denn: »Junges Blut, frischer Muth!« ÖPPLER.
56 Verschiedenes.
Verschiedenes.
Eine neue gefüllte Bouvardia.
Herr Kunst- und Handelsgärtner Fr. W. BÖTTCHER in Eimsbüttel bei Hamburg hat eine neue gefüllte Bouvardia gezüchtet: Douvardia rosea fl. pl., die am 30. November 1882 im Ver- ein z. Bef. d. Gartenbaues vorgezeigt wurde. Sie unterscheidet sich von der bekannten ge- füllten weissen Alfred Neuner dadurch, dass sie rosa gefärbt ist. Je nach dem Licht, das die Pflanze erhält, ist das Rosa lebhafter oder matter, im Oktober z. B. schöner als im November. Die Form ist entstanden durch Veredelung der gefüllten weissen Bouvardia Alfred Neuner auf die scharlachroth blühende 2. /eiantha, also zugleich ein interessantes Beispiel, wie die Unter- lage auf das Edelreis wirkt. — Die Blumen erhalten sich auffallend lange frisch.
Herr BÖTTCHER schreibt uns, dass nach einer ihm von F. NEUNER in Stuttgart gemachten Mittheilung eine ähnliche Sorte schon voriges Frühjahr von Nanz & NEUNER unter dem Namen Präsident Garfield in den Handel gegeben wurde. Herr B. erhielt auch Blumen dieser letzteren von H. CAnnELL & Sons in Swanley, Kent, England, welche grosse Aehnlichkeit mit den sei- nigen hatten. — Herr BÖTTCHER berechnet diese Novität per Stück mit ı Mk. 50 Pf., 12 Stück 15 Mk., 100 Stück ıoo M.
Ganz vorzüglich gefüllte Chrysanthemum indicum- (japonicum-) Blüthen von wunderbarer Schönheit sendete Herr F. W. BÖTTCHER, Hamburg-Eimsbüttel zur Versammlung des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues; besonders die weissen waren vortrefflich. Das Sortiment a I Stück kostet 3 Mark: incl. Porto und Emballage.
Ampelopsis striata, eine neue Ampelopsis aus Chile, von van HoUTTE eingeführt, wurde seitens der LORBERG’schen Baumschule, Berlin, von Herrn BRETTSCHNEIDER in der November- versammlung d. Vereins z. Bef. d. G vorgeführt. Es soll eine fast immergrüne Pflanze sein, die sich an Stelle des Epheus verwenden lässt. Ob sie in Deutschland aushält, muss noch ermittelt werden. (Sollte das dieselbe Pflanze sein wie Ampelopsis sempervirens Gard Chr. n. ser. XVI. 370? Red.).
Androsace sarmentosa. Von EDUARD EIBLEN, Schöngrund i. Aeschbach bei Lindau i. B.
Welchem Blumenfreunde, der je die höheren Alpen durchwanderte, ist nicht das liebliche Pflänzchen « Androsace lactea Linn.» (der milchweisse Mannsschild) aufgefallen? Auf bemoosten Stellen, am rieselnden Quell leuchtet es dem Wanderer entgegen wie ein Kleinod auf grün- sammetnem Polster. Wohl oft mag der Versuch gemacht worden sein, das zierliche, in feinem Schmelz prangende Pflänzchen «im eigenen Garten am stillen Haus» weiter blühen zu sehen. Schwerlich dürfte dies Beginnen geglückt sein — das zarte Kind der stolzen Alpenwelt ist wohl am Heimweh gestorben, verdorben.
Vor einigen Jahren besuchte ich den FRÖBEL’schen Garten in Neumünster bei Zürich und fand da unter den zahlreichsten Alpenflanzen einen würdigen Repräsentanten der Species «Androsace», der wenigstens einigermassen das eingangs erwähnte Pflänzchen zu ersetzen im Stande ist. Ich meine die Ardrosace sarmentosa. Diese Pflanze gleicht in keiner Weise der von VILMORIN in seinem Werke »Die Blumengärtnerei« beschriebenen: Azdrosace lanuginosa oder, wie er sagt, der synonymen Androsace sarmentosa, sie scheint vielmehr eine Spielart der Androsace villosa Linn. zu sein. Ihr Wurzelstock ist vielköpfig, die Blätter sind lanzettlich, am Grunde verschmälert, entfernt stehende, fast kugelige Rosetten bildend, der Stengel ist 0,02 bis 0,08 m hoch und sammt der Dolde, welche letztere 2—5 Blüthen trägt, weichhaarig. Die Blüthen sind röthlichweiss bis rosenroth. — Ich pflanzte diese Androsace auf einen kleinen Steinhügel in gewöhnliche Gartenerde, mit etwas Torferde vermischt und sorgte für ordentlichen Abzug, und sehe zu meiner Freude dieses niedliche Pflänzchen wachsen und gedeihen; zahlreiche Blumendolden in zarten, rosa angehauchten Farben erfreuen im Monat April bis Mai das Auge
Verschiedenes. BT, I
des Liebhabers. Das Pflänzchen ist nicht geeignet für den grossen Garten, aber es wird stets ein Schmuck eines kleinen Alpenbeetes oder eines bepflanzten Steinhügels sein; dem Freunde von Alpenpflanzen kann es nicht genug empfohlen werden, seines hübschen Aussehens wie seiner Genügsamkeit halber. Ich pflanzte die Setzlinge im Monate März.
Seiadopitys vertieillata.
Wir erhielten folgendes Schreiben, für das wir unsern besten Dank aussprechen:
Unter der Abtheilung «Interessante blühende Pflanzen» der Gartenzeitung von November 1882 Seite 509 sah ich, dass Herr C. WIssENBACH zu Wilhelmshöhe bei Cassel an- genehm überrascht worden ist durch die Wahrnehmung, dass die Scadopytis verticillata sich zum Blühen anschickte. Da ich voriges Jahr Gelegenheit hatte, ein blühendes Exemplar zu sehen, so möchte ich in Nachstehendem Einiges über diese Pflanze mittheilen. Auf der Villa des Herrn Max DANnIEL-WOLTERBEEK zu Valkenburg in der Nähe von Arnheim (Holland) steht ein sehr schönes Exemplar der Sciadopytis verticillata. Diese Pflanze hat 20 Jahr ungedeckt auf einem sehr exponirten Standorte ausgehalten, ist gut gewachsen und hat sich hüsch geformt. Ohne irgendwie zu leiden hat sie die kältesten Winter gut ertragen und ist jetzt 3,90 2 hoch, von prächtigem pyramidalem Wuchs, und besitzt diese Pyramide einen Umfang von 6,50 z. Voriges Jahr hat sie zum ersten Mal 2 reife Zapfen gebracht, die Samen sind dieses Frühjahr ausgesäet worden und 15 junge Pflanzen sind aufgekommen. Dieses Jahr hat sie wiederum, aber nur einen reifen Zapfen getragen, dessen Samen man im folgenden Frühjahr auszusäen gedenkt. In Valkenburg sieht man noch viele andere schöne Exemplare von Coniferen von prächtigem Wuchs in einer so gewählten Collection, wie ich noch keine sah. Der Boden ist Sand und Haideerde, also besonders gut für Coniferen. Wenn einer der Leser der Gartenzeitung einmal nach Holland kommen und jene Gegend passiren sollte, so möchte es sich wohl der Mühe lohnen, den Garten zu besuchen.
-eAn BIET, Hortulanus am bot. Garten in Groeningen.
Dionaea und Sarracenien im Thüringer Walde.
Herr FERDINAND HAAGE, Erfurt, schreibt Herrn Inspektor LAUCHE:
Meine Anpflanzung auf dem Thüringer Wald hat sich bewährt, ich war dies Frühjahr wieder oben (zwischen Paulinzella und Graefenau) und fand Diozaea ganz kräftig mit Blüthen- stengel, Sarracenia pur purea mit frischem, kräftigen Trieb, ebenso S. varzolarıs, nur S. fava schien vom Wild herausgerissen zu sein, sie lag welk obenauf. Die Anpflanzung auf der Schmücke, welche ich vor 3 Jahren machte, hatte auch gutes Resultat, wie ich voriges Jahr sah, dieses Jahr bin ich leider nicht. hingekommen.
Einfluss des Lichtes auf die Zeitigung des Obstes und Verlängerung des Obstgenusses.
Verhältnisse halber wurde ich gezwungen, vor mehreren Jahren schon einen Theil meines Obstes in einem Zimmer, das nach Süden über Westen nach Norden Fenster hatte und durch ein Nachbarzimmer auf einer Temperatur von 10— 12° R. gehalten werden konnte, unterzubringen. Es waren weisse Wintercalvillen, deren Reife bei uns gewöhnlich erst mit Dezember beginnt. Zufällig kam eine Kiste mit diesen Aepfeln nahe an das Fenster nach Süden und machte ich nun die Beobachtung, dass die Aepfel, welche der Wintersonne und dem Lichte überhaupt am meisten ausgesetzt waren, schon Mitte November zu reifen begannen und dass, an der ersten Reihe in der Kiste beginnend mit jeder weiteren resp. entfernteren Reihe auch der Reifegrad abnahm. Die der Beleuchtung am directesten ausgesetzten waren fettig-gelb, wie diese Färbung dem weissen Winter-Calvill bei vollkommener Reife eigen ist, die letzte Reihe grüngelb und dazwischen die verschiedenen Nuancen zwischen gelb und grün. Ebenso gross war auch der Unterschied in der Güte zwischen den am Licht gereiften und solchen, welche im dunklen Keller um zwei Monate später nachreiften. Ich fand bei ersteren mehr Zucker und Aroma und war auch die Färbung eine bessere. Da der weisse Winter-Calvill bei uns nun eine sehr gesuchte
58 Verschiedenes.
und gut bezahlte Waare ist, derselbe gewöhnlich erst um Weihnachten auf den Markt kommt, so bringe ich denselben dadurch, dass jeweils ein gewisses Quantum in diesem Zimmer am Lichte vorreift, um 1'/2 Monate früher zum Verkauf und verlängere meine Verkaufszeit. Der feine Apfelkenner ist damit auch zufrieden und so profitiren beide Theile. C. F. Binz, Landwirth in Durlach, Baden. Dänischer Winter-Weisskohl. Von G. WOHLER, Handelsgärtner in Wieck bei Kiel.
Ich erlaube mir, auf eine Sorte Winterweisskohl aufmerksam zu machen, die ich privatim aus Dänemark erhalten habe. Ihr Hauptwerth besteht darin, dass diese Sorte sich bis weit ns Frühjahr hinein ganz vorzüglich conserviren lässt. Wenn andere deutsche Sorten, wie Magdeburger, Braunschweiger, Berliner etc. bei derselben Aufbewahrung schon längst verfault sind, oder mit den Samenstengeln durchtreiben, ist diese noch ganz frisch und brauchbar.
Nach meinem Dafürhalten ist diese Sorte so recht zur Specialkultur in den Elbmarschen und überhaupt da, wo viel Kohlbau betrieben wird, berufen. Gegen Frühjahr ist frischer Weiss- kohl in den grossen Städten immer ein gesuchter Artikel, kostete doch dies Frühjahr derselbe in Hamburg pro Centner 40 Mk. und weit darüber. Auch für den Export nach England würde diese Sorte sich besonders eignen.
Ich bin hier zu sehr an meinen Betrieb gebunden und habe meine ganze Kraft auf Obst und Beerenkultur gelegt, um in dieser Ilinsicht die Sache zu betreiben und auszubeuten
Im Fall Sie diese Sache interessirt und Sie derselben Werth beilegen, bin ich gerne erbötig zur Bestätigung meiner Angaben zu jeder Zeit einige Köpfe Weisskohl zu übersenden. Diese Sorte ist nicht nur besonders schön geformt, sondern auch sehr zart, hauptsächlich, wenn die- selbe in die Erde eingegraben wird
Zu einer rationellen Kultur ist aber unbedingt kräftiger Kohlboden, zeitige Aussaat und rechtzeitiges Pflanzen erforderlich.
Am besten conservirt man denselben in einem luftigen Schuppen, mit ganz trockenem Buchenlaub schichtweise verpackt, dann mit Erde bedeckt zum Schutz gegen Frost. Ziegel- schuppen eignen sich am besten für diesen Zweck. Da ich eigentlich keinen Kohlbau als Hauptkultur betreibe, so kann ich Ihnen nur reichlich 200 Gramm selbstgebauten Samen über- lassen, ausserdem im Frühjahr einige hundert durchwinterte Pflanzen, werde aber unbedingt einen grösseren Theil Samenpflanzen setzen.‘ Im Samenhandel ist diese Sorte hier noch nicht eingeführt.
Herr WOHLER hatte die Fre: ndlichkeit, zur Versammlung des Vereins z. B. d. G. am 30. November einige Köpfe einzusenden, die sehr schön waren. Er wird das im Frühjahr wieder- holen. L. W.
Nachtrag zu den Vertilgungsmitteln der Blutlaus. Zu meinen Angaben in der Gartenzeitung 1882 S. 540 bitte ich noch hinzu zu fügen: »Es ist jedenfalls rathsam, wenn man die Verästelungsstellen nach oben zu, woselbst der starke Wasserstrahl vielleicht weniger wirken könnte, mit der angegebenen Kalkauflösung und Eichenholzasche noch besonders bestreicht, es ist hier sicher gut, lieber etwas zu viel, als zu wenig zu thun, damit dieses gefährliche Ungeziefer mit der ganzen Brut vertilgt wird.« C. ALTMANN.
Raupenleim.
Nach Versuchen in Geisenheim ist der Raupenleim von LupwıiG POLLBORUS, Berlin, Kohlenufer I—3, a % %g 5o Pf., von allen dort geprüften Sorten der beste und billigste. Wir bringen den ausführlichen Artikel des Hrn. Obergärtner E. SEELIGMÜLLER darüber in nächster Nummer.
Herr C. ALTMANnN, Berlin, hat den Leim von HUTH & RICHTER, Berlin, Dresdenerstr. 35, als den besten und billigsten befunden.
Literatur. 59
Literatur.
Rathgeber im Obstbau. Grundzüge der Zucht und Pflege der Obstbäume, Obststräucher und Weinreben von EMANUEL OTTO, Obstbaumschulenbesitzer in Nürtringen. Stuttgart, E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (E. Koch). 1882. 96 S. 8.
Der Verfasser giebt, wie er in der Vorrede sagt, seinen werten Kunden und allen, welche sich für Obstbau interessiren, eine kurze Anleitung zum Pflanzen und zur Pflege von Obst- bäumen u.s. w., und können wir uns mit seinen Rathschlägen wohl einverstanden erklären, nur mit der Anwendung von Dünger, Wollabfällen, Lumpen, Leder u. s. w. zur Verbesserung des Bodens vor dem Pflanzen und mit dem Antreten des Bodens nach dem Pflanzen, können wir uns nicht befeunden; alle unverwesten Stoffe schaden den Wurzeln, sobald sie miteinander in Berührung kommen, und das Festtreten hindert den Boden, sich an die Wurzeln anzulegen, was am sichersten durch das Anschlämmen bewerkstelligt wird. Beim Weinstock, der übrigens seine Früchte nicht, wie Verf. behauptet, am einjährigen Holz, sondern an der »Ruthe«, dem diesjährigen Triebe trägt, sind nur die wagerechten und senkrechten Cordons beschrieben. Die gegen die wichtigsten Obstkrankheiten und die schädlichen Insekten angeführten Mittel sind gut und in den meisten Fällen ausreichend. OZEL Der Weinstock am Spalier und seine Kultur in Norddeutschland. Ein Leitfaden für Schulen,
sowie zum Selbstgebrauch für Gärtner und Weinstockbesitzer, leicht fasslich dargestellt von B. v. UsLAr, Kunst- und Handelsgärtner, Lehrer an der landwirthschaftlichen Lehranstalt in Hildesheim. Mit 7 Tafeln lithographirter Abbildungen Hildesheim 1882. Druck und Verlag von August Lax.
Das Buch hält voll und ganz, was der Titel verspricht, es bringt in einfacher, knapper, aber leicht verständlicher Sprache die Beschreibung des Weinstocks, seine Vermehrung und Fortbildung, Auswahl und Anlage des Weines, Zubereitung des Bodens und Anpflanzung, sieben verschiedene Formen, den Sommerschnitt, die Bedeckung im Winter, Ernte, Verpackung und Aufbewahrung der Trauben, die Zucht an Talutmauern, Düngung u. s. w., in einem zweiten Abschnitt die Feinde des Weinstocks: der Züchter selbst, die Thiere und Krankheiten, atmos- phärische Einflüsse, und in einem dritten Abschnitte die Beschreibung von ı5 vorzüglichen Tafeltrauben, deren Anzahl, da auch die Zucht an Talutmauern beschrieben ist, wohl mit einigen wenigen hätte vermehrt werden können. Die Abbildungen sind vorzüglich ausgeführt, nur zeigen die dargestellten zwei Fruchtruthen auch bei der Beschreibung S. 8 den Fehler von drei Trauben an ebenso vielen, hinter einander liegenden Knoten, während in Wirklichkeit auf zwei Trauben stets ein leerer Knoten folgt, ihm folgen möglicherweise wieder zwei Trauben, dann ein leerer Knoten und im günstigsten Falle noch eine Traube. Die Ordnung der Klam- mern oder Gabeln ist bis zur Spitze der Ruthe genau dieselbe. O-2E% Frühlingsblumen von Aglaia von Enderes. Mit einer Einleitung und methodischen Cha-
rakteristik von Prof. Dr. M. WILLKOMM. Mit 71 Abbildungen auf 40 Farbendrucktafeln nach der Natur gemalt von JENNY SCHERMAUL und JOSEF SEBOTH, und zahlreichen Holzschnitten. 1882. Vollständig in ı2 Lieferungen a ı Mk. Leipzig, Verlag von GUST. FREYTAG.
Bis jetzt sind von obigem Werke 9 Lieferungen erschienen, und müssen wir dasselbe na- mentlich als Festgeschenk für Damen jetzt warm empfehlen. Die Sprache ist poetisch, die Tafeln vortrefflich ausgeführt und meist sehr naturgetreu (ohne Analysen), die Holzschnitte gut. Es ist so zu sagen ein hübsches Blumen-Album, das uns zu jeder Jahreszeit in den schönen Frühling versetzt. L. W. Der Haselstrauch und seine Kultur von H. W. ParanpT, Inspektor am lutherischen
Waisenhause zu Hildesheim. Mit zwei Tafeln in Farbendruck. Berlin. Verlag von Paul Parey. 1881.
Der mehr als ein Anderer zu dieser Arbeit berufene Verfasser lehrt uns in gedrängter Kürze die Erziehung und die Pflege dieses mit Unrecht stets stiefmütterlich behandelten Strauches, wobei er besonders anführt, ihn am Spalier zu ziehen, und die Nutzung und Ver- werthung seiner Früchte. Den Schluss bildet die Klassifikation der Haselnüsse und die Be-
Interessante blühende Pflanzen.
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Wir wünschen dem kleinen Büchlein möglichste Verbreitung um so mehr, als der nützliche Strauch bei uns wenigstens eben so gut gedeiht und reichlich Früchte trägt, als z.B. auf der Krim, welche jährlich für ungefähr 100 000 Rubel (a 3,22 Mk.) Haselnüsse zur Messe nach Nishnei-Nowgorod schickt, von wo z, Th. auch unser Bedarf gedeckt wird. OZE!
schreibung mit colorirter Abbildung von sechszehn der besten Sorten.
Interessante blühende Pflanzen.
Im Oktober und November 1882.
1. Im Königl. Berggarten zu Herrenhausen. Mitgetheilt vom Kgl. Obergärtner WENDLAND.
Cypripedium Fairianum.
» insigne Chantini. Houlletia Brocklehourstiana. Habenaria tridactylites. Masdevallia macrura. Microstylis lugubris flava. Miltonia Regnellii. Odontoglossum Roezli.
» eirrhosum. Oneidium tigrinum.
Ornithidium miniatum.
2. In der Königl. Hofgärtnerei
Paphinia cristata.
> rugosa. Polystachia ruficola. Spatoglottis Fortunei Vanda coerulea.
Begonia socotrana. Impatiens Sultani. Tillandsia erubescens. » usneoides Pandanus furcatus fem.
zu Wilhelmshöhe bei Cassel.
Ende November 1882. Mitgetheilt vom Kunstgärtner C. WISSENBACH.
Sämmtliche im vorigen Verzeichniss erwähnten Orchideen blühen noch; desgl. Aechmea Weilbachi, die auch in der kleinsten Bromeliaceensammlung nicht fehlen sollte.
Aphelandra fascinator, scharlach, zinnober. Begonia ramentacea R ss > _ hybr. Moonlight \ 2
2 fuchsioides
> corallina | scheilaeh
> incarnata hybrida
» florıbunda karmin u. rosa » Uhinki |
Epiphyllum truncatum, mehrere Hybriden in zinnoberroth und karmoisin.
Eranthemum pulchellum, himmelblau; der prächtigen Farbe und leichten Kultur wegen sehr zu empfehlen.
Geissomeria longiflora, scharlach orange.
Justicia speciosa, leuchtend violett, sehr reich- blühend.
Manettia bicolor, scharlachroth mit gelbem Saum, sehr dankbar.
Passiflora Decaisneana, karmin, blau und weiss, grossblumig und sehr wohlriechend, eine der schönsten Passifloren, doch mehr für
grosse Häuser geeignet.
Passiflora incarnata, trübscharlach mit weiss,
Sonerila, mehrere Arten, durch schön ge- tärbte Blätter wie durch zahlreiche karmoisin- rothe Blumen gleich zierend.
Thunbergia Harrisi, blau.
Thyrsacanthus rutilans, roth, in lang herab- hängenden Rispen.
Tetranema mexicanum, violett, einer der zier- lichsten und dankbarsten Winterblüher.
} gelb
Acacia platyptera
» Lophantha nana compacta Calceolaria fuchsiaefolia, gelb. Dyliwinia splendens, bräunlich-gelb. Erica caffra
» elarana | weiss
» hiemalis
» scabriuscula, zart rosenroth. Grischowia hirta, karmoisin. Libonia penrhosiensis, dunkelorange. Sparrmania africana, weiss. Witsenia corymbosa, blau.
Ausstellungen. — Personal-Nachrichten. — Sprechsaal, 61
Gartenbau-Ausstellungen.
Grosse gemeinsame Ausstellung in Berlin in den Räumen der Philharmonie, vom I5. bis 23. April 1883. Se. Majestät der Kaiser haben eine grosse goldene Staatsmedaille als ı. Preis gestiftet. Sr. kgl. Hoheit der Prinz Karl hat gleichfalls ı Preis bewilligt. Die Anmeldungen sind ausser- ordentlich gross, so dass der Raum sehr knapp werden wird. Das Programm wird binnen Kurzem in neuer Ausgabe mit Beifügung der Preise erscheinen. — Anmeldungen schleunigst bei Herrn Oek.-Rath SPATH, Berlin SO., Köpnickerstrasse 154.
Königsberg i. Pr. Frühjahrs -Blumen- Ausstellung Anfang Mai 1883. Anmeldungen bei HERMANN SCHLEICHER, } Mittel- Tragheim 5.
Grosse Winter-Ausstellung des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in Berlin vom 19.—2I. Januar 1884. Programme be!m General-Sekretariat Berlin N., Invalidenstr. 42.
Personalnachrichten.
Der Geh. Rath Prof. Dr. von Sachs und der Notar SEUFFERT zu Würzburg, sowie der Prof. ROTH an der Kunstakademie zu München sind anlässlich der Enthüllung des SIEBOLD- Denkmals zu Ehrenmitgliedern der k. k. Gartenbau-Gesellschaft in Wien ernannt.
G. H. FIESSER , Obergärtner der Rınz’schen Baumschulen in Oberursel am Taunus ist zum Grossherzoglichen Hofgärtner in Baden-Baden ernannt.
Hofgärtner L. BEISSNER in Garatzhausen ist an Stelle des verstorbenen C. E. BouUcHE zum Inspector des botanischen Gartens in Braunschweig ernannt.
Garteninspektor HERMES zu Schloss Dyck bei Düsseldorf ist zum Sachverständigen in Reblausangelegenheiten ernannt.
In einer der letzten Sitzungen des Obst- und Gartenbauvereins zu Leobschütz (100 Mitglieder) wurde Herr Obergärtner und Gartenbaulehrer STEMMLER zu Brieg zum korrespondirenden Mitgliede ernannt. !
Unserem Mitgliede, dem Garten-Ingenieur E. Hoppe in Pankow bei Berlin ist bei der all- gemeinen Konkurrenz für den Plan zu einem Friedhof der Stadt Düsseldorf der erste Preis zugesprochen!
Am 29. November entschlief nach kurzer schwerer Krankheit sanft und ruhig im 70. Jahre seines thätigen und vielbewegten Lebens unser langjähriges Mitglied, der Königl. Hofsämerei- händler und Baumschulenbesitzer Louis SCHIEBLER, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Ritter des Königlichen Kronen-Ordens, in Celle.
Unser langjähriges Mitglied, F. W. BErNAU, Berlin, starb am 6. December 1882 im 60. Lebensjahre.
Sprechsaal.
Frage Nr. 1. W. S. in A. bei Tiflis. Einliegend erlaube ich mir, Ihnen ein kleines Zweiglein eines Apfelbaumes zu überreichen, an welchem sich eine Krankheit befindet, von welcher in meinem hiesigen Garten viele Apfelbäume befallen sind.
Antwort. Der Zweig ist von Roestelia lacerata, einem Rostpilze, befallen, dessen andere Entwickelungsform sich auf Wachh Iderzweigen (Funiderus commaunis) in Gestalt gallertartger, rothbrauner Massen (Gymnosporangium clavariaeforme) im Frühjahr bildet. Gewöhnlich kommt die Roestelia nur auf den Blättern vor und ist das Auftreten auf den Zweigen ein sehr interessanter Fall. — Abschneiden und Verbrennen der kranken Zweige und — Entfernen der Wachholder- büsche ist das beste Gegenmittel. — Ein ähnlicher Pilz, Aoestelia cancellata lebt auf den Birn- blättern, seine Gymnosforangium-Form (G. fuscum) auf Zweigen von Funiperus Sabına.
Frage Nr. 2. F. S. in M. Sind in den letzten Jahren erfolgreiche Versuche gemacht worden, um die Wasserpest, Zlodea canadensis, auszurotten?
Die bekannte Ansicht, dass die Pflanze verschwinde, sobald sie dem Boden den Kaligehalt geraubt, da sie auf demselben alsdann die ihr zur Ernährung nöthigen Stoffe nicht mehr findet, scheint mir doch nicht ganz zutreffend zu sein. Wenigstens spricht dagegen, dass die Pflanze
62 Sprechsaal. — Sammlungen für die Ueberschwemmten.
sich in dem Teiche des hiesigen Botanischen Gartens bereits 16 Jahre befindet. In diesem Zeit- raume müsste doch wohl der Kaligehalt des Bodens von der Pflanze aufgebraucht sein. Sie wächst so üppig trotz des Mangels an Kali, dass sie ausser der Nymphaea alba und einigen Potamogeton nichts aufkommen lässt.
Wir sind daher gezwungen, unsere einheimischen Wasserpflanzen in Kübeln zu kultiviren.
Eine schon vor mehreren Jahren ausgeführte Reinigung des Teiches durch Ablassen des Wassers hat auch zu keinem Resultat geführt, denn die Pflanze erschien nach kurzer Zeit wiederum in derselben Ueppigkeit.
Antwort. Mir ist keine Methode bekannt geworden, welche die Beseitigung der Zlodea in Teichen mit wirklichem Erfolge zu Stande gebracht hätte. Im Teiche des Breslauer botanischen Gartens wird die Zlodea alljährlich von Arbeitern ausgerissen, ohne dass ihre Ausrottung gelungen wäre. In diesem Jahre wurde versucht, die Z/odea durch Kalk zu beseitigen; doch blieb auch dieser Versuch ohne Erfolg. Experimente, welche ich selbst vor einigen Jahren angestellt habe, ergaben, dass die Z/odea durch schwach-saure Reaktion des Wassers, in welchem sie vegetirt, in ganz kurzer Zeit vernichtet wird; es genügt der Zusatz einer äusserst geringen Menge einer Mineralsäure (Salz- oder Schwefelsäure), um die Zlodea zu tödten; freilich werden auch alle anderen Wasserpflanzen und Thiere zu Grunde gerichtet; indess kann das sauer reagirende Wasser ja, nachdem es seine Dienste geleistet, sofort wieder abgelassen und durch normales ersetzt werden. Allerdings habe ich noch nicht Gelegenheit gehabt, die Wirkung der Ansäuerung des Wassers im grossen Massstabe experimentell zu erproben, und ich habe aus diesem Grunde von einer Veröffentlichung meiner Versuche bisher Abstand genommen; indessen dürfte eine Mittheilung dieser Versuche, welche insbesondere die quantitativen Verhältnisse klar legen, nicht ohne theoretisches und wohl auch nicht ohne praktisches Interesse sein.
Breslau, den 6. December 1882. Prof. Dr. FERDINAND CoHn.
Frage Nr. 3. G. B. in D. Wo ist Acer californicum Torrey et Gray echt zu haben (nicht A. californicum hort.) und zu welchem Preise?
Sammlnneen für die hilfsbedürftigen Handelseärtner im Deberschwenmungseebiet,
An die Gartenbau-Vereine des Deutschen Reiches!
Auf Anregung des Gartenbau-Vereins für Neu-Vorpommern und Rügen hat der Vorstand des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den preussischen Staaten es unternommen den Mittelpunkt zu bilden für Sammlungen von Beiträgen zur Unterstützung der durch die Ueber- schwemmung des Rheins und seiner Nebenflüsse hart betroffenen Handelsgärtner, soweit diese aus eigenen Mitteln den Schaden zu tragen nicht vermögen.
Im Vertrauen auf die stets bewiesene Hilfsbereitwilligkeit richtet der unterzeichnete Vorstand an sämmtliche Deutschen Gartenbau-Vereine die Bitte, in ihrem Bereiche Beiträge für diesen Zweck zu sammeln und den Ertrag an unseren Schatzmeister
Herrn W. SONNTAG, Berlin S., Alexandrinenstrasse 51,
einzusenden. — Die eingehenden Beiträge werden von hier an Herrn Königl. Gartenbau-Director NIEPRASCHK, Flora, Cöln, geschickt werden, welcher sich freundlichst bereit erklärt hat, als Vertrauensmann, event. unter Zuziehung anderer geeigneter Persönlichkeiten, zu fungiren und die Gelder entweder direct an die Hilfsbedürftigen oder an Comites zu überweisen, welche vielleicht für bestimmte Bezirke zur Ermittelung und Unterstützung der Hilfsbedürftigen sich bilden möchten.
Die Noth erfordert eine reiche und schnelle Hilfe.
Wir sind gewiss, dass in den gärtnerischen Kreisen die Aufforderung zu einer solchen Hilfe- leistung regen Anklang finden und den Berufsgenossen die Unterstützung, um welche wir ver- trauensvoll bitten, im reichen Maasse zu Theil werde.
Berlin N., den 9. Dezember 1832. Invalidenstr. 42. Der Vorstand des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den preussischen Staaten. SULZER, Wirkl. Geheimer Rath.
Indem wir den geehrten Lesern, vor allen den Mitgliedern des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues und der Gesellschaft der Gartenfreunde, von obigem an alle deutschen Gartenbau- Vereine gerichteten Schreiben Kenntniss geben, bitten wir sie dringend, auch ihrerseits direkt, Jeder nach seinen Kräften, sobald als möglich einen Beitrag an den oben genannten Herrn W. SONNTAG einzusenden. Immer trauriger lauten die Nachrichten über die verderblichen Fol- gen der Ueberschwemmungen und schnelle Hilfe thut noth Der Vorstand des Vereins
zur Beförderung des Gartenbaues.
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Anzeigen.
DD De Te ET I 0 Te er Te I Te Ta Te ve 1 Ya ja Te Ye Ta Ye Tata a ja 1a Ta 1m Ya 1a Ya aaa a Ta Tata Ta PT
C.F. Biesel & Co.
45. Fehrbellinerstr. 45.
Fabrik eiserner Gewächshäuser jeder
Sprekelia glauca Lind].
Diese ausgezeichnete Zierpflanze, deren Be- schreibung und colorirte Abbildungen zu finden in Dr. L. Wittmack’s Garten-Zeitung, De- cember 1882, Seite 513—514, wurde von uns vor nicht langer Zeit aufs Neue aus Mexico ein- geführt und mit besonderem Glück cultivirt, so dass wir davon jetzt starke Zwiebeln (alle blüh- | bar) anbieten können per Stück Rmk. 0,50, per 12
KLOLLOCCLLlOLLDOLLOLlLoLiLVcon
CDLLLLLLLELLELCLDSOLLLEDLLOLDLLLLLDeDD
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Verlag von PAUL PAREY in Berlin SW., g9I Zimmerstrasse.
Deutscher Gartenkalender.
= ZEHNTER JAHRGANG 1883. <--
Herausgegeben unter Mitwirkung des Deutschen Gärtner-Verbandes in Erfurt.
DO In Leinen gebunden. — Preis 2 Mark.
Der Deutsche Gartenkalender ist in allen Gauen Deutschlands mit einer Sympathie begrüsst worden, welche jede Erwartung übertraf und als ein vollgültiges Zeugniss dafür gelten darf, dass seine Begründung aus der Seele der deutschen Gärtner und Gartenfreunde geschah und im Wesent- lichen ihre Wünsche betreffs der Einrichtung eines solchen Kalenders richtig erkannt waren.
Unsern Dank glauben wir am besten dadurch zu beweisen, dass wir diesen ausserordentlichen Erfolg uns nur einen Sporn sein lassen, auf jeden Wunsch, jeden Rathschlag der Männer der Praxis genau zu achten und den Kalender immer grösserer Vollkommenheit und Brauchbarkeit entgegen zu führen.
Die Ausstattung des Kalenders, sowohl was Güte des Papiers und Klarheit des Druckes, als auch Haltbarkeit des Einbandes und Handlichkeit des Verschlusses angeht, dürfte jedem Anspruch genügen, und der im Verhältniss zum Gebotenen billige Preis konnte nur im Vertrauen auf einen grossen Absatz so normirt werden.
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Verlag von PAUL PAREY in Berlin, SW. 91 Zimmerstrasse.
Die schönblühenden
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ihre Kultur im Garten, ßewächshaus und Zimmer. Bearbeitet von
Theodor Rümpler,
General-Secretär des Gartenbau-Vereins in Erfurt und Herausgeber von Vilmorin’s illustrirter Blumengärtnerei,
Mit 150 in den Text gedruckten Holzschnitten.
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GARTEN -ZEITUNG 18893.
74. Mey chromoliih - Verlag vw Paul Parey in Berlin.
Passiflora hybr. floribunda H.et $.
G. W. Uhink: Passiflora hybrida floribunda Haage & Schmidt. 63
Passiflora hybrida floribunda Haage & Schmidt. Von G. W. UHINK, Erfurt.
(Mit einer Farbendrucktafel.)
BS
Worstehend abgebildete Passzflora ist ein Sämling der bekannten P. Loudoni, welche mit dem Pollen der beliebten ?. princeps coccinea (racemosa) befruchtet wurde. Diese Befruchtung fand im Sommer 1880 statt, die gewonnenen Samen wurden im Jahre 1881 ausgesäet und ein Theil der hiervon erzielten Pflanzen wurden, nachdem sie sich zu einiger Grösse entwickelt hatten, in verschiedene Warmhäuser ausgepflanzt, wo sie im Laufe des verflossenen Sommers reichlich geblüht haben und auch. jetzt noch (Mitte Januar) in voller Blüthe stehen. Sämmtliche Pflanzen haben sich als von ihren Eltern verschieden gezeigt; es wurden jedoch nur 3 der besten benannt, welche von der Firma HAAGE & SCHMIDT, bei welcher dieselben erzielt wurden, in diesem Frühjahr in den Handel ge- geben werden.
Unter diesen 3 Varietäten ist in erster Linie die hier abgebildete P. florıbunda zu erwähnen. Dieselbe ist ausserordentlich reichblühend; fast in jedem Blattwinkel einer starken Pflanze erscheint eine Blüthe, mitunter auch eine ganze Rispe, an welcher sich I0—ı12 Blumen entfalten; dieselben sind kupfrig karmin und bedeutend grösser als bei Zoudone.
Die beiden anderen Varietäten sind zwar nicht so reichblühend als vorstehende, immerhin blühen dieselben aber ebenso dankbar als die be- kannten Varietäten coerwlea und Loudont.
P. atropurpurea ist die dunkelste bis jetzt erzielte Varietät. Die Knospen sind schwärzlich purpurn, aufgeblüht ist die innere Seite der Blumen ganz dunkelroth.
P. Mad. Bruckhaus steht der bekannten rinceps coccinea ziemlich nahe und blüht wie jene in langen Trauben. Die Farbe der Knospe ist wie bei jener lachsrosa-karmin und sind diese beiden Sorten in diesem Stadium fast nicht zu unterscheiden; die inneren Petalen der Blumen jedoch sind bei der hier in Rede stehenden Varietät zart karmoisin-violett.
Sämmtliche 3 Sorten sind, wie aus der Beschreibung ersichtlich, von allen bis jetzt bekannten gänzlich verschieden und bilden einen ganz vor- züglichen Schmuck jedes grösseren Warmhauses oder wärmeren Winter- gartens. P. multiflora jedoch ist ihres ausserordentlichen Blüthenreichthums wegen, welcher sich sogar schon an kleineren Pflanzen zeigt, ganz beson- ders auch zur Topfkultur geeignet, und kann deshalb auch mit Vortheil zur Garnirung der Blumentische im Zimmer verwendet werden.
Garten-Zeitung 1853. 5
64 M. Hoftmann:
Dr. Eduard Lucas. Von M. HOFFMANN, Berlin.
»Das eigentliche Studium der Menschheit
ist und bleibt doch der Mensch!« CS
Dies so treffende Wort GOETHES könnte man, wie einer jeden Biographie so auch derjenigen des Dr. Ep. Lucas, betitelt: »Aus meinem Leben«“) vor- setzen. Und wenn nach einem anderweit GOETHE’ schen Ausspruch: Die ganze Welt eine Influenz ist, dıe stärkste aber von allen der Charakter des Menschen, zumal wenn er sich als Beispiel wirksam zeigt, so soll damit kurz der Standpunkt markirt werden, von dem aus nachfolgende Zeilen zu sprechen haben. Einem möglichst objektiv gehaltenen Lebens-Abriss des am 24. Juli v. ]J. verstorbenen, allseitig bekannten und so hoch geachteten Reutlinger Pomologen gelten diese Worte. Der Mensch soll an sich, wie er sich giebt und darstellt, wenn anders richtig, beurtheilt werden und nur eine unächte, meist subjektiv gehaltene Kritik stellt eine Beurtheilung des Individuums auf, wie dasselbe wohl sein könnte. Den Manen des Mannes, welchen man am 27. Juli 1832 in Reutlingen zur Ruhe bestattete, hat unsere Gartenkunst, insbesondere die Obstbaumzucht und Pomologie damit einen Kranz des Dankes darzubringen! War er doch nicht ein geringes schwaches Reis am Stamme dieses so vollsaftigen Baumes »Gartenbau« genannt, sondern ein üppig grünender, starker Ast, an dem die edelsten Früchte hingen. Ja geht nur hin, Ihr Jünger der Gartenkunst und seht Euch diese Früchte, sein Wırken und seine Schriften selbst ordentlich an, un- bekümmert um das oberflächliche Urtheil unfertiger Kritiker! Ueberzeugt Euch selbst, welch aussergewöhnlicher Fleiss und welche Einsicht hier vom zartesten bis zum Greisenalter dem Manne inne gewohnt, und dann folgt solchem Bei- spiele, Euch zur Ehre, dem Gartenbauwesen zum ferneren Gedeihen!
Die Bedeutung Lucas’ als eines Systematikers der Pomologie sei einer kun- digeren Hand zu schildern überlassen, hier nur im Allgemeinen: was er uns Gärtnern war und unserer Kunst sein und bleiben wird.
Ein einfacher Knabe, aus bescheidenen Verhältnissen stammend, am 19. Juli ı816 zu Erfurt geboren, verlor er frühzeitig im ıo. Jahre seines Lebens den Vater Dr. C. Fr. Lucas, ein beliebter Arzt Erfurt’s, und 3 Monate darnach auch noch die theure Mutter. Von 1822—25 besuchte er die Erfurter Elementar-Schule, von 1826—31ı das Gymnasium daselbst. Anno 1831 trat er bei Hofgärtner Ep. RICHTER im sogen. Luisium bei Dessau in die Lehre und blieb hier bis 1834. Seine Ge- hülfenzeit fällt in die Jahre 1834—40, und zwar unter A. BERGEMANN (Gemüse- züchter) 1834 bei Frankfurt a/O., 1334—35 bei LAnGGUTH in Greifswald (Botan. Garten), 1335 —38 in dem Samen-Pflanzen-Etablissement von FR. Av. HAAGE jun,,
*) Aus meinem Leben. Eine Autobiographie: Allen Gönnern, Kollegen und Freunden, welche sich an dem zum 5ojährigen Gärtnerjubiläum mir überreichten prachtvollen Album be- theiligten und ihre Glückwünsche zusendeten dankbar und hochachtungsvoll gewidmet von Dr. Ep. Lucas. Ravensburg, 1882. Verlag von EUGEN METZGER.
Dr. Eduard Lucas, 65
zu Erfurt, 1838—4o im botan. Garten zu München unter Hofgärtner SEITZ. Zur Selbständigkeit gelangt, bekleidete er zuerst den Posten eines botan. Gärtners in Regensburg 1841—43 und sodann den eines kgl. Gartenbaulehrers zu Hohen- heim im Württembergischen, woselbst er, im Jahre 1853 zum kgl. Garten-Inspektor ernannt, in dieser Stellung bis zum Jahre 1860 verblieb. Die Sehnsucht nach eignem Besitzthum, verbunden mit entsprechend wissenschaftlich wie praktischen Kenntnissen ermöglichte ihm alsdann die Errichtung einer eignen Lehranstalt: des Pomologischen Institutes zu Reutlingen im Jahre 1859, das er bis zu seinem Dahinscheiden in wirksamster Weise immer mehr vervollkommnete. ®) Denn nicht weniger als 1081 Zöglinge (incl. Hospitanten) haben dies Institut mit Freude und Nutzen für ihr Fach besucht, ein solches, das rein aus sich selbst hervorgegangen
und zwar »ohne einen Pfennig Staats- Unterstützung«, wie L. selbst in seiner Autobiographie darüber bekennt. Ein Areal von anfänglich ıı Morgen, mit nur geringen Mitteln acquirirt, stieg dasselbe im Laufe der Jahre auf ı8 Hectar, und bildet heut, mit einer Anzahl stattlicher Gebäude geschmückt, aus einem grossen sog. Obst-Muttergarten mit gegen 2000 Formbäumen, einer grossen Baum-, Reb- und Rosen-Schule bestehend, einen höchst ansehnlichen Besitz. Erwägt man nun die grosse Anzahl der hier verkehrenden Zöglinge und deren mehrere wie: GOETHE- Marburg, GOETHE-Geisenheim, RATHKE-Danzig, Dr. StToLL-Klosterneu- burg bei Wien, L. MAURER-Jena, BRUGGER-Bautzen, Prof. MADER- Tyrol, BAcCH-
*) Sein damals im Jahre 1849 erfolgter »Aufruf an die deutschen Gärtner«, worin er u. A. namentlich die Gründung höherer Lehr- und Bildungs-Anstalten für junge Gärtner als das zur Hebung des gesammten Gärtner-Standes geeignete Mittel hervorhob, zeigte späterhin uns diese Frucht: die Gründung eines solchen eignen Institutes.
66 M. Hoffmann:
Karlsruhe, C. JONGKINDT - ConInGck - Dedemsvaart, KurHALDT - Riga, HEYDRICH- Langensalza, WOHLKÜTER-St. Avold, M. VırwEG-Bad Liebenstein, TH. JÄGER-Bens- heim bei Darmstadt, GÖRLICH und C. HEINRICH-Reutlingen, sich bereits einen geachteten Namen unter uns erworben haben, so ist das nur ein Beweis mehr für die Tüchtigkeit der Lehranstalt, wie die ihres Schöpfers. Lucas befleissigte sich ausser angestrengt körperlicher Arbeit einer ungemein fruchtbaren schrift- stellerischen Thätigkeit (38 Bücher und Brochüren)*), die unzählichen Aufsätze in Jeurnalen nicht mitgerechnet, gab daneben unter Mitwirkung von Superint. ÖBERDIECK - Jeinsen vom Jahre 1855 an die »Monatsschrift für Pomologie und praktischen Obstbau« heraus, jetzt im 28. Jahrgang erschienen, das » Taschenbuch für Pomologen, Gärtner und Gartenfreunde« (14 Jahrgänge von 1861—75) sowie das »Pomologische Handbuch« unter Mitredaktion von Sanit.-Rath