This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct
to make the world's books discoverablc online.
It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject
to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books
are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover.
Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the
publisher to a library and finally to you.
Usage guidelines
Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to prcvcnt abuse by commercial parties, including placing lechnical restrictions on automated querying. We also ask that you:
+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for personal, non-commercial purposes.
+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the use of public domain materials for these purposes and may be able to help.
+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct and hclping them lind additional materials through Google Book Search. Please do not remove it.
+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe.
Äbout Google Book Search
Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs discover the world's books while hclping authors and publishers rcach ncw audicnccs. You can search through the füll icxi of ihis book on the web
at|http: //books. google .com/l
IJber dieses Buch
Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Realen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfugbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. Das Buch hat das Uiheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist.
Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat.
Nu tzungsrichtlinien
Google ist stolz, mit Bibliotheken in Partnerschaft lieber Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nie htsdesto trotz ist diese Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch kommerzielle Parteien zu veihindem. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien:
+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche Tür Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden.
+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials fürdieseZwecke und können Ihnen unter Umständen helfen.
+ Beibehaltung von Google-MarkenelementenDas "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht.
+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben.
Über Google Buchsuche
Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser Welt zu entdecken, und unterstützt Autoren und Verleger dabei, neue Zielgruppcn zu erreichen. Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter|http: //books . google .coiril durchsuchen.
>J
VJ
r~^'
r ^
BASLER CHRONIKEN
HERAUSGEGEBEN
VON DER ' t / ^ > ' '
HISTORISCHEN üND ANHQUABISCHEN GESELLSCHAFT
IN BASEL.
SECHSTER BAND.
BEARBEITET VON
AUGUST BERNOÜLLI.
LEIPZIG
VERLAG VON S. HIRZEL
1902.
^
BASLER CHRONIKEN
HERAUSGEGEBEN
VON DER HISTORISCHEN UND ANTIQUARISCHEN GESELLSCHAFT
IN BASEL
SECHSTER BAND
BBARBEITBT VON
AUGUST BERNOULLI.
LEIPZIG
VERLAG VON 8. HIRZEL 1902.
THE NF^V YO?K
406516A
TILDLN r t .:^,.. iv NS
• : •••
• • • -
• • • «•
• •• •«
• • •
• ••• • • •• I
• ••• • •••,
• •-•• •
• • ? • ••
■ • • • • • • • • • •
• • • »
• • ••
• ^ ? • • •
' • • • ■ • ••• ••
Vorrede.
JJei TOili^ende Band hat lange auf sich warten lassen. Doch will ich den Lesei nicht mit dei Aufzählung der viel- fachen Unteibiechungen eimiiden, welche die Arbeit zu er- leiden hatte. Noch weniger jedoch wäre hiei der Trost des Sprüchworts am Platze: *wbs lange währt, wird gut«. Denn zu den unerlässliohen Vorbedingungen einer guten Quellen- ausgabe gehören vor allem gute Handschriften, und diese fehlen hier leider zum grösseren Theil. Die meisten Stücke dieses Bandes sind uns nämlich nur noch in Compilationen oder in Auszügen erhalten, so dass eine irgendwie vollständige Ueber- lieferung des ursprünglichen Textes vorweg ausgeschlossen ist. Auch in dieser verstümmelten Gestalt jedoch enthalten sie noch manches, was wir an andern Orten vergeblich suchen würden, und so lohnt es sich wohl der Mühe, das noch Vorhandene wenigstens zu sammeln, wiewohl es theil weise nur einer Scherbensammlung gleicht.
Nach seinem Hauptinhalt umfasst dieser Band den Zeit- raum vom Ausgang des XV bis gegen die Mitte des XVI Jahr- hunderts. Er bildet somit die unmittelbare Fortsetzung zum vorhergehenden Bande, zugleich aber eine Ergänzung zum ersten, welcher ebenfalls die Reformationszeit behandelt. Da übrigens die im vorliegenden Bande verwertheten Handschriften theilweise auch in die ältere Zeit zurückgreifen, so folgen die betreffenden Stücke hier ebenfalls, und zu diesen gehören z. B. die Grössern Basler Annalen, welche auf Grund der früher be- kannten Handschriften allerdings schon im vorigen Bande ver- öffentlicht wurden. Da jedoch diese wichtige Quelle in der früher unbeachteten Schnittischen Handschrift besser und auch verhältnissmässig vollständiger erhalten ist als in allen bisher bekannten, so erschien eine neue Ausgabe auf Grund dieses bessern Textes als eine nicht zu umgehende Nothwendigkeit.
IV Vorrede.
Da gerade die letztgenannte Handschrift eine umfangreiche, aber grossentheils aus alten Druckwerken geschöpfte Compila- tion bildet, so war es für die Bearbeitung dieses Bandes von grossem Werthe, dass sowohl die Kgl. Hof- und Staatsbiblio- thek in München als auch die Stadtbibliothek von Zürich mir in liberalster Weise die Benutzung einei Reihe zum Theil sehr seltener Inkunabeln ermöglichten. Ausser dem hiesigen Staats- archiv und der Oeffentlichen Bibliothek, deren Vorsteher Dr. Rudolf Wackernagel und Oberbibliothekar Dr. Karl Chr« Ber- noulli mich in gewohnter Weise aufs beste unterstützten , war ich bei diesem Bande auch öfter im Fall, die nie versagende Gefälligkeit des Vorstehers der Vaterländischen Bibliothek, Prof. Rudolf Thommen, in Anspruch zu nehmen. Ferner ver- danke ich manche werthvoUe Mittheilung dem derzeitigen Präsi- denten der Historischen Gesellschaft, Dr. Karl Stehlin, sowie auch den Herren Dr. August Burckhardt und Dr. August Huber, während in sprachlichen Fragen ich guten Rath mir mehrfach bei Prof. Adolf Socin holte. Auch wurde mir für den letzten Theil des Bandes die Arbeit wesentlich erleichtert durch die sorgfältigen, von Herrn Archivschreiber L. Säuberlin gefertigten Textcopien. Das am Schluss beigefügte Glossar aber, das bei diesem Bande besondere Schwierigkeiten bot, verdanke ich der Gefälligkeit von Dr. Wilhelm Brückner, Privatdozent an hiesiger Universität.
Sofern nicht weitere handschriftliche Funde den bis jetzt gesammelten Stoff in unerwarteter Weise vermehren, so werden mit dem VH Bande die Basler Chroniken ihren endgiltigen Abschluss finden. Neben einer Reihe kleinerer Schriften aus älterer Zeit wird dieser Schlussband als Hauptstück das Tage- buch des Pfarrers Joh. Gast aus der Reformationszeit enthalten, das uns übrigens nur noch in Auszügen erhalten ist. Da je- doch zu diesem Bande erst einige Vorarbeiten gemacht sind, so lässt sich der Zeitpunkt seines Erscheinens noch nicht mit Bestimmtheit ankündigen.
Basel, im August 1902.
AagQgt BernoaLU.
Inhaltsyerzeichniss.
Seite
Vorrede III
L Die Anonyme Chronik des Schwabenkiieges 1492 — 1&04.
Einleitang 3
Text 5
n. Die Anonyme Clironik der Mailftnderkrie{;e 1507 — 1516.
Einleitung 23
Text 30
Beilagen:
I. Zum Zuge gegen Dijon 1513 74
n. Venmtehte Nachriehten 1489—1531 78
HL Die Chronik Konrad Schnitts 1518 — 1533, sammt Fortsetiung bia 1537.
Einleitung 89
Text HO
Beilagen :
I. Die Sohnittisohe Handiehrifl 165
IL Die Aussagen der Rathsbücher Ober Schnitts Chronik . 175
ni. Zur Wassersnoth und Theurung von 1529 und 1530 . . 176
IV. Die KaiserkrOnung su Bologna 1530 179
IV. Die Anonyme Chronik bei Schnitt, flammt Fortsetsung 1495 — 1541.
Einleitung 187
Text 191
Beilagen:
L Zerstreute Nachrichten des XV Jahrhunderts 1410—1481 224
II. Famsburg 232
V. Die Grossem Basler Annalen nach Schnitts Handschrift 238— 1 416.
Einleitung 239
Text 245
Beilagen:
I. Schnitts Aufseiehnungen aus Basels ältester Zeit . . . 276
n. Die Spätem Basler Annalen 1421—1480 278
III. Zerstreute spätere Einträge in Berlin gers Etterlin . . 287
VI InhaltSTenaichniss.
Seit«
VI. Die gpätorn Aufseichnungen bei Schnitt 1400 — 1487.
Einleitung 293
Text 296
Beilage: Die Beschreibung zweier alter Bräuehe 307
VII. Die Anon3rme Chronik bei Cosmas Ertiberg, aammt dessen eigenen Aufseiohnungen 1431^1532.
Einleitung 313
Die Anonyme Chronik . .- 323
Ertibergs eigene Aufs eichnun gen 333
Beilage : Verse und spätere Aufieiehnungen in Ertsbergs Hand- schrift 339
Vill. Die Aufseichnungea Adelberg Meyers 374 — 1542.
Einleitung 345
Text 354
IX. Die Familienchronik der Meyer zum Pfeil 1533 — 1656.
Einleitung 381
Text 391
Beilagen :
I. Der Meyer Jahrseit und Begr&bniss 408
II. Der Meyer Wappentafel 413
X. Die Chronik in Ludwig Kilchmanns Schuldbuch 1468 — 1518.
Einleitung 425
Text 443
XI. Heinrich Ryhiners Chronik des Bauernkrieges 1525.
Einleitung 463
Text 470
Allgemeine Beilage: Die Rathsbesatzungen der Jahre 1482 — 1532 . 525
Berichtigungen und Nachträge 551
Personen- und Ortsverzeichniss 559
Glossar 587
Verzeichniss einiger Werke, welche meistens unter abgekürztem Titel citiert werden.
Vgl. das Verseiehnist im Bd. I, S. XXI ff.
Anshelm — Die Bemerchronik des Valerius Anshelm, herausgeg. yom Historischen Verein des Kantons Bern. Bd. I — VI. Bern 1884 — 1901.
Anieiger — Anzeiger ffir Sohweiserische Geschichte, herausgeg. yon der Allg. Geschichtsforschenden Gesellschaft dar Schweiz. Jahrg. 1870 —1902.
Beitrftge — Beiträge zur yaterl&ndischen Geschichte, herausgeg. yon der Historischen Gesellschaft lu Basel. Bd. I— XV. Basel 1839—1901.
B. Biogr. — Basler Biographien, herausgeg. von Freunden yaterl&ndischer Geschichte. Bd. I. Basel 1900.
B. Jahrb. — Basler Jahrbuch, herausgeg. von Alb. Burckhardt u. R. Wacker- nagel. Jahrg. 1882—1902.
B. Taschenb. — Basler Taschenbuch, herausgeg. yon W. Th. Streuber und D. A. Fechter. Jahrg. 1850—1864.
B. Urkb. — Urkundenbueh der Stadt Basel, herausgeg. yon der Histor. u. Antiquar. Gesellschaft zu Basel. Bd. I— VIII. Basel 1890—1901.
Boofl, Urkb. — Urkundenbueh der Landschaft Basel, herausgeg. yon Heinrich Boos. Bd. I— IIL Basel 1881—1883.
Brückner — Versuch einer Beschreibung historischer u. natürlicher Merk- würdigkeiten der Landschaft Basel. Bd. I— XXm. Basel 1748— 1763 (Verf.: Daniel Brückner).
Bollinger — Heinrich Bullingers Reformationsgeschiohte ; s. B. Chron. I, 8. XXL
Dierauer — Geschichte der Schweizerischen Eidgenossenschaft yon Johannes Dierauer. Bd. I— U. Gotha 1887—1892.
Eidg. Absch. — Amtliche Sammlung der altem Eidgenössischen Abschiede; s. B. Chron. I, S. XXL
Fechtars Top. — Topographie, mit Berücksichtigung der Cultur- und Sittengeschichte, yon D. A. Fechter, in »Basel im XIV Jahrhundert«; s. B. Chron. I, 8. XXL
Feitachrift 1901 — Festschrift zum yierhundertsten Jahrestage des ewigen Bundes swisehen Basel und den Eidgenossen, 13. Juli 1901, im Auf- trage der Regierung herausgeg. yon der Histor. und Antiquar. Ge- sellschaft zu Basel.
Vni VeneiohniM der oitierten Werke.
Qeering. — Handel und Industrie der Stadt Basel bis lum Ende des XVII Jahrhunderts, aus den Archiven dargestellt von Traugott Geering. Basel 1886.
Heusler — Verfassungsgeschiohte der Stadt Basel im Mittelalter, Ton Andreas Heusler. Basel 1860.
Histor. Festbuch 1892 — Historisches Festbuch zur Basler Vereinigungs- feier 1892.
Blittheilungen — Mittheilungen der Gesellschaft für vaterlftndische Alter- thflmer in Basel (später Antiquar. Gesellschaft). Heft I — X. Basel 1843—1867.
Ochs --* Geschichte der Stadt und Landschaft Basel; s. B. Ohron. I, S. XXIII.
Schönberg — Finansyerhftltnisse der Stadt Basel im XIV und XV Jahr- hundert, Ton Gustav Schönberg. Tübingen 1879.
Tonjola — Basilea sepulta; s. B. Chron. I, S. XXm.
Tronillat — Monuments de Thistoire de Tancien 4y6ch6 de B41e, reoueillis et publi6s par ordre du conseil ex6cutif de la r^publique de Beme, par J. Trouillat. Bd. I—V. Porrentruy 1852—1867.
Wurstisen — Basler Chroniken, su samengetragen durch Christian Wurstisen. Basel 1580.
Wurstisens Münsterbesohreibung — Beschreibung des Basler Münsters und seiner Umgebung, yon Christian Wurstisen, herausgeg. durch Rudolf Wackemagel in den Beiträgen zur Vaterland. Geschichte Bd. XII.
Wurstisens Analekten, Handschrift A II 14 der Oeffentl. Bibliothek.
Zürcherchron. — Chronik der Stadt Zürich, herausgeg. von Joh. Dierauer. Bd. XVni der Quellen zur Seh Weisergeschichte.
Rathsbücher im Basler Staatsarchiv:
Decreta — Decreta und Mandata l.
Erkb. — Erkanntnissbücher des Raths.
Fertigungsb. — Fertigungsbücher des Stadtgerichts.
Lb. — Leistungsbücher.
Missivenb. — Missivenbücher.
Geb. — Oeffnungsbücher.
Rothb. — Rothes Buch.
Rufb. — Rufbüchlein.
Schwarzb. — Schwarzes Buch.
Stadt Urk. — Regestensammlung der städtischen Urkunden.
Urtheilb. — Urtheilbücher des Stadtgerichts.
Wochenausgabenb. — Wochenausgabenbüoher.
Zinsb. — Zinsbücher.
■»«<■
I.
Die
Anonyme Chronik des Schwabenkrieges
und der nächstfolgenden Ereignisse.
1492—1504.
BmIst Gkrenikm. YI.
Einleitung.
Maben wir den Torigen Band mit einer Chionik dei Bui- ünToUiUbi. gunderkriege geschlossen, die uns sowohl in der Beinheimischen ' ^ Handschrift als auch in Berlingers Etterlin erhalten ist, so be-
»ginnen wir den vorli^enden mit einer gleichfalls anonymen Chronik der Jahre 1492 bis 1504. Dieselbe ist uns jedoch einsig in Berlingers Etterlin erhalten i), und auch hier, gleich der Chronik der Burgunderkriege, nur in Gestalt von hand- schriftlichen Zusätzen zum gedruckten Texte Etterlins, also
10 jedenfalls sehr unvollständig'). *
Diese Chronik, deren Bruchstücke über Etterlins Bl. 102^ iniiaii — 121 zerstreut sind, beginnt mit einigen spärlichen Nachrichten von 1492 und 1493, und auf diese folgt sofort der Schwaben- krieg von 1499, der etwa die Hälfte des ganzen Inhalts bildet.
ioAls zweite Hälfte folgen sodann die Ereignisse von 1500 bis 1504, als deren Mittelpunkt die Aufnahme Basels in die Eid- genossenschaft erscheint Schon beim Schwabenkriege zeigt sich der unbekannte Verfasser über die Begebenheiten in unsrer G^end ungleich besser unterrichtet als über diejenigen in
2oGTaubünden oder am Bodensee, und noch deutlicher ergibt sich aus seiner Erzählung des Bundesschwurs von 1501, dass er jedenfeJls in Basel schrieb. Das Jahr 1504 aber, womit er schliesst, darf wohl als das Entstehungsjahr dieser Schrift be- trachtet werden, die wir in Ermanglung einer bessern Benen-
& nung als »Anonyme Chronik des Schwabenkrieges« bezeichnen können. So mager nun im Ganzen ihr Inhalt auch sein mag, so erscheint sie doch einigermaassen beachtenswerth schon da- durch, dass sie nahezu die einzige Aufzeichnung dieser Art ist, welche speziell über diesen Zeitraum uns aus Basel erhalten
1) Eine Ausnahme bildet einzig die kurze Nachricht yom Zuge von 1503 nach Locamo, welche wenigstens theUweise mit einer Randbemerkung auf BL 193^ der Beinheimischen Hs. übereinstimmt; s. unten S. 19 und TgL die Vermischten Nachrichten i. d. Beilage IE zur Chron. der Mai- linderkriege.
2) VgL B. Chron. V 458.
1*
4 Schwabenkrieg.
ist. Veröffentlicht wurde aus ihr bis jetst einxig der Bericht über Basels Eintritt in die Eidgenossenschaft, und swar durch R. Thommen in seiner hierauf bezüglichen Festschrift des vori- gen Jahres^). Awgabe. Da Bcrlingor aus dieser Chronik durchweg nur dasjenige ^ abschrieb, was er nicht schon bei Etterlin vorfand, so kann es nicht befremden, wenn wir namentlich über den Schwaben- krieg öfter nur auf dürftige Bruchstücke stossen, welche — für sich allein genommen — nicht einmal einen Satz bilden. So wenig wir demnach an eine Herstellung des ursprünglichen lo Textes denken dürfen, so sind wir immerhin genöthigt, diese Bruchstücke wenigstens insoweit zu ergänzen, dass sie in ihrem richtigen Sinn und Zusammenhang können au^efasst werden. Diese Ergänzungen aber, bei denen wir nach möglichster Kürze streben, unterscheiden wir vom ächten Texte durch Cursiv- 15 Schrift.
Der letzte Theil dieser Chronik, welcher Basels Eintritt in die Eidgenossenschaft erzählt und verhältnissmässig am besten erhalten scheint, trägt noch eine Ueberschrift, die wir beibehalten. Im übrigen jedoch sind uns die Ueberschriften 2« nur noch bei zwei kurzen Abschnitten z. J. 1493 und 1499 erhalten, und da solche vereinzelt stehengebliebene Ueber- schriften die Uebersicht eher stören als erleichtem, so ver- weisen wir sie unter die Varianten.
Wiewohl wir uns hinsichtlich der Rechtschreibung auch 2» bei dieser Chronik möglichst genau an die Handschrift halten, so ist immerhin zu den überschriebenen Vokalen hier noch einiges zu bemerken. Vom einfachen u, das in der Hand- schrift durchweg ein halbes Ringlein trägt, unterscheidet Ber- linger wohl den Diphthongen ue, den er mit A schreibt. Zwi- 30 sehen u und uo hingegen macht er keinerlei Unterschied, sondern er setzt in beiden Fällen auf das u durchaus dasselbe Zeichen, nämlich das schon erwähnte halbe Ringlein, und deshalb setzen wir auch im Druck dafür durchweg ein ein- faches u , gleichviel ob die Aussprache ein uo fordern würde 35 oder nicht Den Umlaut von u sodann gibt die Handschrift bald durch ü, bald durch ü, während wir im Drucke hiefur stets nur letzteres Zeichen setzen. Das gedehnte a hingegen, welches Berlinger mit ä schreibt, das aber in Basel immer wie o gesprochen wurde, geben wir durchweg durch ä. 40
1) S. K. ThommeD, Der Basler Bundesbrief yon 1501, S. 2151
[102^] ^nno 1492 viel ein stein vom himel^) ztüüschen Ensisz- 14&2 ieim und Battenhein, noch by der Hart^); und was inwendig, als ob es eins schmits schlagen wei oder ertz. Und yom fallen erbidmeten zu Basel alle glassfenster, glych ob es ein ertbidem &wer gesin.
Anno 1493 uff sant Lux abent wart die bapstglocken 1^ gössen') uff Burg neben dem münster.
[103] Darnach^), als der R&misch küng Maxaemilian des hertsogen von Meylands Schwester nam^), uff sant Andres tagNoT. 30 to im 93. jar ward sy zu Meyland im münster gekrönt, und ward im gon Inszpruck gesant mit yrem volok, junckfrowen und le.
Als man zalt 1499 jar was der Grow Pund und die En-uw gendiner^^), deszglichen der biscboff von Chur^}, zu den Eyd- t^ gnoasen in büntnüsz kommen.
6. üebenehrift: Ton der bapstglocken la Bm«1.
1) Hierüber ygL unten Ertzberg, s. J. 1492, und Wurstisens Baslei- cbronik S. 475.
2) Die Untere Hardt, die Waldung in der Ebene des OberelsasB.
3) D. h. umgegossen. Ueber diese schon 1442 yon Papst Felix V. geschenkte Glocke s. unten die Spätem Basler Annalen, ferner Wurstisens MüDsterbeschreibung, i. d. Beiträgen Xu 425 ff.
4) Das Folgende schliesst sich in der Hs. an EtterUns Bericht über den Vertrag yon Senlis, yom Mai 1493.
5) Bianca Maria, Lodoyico Moro's Schwester.
6) Das ewige Bündniss der Eidgenossen mit dem Grauen Bunde wurde schon am 21. Juni 1497 geschlossen, und dasjenige mit den Enga- dinem, d. h. mit dem Gotteshausbunde, am 13. Dec. 1498; s. Eidg. Ab- schiede m 1, S. 745 ff. Jedoch folgte im Urtexte dieser Chronik hier yer- muthlich der mit letzterm Bündniss zusammenhängende Ausbruch der Feindseligkeiten im Münsterthal, und für diese ist 1499 allerdings richtig.
7) Ueber die zweideutige Haltung Heinrichs yon Höwen, des Bischofs yon Chur, s. die irrthümlich unter Tschudis Namen herausgegebene Chro- nik Heinrich Brennwalds, in Balthasars Helyetia IV 495. Ueber diese Chronik s. O. yon Wyss, GescL d. Historiographie in der Schweiz, S. 155 L d. Anm.
6 Schwabenkrieg.
[104^] DafTioch, ah der Schwebisch pundt und die Kün- gischen sich an die Steyg^ ouch gon Gutenberg, gon Fuduiz und gon Veltkilch geleyt hatten^), do ward [105] die Steyg durch die Eydgnossen gewunnen und uff dei widerpart sytten vil erschießend), ^
(Febr. 12) Uff den andem tag') zugent die Eidgnossen dem von Brandisz fiii sin schlosz, Fudutz genant; das gab sich uff und ward von ynen verbranf, und tiI guts im schlosz verderpt, und der von Brandisz gon Zürich gef&rt^).
Also wart das selb angestelt uff yedermans verhörung, wer io recht oder unrecht hett, und solt jeder teyl heim ziechen^).
[105^] Als nun die Eidgnossen abzugent wider über Ryn, do spotteten die, so uff dem schlosz Gutenberg waren, der Eid- gnossen mit unchristenlichen werten und Schüssen ynen ein berftmten man zu tod^j. Do fieng der unwill wider an, mar is denn vor gsin was. Also karten sich die Eidgnossen wider umb, und zugent hinder Veltkilch in das WalgSw, ist by Pluditz').
Damach zugent sy für Bregentz^), doLseIhs sich ein merck-
Z FaduU fehlt i. d. Hs., weU der Band toh B1. 104 beschAdigt ist
1) Sie hatten schon Anfang Febr. alle festen Orte längs des rechten Rheinufers bis hinab zum Bodensee besetit, also namentlich Ghitenberg bei Baisers, auch Vadus und Feldkirch, und hierauf am 10. Febr. die von den Bündtnem besetzte St Luziensteig eingenommen; s. Brennwald a. a. O. S. 496 u. 497.
2) Die Rückeroberung der St Luziensteig erfolgte Montags den 11. Februar; s. Brennwald S. 497.
3) Also am 12. Febr.; s. die Torige Anm. und ygl. Anshelms Bemer- Chronik U 116ff.
4) Zürich steht in der Hs. als Correctur für > Werdenberge, wie Etterlin hat Jedoch wurde Ludwig von Brandis nach der Uebergabe von Vaduz zunächst nach Rapperswil geführt, von dort aber nicht nach Zürich, sondern über Luzern nach Bern, wo er Bürger war; s. Anshebn H 117 und 134.
5) In der Hs. schliesst sich diese Nachricht an die Uebergabe von Vaduz. Wie jedoch das Folgende zeigt, so ist hier der schon am 2. Febr. geschlossene Vertrag zu Glurns gemeint Ueber diesen Vertrag s. Dier- auer, Gesch. d. Schweizer. Eidgenossenschaft II 335, auch Brennwald S. 494.
6) Diese Verhöhnung durch die Besatzung yon Gutenberg geschah kurz nach dem 2. Febr., als die Eidgenossen gemäss dem Vertrage yon Qlums wieder heimziehen wollten; s. Dierauer a. a. O., und Brenn wald S. 495, auch Edlibach S. 209.
7) D. L in das Thal der III, bis nach Bludenz. Dieser Zug erfolgte nicht unmittelbar auf die eben erwähnte Verhöhnung, sondern auf die Einnahme von Vaduz, also nicht ror Mitte Febr.; s. Brennwald S. 499fr.
8] D. h. sie zogen gegen Bregenz; doch das hier folgende Treffen»
1499. 7
ÜcAer züg der vygenden gesamlet hatt Der selb siig in Bregents aoch henisz g^^n den Eidgnossen, und hatten ein grossen graben gemacht, und zngent über den graben, das fuszYolck gegen den Eidgnossen i). Und beachach ein strenger » angriffe und wurden vil uff beden sytten erschlagen. Doch so ßukent die fygend^ und harnen ir vil umb im graben 2) und er- (runden im see, oho, das sy uff 3000 erschlagner gerechnet wurden. Und ward da vü gute geunmnen und ettlich schlangen.
[110^] Vor mitvasten^), als vil vom Schwebschen pundt^[j^^ 10 tind von den Osterricheren im Hegow lagent, zugent die Eid- gnoseen usz von Zürich, Bern, Lutzern ^), Friburg und Solaturn. Aber es beschach kein gross schlaohen^). Doch so gewunnent ey vü schhsZj und was vil guts in den schlössen, das alles ver- brant wait^}. Also sugent die Eidgnossen wider heim; dann 1» es wart vast kalt, das man nit mocht im veld blyben vor kelty.
[105^] Also in mitler sitt zugent die von Waldshut und
ir helffer über den Byn und verbranten by 12 d&rfferen den
Ton Bern und den Eidgnossen 7), und brauten bisz gon Brugg
20 an die statt in einer nacht, und zugent darmit widerumb
heym.
[106] Uff das, als die Waldshuter über Ryn gebraut hatten, zugent die von Solaturn herab gon Dornach mit fünff-
Tom 20. Febmar, fand 1 St. westlich yon diesem Orte statt, bei Hard, un- weit Tom Bodensee; s. Anshelm n 132 ff.
1) D. h. die Hauptmacht yerliesa ihre feste Stellung hinter dem Gra- ben bei Hard und sog gegen Höchst, ihrer angegriffenen Vorhut su Hilfe; s. Brennwald S. 504.
2) Der Graben hielt die Fliehenden auf; s. ebend.
3} Wie schon dieses Datum seigt, bezieht sich das Folgende auf den ersten Zug ins Hegau, yom 19. bis 25. Februar; s. BrennwaJd S. 501 und 506ff.y u. Tgl. Anshelm II 124 ff. In der Hs. jedoch steht diese Nachricht irrigerweise als Zusatz zu Etterlins Bericht über den viel spätem Zug ins H^pau und bis Stockach, welcher erst im Mai erfolgte; über diesen s. Anshehn n 202ff:
4) Luxem wird hiebei yon keinem andern Berichte genannt, statt setner aber Schaffhausen; s. Brennwald S. 501.
5) Die feindliche Hauptmacht blieb unthätig zu Ueberlingen, und bis dorthin zogen die Eidgenossen nicht; s. Anshelm II 127.
6} Die Namen der eroberten Burgen s. bei Brennwald S. 507. 7) D. h. im bemischen Aargau und in der Grafschaft Baden; s. ebend. S. 508 und Anshelm II 132.
8 Schwabenkrieg.
zechenhundert mannen^). Dkemoln was ouoh der adel hie im land by einander su Altkiroh, uff 400 pferd gesohetst, und das fussYolck uff 4000 num^) usz dem Suntgäw und von Ryn-
lUn 22 felden, Seokingen, Louffenberg. Und uff frytag vor dem palm- tagy vor tag, warent die Ei^^ossen') von Domach gesogen & gon Häsingen und Blätehein, meinten den adel da ze finden und etlich zu fusz ouch. Also was der adel mit ettliohen zu fusz in der selben nacht gon Domach zogen, und vermeinten die Eidgnossen im läger ouch zu finden. Uff das fiEuid kein teil den andern im ISger. Also verbrant der adel den Eid- lo gnossen das dorff Dornach, Grempen und ander dArffer, so gon Domaoh gehorten. Und als der tag kummen was und die Eidgnossen hindersich Sachen, do Sachen sy das fhär zu Dor- nach, und überal ir d&rffer brennen. Also karten sich bed teyl umb und zugent gemach gegen eynander, das was uff die i& zechende stund vor mittag. Also greyff der adel die Eid- gnossen redlichen an und meinten, die fuszknecht selten ouch also gthon haben; aber die fuszknecht gaben von stund an die flucht^). Also ward von adel erschlagen') herr Conradt von Ampringen ritter, wart geschossen mit einer handtbüchsen; !2o
M&n 31 aber er starb erst uff den ostertag in der statt Ba^el. Aber im feld bleyb junckher Hans Ulrich Meyer, ein starcker man<^), und Juncker Conradt von Hercken^, und von fuszvolck Hans Rosenblat und ettlich mer, uff 80 man, [106^] die fürt man gon Sant Jacob zur Birsz und vergrub sy. 25
[108] Damach griffen die Eidgnossen die Schtoebiechen an^), so usz Costantz waren kommen, [108^] und gewannen ob 14
1) Von diesen unternahmen 300 am 17. Mfirs einen Streifsug bis Kembs, am 1. Rheinufer, unterhalb Basel; s. Brennwald 8. 512 und Anshelm n 150. Diejenige Schaar jedoob, welche am 22. M&n das nachfolgend ersShlte Treffen am Bruderhola lieferte, bestand aus 800 Mann, meistens Solothumem; s. die Briefe an Solothum yom 22. M&rs , bei Tatarinoff, Festsehrift s. Schlaoht bei Domach, Urkunden S. 52.
2) Beim Treffen waren es im Qansen gegen 3000; s. ebend.
3) N&mlich jene 800; s. oben Anm. 1.
4) Ueber das Gefecht s. namenüioh Anshelm 11 154 und vgl. Tata- rinoff a. a. O., 8. 107 ff. des srsählenden Theils.
5) Nach der Flucht des Fussrolkes kämpfte die Reiterei noch fort; 8. Anshelm a. a. O.
6) Vgl B. Chron. V 322, Anm. 1.
7) Vgl. ebend.: Jacob yon Heroken.
8) Der Text Etterlins, an welchen in der Hs. diese Zusätse sich an- schliessen, ersfthlt das Treffen Tom 11. April im Sehwaderloch.
1499. 9
grosser schlangen und houptstuok ^). Do ward erschlagen herr Burekart von Bandeck und ettliche sinei fründen'], und der Mundbiott von Gonstants, und sunst uff beden teylen 300 man.
Damach zugent die Eidgnoseen gon Tüngen\ geumnnen daSj s tmd nament gefangen junckher Hansen von Baldeck, den wald- Togt von Griessen^) und ander edellüt, uff 10 mann; wurden gon Obern Baden gef&rt und in den thurn geleit.
Also darnach zugent die Eidgnossen gon St&lingen') und gon Sossneck^^), gewunnen sy, und schleifiten sy mit brand 10 und serst&rten sy. Und Küssenberg das schlosE^) gab sich uff, uff gnäd, gnedigelich.
[110^]. Damach zugent die Eidgnossen in das Walgöto^ brantschatztent das umb 8000 rynscher guldin^) und nament darumb ettlich man, nämlich 10 die besten^], ze bürgen ge- isfangen mit inen heim,
[111] üff mentag vor der uffart im 99 jar zugent die von lui 6 Solatum herab mit dem baner, und zugen gon Häsingen ^<^). Do gab sich das sohlosz uff; das verbranten sy, schlosz und
1) Ueber diese Beute ygl. Brennwald S. 523 und Anahelm II 169.
2) Vor aUen sein Bruder Heinrich ; Ober beide b. Brennwald S. 524 und Anahelm II 164 u. 167.
3) Thiengen bei Waldahut Ueber diesen Zug, der Mitte April er- folgte, vgl. Anghelm 11 185 ff. und Brennwald S. 532 ff.
4) Rudolf Ton Grieaen, östreichischer Vogt auf dem Bchwanwald. TgL Brennwald S. 532.
5) Btfihlingen a. d. Wutaeh, 3 St. oberhalb Thiengen.
6) Gemeint ist das dem Freiherm Ton Roseneck gehörige St&dtchen Blumfelden (jetxt Blumegg) a. d. Wutach, 2 St oberhalb Stahlingen; s. Anshelm IL 190.
7) Küasenherg, 2 St. östl. t. Waldahut; a. Brennwald S. 533.
8) Dieae Brandaehatsung dea Wallgauea erfolgte auf daa Treffen yom 19. April bei Fraatens; a. Anahelm IE 173 ff.
9) Laut Anahelm 11 174 waren ea 8.
10) Das hier atehende Datum (6. Mai) bezieht aioh auf daa weiter unten erzählte Gefecht an der Bira bei Brüglingen; a. unten S. 10 A. 5. Der Aua- zug der Solothumer aua ihrer Stadt hingegen erfolgte achon am 18. April, und die Uebergabe dea Weiherachloaaea Heaingen am 21.; a. die Briefe Yom 19. bis 22. April an Baael, mitgeth. von H. Witte i. d. Zeitachrift f. Geaeh. d. Oberrheins, N. F. XIV S. m 105 ff., femer den Brief yom 22. hei Tatarinoff, Featachrift, S. 60 der Urkunden. — Der Schloaaherr yon Besingen, Bernhard se Rin, ein Sohn Friedricha und Neffe Biaohof Kaapara, hatte früher durch Prahlereien die Eidgenoaaen gereist; a. Anahelm II 197.
10 Schwabenkrieg.
dorff^]. und zugent wider gon Domach mit iiem paner und volcky und lagen da ettlich tag. Also macht sich der adel uff mit vil Tolcks zu rosz und fuaz, und spiszten das schlosz PfSffingen^), und Schüssen g^en einander über die Birss; aber es ward kein schlacht'). Und in dem zugen die Eidgnossen & USB dem Hegow, und zugent Bern und Fryburg herab zu denen von Solatum^). Und als sy zu der Birszbrucken zugent^), da waren ettliche reysige pferd im feld, wol by 60, und schar- mützleten mit eynander. Da wart graff Ebins von Ortenberg erschlagen, lyt zu Basel by den Barfussen im chor begraben, lo und macht in Werlin Saler usz*); und sunst bliben by 10 mann uff beiden teylen.
Also Iflgen die Eidgnossen ^j die selbe nacht zu Muttentz, und ein h&r lag in der matten hie dissit der Birszbrucken am
lui 7 tych^]. Und morndes am zinstag zugent sy gon Bl&tzhein, und i» verbranten das schlosz und dorff.
luis Am mitwuchen zugent sy hinab, brauten Barttenhein, Sierentz, Schlierbach, und leytten sich gon Hapsen') und
1) Diess geschah gegen den Willen der Hauptleute, und unter Ver- letiung der bei der Uebergabe ertheilten Zusage; s. den in der yorigen Anm. erwähnten Brief bei Tatarinoff.
2) Diese Burg gehörte den Brüdern Oswald und Heinrich, den letzten Grafen Ton Tierstein; über diese s. M. Birmann in B. Jahrbuch 1883, S. 84 ff., femer Tatarinoff, S. 70 ff. des enihlenden Theils.
3) Am 30. April fand ein Scharmütiel an der Domacher Brücke statt Doch schon am 4. Mai sog der Feind sich aus dem Birsthai wieder in den Sundgau zurück; s. die Briefe vom 30. April und 1., 2. u. 4. BCai bei Ta- tarinoff, S. 62 u. 67 ff. der Urk.
4) D. h. ausser denen, die im Hegau gewesen, kam nach Domach ein neuer Zusug von Bern; s. Anshelm H 194, femer die Briefe vom 4. u. 5. Mai bei Witte, 8. m 121 u. 122.
5) Bei St Jakob. Laut Wurstisen 8. 486 geschah das hier folgende Gefecht vom 6. Mai bei Brüglingen, also oberhalb dieser Brücke, auf dem L Ufer. Auch waren es nicht die Bemer, welche hier auf den Feind stiessen, sondem nur eine Freischaar von 300 Mann; s. Brennwald 8. 535 und TgL den Brief der HaupÜeute zu Dornach, bei Witte, S. m 125. lieber dieses Gefecht, das am 6. Mai erfolgte. Tgl. noch Anshelm H 195, ferner den Brief Graf Heinrichs von Fürstenberg, bei Tatarinoff S. 70 d. Urk.
6) D. h. er sog ihn aus. W. Saler, aus Basel gebürtig, jedoeh Bürger Yon Solothum, wurde selber verwundet; über ihn s. Brennwdd S. 513 u. 515, Anshelm II 153 und Ochs IV 683 ff., femer Beitr&ge XII 264 u. 270 ff.
7) D. h. sowohl die Bemer als die aus dem Hegau kommenden Zu- züge; vgl. oben Anm. 4.
8) Also auf der Wiese zwischen der Birs und dem Mühlteich von St Jakob.
9) Ueber diesen Zug bis Habsheim bei Mülhausen vgL Anshelm 11 196.
1499. 11
brauten das selb ouch. Und zugent widei beruff, und sugen die panei alle heym in ii land, mit iiem züg und lütten ; doch besatacten die von Solaturn ir schloss Dornach mit lütten.
[114^] Im 99 jar, ungevorlich by 10 tagen vor pfingsten, ▼^ »kam die Welsche gard^), die vor zu Tann waren gelegen, und die fryen knecht. Aber die Welsche gard namen den Bünden und den fyenden ettlich ross^), und hielten sich, das man nit ▼il guts von ynen seyt, von eim und dem andern.
Uff sant Ulrichs tag im 99 jar engen die Welsche gardJ«U4 10 und die fryen knecht mit ettlichen uss dem Suntgow in das Münstertal; das was eins bischoffs von Basel, aber es hatt sich an die von Bern gehenckt und ynen geschworen 3). Also wart das Münsterthal gantz uszgebrant uff den obgeschribnen tag, und ein grosser roub mit vych und anderm uss dem Münster- IS thal gefftrt. Die Eidgnossen von Solaturn und Bern zugen in der selben nacht hinnäch^), aber sy mochten nüts schaffen. Der roub kam in das Suntgow.
[115] Unlang vor sant Marien Magdalenen tag im 99 jar nam der Schtoebüch punt zu im die Wehche gard und die fryen
tt knecht, das yro also ob 10 000 man wurden, mit yil guter
grossen büchsen, houptstucken, carthonen und einer meicklichen
zal schlangen, und lagen also in guter hut bisz uff sant
Marien Magdalenen tag. Ja]i22
Als der tag anbrach, hub sich der züg uff mit macht, zu
isrosz und zu fusz, und zugent für Domeck das schlosz^) und weiten das gewinnen mit macht, und leyten die grosse büchsen, und tetten zwen schütz darin. Also kamen die Eidgnossen uff 6000 man, das was Zürich, Bern, Zug, Solaturn, Lutzern, die tetten den angriff®). Do kam erst Fryburg und Under-
9. üelMndarift: Ton b«roQb«ng ond Twbranniug das MüBstertals.
1) Ueber diese burgundisehe Söldnerschaar s. Brennwsld S. 545 und Ansbelm II 226.
2) Vgl Basels Brief vom 13. Mai, bei Ochs IV 588.
3) Das Münsterthal hatte mit Bern ein Burgrecht seit 1486; 8. Eidg. Abseh. m 1, S. 235 und Anshelm I 290 ff.
4) Vgl den Brief Tom 7. Juli, bei Tatarinoff S. 98 d. Urk.
5) Sie kamen aus dem Sundgau und zogen neben Basel vorbei.
6) Diese 5 Orte z&hlten wohl zusammen 6000 Mann. Jedoch trafen die Banner Ton Lusem und Zug erst später ein und führten die Entschei- dung herbei, nachdem die Schlacht wohl schon 2 bis 3 Stunden gewfihrt hatte; s. Brennwald S. 562 ff. und ygL unten S. 12, A. 3.
12 Schwabeiücrieg.
walden, üry, Switz^), das ir hindernooher wol 12000 wart. Aber die tetten den angriff, wie obstat, und die überfielen sy by den büchsen^), uff denselben sant Marien Magdalenen tag uff die sechste stund noch mittag, was umb vesperzitt'). Do gewunnen die Eidgnoaaen dero von Fryburg und Enszheim ^ fenly^ und erachlugent der fygenden vor nacht by 1200% under toelchen was gräff Heinrich von Fürstenberg, gräff Eckrich von Bitsch, ein herr von Castelwart'^), herr Conrät von Uetenheim <^), und einer von Kageneck von Strfiszburg^), und der schultheisz von Ensiszheim, und sunst vil guter lütten. Und lagen die lo
Jvii 24 Eidgnoasen im veld bisz uff den mitwochen.
jidi 25 Damach am donstag zugent sy herab für Basel mit macht, und legerten sich gon Sant Jacob an die Birsz und in den selben matten herab bisz zu der Birszbrucken, und lagen de, und must man ynen zuf&ren win und brott; und wolten in is das Suntgäw, oder in des Margrafen land über Ryn gezogen sin. Also bäten die von Basel so ernstlichen und ermanten sy all der alten liebe und früntschafit, das sy umb der statt von Basel willen wider heim zügen^}. Das tetten sy, und uff
Juli 27 den samstag zu nacht noch sant Marien Magdalenen tag ward 20 das veld gerumpt von den Eidgnossen, und zugen heym.
[117] Damach ward ein tag angesetzt gon Basels fridens
1) Freiburg, Uri und Unterwaiden kamen erst folgenden Tages, und der Zuzug von Schwyi, vom Schwaderloch her, erst am 24. Juli; s. Brenn- wald S. 565 und Ansbeim II 231.
2) Aus dem Walde unterhalb der Behartenfluh gegen 4 Uhr Nach- mittags hervorbrechend, stiessen die Zürcher, Bemer imd Solothumer zu- erst auf das gegen das Schloss Dorneok aufgestellte Belagerungsgeschütz; s. Anshelm 11 228.
3) Nachdem der Angriff schon gegen 4 Uhr erfolgt war, erschienen erst gegen Abend die Lusemer und Zuger, deren Eingreifen die Schlacht entschied; s. Anshelm U 230 und ygl. oben S. 11, A. 6. VgL femer den Brief der Bemer Hauptleute yom Abend nach der Schlacht, wonach die Luzemer und Zuger erst zwischen 7 und 8 Uhr erschienen; s. diesen Brief bei GIutz-BIotzheim, Forts, zu Müllers Schweizergesch. V 2, S. 524. — Ueber die Schlacht überhaupt ygl. Tatarinoff S. 166 ff. des erzählenden Theils.
4) Diese Zahl, als die niedrigste Schätzung, ergänzen wir aus B. Chron. V 322.
5) Mathias von Castelwart; s. Brennwald S. 564.
6) Vgl. B. Chron. V 322 : Claus y. Utenheim.
7) Arbogast yon Kageneck, Fähndrich der Strassburger; s. Brenn- wald S. 565.
8) VgL B. Chron. V 323, A. 3.
1499. 13
halb^). Dahin kam des lUmischen küniga hoUschaffl und hetten ob 100 pfezden, oiich aller Eidgnossen hotten^ on Ury was nit uff dem tag; und waren die usz dem Giäwen Pund euch uff dem tag, desz glichen von Schäffhusen, Sant Gallen,
& Obern Baden, und usz anderen irer landtsohaffit, ouoh uff hundert. Und des kiinigs von Franckriohs bottschafft kam ouch dar.
[119] Aho ward der krieg gericht zu BaseP). Und was uff die selbe zitt burgermeister zu Basel herr Hartman von
10 Audio, das was der nüwe; so was herr Hans Tmer von Gilgenberg alt burgermeister'), und wolt ir keiner zu dem loblichen ampt des fridens kummen. Darnach bald gaben die rädt der statt Basel herr Hans Ymer urlob vom burgermeister- ampt^). So nam Herr Hartman selber urlob; er sach wol, wie
15 es gon wolt.
[119] Also do man zalt 1499, ungevorlichen umb s^^t^ Verenen tag^), wart küng Elogius von Franckrioh, der im nechsten jor vor vorgenantem jor hertzog zu Orlyentz gewesen was^), bewegt mit macht in das hertzogthumb von Meyland ze
2oziechen. Und als der hertzog^) weich, do zoch der küng von Franckrich fiirsich und gewann das gantz land von Meyland, stett und sohlosz an allen enden im land, necher denn in 6 wuchen^); und besatzt die stett und schlosz mit sim volck, mit Frantzosen ^), und nämlich das schlosz Meyland und das
« sehlcK» Nawerri Als er nun das gant. land gewonnen und besetzt hatt, zoch er wider heym^^^).
1) Ueber diesen Friedenstag, der am 18. Aug. begann, b. Eidg. Absch. m 1, S. 630, auch Wurstisen 8. 493 und B. Chron. V 323 ff.
2) Ben Friedensyertrag, yom 22. Sept. 1499, s. Eidg. Absch. m 1, S. 758 ff.
3) Ueber diese beiden s. Heusler S. 416 ff., und über Gilgenberg ins- besondere s. Vischer-Merian, i. d. Beiträgen XII 251 ff. Sie waren mitein- ander verwandt durch Gilgenbergs erste Gemahlin, Barbara von Andlau.
4) Wahrscheinlich schon im Oct. d. J.; s. Ochs IV 684 ff. Er zog hierauf nach Ensisheim; s. Beiträge Xu 290.
5) Ende August sog Ludwig XII. über die Alpen; s. Anshelm IL 268ff.
6) Bevor er 1498 König wurde, war er Henog von Orleans. »Elogius« beruht auf Verwechslung Ton Loys (Louis) mit Eloys.
7) Ludwig Sfona.
8) Von Ende August bis zum 6. Oet., wo er in Mailand einzog; s. Anshelm a. a. O.
9) Er hatte in seinem Heere auch Schotten und Eidgenossen; s. Anshehn n 270 ff.
10) Im Dec. 1499; s. ebend.
14 Schwabenkrieg.
[119^] Darnach bald bracht der herizog van Meyland uff ob 10000 Eidgnossen knecht^); desz glichen zugent im alle die fryen knecht usz disen landen^) und die Welsohe gard noch, und gab er eim fuszknecht 5 guldin den monat. Aho da er ein grosz volck ze rosz und ze fusz zewegen bracht, & zach er damit in sin land und gewan die statt Meyland'), euch cUe 2 stett Kum und Nawenen^), und sunst ril ander statt und Bchlftsser. Doch behielten die FraiUzoeen das achlcsz zu Meyland und das schlosz zu Nawerren dozemalen und euch nftchhSr all zitt. lo
Also in mitler zitt, do der käng von Franckrich vemam, das sich Meyland wider umbgeworffen hatt und sich wider an den hertzogen ergeben, do macht sich der küng wider uff mit grosser macht ze rosz und ze fusz, und zoch wider gegen Meyland; und schickt sin bottschafft zu gemeinen Eidgnossen i5 Von ort zu ort, und bracht eine grosse zal Eidgnossen uff, ob 12000 man oder mer, und zoch wider in Meylandt mit macht. Und in der zitt beschachen vil Scharmützel an eim und am andern ende, aber kein grosse Schlacht.
Und also ward der kling von Franckrich <^) innen, das der 20 hertzog zu Nawerren in der statt was mit grossem volck, vil fryer knechten, vil Eidgnossen, die Welsche gard und vil Betzen % und mit sim eignen volck ein grosse zal, und hatten aber nit vil zu essen. Das wuszt der küng; denn er hatte das schlosz stätigs innen. Also machten sich des küngs houptlüt 25 mit macht uff, und belegerten die statt Nawerren, und fiengen an zu stürmen. Und was des Frantzosen züg in nott kommen, und verlurent vil guter lütt; aber sy behielten dennocht das veld mit macht ^). Also musten sich die in der statt ergeben, oder sy hetten sunst all müssen sterben; denn sy hatten nit 30 spysz zu leben, so vil volck was in der statt. Und uff das seytten die Frantzosen: sy wfilten die Eidgenossen knecht ab lossen ziechen mit irer hab; aber [120] was der fryen knechten, oder Welschen garden oder Reizen weren, oder ander, die
1) Vgl. Brennwidd S. 579: ob 5000, und Anshelm 11 282: bi 6000.
2) Die Landsknechte.
3) Am 5. Februar 1500.
4) Como und Noyara.
5) Ludwig Xn war nicht persönlich bei diesem Feldxuge.
6) Raizen, d. h. Serben , dienten als Söldner, seitdem ihre Heimat von den Türken erobert war.
7) D. h. sie yertrieben am 9. April die Vertheidiger aus einem Kloster, welches vor der Stadt lag; s. Brennwald S. 5S7.
1500. 15
mftsten all aterben. Also gaben die Eidgenossen den Frantsosen die antwoit: »Das well goU niemeimer, das wir von den fryen kneehten wychen; denn sy sind mit uns und wir mit ynen in dise statt kummen. Also wellen wir by einander sterben,
soder sy mftssen mit uns hinuss kummen mit irer hab, wie wir!« Und uff das seytten die Frantiosen das selb ynen zu^), und also wart Nawerren dem küng von Franckrich übergeben^). Doch wart in disem abzieohen vil von der Welschen gard, desK glichen von Retzen erstochen'). Der Eidgenossen knecht
10 hatten den hertzogen under sich gemischlet, als ob er ein ander fuszknecht wer, gaben im ein hallebarten in sin hand. Do9k 80 ioart er von den Frantzosen erkennt und gefangen^ gefbrt gon Leon^].
[119] Der anfang, wie und worumb ein statt Basel ein IS ort der Eidgenoschafft ist worden.
Als man zalt 1499 jor und der friden gemacht ward zu i4W Basel zwuschen dem Bfimschen kiing, den churfürsten und den stetten, so in anhiengen mit dem krieg an eim teyl, desz glichen gemeiner Eydtgnoschafilb des andern teyls, und in disem
»fiiden bestimpt was mit uszgedingten werten^): dwyl ein statt von Basel mit beden teylen in vereyn und büntnusz, und still gesessen were, und keim teyl hett wellen anhangen, sunder ire brieff und sigel so trüwUchen gehalten betten, so wölte kiinglich majestet und churfürsten, stett, und sin anhang, desz
K glichen gemein Eidgnoschafft wolt, das ein statt von Basel und die iren in disem firiden euch begriffen sin selten, und kiingliche majestet hett ein gut benftgen an irem stillsitzen, so sy gethon betten. Desz hielt sich ein statt von Basel und die yren; es wart aber übel an ynen gehalten. Denn sobald
7. tb«rg»bflB i. d. Hl. corr. mu: wider geben.
1) Auch der Welschen Garde wurde freier Absug bewilligt, nicht aber den Lombarden ; s. Brennwald S. 588.
2) Am 10. April.
3) VgL Brennwald S. 589, sowie auch den Brief vom 15. April von Geofcey Carles, suerst edirt bei Piollet, Etüde sur Geoffirey Carles, und daraus abgedr. im Anzeiger f. Schweia. Gesch. 1884 S. 279 ff.
4) Von Lyon wurde er nach Loches in der Touraine gebracht, wo er im Gef&ngnisa starb; s. Anshelm 11 300.
5) Vgl. den betreffenden Artikel des Friedensvertrages, Eidg. Abech. m 1, 8. 761.
16 Sehwabenkrieg.
Yoibestimptei &id angenommen wart, do wären die von Basel nienenmer sicher usserthalb der statt, und in der Herrsohafft land allenthalb: [119^] Man beroupt und erstach sy; darnoch, wen es geschaoh, so wolts nieman gethon haben. Denn sy wären allenthalben verhaszt, und sang man schentliche lieder & von ynen, die unohristenlichen und unmanlichen waren.
Es waren ouoh 12 knecht zu Rynfelden, die hatten ettlich ▼on Basel erstochen im friden. Aber dennocht ward es noch- gelassen von einer statt Basel, umb fridens willen, und wart betragen zu Rynfelden und gericht, und darumb brieff und lo sigel uffgericht^). Des hielt sich ein statt von Basel; es mocht aber alles nitt gehelffen. über allen semlichen friden wurden die 7on Basel von ettlichen usz der statt Seckingen gefangen, ynen das ir genommen, geschetst und übel gehandlet ^). Also, wiewol man denen von Basel vil zuseyt und schreib, man i» wolt sy straffen, dennocht enthielt man sy zu Rynfelden und allenthalben in der Herrschajflft lande, wo es was^'). Solche deren von Basel nott weret mer denn 2 gantzer jären lang^).
Febr [^^^] ^^^ ™^^ ^^ ^^^^ j^ ^°^^ faszuacht^), do wart ein
statt von Basel zu radt; ir treffliche bottschaffb ze gemeinen 20 Eidgnossen gon Zürich uff den tag, so dozemäl do gehalten ward, ze schicken. Und waren disz die hotten mit nammen: Lienhart Grieb, Hans Hiltbrand, Walter Hämischer^); welchen befolhen wart an gemeine Eidgnossen ze bringen: Dem- nach und ynen wol wissen, ein statt von Basel in den ge- 25 machten friden beschlossen wer, würden sy nit destminder beroupt, erstochen und erschlagen, und wolts doch nieman ge- thon haben, und begerten desz iren trüwen rädt
Uff semlichs seytten gmein Eydtgnossen: So ferr es einer stat von Basel gelegen wer, so weiten sy von allen orten ir 30 M&n 21 bottschafit uff mittfasten zu Basel haben, und mit einer statt
1) Biesen Vertrag s. im St Archiv, St&dt. Urkunden 1499 Sept. 26.
2) N&heres 8. bei Ochs IV 709, wo jedoch statt Seckingen Rheinfelden genannt wird.
3) Ueber weitere Gewaltthaten^ 1. J. 1501, b. ebend. S. 742 ff., femer Brennwald S. 597.
4) D. h. bis sum Sommer 1501, wo der Bund mit den Eidgenossen geschlossen wurde.
5) Die eidgenössische Tagsatsung, an welche diese Botschaft abge- ordnet wurde, begann in Zürich am 15. Febr.; s. Eidg. Absch. in 2, S. 99*
6) Der Achtbürger L. Orieb d. ältere war 1484 Oberstsunftner ge- wesen; Hans Hiltbrand war Zunftmeister zum Bftren, und W. Harnisch Rathsherr der Metsgersunft.
1501. 17
von Basel led haben und so vil verschaffen, das villicht die yren hinfiir sicher wurden sin. Das wart zugeseit von den botten, usz bevelch eins grossen und kleinen rädts von Basel.
Also uff mittvasten kamen die Eidgnossen gon Basel ^), Kiri 21
5 und ward ynen vil zucht und eer bewisen, und kam man in red und in geschrift. Solichs namen die Eidtgnossen hinder sich zu bringen; und wart deszhalb aber ein ander tag gon Lutsern angesetzt uff die pfingstfürtag^), von gemeiner Eydt- (Jimi 2) gnoechaffty wytter mit einer statt von Basel red zu halten dber
to büntnusz halben.
Also uff vorgesetzte zitt wurden von der statt Basel wegen gon Lutzem geschickt dise naohgeschriben hotten: junckher Peter Offenburger oberister zunfitmeister '), Niolaus Bysz alter znnflftTneister^), Hans Hiltbrand, Walther Uarnischer, mit vollem
IS gewalt zu handien in der verbüntnüsz, die artickel ze minderen und zu meeren, noch irem guten bedunoken der statt Basel halb, doch das ein statt Basel wolt und solt ein ort der Eyd- gnoschafit geheyssen sin in lieb und in leyd, und by ynen sitzen als ein ander ort, euch was sich nun hinfürer, begeben
20 mdcht noch dato des büntnuszbrieffs, glych macht und gewalt haben s51te und m&chte, nüts uszgenommen, wie ein ander ort der Eydgnoschafft. Uff disem tag wart vil gehandlet, ettlich artickel gemindert und gemeert. Yedoch zu letst sachent die 8 ort an ^ das die von Basel sich so erlichen und redlichen
3s m zUt des krieges gehalten hatten^ und nament sy uff zu einem ewigen ort. Und wart solichs verbriefft und beschlossen zu Lutzem uff sant Medardus tag umb die 5. stund ^). Juni s
Nachdem alle ding und Sachen von beden parthyen be- schlossen und zugeseyt, ward ein tag angesetzt gon Basel, das '
1) Ueber diesen Tag zu Basel, vom 21. M&rz, s. Eidg. Abseh. III 2, S. 105.
2) Auf Mittwoch nach Pfingsten (2. Juni). Diese Tagsatiung in Lu- xem, deren Abschied verloren ist, wurde nicht am 21. Man verabredet, sondern erst auf einem späteren Tage zu Basel, der bis zum 19. Mai währte; s. Eidg. Absch. lU 2, S. 117 ff. Zudem übergeht der Verf. die daswischen gehaltenen Tage zu Luzem und Schwyz, vom 19. u. 28. April, auf welchen ebenfalls in dieser Sache unterhandelt wurde; s. ebend. S. 109 ff.
3) Der spätere BOrgermeister ; über ihn s. B. Chron. V 309, A. 2, auch unten S. 19.
4) N. Busch, der frühere Stadtsohreiber. Die Schreibung »Rysz« entspricht der mundartlichen Aussprache.
5) An diesem Tage (8. Juni) erfolgte der endgiltige Besohluss. Der ausgefertigte Bundesbrief jedoch trägt das Datum des 9. Juni; s. Eidg. Absch. ni 2, S. 120 ff. und ebend. S. 1291 ff. den Worthiut der Urkunde.
Baaler Gironikett. YI. 2
18 Sohwabenkrieg.
die Eidgnossen mit ToUem, gewalt solten kummen, und solt ein statt von Basel und ir buigei ynen die büntnuss schweren. Dess glychen so solten die Eydgnossen einer statt von Basel und den yren oueh schweren. Diss geschach, wie hernach stott 1). &
Juli 13 Als man salt 1501 jar uff sant keyser Heinrichs tag hat ein statt von Basel bevolhen ein löblich ampt su haben im miinster, gott dem allmechtigen su lob und eer; und waren hieby gemeiner Eydgnossen bottschafiten'), desz glychen bed rädty nüw und alt, der statt Basel. Darnach giengen die Eid- lo gnossen mit den rädten herab [121^] an den Kornmerckt uff ein brüge, was gemacht von der Wynlütten husi an biss an das husz cum Hasen'). Und gieng die brüge uff dem Kornmerckt bisz über das grSblin^); daruff stunden die Eidgnossen und bed rädt von Basel. Und uff dem merckt^) stunden die i5 gemein, und burgers sün, was über 14 jor alt was, und uss den ämptern die v> und die aroptlüt, pfleger etc.*).
Und also ward der büntnussbrieff gelesen, und schwur ein statt Basel gemeinen Eydtgnossen, disen eewigen bundt ze halten. Und gab der burgermeister von Zürich, hiess» Heinrich Rösch 7), ynen den eyd. Und do ein statt Basel mit sampt den yren geschworen hatt, do gab der stathalter junckher Peter Offenburg ^) gemeinen Eidgnossen ouch den eyd; den schwuren sy ouch. Und do uff beiden teylen ge- schworen was, do fieng man an zu lütten mit der rätsglocken, » und mit allen glocken in der statt, in allen kilchen und closteren, und lutt man £roid überal.
Und also fürt man gemein Eidgnossen zum Brunnen, und • bed rädt von Basel, und assend do by eynander zu imbisz und
1) Ueber den hier folgenden BundeMchwur vgl. B. Chron. V 324, auch Brennwald S. 597. Ueber die periodische Erneuerung des Schwurs s. B. Chron. IV 88 ff. und unten den Anonymus bei Schnitt, s. J. 1526.
2) Ihre Namen s. bei Wurstisen, S. 497.
3) S. B. Chron. V 324, A. 3.
4) Vermuthlich die Rinne, welche die Fahrstrasse iwischen der Freien Strasse und Sporrengasse vom übrigen Marktplatz trennte. Die Bühne nahm also diese Fahrstrasse ein.
5) D. h. auf dem ganzen Platz, soweit ihn die Bühne f^ei Hess.
6) Also die gesanmite Bürgerschaft, vom 14. Jahr an, sammt den Amtleuten des Landgebietes.
7) H. Röist.
8) Vorher Oberstzunftmeister, war er bei der diessj ihrigen Raths- wahl in Ermanglung eines wirklichen Bürgermeisters zum Statthalter des Bürgermeisterthums ernannt worden; s. Heusler S. 417.
1503. 1504. 19
SU nacht mit giOBsen firoiden. Und nam man von nieman keyn ürtten; ein ladt von Basel bezalt es alles ^),
Anno 1503 jar zugent gemein Eidgnoeeen für Luggarw^), i503 Also zoch ouch ein statt von Basel usz mit 600 mannen, und
s was oberster houptman junckher Peter Offenburger und Friderich Hartman'), und ward ein mechtige letzen gewunnen von den Eidgnossen dem selben land ab^). Aho ward die each gericht% und wurden die capitel wider uffgericht des zols hidb<^), das gemein Eidgnossen mit sampt denen von Bellents irj selten
10 wandlen im land von Meyland, noch lut der berichtbrieff. Und uff das zoch yederman wider heym mit froiden.
Anno 1504 j&r hielten die Eidgnossen von den 12 orten 1604 ein fasznacht zu Basel mit yren 12 zeychen und farwen, was lustlich ze sechen^).
12. Hfl. yn orten, tUtt JH.
1) Die diessbesüglichen Ausgaben 8. in der Fronfastenreclmung von 1501, abgedr. bei Thommen, Der Basier Bundesbrief, S. 25 ff.
2) Ueber diesen Zug nach Locamo vgl. unten Ertiberg u. Adelberg Meyer, s. J. 1503. — Das hier Folgende, bis »land ab«, findet sich wört- lich auch in der Beinheimisohen Hs. Bl. 193^; ygl. unten Beilage 11 sur Chronik der Mailänderkriege.
3) Offenburg war seit Juni 1502 Bürgermeister, und Hartmann Alt- Oberstsunftmeister.
4) Ueber diese Letie, am Langensee oberhalb Locamo, s. Wurstisen S. 499. W&hrend die Basler am 14. Man aussogen, wurde diese Ver- schanzung schon Yor dem 20. Man erobert; s. den Brief Basels an seine Hauptleute im Felde, vom 22. Mftrs, im Missivenb. XXH 113.
5) Im Friedensvertrag von Arona, vom 11. April 1503; s. Eidg. Absch. m 2, S. 1305 ff.
6) Das alte mit Mailand geschlossene sog. Capitulat wurde erneuert; s. ebend. 8. 224 u. 1308 ff.
7) Dieser Besuch w&hrte Yon Sonntag dem 21. bis Donnerstag den 25. Januar; s. Näheres bei Edlibach S. 237 ff., der jedoch die irrige Jahr- sahl 1503 hat
n.
Die
Anonyme Chronik der Mailänderkriege.
1507—1516.
Einleitung.
Die bb 1504 reichende Chronik de« Sohwabenkrieges, deren Bruchstücke über den leisten Theil von Berlingers Etterlin als Zusätze zerstreut sind, ist nicht so umfangreich, dass die betreffenden Blattränder damit ausgefüllt wären. Der haus-
5 hälterische Berlinger benützte daher jeden noch frei gebliebenen Kaum zu weiteren Eintragungen, imd so finden wir s. Th. auf denselben Blättern, welche diese Beschreibung des Sohwaben- kri^es enthalten, noch weitere, von 1507 bis 1537 reichende Auüseichnungen. Im Gegensatz zur genannten Chronik finden
10 sich jedoch diese auch in der Beinheimischen Hs. ^), und ausserdem ist uns ihre zweite Hälfte, von 1518 an, noch in einer dritten Hs. erhalten, nämlich in einer umfangreichen Compilation, welche um 1537 von dem Basler Maler Konrad Schnitt gefertigt wurde'). Wie wir nun später noch sehen
» werden, so ist diese mit 1518 beginnende zweite EQUfte nichts andres als die bisher verloren g^laubte Chronik des genannten Bfalers']. Es .tritt uns daher vor allem die Frage entgegen, ob nicht auch der erste Theil der vorliegenden Aufieeichnungen, schon von 1507 an, als das Werk Konrad Schnitts zu be-
30 trachten sei.
Ein greifbarer unterschied zwischen diesem ersten und dem ^"^|^^^ zweiten Theil ist weder in sprachlicher Hinsicht noch in der Be- g^^^ handlnng des Stoffes nachzuweisen, und wenn an zwei Stellen Angehörige von Constanz in auffalliger Weise erwähnt werden^),
s so werden wir unwillkürlich daran erinnert, dass auch Schnitt aus dieser Stadt gebürtig war. Nicht minder stimmt es zu seiner Eigenschaft als Heraldiker ^), wenn beim Zuge von 1513
1) S. B. Chron. V 450 u. 458. Die Beinheimisehe Hs., frflher ohne Signator, ist jetst H 1 1 signirt
2) Ueber diese Hs., jetzt Cod. S 2 der Vaterländischen BibUothek in Basel, s. unten Beüage I zu Schnitts Chronik.
3) 8. unten die Einleitung zu Schnitte Chronik.
4) Beim Pavierzug von 1512 und beim Dijonerzuge von 1513; s. unten.
5) Hieraber a. unten die Einleitung zu Schnitte Chronik.
24 Mail&nderkriege.
gegen Dijon alle Fahnen und Fähnlein beschrieben werden, welche man damals durch Basel ziehen sah. So deutlich nun diese Merkmale auf ihn su weisen scheinen, so dürfen wir doch andrerseits nicht übersehen, dass schon in diesem ersten Theil unverkennbar ein in Basel lebender Zeitgenosse berichtet^ «*> was er damals gesehen und gehört hatte. Zudem lässt s. B. die Erzählung der Gesandtschaften von 1512 nach Venedig, Rom und Mailand nur auf einen VerGEtsser schliessen, welcher entweder selber dem Bath angehörte oder doch wenigstens mit einzelnen Bathsgliedern persönlich verkehrte. Von Schnitt lo aber wissen wir nur, dass er erst 1519 in Basel in eine Zunft aufgenommen wurde. Vorher also, um 1512, kann er hier wohl nur als Malergeselle gelebt haben, obschon er später zu Ehren und Ansehen gelangte und 1530 Zunftmeister wurde ^).
Noch zweifelhafter erscheint jedoch Schnitts Autorschaft \h hauptsächlich dadurch, dass in jener schon erwähnten, von seiner Hand geschriebenen Compilation von diesem ersten Theile, bis 1516, auch nicht die mindeste Spur zu entdecken ist Wohl sind die Feldzüge jener kriegerischen Jahre audi dort verzeichnet, jedoch nach einer andern, viel kürzern Quelle, 20 die uns auch bei Cosmas Ertzberg noch erhalten ist 2). Wenn wir nun beachten, wie Schnitt in dieser Compilation sich be- mühte, die theilweise unbestimmten Daten dieser seiner Quelle zu ergänzen, indem er einige dürftige Notizen aus dem Rothen Buche seiner Zunft herbeizogt], so dürfen wir hieraus wohl 25 mit Sicherheit schliessen, dass er die vorliegenden Aufzeich- nungen von 1507 — 1516 jedenfalls benutzt hätte, wenn sie ihm irgendwie bekannt gewesen wären. Diese gehörten also niemals zu seiner Chronik, sondern sie sind das Werk eines unbekannten Verfassers, welcher zwar ebenfalls, wie Schnitt, 30 einen ausgesprochen Sinn für Heraldik und vielleicht auch irgendwelche Beziehung zur Gegend am Bodensee hatte, der aber schon um 1512 mit Basels regierenden Kreisen verkehrte und überhaupt einer altem Generation angehörte als Schnitt. Immerhin bleibt dieser Verfasser für uns ein Unbekannter, und 33 so müssen wir uns bescheiden, sein Werk nur allgemein nach seinem Hauptinhalte als »Anonyme Chronik der Mailänder- kriege« zu bezeichnen.
Die Erzählung dieser Kriege und der damit verbundenen Unterhandlungen reicht bis zum Abschluss des ewigen Friedens 40
1) S. unten die Einleitung zu Schnitts Chronik. 2] S. unten Beilage I 2u Schnitts Chronik 3) S. ebencL
Einleitung. 2Ö
mit Fxankieioh, also bb 1516, und hieran sohliesst sioh noch dei Bund von 1515 mit Mülhausen. Was nun weiter folgt, handelt Ton der Beformation und findet sich grössten Theils aucsh in Sohnitts Compilation. Wir dürfen daher den Abschnitt
» vom Bunde mit Mülhausen wohl als den Schluss dieser Anonymen Chronik betrachten, während alles Folgende dem Werke Konrad Sohnitts sucuweisen ist
In der Beinheimisohen Hs. nimmt die Anonyme Chronik Y*'^^ Bl. 200 — 216 ein, während sie in Berlingers Etterlin über die iciurifteiL
(•Bänder von Bl. 99 — 112 und 59 vertheilt ist^]. Diese zwei Hss., die wir fortan mit B und £ beseichnen, stimmen nicht nur im Wortlaut überein, sondern auch in der Entstellung einzelner Namen und Zahlen. Sie beruhen mithin auch für diese Chronik, wie für andre, auf einer gemeinsamen Vorlage,
» welche jedenfalls nicht die Urschrift des Verfassers war.
Wohl ähnlich wie mit solchen Schreibfehlern mag es sich auch mit allen jenen Stellen verhalten, welche in beiden Hss. in EJammem stehen. In den meisten Fällen zwar lassen sich diese Klammem als einfache Interpunktionszeichen auffassen, welche
20 Zwischensätze umschliessen. Doch finden sich auch einzelne solcher Stellen, die wir kaum für etwas anders halten können als für nachträgliche Zusätze: so z. B. wenn z. J. 1513 zur Stärke des vor Dijon versammelten Heeres bemerkt wird: >oder nach ettlicher cronicken anzeigung 46000.« In der
»gemeinsamen Vorlage von B und E — oder vielleicht schon in der Urschrift des VerfEUsers — standen derartige Zusätze wohl nur am Bande. Berlinger jedoch, der Schreiber unsrer beiden Hss. 2), behielt nicht nur aUe Klammern bei, welche in seiner Vorlage einzelne Zwischensätze umgaben, sondern er unter-
30 schied durch dasselbe Zeichen auch alle jene Bandbemerkungen, die er bei der Abschrift in den Text hereinzog. Die ursprüng- lichen Zwischensätze und die Bandbemerkungen sind daher in den beiden Hss. äusserlich nicht mehr zu unterscheiden, und so erscheint es rathsam, auf eine solche Ausscheidung über-
3s hanpt zu verzichten. Wir behalten daher diese eingeklammerten Stellen im Text alle bei, wie die beiden Hss. sie haben.
Stimmt nun im Granzen der Text der beiden Hss. genau überein, so bemerken wir immerhin in E verschiedene Stellen, welche in B fehlen. Erscheint demnach der Text der letztem
mHs. theilweise gekürzt, so dürfen wir wohl daran erinnern,
1) Auf Bl. 59 steht einzig die Winterkftlte Yon 1514, als Zusati zu Etteriins Bericht über den strengen Winter von 1408. .
2) S. B. Chron. V 442 u. 456.
26 Mail&nderkriege.
dass dieselbe im Auftrage des BiiigermeiBters Adelberg Meyer gefertigt wurde ^), der also Kürsungen vorschreiben konnte, während für E eine derartige Beschränkung nicht vorhanden war. In der Tbat erscheint es sehr b^eifUch, wenn Meyer im reformierten Basel es für überflüssig hielt, in seinem Buche ^ die seither werthlos gewordenen Privilegien au&uzählen, welche die Stadt 1512 von Papst Julius IE. erlangt hatte, und ebenso, wenn er beim Feldzuge von 1515 sich mit Nennung der Hauptleute begnügte und die Namen der übrigen Kriegs- beamten überging. Noch weniger kann es befremden, wenn to er kurz darüber hinweg gieng, auf welche Weise 1516 auch Basel zur Annahme des schimpflichen Friedens mit Frankreich gebracht wurde. Wir haben somit keinen Grund, derartig Stellen, weil sie in B fehlen, in E als spätere Zuthaten aufiEufassen. is
Ausser diesen zerstreuten Stellen, deren ursprüngliche Zugehörigkeit sich kaum bezweifeln lässt, bemerken wir in £ auch eine Gruppe von 4 Abschnitten, welche zwischen die Ereignisse von 1513 und 1514 eingeschaltet sind, aber in B gänzlich fehlen. Jeder derselben handelt von Bauernunruhen, ^ und zwar die drei ersten von den Aufständen von 1514 in Würtenberg, Solothurn und Bufach, der vierte hingegen vom AuÜBtande von 1513 im Breisgau. Dieser letztere Abschnitt ist nun allerdings nichts andres als die bekannte, von Pamphilus Gengenbaoh gleich nach dem Ereigniss verfasste imd im Druck s verbreitete Erzählung dieser Begebenheit^). Er ÜEmd also in E seine Stelle hinter den Aufständen von 1514 wohl nur deshalb, weil er einen ähnlichen Gegenstand behandelte. Die 3 vorausgehenden Abschnitte hingegen vermögen wir auf keine bekannte Quelle zurückzuführen, und ebensowenig bemerken m wir beim Vergleich mit dem sonstigen Inhalte der vorliegenden Chronik irgendwelche greifbare Verschiedenheit. Wir stehen daher nicht an, diese 3 Abschnitte als einen ächten Bestand- theil dieser Chronik zu betrachten, obschon wir die Gründe nicht kennen, weshalb sie in B gänzlich übergangen wurden, ss
Unter den oben erwähnten Zusätzen in Klammem ist es gerade der umfangreichste, welcher in B fehlt und einzig in E sich findet. Derselbe handelt von den Unruhen, welche 1513 in der Eidgenossenschaft durch den keines- wegs grundlosen Verdacht &anzösischer Bestechung hervor- 40
1) S. B. Chron. V 452.
2) Vgl. E, BL 108b— 110, mit dem alten Druck oder mit Gödeckes Gengenbaoh S. 28 ff.
Einleitung. 27
gerufen wurden. Da er jedoch schon durch seinen Umfang den Zusammenhang des ursprünglichen Textes der Chronik in sehr fühlbarer Weise stört, so scheiden wir ihn aus und ver- weisen ihn unter die Beilagen^], d Wiewohl diese Chronik mit dem Mülhauserbunde von Eni-
1515 sohliesst, so kann sie ihre jetiige Gestalt doch frühestens seit um 1522 erhalten haben. Denn in der Ertiihlung vom würtembergischen Bauernaufstände von 1514, die uns aller- dings nur in der Hs. E erhalten ist, wird noch die Zuweisung
10 Wärtenbergs durch Karl V. an seinen Bruder Ferdinand er- wähnt, welche erst 1522 erfolgte. Zugleich aber nöthigt uns %. B. die genaue AuMhlung aller im August 1513 durch Basel gesogenen Kriegsschaaren su der Annahme, dass der Verfasser schon damals sich seine Notizen gemacht habe, die
15 er dann ein Jahrzehnt später in seinem Werke verwerthete. Da die Chronik mit dem Jahre 1507 beginnt, so darf wohl gefragt werden, ob sie nicht ursprünglich als eine baslerische Fortsetzung zur gedruckten und damals weit ver- breiteten Chronik Etterlins gemeint war. In der That zeigt
20 z. B. der Abschnitt vom Mülhauserbunde gewisse stylistische Anklänge an das Werk dieses eidgenössischen Chronisten. Andrerseits aber spricht gegen diese Annahme schon der Um- stand, dass z. B. die 1513 erfolgte Aufnahme Appenzells als dreizehnter Ort der Eidgenossenschaft hier mit keiner Sylbe
25 ermhnt wird.
Schon oben sahen wir, dass der unbekannte Verfasser, v«rfu6er. gleich dem Maler Schnitt, einen ausgesprochenen Sinn für Heraldik zeigt, sowie auch einige Kenntniss von Land und Leuten am Bodensee ^). Weiter lassen uns seine Bemerkungen
30 über die päpstlichen Geschenke von 1512 vermuthen, dass in Zürich und Einsiedeln, wo sie aufbewahrt wurden, er selber sie nachher gesehen habe. Dagegen zeigt uns sein Bericht über den Durchzug der Eidgenossen von 1513 durch Basel, dass er z. B. im Gebiete von Luzem sehr wenig bewandert war.
3& Hinsichtlich seiner Gesinnung aber lassen seine Äusserungen über den Genueserzug von 1507 und über den Frieden von
1516 keinen Zweifel darüber, dass er ein entschiedener Gegner Frankreichs und seiner Jahrgelder war. Er war also möglicher- weise einer jener eilf Rathsherm und Sechser, welche nachher,
40 d. h. 1521, den auf sie entfallenden Antheil an den französi-
1) S. unten Beflage I.
2) Vgl. oben S. 23.
28 Mailftnderkri^^.
sohen Jahrgeldem surück wiesen und dadurch den Unwillen dei vom fremden Grolde geblendeten Mehrheit sich zuzogen^). Doch fehlt uns bis jetzt jeder Anhaltspunkt, um diese M^lioh- keit irgendwie zur Gewissheit zu erheben. ^v h^ri^' Wiewohl nun diese Chronik namentlich in Bezug auf die s Benfitcnng. diplomatischen Unterhandlungen nicht immer frei ist Ton Irr- thiimern, so bildet sie immerhin für die zwei ersten Jahrzehnte des XYI. Jahrhunderts eine der wichtigsten baslerischen Ge- schichtsquellen. Besonders gilt dies für die italienischen Feld- züge Ton 1512 und 1513, über welche der sog. Fridolin Ryffio schweigt^). Doch auch über das Jahr 1515, z. B. über Marignano, werden durch die vorliegende Chronik einzelne Irrthümer Byffs berichtigt'). Wie der ganze Inhalt der Beinheimischen Hs., so wurde denn auch diese Quelle sowohl von Wurstisen in seiner 1580 gedruckten Baslerchronik als i5 von Ochs in seiner Geschichte der Stadt und Landschaft Basel verwerthet, und ebenso finden wir einzelne Stücke aus ihr in Buxtorf- Falkeisens 1863 erschienenen Baslerischen Stadt- und Landgeschichten ^). Aiisg»i>«. Der vorliegenden Ausgabe dieser Chronik legen wir die 20 Beinheimische Hs. zu Grunde, indem wir alle diejenigen Stellen, welche nur in Berlingers Etterlin sich finden, durch eckige Klammern unterscheiden. Die ebenfalls nur dort vor- handenen 3 Abschnitte z. Z. 1514 jedoch lassen wir ohne Klammern, setzen aber bei jedem derselben vor die Über-» Schrift ein eingeklammertes E. Zudem unterscheiden sie sich vom übrigen Texte schon sehr bestimmt durch ihre ganz andern Blattzahlen (107—108, statt 200—216). Alle jene Zwischensätze sodann, welche in beiden Hss. eingeklammert sind, bezeichnen wir mit runden Klammern. 30
Die Überschriften, die in beiden Hss. über jedem Ab- schnitt stehen, behalten wir bei, obschon sie schwerlich aus der Urschrift des Verfassers stammen, sondern wohl eher erst von Betlinger. Hingegen geben wir die in der Beinheimischen Hs. durchweg in Worten ausgeschriebenen Zahlen auch hier, ss wie in frühern Fällen, einfach in Ziffern, und zwar in arabischen^).
1) ß. B. Chron. I 214.
2) 8. B. Chron. I 20 ff.
3) Vgl unten den Text s. J. 1515 mit B. Chron. I 21 ff.
4) Buxtorf kannte sie nur aus Berlingers Etterlin, den er bald als »Handschrift ohne Namen des Chronisten«, bald als >Chronik ohne Namen« oder > Anonyme Chronik« citirt; s. ebend. 1 19 ff.
5) S. B. Chron. V 345.
Einleitung. 29
Die den beiden Hss. gemeinsamen Entstellungen von Zahlen und Wörtern behalten wir, soweit sie auf einem Irrthum oder Missverständniss des Verüassers zu beruhen scheinen, im Texte bei. Diejenigen hingegen, welche offenbar nur durch einen
^Lesefehler des Abschreibers entstanden sind, verweisen wir unter die Varianten. Hinsichtlich der Rechtschreibung gilt auch für diese Chronik genau dasselbe, was schon oben sur Chronik des Schwabenkrieges bemerkt wurde ^].
Als Beilage lassen wir zunächst einen amtlichen, doch Beilagen.
10 leider unvollendeten Bericht über den Dijoner Zug von 1513 folgen, der uns im Staatsarchiv noch erhalten ist ^),* und diesem fogen wir den oben erwähnten, an diesen Zug anknüpfenden Zu- satz in Berlingers Etterlin noch bei^}. Sodann aber sahen wir schon früher, dass unserer Chronik in der Beinheimischen Hs.
»auf BI. 193^ — 199 eine Reihe von Abschnitten vorausgeht, von welchen mehrere aus noch vorhandenen Rathsbüchem stammen, während die übrigen unbekannten Ursprungs sind^). Die Auf- zeichnungen letzterer Art betreffen die Jahre 1489 bis 1531, und da wenigstens der umfangreichste von ihnen, z. J. 1512,
tt einige Ergänzungen zum Inhalt der vorliegenden Chronik bietet, so mag dieser Umstand es einigermassen rechtfertigen, wenn wir sie alle — soweit sie nicht in andern Hss. besser erhalten sind — als zweite Beilage hier folgen lassen.
1) S. oben S. 4.
2) Im Bd. St 91 (10).
3) S. oben S. 26.
4) S. B. Chion. V 448 £f.
[200] Von einem sug gon Gennow.
1507 Im 1507 j&r schickt man von allen filtern der Eidgnoschafft lüt usz, und gab ein yeoklichs ort, nachdem es vermocht. Also schickten die von Basel 500 man^), deren houptman was herr Hans Kilchman^], und Jacob Meyer, oder den man » nampt zum Hasen, fänrich^); zugent gon Meyland zu^), und darnach mit den fryen knechten, der eben vil was, mit den andern firteren. Und wurden yro zusamen mit denen, die der küng von Franckrich hat, lackeyen^}, Stradioten*) und Hispa- nier und anderem Tolck, ob den 70 000 7), und gewunnen ein lo Schlacht vor Gennow uff dem berg^). Und Genow ergab sich dem küng von Franckrich. Als bezalt er die knecht wol; dann er forcht, sy betten sunst die statt geplünderet. Und zugent wider heym.
Wie alle örter der Eydgnoschafft ein verein mit dem i5
bapst machten.
1610 Im 1510 jär wart bäpst Julius durch den bischoff von
1) Diese Zahl ist um die Hälfte zu hoch. Denn die Eidgenossen insgesammt sollten 4000 Mann stellen, wovon Basel 250, und in der That zogen von hier nur 252 aus; s. Eidg. Absch. III 2, S. 362 ff. und vgl. im StA. Bd.St. 91 (2) den Auszugsrodel vom 18. April d. J., welcher nur 252 Namen aufweist.
2) Ueber ihn s. B. Chron. IV 88, A. 1.
3) Der sp&tere Bürgermeister, der im Hause zum Hasen (Areal des jetzigen Rathausthurmes) wohnte. Die Besetzung der übrigen Aemter auf diesem Zuge s. im Bd.St. 91 (10), im Musterrodel vom 22. M&rz.
4) D. h. über den Qotthard nach Varese, von dort aber nicht nach Mailand, sondern nach Alessandria; s. Anshebn III 43 ff.
5) Französische Fussknechte. Ueber die Etymologie dieses ursprüng- lich arabischen Wortes, das die Franzosen von den Spaniern entlehnten und in laquais umformten, s. den Artikel in Littr6, Diotionnaire raisonne de la langue fran9aise.
6) Eine Art leichter Reiterei, welche ursprünglich, d. h. im XV. Jahr- hundert, aus griechischen Söldnern bestand; daher ihr Name.
7) Hans Kilchmann, in seinem Briefe vom 12. April, im Bd.St. 91 (10), schätzt die Eidgenossen auf 6000 und das Heer des Königs nur auf 20000,
8) Ueber diesen Sturm, vom 25. April, s. ebend.
1507—1510. 31
Wallis^) geuisachety das er begerte ein büntnuaz mit den Eidgnoflsen, nemlich den 12 örtem und was su ynen gebort, zu machen. Also wart sy im verwilliget und mit im gemacht 5 jar lang, doch also, das sy im schicken solten ein summ
^lüten, wenn er yren begerte, in sim costen. Des giengen sy
yn. Darumb solte er geben alle jftr yeglichem ort 1000 guldin^).
Uff solich beger zugent dero von Basel knecht hinweg am
zinstag [200^] nach sant Laurentzen tag obgemelts järs, und ^^s- ^3
zugent gon Bern, von Bern gon Friburg in Oechtland, von
loFriburg in Wallis, gon Sitten s). Darnach zugent sy von Wallis über hoche, scharpffe, b6se berg und gon Bellentz zu^). Von Bellentz zugen sy über den Montkenel^) gon Lowertz*) und gon Kum zu ''). Da betten sy nienen bulffer ze schiessen, euch kein lyferung, und wurden die knecht hungerig ^). Darzu
i&tetten ynen die Frantzosen grossen schaden, erstachent die knecht; so warent euch die wasser verleit mit den Frantzosen'). Also kament sy wider heym am 16. tag nach sant Yerenen tagi®}. Und was Jacob Meyer, den man nampte Jacob zum 8«pt. n
17. Beide Hm.: am VI tag, statt XVI.
1) Mattb&uB Schinner, Bischof von Sitten, welcher 1511 Kardinal inirde.
2) Diesen Vertrag, vom 14. M&rs 1510, s. Eidg. Absch. DI 2, S. 1333ff. Ueber die Zahlung dieses Jahrgeldes an Basel s. Stadt. Urk. 1512 April 7.
3] Mit Bern und Freiburg zogen sie diesen Weg in der Absicht, über den St Bernhard nach Italien zu gelangen. Als sie jedoch yemahmen, daM das Thal von Aosta von den Franzosen besetzt sei, wandten sie sich von Martigny nach Sitten und dem Oberwallis zu ; s. den Brief der Basler Hauptleute, vom 17. August aus Freiburg, im Bd.St. 91 (9), und vgl. Anshelm m 221 ff.
4) Yermuthlich den n&chsten Weg, über den Nuffenenpass ins Liyinen- thal. In Bellinzona, wo sie spätestens am 30. August eintrafen, waren sie Yon den Waldst&dten erwartet; s. den Brief der Basler Hauptl., Yom 1. Sept., im Bd. St 91 (9), und vgL Anshelm a. a. O.
5} Der Monte Cenere bildete von 1503 bis 1512 die Grenze zwischen der Eidgenossenschaft und dem Herzogthum Mailand.
6) Lugano.
7) Von Lugano zogen sie zuerst südwärts über die Tresa bis Varese, und dann erst gegen Como; s. den Brief der Basler Hauptl. yom 1. Sept., Ton der Tresa, im Bd.St. 91 (9), und ygl. Anshelm III 222, auch Dierauer n 404, A. 3.
8) Hierüber s. den Brief Jakob Meyers, vom 11. Sept. aus Bellinzona, im Bd.St 91 (9).
9) Schon der Uebergang über die Tresa musste erkämpft werden; s. den oben in Anm. 7 erwähnten Brief. Ueber die tieferen Beweggründe sur Heimkehr s. Anshelm III 222.
10) S. den oben in Anm. 8 erwähnten Brief, wonach die heimziehenden
32 Mailbiderkriege.
Hasen, kouptman, und Bernhart Meyer, Claus Meyers sun, fänriohi). Und bleib man ynen den sold schuldig yom bftpst').
Wie nach gemachter yereinung mit dem bapst euch andere, nämlich ettliche küng, fürsten und herren »nsuehten und würben an gemeine Eidgnosohafft s umb ein yereyn, welche euch mit ynen Tolstreckt wart, alles wider ein krön von Franckrich angesechen.
1512 xjff solichs im 1512 jär vor mitelfasten') wart von allen M&n 21 orten der Eydgnoschafit und von yedem in sunderheit ein eersamy bottschafEt yerordnet gon Venedig ze ryten, daselbst lo se erfaren des hertzogen von Venedigs^) willen und meinung der vereynung halb^). Und geschach solichs mit verwilligung keyser Maxemilians; gab ynen geleit, durch sin land [201] der Etsch se ryten. Als wart von einem eerlichen ort und statt Basel gesant Jacob Meyer, den man nampte Jacob sum is Hasen, mit andern Eidgnossen der 12 örteren dahin se ryten. Da sy nun schier gon Venedig kamen, füren die uss der statt herusE mit 40 schiffen*) ynen entgegen, empfiengen sy mit unsäglichen grossen eeren. Und nament die 12 factores^) die obersten on der hertzog in der statt, die botten yeglicher 2u einen zu im, bewisen ynen grosse zucht und eer, darvon nit zu sagen was. Also fürten sy darnach die botten in den
8. B«id« Hm.: 1511. 21. Hi.: jefliclier einv; E: yagUek«? «iBtiL
Basier am 10. Sept Belliniona erreichten und Dienstags den 17. in Basel einsutreffen hofften. Das Datum im Texte hat somit nur einen Sinn, wenn wir lesen: >am 16. tag nach sant Verenentag€ (1. Sept), also am 17. Sept.
1) Bernhard, ein Bruder des sp&tem Bürgermeisters Adelberg Meyer cum Pfeil, wurde im Febr. 1529 Rathsherr und 1548 Bürgermeister. Als Sohn Nikiaus Meyers wird er hier beseichnet tum Unterschied von Hans Bernhard Meyer von Baldersdorf , welcher Ton 1513 bis 1529 mehrmals Rathsherr war.
2) Ueber die Ursache, warum der Sold nicht reohtieitig ausgeiahlt wurde, s. Wurstisen S. 501.
3) Auf Mittfasten, Sonntags den 21. Mftrs 1512, traf die hier erwfihnte Gesandtschaft in Venedig ein; s. Eidg. Absch. m 2, S. 604 ff.
4) Leonhard Loredan.
5) Mit Julius II, dem Verbündeten der Eidgenossen, hatte Venedig schon im Oct 1511 die »heilige Liga« geschlossen. Ueber den eigentlichen Zweck dieser Gesandtschaft s. Dierauer 11 409 ff., femer Gh. Kohler, Les Suisses dans les guerres dltalie, S. 288 u. 311 ff.
6) Vgl Eidg. Absch. III 2, S. 604: mit fün&ig gedeckten schiffen.
7) Sollte heissen: die 6 procuratores. Diese 6 nahmen jeder 2 Ton den 12 Gesandten der Eidgenossen in Empfang, um sie su Schiff in die Stadt SU geleiten; s. ebend.
1511, 33
besten palaat, usigenonimen des hertaogen palast, gaben ynen gelta gnug se veneren. Lebten wol, und lagen wol 16 tag dft^). Do sy dannen sohyeden, loazt man sy von der herberg, und fiuen widei heym.
^ Von einem grossen Ryn.
Im 1511 jär uff Sant Marien Magdalenen tag was der isii Ryn ani Basel so grosz worden , das man von den sünfiten kneoht nam und ynen bot by dem eyd, das salts im saltihuss uss den underen kästen inn die oberen zu tragen. Dann der
io Ryn wuchs so heStig, das man besorgte, es wurde gesohechen, wie 31 j&r darror in der wassergrössi ouok beschaoh^). Und meint man, es wurden dxy joch an der Rinbruoken hinweg faren'); aber sy bleiben. Und gieng der Ryn an der Schiff- läten pfyler, d& der encker an stftt^), das man den schilt nit
13 Sechen mocht; imd werte wol 10 tag an einander, das er underwylen fiel und denn wider wuchs.
[201^] Von der Eidgnossen zug gon Bellentz, wider
einen küng Ton Franckrich.
Im 1511 jär, 14 tag nach sant Martins tag^), zugent die mi a) Eidgnossen wider den küng von Franckrich gon Bellentz zu*) nTt. n und über den Montkenel, verbranten das land allenthalben bisz gon Meyland zur statt. Und wolt nieman mit ynen schlachen^). Doch so verlurent die Länder^) etwo manchen man, so die Frantzosen uffriben, in dem als sy kisten fegen •) ^ wolten. Desz glichen tetten ynen die Eidgnossen widerumb. Aber die Ton Basel rerluren nie kein man. Under welchen
1) Vom 21. M&n bis 5. April; 8. Eidg. Absch. III 2, S. 604.
2) Am 23. Juli 1480; 8. B. Chron. V 531 ff.
3) Dieses war 1480 geschehen; s. ebend. S. 532.
4) Der Anker im Wappenschild der Schiffleuteniunft , deren Haus neben der alten Bheinbrüoke stand.
5) Genauer 10 Tage, nfimlich Freitags den 21. Nov.; s. den Ausiugs- rodel im StA., Bd.St 91 (9). — Ueber die Ursache dieses Zuges s. imten Beilage 11.
6) In Bellinsona, wohin die Schwyser yorausgesogen waren, sollte das Heer sich sammeln; s. den Brief der Basler Haupti. yom 25. Not. im St. A., Bd. 91 (9).
7) Vgl. Anshelm HI 260 ff.
8) Die L&nder, d. h. die Waldstädte, bildeten yor Mailand die Nach- hut and sogen auch auf dem Rückiuge, der am 20. Dec. begann, den übri- gen Orten yoraus; s. ebend.
9) D. h. priyatim auf Raub ausgehen.
Baalflr Chroniken. YI. 3
34 Mailänderkriege.
wa8 junckhei Henman Offenburg bouptman^), Hans Brattelei
der metsger Abrieb^), Hani Sibmacher') und Ulricb Yaenflamm
j^^^^ liferberren^}. Und kament n&cb wyehenaobten wider heym^).
Von der Eidgnossen zug durcb Italiam, wider einen küng von Franokricb, als er bapst Julium under- 5
stund ze vertriben.
ifti2 Im 1512 jär, domstagi nocA des heiligen cräts tag n&ch osteren *), zoch ein statt von Basel usz mit allen andern Artem der Eidgnoschafft wider den kiing von Franckrich. Was Jacob Meyer, den man nampt Jacob zum Hasen, houptman, lo Hans Heinrich Gebhart fänricb, herr Melcher Hütsch lütener, Conradt David der kouffman und Balthasar zum Roten Fan^) lyferherren s). Zugent von Basel gon Zürich, von [202] Zürich gon Chur, von Chur durch das Engendin und für Maiser heyd gon Meron*), von Meron gon Trient, von Trient gon Ruferyt^^), is von Rufery t durch die Clus ^^], von der Clus gon Dieterichsbern. Daselbst zugent sy mit 32 £&nlin^) [yn.] Do was es so heysz,
7. Beide Ebb.: dorasUge Tor dee heiligen erftts Ug.
1) Ueber ihn s. B. Chron. V 309, A. 10.
2) Seit 1509 Zunftmeister.
3) Vennuthlich ist hier Hans Toppenstein gemeint, der Zunftmeister der Maurer und Zimmerleute; denn su dieser Zunft gehörten als Holz- arbeiter auch die Siebmacher; s. die folgende Anm.
4) Der Aussugsrodel dieses Zuges, im St A., Bd. St 91 (9), nennt Hana Toppenstein und Ulbrich Ysenflamm als den Hauptleuten beigegebene Rathsherren, imd neben diesen noch 3 als Lieferherren, nämlich Bartholo- mäus Briefer, Diebolt von Arx und Heinrich von Geringen, unter welchen jedoch einzig Briefer dem Kath angehörte.
5) Genauer am 31. Dec; s. unten L. Kilchmann s. J. 1511.
6) Dieser Aussug erfolgte Donnerstags, aber nicht vor, sondern nach dem Kreustag, also am 6. Mai; s. das Rothe Buch der Zunft zum Himmel, Bl. 221, sowie auch die Rechnung über diesen Feldzng, im St. A., Bd. St 91 (14).
7) Balthasar Jugent, der im Hause sum Rothen Fahnen wohnte (jetat Freie Strasse 43).
8) Alle die hier Genannten waren Rathsglieder. Der AuBiugsrodel dieses Feldxugs scheint verloren su sein.
9) Von Chur, wo gemustert wnrde, zogen sie über den »Elbling« f Albula) ins Engadin, dami über den Ofenpass nach Glums, u. weiter durch das Vintschgau nach Meran; s. die oben in Anm. 6 erwähnte Rechnung, welche für den gansen Feldzug, abgesehen vom Heimweg, ein voUst&ndiges Itinerar bietet
10) Roveredo.
11) Die Veroneser Klause.
12) Der Einzug in Verona, das die Franzosen ohne Schwertatreich
1512. 35
das des bischoffs Ton Constantz fäniich erstickte^}. D&rnoch ngen ej gon WiUefrancken^), von Willefrancken gon Mantua und gon Presz su'); denn yien wol 30 000 was^).
Und uff den heiligen pfingstag früe zugent sy gegen den ibi so
^fyenden^), und darnach an ein grosse starcke pasz, heyszt Valesa^}, als gut als Bellentz, mit dry grossen schlossern und mit einem grossen wasser. Aber alsbald sy dar k&men, do fluchent die vygent über das wasser ^j, und Schüssen su den Eidgnossen, und sy zu ynen, und yertreibent sy [bisz in die
10 statt Cremona]^] und gewunnen die pasz; und hatten die Eidgnossen den vorzug, und gieng ynen wol.
Witter zugent sy aber zween tag, und am dritten tag kament sy aber an ein pasz, heiszt Pantowiga*). Do hatten sy aber den vorzug, und was ein grosz starck scblosz und ein
isgrosz wasser; aber sy fluchen abermals.
Witter zugent sy an die dritty pasz, heyszt Pitzigdon^®), die was noch stercker, ein grosz schlosz und ein veste statt.
9. Bm EingeUAmmert« nnr in E, B1. 100, und nrar als Znsatx.
riamten, erfolgte am 25. Mai; s. den Brief der Basler Hauptl. yom 29. Mai, im St A., Bd. St 91 (10).
1) Üeber den Zusug des Bischofs von Constanz vgl. den Brief der Basier HauptL yom 29. Juni, im St A., Bd. St 91 (9).
2) Von Verona sogen sie nach YiUafranca am 30. Mai; s. unten Anm. 6.
3) D. h. nachdem sie Ton Villafranca am 2. Juni nach Valeggio ge- langt waren (s. unten), sogen sie folgenden Tags nach Castiglione, welches an der Strasse nach Brescia liegt und sum mantuanisehen Gebiet gehörte. Auf ihrem Weiteisuge jedoch berOhrten sie Brescia so wenig als Mantua; s. den oben in Anm. 1 erwähnten Brief vom 29. Juni.
4) Diese St&rke erreichte das Heer, nachdem su den Eidgenossen bei Villafiranea am 1. Juni die Venesianer gestossen waren. Die Eidg. allein sählten 23000 Mann; s. ebend. und vgl. den Brief yom 29. Mai.
5) An diesem Tage sogen die Eidg. aus Verona nach Villafiranca, wo die Venezianer sn ihnen stiessen; s. ebend.
6) Von Villafranca sogen sie am 2. Juni westw&rts gegen Valeggio, wo eine Brücke über den Mincio führt; s. ebend.
7) D. h. sie räumten sofort das Sohloss auf dem linken Ufer und zündeten es an; s. ebend.
8) D. h. der Feind sog sich am 4. Juni nach Cremona zurück, wäh- rend die Eidg. erst am 6. in der Nähe dieser Stadt erschienen ; s. Ch. Koh- ler, Les Suisses dans les guerres dltalie, S. 366 u. 368, YgL xmten Anm. 10.
9] Ueber Castiglione siebend, erreichten sie am 4. Juni Ghedi, 3 St. lüdl. Ton Brescia, und eroberten am 5. Ponterioo am Oglio; s. den Brief der Basler HaupÜ. Tom 29. Juni.
10) Von Ponterico sogen sie am 6. Juni nach San Martino, wo sie am 7. die Unterwerfung von Gremona entgegennahmen, und am 8. weiter gegen Hzzighetone an der Adda; s. ebend. und ygL Kohler S. 368 u. 371.
3*
36 MaiUnderkriege.
Waren! die fyent, nämlich landsknecht und Frantsosen, staick darinn als in andern passen. Aber die Eidgnossen sagen oben am Wasser^), machten ein brück mit schiffen, und Schüssen mit grossen schütsen hinüber, und sy herwiderumb. Aber die Eidgnossen rertriben sy, und erschussen ynen by 52 mannen ^ zu tod und wund^).
Witter zugent sy durchs land und dfirffer, und ein schlosz das [202^] plündert man; wart der herr im schlosz erstochen, wann er Frantzftsisch was^].
Witter zugen sy gon Angalm ^}, und do dannen [mit sampt io der Venediger hör, darzu ouch yrem geschütz]^), gon Pafy. Juni 14 Dahin kament sy uff mentag*) umh den äbent, und lagent da Jimi 18 bisz uff fntag umb den äbent, Schüssen in die statt, und sy herwider usz. Aber am £ritag uff den äbent ward die statt gewunnen'^), die fyend erschlagen, und by 800 landsknechten is erstochen und ertrenckt^). Wurden ettlich Frantzosen ouch erstochen, und ynen alles ir geschüts abgewunnen, by 18 grosser carthonen') und sunst vil büchsen, und 4 fänlin den lands- knechten abgewunnen, und die fyent bisz gon Ast getriben ^®). Aber sy wichen ouch do dannen, und weiten weder die^o
10. Dm EingeUMumerte nnr in B, BL 100^, ab Zuati.
1) SoUte heissen: unden am wasser. Denn über die Adda wurde eine Brücke geschlagen bei Orotta, also unterhalb Pissighetone; s. den Brief der Basler Hauptl, Yom 29. Juni.
2) Das hier Enählte, worauf die Uebergabe von Pissighetone folgte, fällt in die Zeit yom 9. bis 12. Juni; s. Kohler S. 375.
3) Ueber die Plünderung dieser (hegend s. ebend. S. 369.
4) San Angiolo erreichten sie am 13. Juni; s. ebend. S. 375.
5) Die Venesianer waren schon bei Villafranoa su ihnen gestossen; s. oben S. 35, A 5.
6) Sie lagerten sich vor Payia Montags vor St Veitstag (14. Juni) ; s. Kohler S. 376.
7) Die Belagerer schritten zum Sturm, sobald sie merkten, dass die Franzosen angefangen hatten die Stadt su räumen; s. Kohler S. 378. — Ueber die Haltung der Basler, die bei diesem Sturm 2 Todte und einige Verwundete hatten, s. den Brief der Basler Hauptl. yom 29. Juni.
8) Vgl. im St A., Bd. St 91 (9), die Briefe der Basler Hauptl yom 29. Juni und 8. Juli, welche den Verlust des Feindes »ob 600« sch&tzen. Viele ertranken auf der Flucht, weil die Brücke über den Grayelone, einen Nebenarm des Tessin, einstürzte; s. Kohler, S. 380.
9) Vgl. im St A., Bd. St 91 (9), den Brief der Basler Hauptl. yom 26. Juni : 16 houpstuck bucbsen.
10) Laut dem Brief der Hauptl. yom 8. Juli, der auch die eroberten 4 F&hnlein erwähnt, yerfolgten die Reisigen der Venesianer sammt einigen Eidgenossen den Feind bis in die Nähe yon Alessandria.
1512. 37
Frantsosen noch die landsknecht der Eidgnossen nienen beyten, sunder fluhen keit^).
Und wurden dise namhafftige stett under andern ge-
wiinnen, nemlich Cremona, Placentz]^), Parma, Loden, Ast
^und Alexandria, Nawerren, Meyland, Kum'}, und andere stett
und achlosa. Doch blibent noch ettliche schlosz FrantzSsisch^);
aber man umbleyt sy mit knechten.
Also zugen die Eidgnossen durch Italien^), und gab sich das gantz land uff. Und werte diser zug 3 monat und 10 4 tag lang^].
Und gab der bapst und der cardinaP] denen von Basel ein nüw paner mit einem wyssen damast und einem guldinen baselstab, und den engelschen grusz oben by der Stangen, den sy vor nye gef&rt hatten^]. Gabs ynen zu eynem zeichen, 15 das sy die w&en, die dem heiligen stul zu Rom gehulffen hetten; denn er sunst versuncken und von dem küng von Franckrich yertriben was*).
Deaz glychen schanckt er gemeinen Eidgnossen eyn hüpsoh [203] cleynät, nämlich ein guldin schwert und ein hut, und » den heiligen geist oben uff dem hut, mit berlin und anderen dingen kostlich gestickt, zu einer gedechtnusz der gereohtig^ keit, die zu handthaben. Das schwert (schätzt man allein für 500 ducaten) und der hut ligen zu Zürich, als hinder dem obersten ort; do findt mans.
9. Beide Hm.: HII monAt und mi Ug lag.
1) Von Asti sogen sie sich aber den Montcenis nach Frankreich zu- rück ; 8. den Brief der Baaler HauptL vom 26. Juni.
2) Piacensa.
3) Die hier genannten Städte ergaben sich alle, noch beyor das Heer Tor ihnen erschien; s. den Brief der Basler HauptL vom 29. Juni.
4) Vgl. unten S. 43.
5) D. h. durch die Lombardei. Von Pavia zogen sie am 9. Juli über San Nazaro, CastelnuoTO und Tortona nach Alessandria, das sie am 13. Juli erreichten, und yon wo sie am 24. den Heimweg antraten; s. die Briefe der Basler HauptL yom 9., 15. u. 19. Juli, im St A., Bd. St. 91 (9), ferner Köhler S. 411.
6) Vom 6. Mai bis 2. August, also 88 Tage; s. im St. A. das Rothe Buch der Zunft zum Himmel, Bl. 220i>. — Der Monat wird hier genau zu 4 Wochen oder 28 Tagen gerechnet, und so ergeben sich 3 Monate imd 4 Tage.
7) Matthäus Schinner, seit 1511 Kardinal yon St. Potentiana.
8) lieber diese Auszeichnung s. im St A., Stadt Urk. 1512 Juli 24, ferner die Briefe der Basler HauptL yom 30. Juni und yom 2., 8. u. 15. Juli, im Bd. St 91 (9), auch unten Beilage 11. — Ueber weitere päpstliche Privi- legien für Basel s. Stadt Urk. 1512 Sept. 10.
9) In Folge der Niederlage bei Rayenna, yom 11. April d. J.
38 Mailänderkriege.
Deaas glichen gab er ouch gemeiner Eidgnoechafit swey hüpsch baner su einer gedeohtnusz, das eine gemeine £id- gnosohaSt mit der hilff gottes sant Peters schifflin wider nff- gekolffen hatt, das so gar versuncken was. Darumb hienck man die swey paner zu unser lieben frowen zu den Einsidlen; & da sieht maus hangen^).
Also gaben die Eidgnossen dem bapst und den Yenedigem all ir biiehsen wider, do sant Marx uff stund ^), die sy Tor Buferyt und an andern orten verloren hatten in dem lang- werenden krieg mit dem keyser und mit dem küng von lo Franckrich.
Wie der hertzog von Meyland an statt sins yatters, so von dem küng von Franckrich gefangen, von den
Eidgnossen yngesetzt wart.
Als von einer Ifibliehen Eidgnoschafft der 12 orten hotten, i» ouoh einem ort und statt Basel herr Hans Stoltz ein wynman,
^^^^IJim 1512 jar umb sant Laurentzen tag gon Meyland zum cardinal von Wallis') (so da was in nammen bftpst Julii, mit dem sy in einer verein stunden) ze ryten verordnet, mit dem cardinal r&tig ze werden, nach dem jungen [203^] hertiogen 3o von Meilandt^) (den man nampte den Mftren^), und des vorderigen hertzogen, den der küng von Franckrich gefangen, und by im in Franckrich sterben must, sun was) ze schicken und in ynzesetzen — wurden uff das hernach uff sant Andres
Not. 30 tag*) abcrmUen von der statt Basel andere, mit namen Jacob» Meyer, den man nampte Jacob zum Hasen, und Heinrich Meltinger^), mit andern Eidgnossen der 12 orten zu gedachtem
1) Ueber diese päpstlichen Geschenke vgl. Eidg. Absch. III 2, S. 632, 638, 648 u. 650.
2) Vgl Kohler S. 382.
3) Am 10. August begab sich keine Gesandtschaft nach Mailand; son- dern auf diesen Tag hatte Kardinal Schinner, einer Aufforderung der Eid- genossen folgend, eine Tagsatzung nach Baden angesetzt, um über das Hersogthum Mailand zu beschliessen, und deshalb erschienen dort am 11. Aug^t neben den Boten der 12 Orte auch die Gesandten der aus- wärtigen Mächte ; s. Eidg. Absch. m 2, S. 629b, ßzt^ u. 638 ff., femer Kohler S. 433 ff. u. 470 ff. Der Kardinal selber jedoch kam nicht dorthin.
4) Maximilian, der Sohn des 1508 in französischer Gefangenschaft gestorbenen Herzogs Ludwig Sforza.
5) Diesen Beinamen hatte nicht Maximilian, sondern sein Vater.
6) An diesem Tag erfolgte die Abreise aus Basel, da alle Gesandten am 2. Dec. in Altdorf zusammentreffen sollten, um von dort nach Maüand zu reiten; s. Eidg. Absch. III 2, S. 662 c.
7) Der spätere Bürgermeister.
1512. 39
hertsogen von Meyland se lyten veioidnet, vorgemeltem an- schlag und willen statt ze thund.
Als sy nun dahin kamen, machte es sich der zitt, das der megedftcht hertiog (so nit fen von dei statt Meyland in
5 einem closter gelegen) kam ^]. Da wurden die Eidgnossen von den 12 orten mit sampt iren zuveiwanten von Sant Gallen der statt und euch von dem gotzhusz daselbst, item von Apentzel, under eynandei rStig, das man usz ynen verordnen solte, die den hertaogen empfiengen und in namen gemeiner Eidgnoschafit
10 ynsatstent
Also wurden darsu verordnet: herr Ulrich von Sax fry- herr'}, Felix Schmid burgermeister von Zürich, aman Büntner^} von TJry, und aman Schwartzmure von Swyts^); welcher aman von SwitE die red vor dem hertzogen in nanimen gemeiner
IS Eidgnossen tette. Und ward also der hertzog in die statt Meiland eerlichen gefftrt, und im die Schlüssel in eym guldinen^) becki entgegenbracht zu einem Wortzeichen und anzeigung, das er darinn gewaltiger herr sin solte in aller wysz und ge- stalte wie vor und ee ims der küng von Franckrich ab-
ao gewunnen hatt. Und fürt [204] man yn under einer himeltzen mit grossen eeren und &6iden in sin pallast <^).
Do nun die sach also volendet was, fieng der hertzog an den Eidgnossen zu dancken irer grossen guthat und eeren, so sy im bewisen hatten ^), und fertiget die hotten wider hey m
25 mit grossen schenckinen^]. Also kamen die gesanten von
1) Die Gesandten kamen nach Mailand Bckon am 12. Dec. Der Her- zog hingegen kam erst am 22. nach Chiarayalle, 1 8t. yon Mailand, dann am 29. ins Kloster St Eustorgio, yor den Thoren der Stadt, und dort wurde er von den Gesandten abgeholt, um seinen festlichen Einzug su halten; s. Köhler S. 534 £
2) Dieser hatte auf dem Feldsuge den Oberbefehl geführt; s.'Anshelm m 314.
S) Hans Püntiner.
4) Hans Schwaxsmurer war nicht Landanmiann von Schwyz, sondern Ton Zug. — Die 4 hier Genannten empfingen den Hersog am Thor und überreichten ihm die Schlüssel ; s. Kohler S. 539.
5) Sollte heissen : silberin ; s. den Brief des Gesandten von Solothum, vom 31. Dee. 1512, in R. Gluts-BlosheimB Forts, su Joh. y. MüUers Gesch. d. Eidgenossen, S. 544.
6) Dieser Palast wurde jedoch ans dem noch immer yon den Fran- zosen besetzten Kastell so heftig beschossen, dass der Hersog gleich nach- her ein andres Quartier beziehen muzste; b. Anshelm UI 364.
7) Vgl Eidg. Absch. HI 2, S. 674«.
8) Der Stadt Basel yersprach er ein Jahrgeld yon 500 Dukaten; s. Stadt. Urk. 1513 Jan. 7.
40 Mail&nderkriege.
1513 Basel uff sant Anthonien tag, • was uff einen mentag, mit £rfti- den Wider heim.
Wie Hoohenkreyen das schloss gewunnen ward.
1512 Im 1512 jar vor sant Martins tag^) wurden die Ton Mev.^ii Hochenkreyen im Hegow^j übermütig und stolts; meinten, es wer niemant so frisch , der jEür sy ziechen dörste; seyten den von Kouffbüren und andern Swebschen stetten ab^). Also wurden die ryohsstett mit den Swebsohen stetten su radt^), zugen mit yren büchsen darfür und Schüssen daryn. Aber die im schloss warent nit einer butten wert, fluchent hinden lo daruBZ^), liessent nit mer volcks darinn dann einen priester und einen, was geschossen worden, euch die kdchinn darinn. Da gabent die selben das schlosz uff. Also ward es ver- brennt und geschleyfil, das es nüt mer solte schaden.
Von einem friden, so die Eidtgnossen in der Christen- 15
heit understundent anzestellen.
1512 Im 1512 jar uff sant Gallen tag®) ward von der statt Basel verordnet herr Lienhart Grieb oberster zunfitmeister^), mit andern [204^] Eidtgnossen der 12 orten ^) ze ryten zu dem
14. Sdutden fehlt in beides Hu. IS. ZusaU un Bude^ Ton spftterer Hd.: und
Alban Chnüer der ritten.
1) Diese Zeitangabe besieht sich auf die Belagerung yon Hohenkrähen, welche am 10. Not. begann und schon am 13. die Flucht der Besatzung bewirkte; s. Chr. F. v. Stalin, Wirtembergische Qesoh. IV 1, S. 89.
2) Inhaber der Burg war Hans Benedikt von Fridingen, dem sich jedoch allerlei Abenteurer zugesellt hatten, so namentlich Christoff Huser yon Kaufbeuren, der mit dieser Stadt yerfeindet war; s. ebend. S. 88 ff.
3) Ueber diese Fehde, die im Sept. d. J. begann, s. ebend., auch Anshebn m 378 ff.
4) D. h. mit dem Schwäbischen Bunde, dem diese Reichsstädte an- gehörten.
5) Die Uebergabe erfolgte am 13. Nov., nachdem in der Nacht vorher die Besatiung das Schloss heimlich verlassen hatte; s. Stalin a. a. O.
6) Die Boten der einselnen Orte sollten am 18. Oct. in Altdorf zu- sammentreffen, um von dort aus gemeinsam nach Rom zu reiten; s. Eidg. Absch. III 2, S. 652 c.
7) L. Grieb d. jüngere ; s. B. Chron. IV 89, A. 2. — Der in der Hs. von späterer Hand beigefügte Alban Oemler (s. Varianten) war 1509 nach St. Jago de Compostella gepilgert; s. Stadt. Urk. 1509 Aug. 14. In den Rath gelangte er erst 1529; doch mag er 1512 lum Gefolge der Gesandt- schaft gehört haben.
8) Ihre Namen s. Eidg. Absch. III 2, S. 674.
1512. 41
bftpst Jttlio^), einen friden (so verr ynen möglich) in dei Chiistenheit ze machen 2); dann es lang über das Christenblut gangen und des selben yil veigossen woiden duich die Hoch- tiiisehen, die man nempt Switsei, Ostemchei und landsknecht.
s Do nun die Eidgnossen von den 12 orten schier gon Rom uff ein gutti tütsche myl darvon kamen , schickte der bapst sin bottschafft ynen entgegen, liesz sy eerliohen empfahen'). Und also ritten sy mit den herren vol gon Rom zu.
Als sy gon Rom in die statt kämen, gab man ynen gut
1« herberigen; wurden do mit einander r&tig, mit dem bapst ze reden von rorgemeltem friden. Und ward von gemeinen Eidgnossen herr lienhaidten Grieb, hotten von Basel, em- pfolhen ynen die red ze thund; das dann geschach in latin, alles das sy im ze reden empfolhen hatten^). Welcher reden,
i&do sy usz was, sich der bäpst bezügte und protestierte und gar fui ein grossen danck annam, wann sy eben gar lang geweret hette; und danokte ynen gar früntÜchen der guthat und lieby, so im ein Eidgnoschafft in sinen nöten bewisen hatt. Wann er bekante wol, das sant Peters schiff lin umb-
^ gefallen und versuncken wer, wenn nit vorab gottes hilff und darn&ch ein gemeine Eidgnoschaffb (als liebhaber der gerechtig- keit und sine lieben sün, die er für siin haben und sich gantz zu ynen setzen wolte) im ze hilff kommen were^). Darnach giengent die Eidgnossen wider in ire herbergen, da
2stett man ynen grosse zucht und eer.
Do sy nun ein lange zitt da gelegen^} und der Sachen eins worden, darumb sy dann [205] uszgeschickt warent''), und
yeder bott an den b&pst brächt, was im denn von sinen herren
»
28. Beide Hn.: an den blpst brlchten.
1) Er hatte die Eidgenossen su dieser Gesandtschaft aufgefordert; s. Eidg. Absch. HI 3, S. 652 c.
2) Vgl; ebend. 8. 652 o. u. 672 b.
3) Da sie unterwegs mehrfach sich angehalten, erreichten sie Rom erst am 20. Nov. ; s. L. Griebs Briefe vom 2. u. 27. Nov., im St. A., Bd. St 91 (9), und vgL den Brief an die Tagsatzung, in Eidg. Absch. III 2, S. 670.
4) Ueber diese in öffentlicher Audiens am 24. Nov. gehaltene Rede B. Griebs Brief vom 27. Nov., a. a. 0. Ihren Wortlaut s. Eidg. Absch. m 2, S. 673. Grieb hatte, wie übrigens noch manche Basler Rathsglieder jener Zeit, in jungen Jahren die Universität besucht; s. die Matrikel z. J. 1476.
5) Ueber des Papstes Antwort vgL Griebs Brief vom 27. Nov. '
6] Die meisten Gesandten verliessen Rom erst am 27. Dec, und Grieb blieb noch länger; s. seinen Brief von diesem Tage, im St. A, Bd. St. 91 (9).
7) Sie erreichten keineswegs alles, was sie gewünscht hatten; s. ebend. und TgL Eidg. Absch. m 2, S. 672.
42 Mailänderkriege.
und oberen empfolhen was^], do begäbt er tugentlidien ein yedes ort, n&ohdem und es begert hett^).
[Alflo hett herr Lienhart Grieb, bott von Basel, an den bapst begert, das er ein statt Basel hiemit begabte: Welcher ein Baselkind und doctor were und ein gratias oder p&und & zu Rom überkftme, das dann die uff der hoohen stifft im münster zu Basel den selben uffnemmen mAsztend, und nit einen allein, sunder 6, die doctores werent und pfrunden zu Rom erlang^nt; das wart nochgeben und erloupt'). Wyter wart denen von Basel euch erloupt, guldin ze schlaohen^). lo Item, das sy mAchten das Römisch gericht besetzen und ein yeden buren, er wer woher er wetty, daran citieren^). Aber erloupte er ynen, in der fasten kesz, zigern und milch ze essen bisz an den palmabent^), und andere ding mer^), als den das die bullen uszwyset]^]. i&
Do nun alle ding Tolzogen warent, do fertiget der bftpst
die hotten mit grossen schenckinen wider heym *j. Also ritten
sy gon Meyland; do wurden sy Ton dem hertzogen ouch
eerlichen empfangen und begabt ^^). Und ann der pfaffen fasi-
1613 nacht kam der bott von Basel wider heim. »
Febr. S
Von Nawerren schlacht, wie sich die erhub und
zugieng.
1513 Nach yil tagleystungen zu Lutzern, im 1513 jar^^), b^gerte
3. Dm Eingeklunmerte nur in E, Bl. 102.
1] Ueber die spesiellen Wünsche Basels s. Ghriebs Instruction im St A., Bd. St. 91 (10), und vgL das Eingeklammerte.
2) VgL oben S. 41, A. 7.
3] S. Stadt. Urk. 1512 Dec. 20. Doch ist dort nur von 4 Pfründen die Rede, und nicht von 6.
4) S. Stadt. Urk. 1512 Dec. 29.
5) Die Urk. hierüber finde ich nicht Dass aber ein derartige« Privi- leg betr. die geistliche Gerichtsbarkeit wirklich ertheiit wurde, ergibt sich aus Eidg. Absoh. III 2, S. 81 Iq.
6) Diese Erlaubniss, welche Basel schon 1463 erlangt hatte, wurde durch eine Bulle Tom 10. Sept 1512 bestätigt; s. St&dt Urk. No. 2687, u. vgl. B. Chron. IV 342 u. V 438.
7) Ueber weitere Privilegien s. Stftdt Urk. No. 2693 u. 2694, beide vom 20. Dec. 1512.
8) Der Verf. weiss also nicht, dass für jedes Privileg eine besondere Bulle ausgestellt wurde.
9) S. Griebs Brief vom 27. Dec, im St A., Bd. St 91 (9).
10) Vgl. oben S. 39, A. 8.
11) Ueber die Verhandlungen su Lusern, auf den Tagsatxungen vom
1513. 43
der Frantsoss all weg undez anderem an gemein Eidgnossen: sy solten so wol thun und yn das schloss Meyland lassen spysen ^), und ein verein mit im machen. Als die Eidgnossen^ cQe rechten hertzen, solichs so ofil von im horten, wurden sy
»zuletst zornig und meinten, er spottet iren; weiten nüt darmit ZQ schaffen haben, fiengen an, kunten im das geleyt ab^), und seit sich usz dem land machen; denn das wer ynen nit empfolhen von yren herren. Und seyten im mit kurtsen Worten: das sy von ^keiner verein oder richtung nüt weiten
10 hören sagen, es weren dann vor und ee die sohlosz, nämlich Meyland, Cremonen, Genow und Nawerren^), gerumt; daizu das er sich mit sampt dem berlament^) verschrib, verbrieffte mid versiglete, kein anspruch niemerme weder an gemelte schlosz noch an das gantz Meyland ze haben ^).
13 Uff solichs gab der küng von Franckrich den Eidgnossen witter kein antwurt me*), sunder [205^] fieng sich an ze rüsten, samlet vil landsknecht und zoch über den Montanisz^) gon Ast zu. Des wurden die Eidtgnossen und der hertzog von Meyland innen. Dann ein teil der grossen Meyländischen
» herren, so noch dem Frantzosen heimlichen anhiengen, weiten den hertzogen gefangen, verraten und verkoufft han, und was gar schier gesohechen^). Do das der hertzog vemam, schickt er zu allen orten der Eidgnoschafi);, und begerte im do 8000 knecht in sim costen ze schicken. Das seyt man im zu^).
2& Und wart von einer statt Basel uszgeleit 400 man mit
11. u. 25. Februar, und Tom 15. März und 1. April, 8. Eidg. Absch. HE 2, S. 684 ff., 688 ff., 694 ff. u. 699 ff.
1) S. ebend. S. 695.
2] D. h. seiner Gesandtschaft. Für diese Oeleitskündung stimmten mehrere Orte, doch nicht alle; s. ebend. S. 695 u. 701.
3) Das Schloss von Noyara hatte sich schon Ende 1512 ergeben, und auch Genua hatte sich von Frankreich wieder unabhängig gemacht; s. Kohler S. 541. Die Schlösser Ton Mailand und Cremona hingegen wurden erst im Not. und Dec. d. J. übergeben; s. Eidg. Absch. in 2, S. 745, 748, 755 u. 763.
4) Das Parlament Ton Paris.
5) Ueber diese Antwort TgL Eidg. Absch. HI 2, S. 694 ff. u. 699 ff.
6) Seine Gesandtschaft verliess jedoch Bern erst am 7. Mai; s. den Brief der Baaler Hauptl. Tom 8. Mai, im St. A, Bd. St. 91 (10).
7] MontCenis.
8) VgL hierüber den Brief der Bemer Hauptl. an Bern, Tom 5. Juni, in einer Abschrift im Basler St. A., Bd. St 91 (10), auch Anshelm III 417 und 421.
9] Der erste Zuzug, welcher auf der Tagsatzung Tom 18. April be- willigt wurde und am 4. Mai aufbrach, betrug noch nicht 8000 Mann wie der spätere, sondern nur 4000; s. Eidg. Absch. in 2, S. 705.
44 Mail&nderkriege.
den ämptem^). Und was herr Hans Stolts houptman, Ulrich Falokner lätener'}, Hans Bondorff fS&nrich^), Baitholme Schott der nestlet vorf anrieh, Anthoni Oechlin sobriber, Hans Her
]Ui4 furierer^). Und zugent also nsz uff der uffart äben, ob- gemelts j&rs^}. &
Mai 23 Darnach uff mentag nach der heiligen dryvaltigkeit er- schall ein red^), wie das der küng Ton Franckrich Ast und Alexander yn hett genommen und Meylandt euch wider w51t
Mfti 27 han. Also wurden die Eydgnossen 9eu r&dt und schickten am &itag nach der heyligen dryvaltigkeit^ noch 8000 hinweg in lo Meylandt, den andern noch^); und was under denen von Basel junckher Heinrich Meltinger houptman, meister Mang Schnits
3. Beide Hse.: Haiie Ber ftirierer.
1) Zur Gesammtsahl von 4000 hatte Basel auf den t. Mai nur 200 lu stellen, und Ton diesen waren, wie gewohnt, die Hälfte aus den Aemtem, also 100; s. ebend. und ygl. den Brief des Raths an die LandTögte, Tom 22. April, im 8t A., Missivenbuch XXV 16 1».
2) Der spätere Oberstzunftmeister.
3) Zunftmeister der Sehiffleute.
4) »Hans Herr der furrier« wurde nach der Schlacht bei Noyara aus dem Heere ausgestossen, weil er die Flucht ergriffen hatte; s. einen Bei- settel Bum Brief des Hauptmanns Hans Stoltf Tom 6. Juni, sowie auch die Kundschaften über die Schlacht, beides im St A., Bd. St 91 (10). Den Beisettel s. abgedr. bei Fechter, Die Schlacht von Noyara, im R Taschen- buch 1863, S. 128.
5) Sie sogen über Bern und Freiburg, durch das Wallis und über den Simplon nach Domo d'Ossola, wo sie am 17. Mai sich mit den Bemem, Freiburgem und Solothumem vereinigten, und von dort weiter nach No- yara, wo sie die übrigen Orte trafen; s. die Briefe der Basler HauptL vom 8. u. 22. Mai, im St. A., Bd. St 91 (10), beide abgedr. bei Fechter a. a. O., S. llOff. u. 113ff.
6) Nämlich auf der Tagsatsung bu Zürich, welche am 18. Mai be- gonnen hatte; s. Eidg. Absch. lU 2, S. 714 u. 716n, und TgL Anshelm m 416.
7) An diesem Tage erfolgte der Aufbruch jedes Ortes; s. Eidg. Absch. a. a. O. und ygL den Brief der Basler HauptL vom 2. Juni, im St A., Bd. St 91 (10).
8) Von diesen 8000 stellte Basel 400; s. Eidg. Absch. IH 2, S. 716n und ygL den Aussugsrodel im St. A., Bd. St 91 (10), femer im Bd. St 91 No. 3 die Instruction des Hauptmanns. Sie zogen über den Oott- hard nach Arona und Varese, wo das Heer sich yersammelte, um yon dort aus am 5. Juni Noyara su erreichen; s. den Lieferungsrodel dieses Zug^, femer den Brief der Bemer HauptL yom 5. JunL sowie denjenigen des Basler Hauptmanns Heinrich Meltinger yom 6. Juni, alles im St A., Bd. St 91 (10).
1513. 45
latenei^), Hans Baltamer der oberist kneoht, fänriob^), Matheus Wents Torfänrich').
Also zngent die knecht streng fiiisioh, denn es tett nott. Wann uff fiitag vor Medardi hett der Frantsosz die Eidgnossen Juiü 3 s belegeret in Nawerra^}, mit einem grossen yolok und gesohütz, und uff samstag £riie angefangen 9eu schiessen, desz glichen Jam 4 kein Eidgnosz nie gesechen hat. In eym tag hat er vier tiirn und die muren hundert [206] schritt lang abzerschossen und als eben gemacht^ das sy zu rosz wol hinyn werent geritten^).
loDesz die Eidgnossen grosse not leyden; denn der Frantzosz die sach gern uszgemacht hett, ee dann die andern Eidgnossen denen in der statt zu hilff kommen weren. Aber der all- mechtig gott, der alle ding vermag, kam ynen zu hilff; wann die Eidgnossen vil mit den Frantzosen erlitten hatten. Aber
15 eins erschrackt die Frantzösischen, nämlich das die Eidgnossen das recht thor nye vor ynen beschlussen. Am sampstag umb Jnni 4 die fiinffi fielent sy mit gewalt ins thor^); also gieng es den Eidgnossen wol, tribent ire find wider bindersioh. Do wurden uff beden sytten ettliche erschlagen; denn die Eidgnossen
20 stunden ein nacht und ein tag^) in der Ordnung.
1) Mang Schmtier, Rathsherr der Webersunft.
2) VeTmnthlieh ein Sohn des gleichnamigen Oberstrathsknechta Ton 1471; vgL B. Chron. IV 75, A. 2.
3) Hans Baltheimer der F&hndrich erkrankte achon am f weiten Marseh- tage (28. Mai} am >kalten Weh«. £r blieb deshalb in Zofingen mrück, und an seine Stelle trat der YorlShndrieh Wents, der sieh nachher in der Schlacht Tom 6. Juni so sehr bew&hrte, dass der Rath befahl, ihm das Fähnlein auch femer su lassen, nachdem Baltheimer wieder hergestellt und beim Heere eingetroffen war; s. den Brief der Basler Hauptl. Tom 29. Mai, im St. A.9 Bd. St 91 (10), und denjenigen des Raths Tom 13. Juni, im MissiTenb. XXV 26, abgedr. bei Fechter a. a. O., S. 129 ff. VgL auch unten 8. 47, A. 8.
4) Nfimlich jene 4000, welche schon am 4. Mai ausgesogen waren; s. oben S.44, A.5. Diese waren, Tom Simplen herabk'ommend, am 19. Mai Ton NoTara nach Casale su Hersog Maximilian gesogen, der jedoch, durch un- günstige Nachrichten beunruhigt, am 30. Mai sie nach NoTara surückführte; s. den Brief der Basler Hauptl. Tom 22. Mai, sowie denjenigen des Ffthn- drichs Bondorff Tonf 7. Juni, beide im St. A., Bd. St 91 (10), und abgedr. bei Fechter S. 113ff. u. 119ff., wo übrigens S. 119 statt »23. Maie su lesen ist: 30. Mai. Femer Tgl. den Brief der Solothumer HauptL Tom 6. Juni, bei Gluts-Blosheim in J. Müllers Schweisergesch. V 2, S. 546, sowie auch Anshelm HI 419.
5) VgL die Briefe Ton Stols und Bondorff, Tom 6. tmd 7. Juni, bei Fechter S. 119 ff., femer Anshebn HI 420.
6) Ueber den Kampf um das Thor >wider Fyeffen« (gegen VigcTsno) B. Bondorff und Stolts, bei Fechter a. a. O.
7) VgL ebend. S. 120: den samstag zu oben und die gantse nacht
46 Mailinderkriege.
Juni & Uff Sonntag fiüe brachen die Frantzftsischen an und weiten gestüimpt han, waient ettliche über die muren. Sy Sachen aber die Eidgnossen in der mäsz an end stän. das sy abzugent. Und lagent die von Basel mit irem fänlin zu nechst an der muren y und die von Zürich by ynen^). Und uff den selben s Sonntag zugent die andern Eydtgnossen denen in der statt zu^). Also wurden sy mit eynander zu rädt, witter an die Frantzfisischen ze ziechen^), ruckten damit von Nawerren hinuBZ, 16000 starck^). Do hatten yre fyend ein liger ge- schlagen, kum ein halbe myl<^) von den Eydtgnossen, ynen lo onwissen. Also zugent die Eidgnossen dfthSr. D& richtet der Frantzosz sin geschütz inn sy, die landsknecht in eyn huffen, und dry huffen kürisser. Also machten die Eidgnossen zwen huffen <^), gerieten mit ISren buchen 7} ann sy hin und schlugen! mit ynen. t5
(206^] Do was grosse not, und gieng fast ernstlichen zu.
3. Beide Hes.: in der m&sz sn nnd attn.
1) Vgl Bondorffs Brief, bei Fechter a. a. O., S. 120.
2) Sie trafen Abends ein, nachdem die Fransosen schon Mittags ab- gesogen waren; s. ebend., sowie auch die Briefe von Stolts und Meltinger, beide Tom 6. Juni, im St A., Bd. St 91 (10), und den erstem auch bei Fechter S. 121.
3) D. h. am folgenden Morgen, Montags den 6. Juni.
4) Diese Zahl scheint auf der irrigen Voraussetzung zu beruhen, dass beide Heere der Eidgenossen je 8000 Mann gezfihlt hAtten; s. oben S. 43, A. 9. Nun zogen allerdings schon neben dem ersten Zuzüge von 4000 Mann noch gegen 2000 sog. Freiknechte mit; s. Eidg. Absch. in 2, S. 716d. Da- gegen trafen Tom zweiten Zuzüge die Zürcher sammt andern östlichen Orten erst am Tage nach der Schlacht ein ; s. Anshelm III 420. Auch spSter wurde das Heer von den Basler HauptL nicht höher als 15000 Mann gesch&tzt; s. ihren Brief yom 19. Juni, im St A., Bd. St 91 (10).
5) D. h. Vi deutsche Meile, wie auch Bondorff hat Nach Stolts und Melünger hingegen, und auch nach Anshelm, war es nur 1 italienische, d. h. Vi einer deutschen Meüe. Die französische Stellung lag zwischen Noyara und Trecate, also östlich von der Stadt, auf der Strasse nach Mai- land; s. den Brief Herzog Maximilians an Bern, vom 6. Juni, bei Anshelm III 425.
6) Nur zwei Haufen unterscheidet auch Anshelm III 421. Laut dem Brief des Solothumer Hauptmanns Nikiaus Konrad jedoch, yom 5. Juli, waren es ihrer drei; s. Qiutz-Blozheim S. 549.
7) Sie waren Morgens frühe ausgezogen; s. Bondorff, b. Fechter S. 1 24. — lieber die Schlacht Überhaupt ygl. die Briefe yon Meltinger und Bondorff, yom 6. u. 7. Juni, bei Fechter S. 123 ff., femer die nachträglich in Basel aufgenommenen Kundschaften, in St. A., Bd. St 91 (10), und die Briefe der Solothumer Hauptl. yom 6. Juni und 5. Juli, bei Gluts-Blozheim S. 546 u. 549.
1513. 47
Also gab gott sin steroke, das die Eydgnossen gesigten und mit gfittlicher hilff das veld behielten; erschlugen der fyenden 6000 landsknecht, 800 kürissex^), und mer dann 400 I^antsfi- aischei fonknechten: gewunnen dem Frantasosen alles sin ge-
sschütx ab, desE onmSssen vil was, wol 17 grosser notschlangen, 4 grosser oarthonen^], 400 hocken^) und vil handtbüchsen, ouch vil stügzüg und was zum stürm gehört, on ander vil guts, das da gewunnen und alles uff 16 wägen geladen wart^). Do hatt ouch ein burger von Basel, mit namen Caspar Rapp,
10 einen knecht, der gewann ein hüpsch fänlin^). Dargegen uss der gantaen Eidgnosohafft und firyen knechten^} kamen umb by 1000 man 7). Es wurden ouch vil wund,^). Die von Basel allein verlurent usi yren beden stetten^), ämptern und mit- soldnem^®) 75 man^^}. Die andern käment wider heim ^2) und
1. B: Also gab gott gnld, dM. 3. Boido Hu.: Tm M kftriMer, itstt Ym G.
6. Beid« Ew.: Vnn C hocken, statt im C. 11. E: kamen nmb nnd wurden Ter-
loron Vy 1000 man. 12. E: Und in minderkeit die Ton Baael Torlvrent
1} Die meisten Berichte schätsen den Gesammtrerlust des französischen
Heeres auf 8000 Mann; 8. Gluts-Bloiheim S. 322, A. 174. Denmach dürfte
>8000 Küiisaer«, vie unser Text in beiden Hss. hat, entstellt sein aus 800.
2} YgL Meltinger, bei Fechter S. 124, und ebenso Stolti, im St. A.,
Bd. St. 91 (10): 3 earthonen und 17 notschlangen.
3) VgL den Brief der Bemer Hauptl. vom 7. Jimi, bei Anshelm III 427: ob 400 hagkenbflehsen. Es scheint daher Ymi«:, wie beide Hss. haben, entstellt in sein aus DIK
4) VgL die in Anm. 2 erwfthnten Briefe.
5) Dieser Knecht, welchem deshalb das Bürgerrecht geschenkt wurde, hiess Georg TrCLbelmann yon Bamlach. Das Fähnlein war weiss und blau getheilt; s. Fechter S. 127 u. 142, femer im St. A., Oeb. VII 150b. _ Ueber einen Andern, dem wegen seines tapferen Verhaltens ebenfalls das Bürger- recht geschenkt wurde, s. B. Chron. IV 146, A. 1. — Ueber Trübelmann s. sneh Oeb. VIU 80^ und B. Taschenbuch 1858, S. 83.
6) Ueber die freien Knechte s. oben S. 46, A. 4.
7) VgL den Brief der Basler HauptL Tom 1. Juli, im St. A., Bd. St. 91 (10), wo der Verlust der Sieger an Todten auf 900 bis 1000 9ium höchsten« gesch&tit wird.
8) Unter diesen war auch der Basler Fähndrich Wents; s. seine Aus- sage in den Kundschaften über die Schlacht, im St A., Bd. St. 91 (10). Ueber andere yerwundete Basler s. ebenfalls diese Kundschaften.
9) Aus Gross- und Klein-BaseL
10) Zu diesen gehörten namentlich einige Mülhauser. Schon beim ersten Zuzug vom 4. Mai hatte Basel sich anerboten, unter sein Fähnlein, das nur 200 Mann sählen durfte, 6 Mülhauser aufzunehmen; s. im Missi- Tenb. XXV 18 den Brief yom 27. April an Mülhausen.
11) Ein jetzt verlorenes Verzeichniss dieser 75 Gefallenen wird als Bei- lage'erwShnt im Briefe der Basler Hauptl. Tom 2. Juli, im St A., Bd. St 91 (10).
12) Nach der Schlacht brach das Heer am 10. Juni auf und zog zuerst
48 MaiUnderkriege.
jau 17 sugent yn am sontag nach sant keyser Heinrichs tag umb die yiery, des järs wie obstat.
Von dem h6izug gon Dysion.
Als dei Bfimisoh keysei Maxemilian an den küng von Franckrich im das gants hertEOgthumb Boigund (daruff er im 5 aber ein summ golds gelüchen)^) wider zu sinen banden ze stellen begerte, und sich der küng solichs ze thund widerte, do mante der keiser die Eidgnossen, das sy im nach lut der verein^) zu weiten ziechen und den küng von Franckrich helffen [207] schädigen. Solichs wurden die Eidgnossen rätig lo ze thund, und seyttents im zu'). Daruff ward angeschlagen mit hörszcrafft für Dysion ze ziechen^}. i&t3 Also im 1513 jar, [domstags] des nechsten tags vor sant ^' Ludwigen tag ^), zugent die von Bern usz mit dem houptbaner und 2700 mannen, und die von Solaturn mit dem houbtbaner \b und tOOO mannen, und die von Friburg usz Oechtland euch mit dem houbtbaner und 1000 mannen<^], und mit zweyen £ryen fänlin^); zugent durch Timerstal ^) den nechsten gon Bisantz zu^). Die Walliser zugent euch dahin mit irem houbtbaner ^^), 20
6. E: eiUieli tiLonen golds. 13. Hs.: des neduten tags; B: donutsgi.
bis lyrea, dann südwfirts bis Asti und Alessandzia, um hierauf erst nach dem 4. Juli von dort aus heimwärts su liehen; 8. Anshehn HL 430 £
1) Nämlich 200000 Kronen; s. unten 8. 56, A. 3.
2) Auf Grund der sog. Erbeinigung vom 7. Febr. 1511; s. Eidg. AbBCh. III 2, S. 1343 ff.
3) Ueber diese Verhandlungen, yom 27. Juni und 20. Juli, s. ebend. S. 722 u. 726 ff.
4) Ueber diesen Beschluas, vom 1. August, s. ebend. S. 830 ff.
5) Nämlich St Ludwigs des Bischofs. Dieser Heiligentag (19. August) steht nicht im Basler Kalender; s. B. Chron. IV 476.
6) Die Zahl der ausgesogenen Bemer ist richtig, während Solothum und Freiburg nur 700 und 600 zu stellen hatten; s. den allerdings nicht ToUständigen Anschlag bei Anshelm III 480.
7) Laut Anshehn in 481 sogen neben den 16000 Angebotenen noch 9000 sog. Freiknechte mit, worunter 4000 Bemer. Diese sollten jedoch, laut den Tagsatsungsbeschlüssen yom 1. u. 12. August, nicht in besonderen Schaaren ziehen, sondern jeder unter dem Panner des Orts, zu welchem er gehörte; s. Eidg. Absch. lU 2, S. 730 u. 732.
8) Durch das St Immerthal. Zur Namensform im Texte vgl. das dialektische Dalben für St. Alban, Delsbethen für St. Elsbethen, Durs für St. Ursus, auch umgekehrt die Schreibung Sant Joder für St Theodor.
9) Von St Imier weiter über Pontarlier ziehend, trafen die Bemer in Besannen schon am 24. August ein; s. Anshelm III 481.
10) Mit 1400 Mann; s. ebend.
1513. 49
Utf sant Ludwigs tag giengent des keyseis biichsen hin- Ang. 19 weg^), was ein grosz und ein klein houptstuck, 4 klein car- tonen, ein gutti grosse notsohlangen und 6 fakünlin, ein wagen mit spiessen, ein wagen mit hallebaxten, und sunst vil wagen
s mit bulffer und mit steinen, und was daizu gehört. Und vor gemelten biichsen und dem, das darzu gehört, giengent 210 rosz.
Uff den selben tag (wie obstat) zugen die buntgnossen von Mülhusen^) mit irem fäniin, wysz und rott, und 80 mannen
10 zu Basel yn: was Martin Brüstlin fänrioh, und Hans Geltner vorfanrich.
Amm nechsten tag noch sant Ludwigs tag, was sambstag ^j, Aag^. 2) zugen die von Basel usz mit dem fäniin, wysz und schwartz^j^ und 700 mannen!^}, gon Bisantz zu^). Was herr Lienhart
15 Grieb houptmann, Jacob Meyer, oder den man nampte Jacob zum Hasen, liitener. Andres Bischoff [207^] fänrich?), Bartolme zum Sternen, Martin von Liestals sun^), vorfanrich. Und wurden ynen von den raten zugeben meister Simon Glaser, meister Thoman Hertenstein, meister Martin zum Schwartzen
2n Sternen in der Hutgassen *), und meister Hans Grasz.
Am selben sambstag zoch ein fry fäniin^®) durch Basel, was rott und wysz, zwen Schlüssel darinnen ^^) und ein seh wert
1) Nämlich von Basel aus; s. unten Beilage I. Ueber dieses Geschüti TgL Eidg. Absch. m 2, S. 731.
2) Zwischen Basel und Mülhausen bestand seit 1506 ein Bündniss auf 20 Jahre; s. Stadt. Urk. 1506 Juni 5, auch Mossmann, Cartulaire de Mulbouse IV 444 ff.
3} Nachmittags; s. unten Beilage I.
4] Auf der Tagsatzung vom 12. August waren die Meinungen darüber getheilt, ob jeder Ort mit seinem Panner oder nur mit einem Fähnlein ausziehen sollte, und deshalb handelte jedes nach Gutfinden; s. Eidg. Absch* m 2, 8. 732.
5) Basel war nur auf 600 Mann veranschlagt; s. Anshelm ni 480, and YgL die Instruction der Basler HauptL, im St A., Bd. St. 91 (10).
6) Ueber ihren Weg bis dorthin s. unten Beilage I.
7] Ueber ihn s. B. Biographien I 81. Er war der Sohn jenes Andreas Bischoff, welcher 1476 bei Grandson war; s. B. Chron. II 357.
8) »Zum Sternen € nannte er sich yermuthlich nach dem Gasthause d. N. in der AeschenTorstadt, jetzt No. 44.
9) Dieses Wirthshaus, jetzt Hutgasse No. 15, gehörte demRathsherm Martin von Dachsfelden; Tgl. unten Beilage I. Die Hutgasse wird hier erwähnt, weil es noch andere Häuser >zum Schwarzen Stern« gab, nämlich Gerbergasse No. 3 und Schwanengasse No. 6.
10} Ueber die Freif&hnlein überhaupt s. oben S. 48, A. 7. 11) Da die Franzosen als Abzeichen weisse Kreuze trugen wie die Eidgenossen, so hatten letztere auf der Tagsatzung vom 1. August be-
BmIct Chroniken. Tl. 4
50 Mailänderkriege.
darduroh, mit vil hüpscber knechten. Und noch eins hieng zur Cronen^}, zooh ouch uff den tag hinweg. Aag. 21 Am Sonntag früe zooh ein fry fAnlin zu Basel durch, was
grien und wysz und zwen silber Schlüssel darinnen, wol mit 300 mannen; deren houptman was Rottengatter der würt von s Constantz^).
Am selben sontag zoch ein fry fäniin durch, was wysz, brun und rott versetzt, wol mit 400 mannen.
Item grad darnftoh kamen zwey fry fänlin; was das ein wysz, rott und giien, und Schlüssel darinnen; das ander was io ouch alsOf denn das es ein rott port umbher hatt. Die bedy hatten 300 man. Aug. 31 Aber uff sonntag nach sant Ludwigs tag zugen die von Schaff husen zu Basel yn mit dem houbtbaner, was gel und ein schwartzer wider darinnen, wol mit 500 mannen ^j. is
Uff den selben sonntag kam das fönlin von Obern Baden, was oben by der Stangen gar schier halber rott, und unser lieby fräwen in der sunnen darinnen, und ir liebs kind am arm, und ein silberer mon under yren f&ssen, und underhalb^j ein schwartzer pfol herab durchuszhin; hatten 330 mann. 20
Grad darnach kam das fenlin von [208] Hellingen, hatt ein blutrot feld und ein grossy wysse kugelen in der mitty, und in der kugelen zwen guldin Schlüssel^]; wol mit 100 mannen.
Grad uff die selben kamen die von Gryffensee, mit einem 3 gantz gr&nen fänlin und einem grossen silberin gryffen, und ein Züricher schilt darinnen; hatten wol by 150 mannen.
Uff den selben sonntag zugen zu Basel yn des bischoffs von Constantz lütt mit irem baner, was schnewysz mit guldinen Sternen, und unser lieby fräwen in einer guldinen sunnen, 30 und ir liebs kind an irem arm und den m&nen under iren
schlössen, auf diesem Feldzuge neben den Kreuzen noch weisse Schlüssel, das Zeichen des Papstes, zu tragen; s. £idg. Absch. III 2, S. 731.
1) Das Gasthaus zur Krone, jetzt Schifflände No. 5.
2) Lienhard Rotengatter. Nach amtlicher Schätzung zählte seine Sohaar 500 Mann; s. Eidg. Ahsch. m 2, S. 731 u. 1030.
3) Dieser und alle folgenden Zuzüge erscheinen durchweg stärker als im Anschlag, weil sie durch Freiknechte verstärkt wurden; s. Anshelm ni 480 ff. und Eidg. Absch. m 2, S. 730.
4) D. h. in der untern, weissen Hälfte des Fähnleins.
5) In Folge des Pavierzuges Ton 1512 hatten manche Landschaften der Eidgenossen das Vorrecht erlangt, in ihren Pannem die päpstlichen Schlüssel zu führen; s. Th. t. Liehenau, über die Siegel der luzemischen Landschaft, im Schweizer. Archiv für Heraldik 1897, S. 5 ff.
1513. 51
f&ssen; und halten by den 500 mannen. Es lüffen euch sunst die obgemelten diy tag ob 2000 knechten durch.
Amm mentag zugen die von Winterthur mit irem baner zu Aug. 22 Basel yn; darinn stunden zwen rot löwen ob eynandei in s einem wyssen feld, und ein roter strich zwiischen den l&wen duichhin, und denn im wyssen feld eyn grosz guldin criitz, oben mit der dornin cronen, an einer sytten die geyszlen, ann der andern die ruten, wie der allmechtig gott ab dem crütz genommen wart, und oben im wyssen feld zwen guldin {«Schlüssel; und hatten wol 150 man.
Grad in zweyen stunden darnach zugent die von Sant
Gallen zu Basel yn mit yrem zeichen, was wysz und ein
schwartzer her darinnen uffrechtig, mit einem guldinen halsz-
band, mit guldinen kläwen an allen fieren, und guldin zeen,
15 so vil er im mul hatt; und zugen wol mit 200 mannen.
Uff den selben mentag zugent die von Zürich yn gon Basel, wol mit 4000 mannen und fast wol gerüst mit 4 [208^] Schlangenbüchsen, und mit irem zeichen, was blo und wysz, und zu oberest ein roter strich dem baner noch uszhin, und 20 by der Stangen obnen die heilige dryvaltigkeit mit der be- krönung der würdigen muter gottes. Und ir schützenfänlin gieng Yoranhin, was ouch wysz und blo, ein guldine handt- büchsen und ein guldin armbrust darinnen.
Es kam ouch mit ynen das ampt Begenspurg^), so zu ynen :25 gehört, mit yrem fänlin, was gantz wys und ein grAner berg darinnen, und ein hüpscher regenbogen über den berg.
Sy brachten ouch mit ynen das ampt Gr&ningen mit irem . baner, was gantz gr6n und ein wysser Idw darinnen.
Sy braditen witter ouch die von Steyn, so unter sy gon
v) Zürich gehörent, mit irem fänlin; in welchem was ein grosser
hocher grower felsz oder stein, obenuff eben und grien wie
ein klein mätlin, doruff knüwte ein junckfrow, und under dem
felsen stund sant Jörgen figur, als er den lindwurm stach, und
stund ein wysz crütz am felsen.
^ Uff den selben tag kam die gräffschafft von Kyburg; was
ir zeichen also: ein rouchfarwer tamast, darinn zwen guldin
löwen ob einander, und ein guldiner strich zwüschen den
löwen hindurch, und oben by der Stangen sant Niclaus und
vor im ein bapsthut; gehört gon Zürich.
40 Darnach kamen die von Eglisow, so ouch under die von
1) Regensberg.
4*
52 Mail&nderkriege.
Zürich gehftrent, mit irem fönlin, was gantz gel und darinn ein schwartzer hiitz uff einem grAnen feld.
Nach denen kamen die von Angelingen ^}, so denen von Zürich angehörig ; deren fänlin was rot, darinnen zwen guldin löwen über einander und ein geler strich zwüschen den 15wen ^ hindurch.
[209] Mäch denen allen käment die von Archa^), so euch denen von Zürich zugeh&rent, mit einem roten i^nlin, in wel- chem unden dry schwartz rfldenkftpff stunden mit guldinen halszbanden, ouch mit guldinen zenen und kläwen, und in der lo mitty die Veronica.^)
Des selben mentags zugent ouch zu Basel yn die gotts- huszlüt von Sant Gallen, wol mit 600 mannen und mit irem zeichen, was gel und ein schwartzer ber uffrecht darinn.
Darnach über ein stund zugent zu Basel yn die von » Frowenfeld und Diessenhoffen mit yren zeichen. Was Frowen- felds zeichen ein schnewysz feld, und ein roter Uw darinn mit einem guldinen halszband und einer guldin ketten, den ffirt ein hüpschs fröwlin in einem roten rock; es waren ouch zween guldin Schlüssel darinn. Diessenhoffen fürt eyn rot 20 baner, zwen guldin löwen darinn, und ein guldin strich zwüschen den ISwen durchnider. Hatten under den beden zeichen wol 1200 mann. ,
Ang. 23 Uff zinstag kamen die usz dem Byntal, von Fudutz, Ra-
gatz und Ryneck^j zu Basel ynziechen mit irem zeichen, 2s was wysz und ein guldiner stern darinn; hatten ob den 500 -mannen.
Uff den selben zinstag kament die von Raperschwyl am Zürichsee mit eym wyssen fänlin, und zwo grosz rott rosen darinnen mit esten; hatten wol 150 man. 30
Des selben zinstags kament die von Lutzern mit irem houbtbaner, was blo und wysz, und oben by der Stangen unser lieber herrgott am Oelberg, und ein engel uff dem Oel- berg mit dem crütz. Und gieng das schützenfänlin vor, was ouch blo und wisz, und dry guldin handtbüchsen darinnen. 35
4. Beide Hsi. : diren fSnlin. 26. Hs.: wm wja; E: was wjn.
1) Andelfingen.
2) Vermutfalich ist Elgg gemeint; denn zu diesem stimmt das nach- folgend beschriebene Fähnlein mit den drei Radenköpfen.
3) D. h. das Tuch der Yeronica mit dem Antlitz Christi.
4) D. h. aus der Vogtei Kheinthal, zu der auch Rheineck gehörte. Vaduz aber, jenseits des Rheins, gehörte nicht dazu, und Ragaz zu Sargans.
1513. 53
Mit [209^] denen von Lutzein kamen die usz Rotten- buigei ampt, so zu ynen gehörent, mit einem houbtbaner, was gantz wysz, darinn ein rotte bürg und zwen guldin Schlüssel ob dei bürg, und ein bäpsthuti]. & Aber zoch ein baner mit Lutzern yn, was goldgel und ein grosser roter ISw darinn ^j.
Aber zugen mit den Lutzerneren yn die von Sursee mit eim houptbaner, was wisser und roter damast.
Item mit ynen zugen yn die von Seelbach mit irem fänlin, 10 was rott und ein wisser weg dardurch ^).
Aber zugen mit ynen yn die von Waglingen^) mit eym roten fänlin, darinn stund ein grosz ecklin^). Also warent der Lutzerneren und ir zuverwanten, so zu Basel ynzugen, wol 2300 man. IS Darnach des selben tags kamen die von Buszwyl mit eim
baner, was rot, und sant Mauritz mit sinem schilt, ouch die Veronica^] darinnen, und zwen guldin Schlüssel ob der Yeronica; gehörten ouch under die von Lutzem.
Bald nach denen zugent zu Basel yn die usz dem Fryen
2«)Ampt, so gemeinen Eidgnossen der syben orten zugehörent,
mit einem grossen fänlin, was halb goldgeler und halb blower
damast, darinn unsers herren gots sül, als er gegeyszlet wart,
und was die sül guldin; brachtent wol 200 mann.
Uff vorgenanten zinsztag zugent die von Zug zu Basel yn 25 mit yrem houbtbaner, was wysz und in der mitty ein blower strich dardurch; kament wol mit 600 mannen.
Uff den selben zinstag zugent die von Ury zu Basel yn mit yrem fänlin, was gel und schwartz, und im schwartzen ein wysz crütz; hatten wol 600 mann. 30 Aber des selben [210] zinstags zugent die von Glaris zu
Basel yn mit yrem baner, was rott und oben an der Stangen ein wysser strich; stund sant Fridlin mitten im baner uff einem
1) Vgl. Th. y. Liebenau, Ober die Sigel der luzemischen Landschaft, im Schweizer. Archiy für Heraldik, 1897, S. 9.
2; .Das Wappen der Grafschaft Willisau; s. ebend. S. 5.
3} Das hier beschriebene Fähnlein entspricht genau dem Wappen der nahe bei Sursee gelegenen Vogtei Büren; s. ebend. Der Name »Seelbach« hingegen kann wohl nur eine Entstellung sein für das ebenfalls unweit Sursee gelegene Sempach, das jedoch im Wappen den rothen Löwen in weissem Felde führte.
4) Vermuthlich ist Weggis gemeint.
5] Egli heisst eine Art Fische, und einen solchen, im roten Felde, führte die Vogtei Weggis im Wappen.
6} Vgl. oben S. 52, A. 3.
54 Mailänderkriege.
giAnen mittlin. Es zooh mit ynen yn ein blo fänlin mit guldin Sternen, und im fänly stund sant Uisz^]. Die hatten wol ob 600 mannen. Aug. 24 Uff mitwochen, was sant Baitolomeus tag, zugent die von Switz gon Basel yn mit yrem vierecketen fänlin, was blutrot. & Und zoch das ampt von Dockenburg mit inen yn, ouch mit irem vierecketen fänlin, was sehne wysz und ein grosser schwartzer rAd darinnen, mit einem sylberin halszband und mit silberin kläwen an allen fieren und silber zeen, und zwen Silber sohlüssel oben by der stangen; brachten ob 2000 mann. io
Uff den selben sant Bartholomeus tag zugent die Gräwen Pündter yn mit Chur. Und was deren von Chur^) zeichen ein schnewisz vierecket baner, ein schwartzer Steinbock darinnen in eym silberin schilt, und an der anderen sytten unser lieby frow in der sunnen. Und das f^inlin vom andern pund^) was is gräw und wysz versetzt als ein schachzabel, und gieng ein gräw und wysz criitz dar durch, ouch versetzt. Das dritt fänlin^) was rott und grfln, von acht färben der längi noch durchuszhin, und ein wysz crätz darinnen. Die dry zeichen hatten wol 2000 man. 20
Grad uff den selben tag zugent ouch die von Appentzel zu Basel yn (waren die letsten) mit einem gefierten baner; was ein hiipscher schnewisser damast, darinn ein uffrechter schwartzer hit mit einer roten zungen, roten oren und klftwen; hatten [210^] wol 700 mann^). 25
Als nun alle ort der Eidgenoschafft mit yren zuverwanten vor Dysion zusammen kamen ^}, wurden sy (on des keysers volck, und die under ettlichen ungezelten £ryen f&nlin zugent) für 25 860 man 7) (oder nach ettlicher croniken anzeigung für
1) Dieses Wappen kenne ich nicht
2) D. h. des Gotteshausbundes.
3) Des Oberen oder Grauen Bundes.
4) Des Bundes der Zehn Gerichte.
5) Die hier für die Durchzüge yom 19. bis 24. August angegebenen Zahlen, welche allerdings nur auf oberflächlicher Schätzung beruhen, er- geben mit Einschluss der 700 Basler, sowie auch aller Freischaaren, eine Summe von naheiu 18000 Mann Nach dem jetzt Terlornen Rodel der Basler »Losiermeisterc jedoch waren es über 20000 Mann, welche vom 19. bis 25. August durch Basel zogen; s. den Brief des Raths an die Haupt- leute im Felde, Tom 26. August, im St A., Bd. St. 91 (10).
6) Am 6. Sept.; s. den Brief der Basler Hauptl. vom 13. Sept, im Anzeiger f. Schweizergesch. 1898, S. 98ff.
7) Mit dieser Zahl stimmt Anshelm III 481, laut welchem zu den 16000 Ausgezogenen noch 9000 Freiknechte kamen. Vgl. übrigens Eidg. Absch. III 2, 8. 954, wo eine amtliche Zusammenstellung 16400 Ausgezogene ergiebt
1513. 55
46000) geachetzt; leyten sich mit sampt den Keyseiischen füi die statt, fiengen an treffenlichen darin ze schiessen^).
Von einei rachtung, so vor Dysion gemacht ward.
Nachdem die statt Dysion gantz abgeschossen wart, das
s man sy wol gewannen hett, rafften die in der statt herusz und begerten eins fridens^); der wart ynen (nach langem radt) zugeseyt. Also kament des küngs von Franckrich bottschafft^) und die Eidgnossen mit einander in red. (Nitdestminder schosz der keyser in die statt, wann er hiipsch geschütz do hett.)
10 Und erbott sich der küng von Franckrich ^) gemeinen Eid- gnossen ze geben 4 thonen golds^^), 2 zu sant Michels tag, ^^^^ ^^ und die anderen 2 zu sant Martins tag obgemelts 13. jars. not. ii Darzu so solte der Frantzosz die zwey schlosz Meyland und Cremonen rumen^], und an alles das, so zum hertzogthumb
IS Meyland gehörte, weder ein cron von Franckrich noch das berlament (wie im dann vor Nawerrenschlacht euch zugemutet) kein anvorderung noch anspruch niemerme ze haben. « Ouch solte er sich Ast (welches von den sinen har sin erbgerechtig- keit ist) verzychen. Das im dann schwer und hert angelegen,
iti [211] ouch sich solichs ze thund lang widerte^). Ye doch ze
12. Hb.: die andere; E: die uidery,
1} Die Beschiessung begann am 10. Sept; 8. den Brief der Basler HauptL vom 13. Sept, a. a. O., und Tgl. Anshelm lU 485.
2) Die Unterhandlungen begannen nicht erst in Folge der Beschiessung, sondern schon am 7. Sept., gleich nachdem das Heer vor Dijon erschienen war, sandte Ludwig von La Tr^monille, französischer Landvogt des Herzog- thums BuTgund, an die Eidgenossen einen Brief und anerbot sich zu Friedensunterhandlungen. Nachdem ihm am 8. Sept. die Eidgenossen ihre Bedingungen schriftlich zugesandt hatten, antwortete er am 9. Sept. in einem Briefe, und hierauf begannen am 10^ — gleichzeitig mit der Be- schiessung — die weiteren Verhandlungen, aus welchen am 13. der Friedens- vertrag hervorgieng; s. den Brief der Basier HauptL vom 13. Sept., a.a.O. Die am 8. Sept. von den Eidgenossen gestellten Bedingpingen , sowie auch den Friedensvertrag vom 13., s. Eidg. Absch. III 2, S. 734 u. 1359 ff. Den Brief La Tr^monilles vom 9. hingegen s. im Anzeiger 1898, S. 101 ff.
3) D. h. La Tr6monille, der sich bevollmächtigt erklärte, im Namen Ludvrigs Xn Frieden zu schliessen; s. den Brief der Basler Hauptl. vom 13. Sept
4] Die hier folgenden Bedingungen wurden nicht von Frankreich an- geboten, sondern gleich am 8. Sept. von den Eidgenossen gestellt; s. die 8 Artikel in Eidg. Absch. III 2, S. 734 ff.
5} D. h. 400000 Kronen; vgL ebend. S. 735 u. 1360.
6) Vgl. oben S. 43, A. 3.
7) VgL La Tr6monilles Brief vom 9. Sept, a. a. O.
56 Mail&nderkriege.
letst ward es im von den Eidgnossen an ein büschelin ge- bunden i] und gesprochen: wend ir das thun, so thunds; wend iis aber nit thun, so syg es nüt. Do verwilligten erst sine rät, solichs ze thund^). Witter so solte der Frantzosz ouch widergeben alles, das er dem bapst oder der kilchen genomen r> hett^). Desz zu merer Sicherheit namen die Eidgnossen vier mann usz der statt Dysion gefangen für ein pfand, under welchen was der eyn (als man seyte) des kiings schwester- sun^). Und also ward es gericht der Eidgnossen halb^}.
Darnach hiesz man des keysers rädt für iren costen ouch 10 heischen, und was sy hieschen, darby wölten die Eidgnossen den keyser handthaben ^]. Do sprächen des keysers rädt: sy hetten kein andern empfelch, dann den küng ze schädigen, oder aber das man dem keyser das gantz hertzogthumb Bur- gund zu sinen banden stalte. Do sprächen des küngs von 1.^ Franckrioh rädt: warumb sy das ervordern dftrsten? der keyser wüst doch wol, das der küng im ein summ golds, nämlich zwo thonen^), daruffgelühen bette; wenn er im die widergebe, denn wolt er darzu lassen reden. Do sprächen des keysers r^dt: syther dem tag, so er das gelt empfangen, hett es nie 20 nutz getragen. Sprachen die von Franckrich: solt einer ein ding verpfänden und verkouffen, und wölts darnach wider han, wenn es yngenommen würd, wer manchem biderman zu schwer. Darumb solte der keyser dry unparthiische mann nemmen; desz glychen wolt der küng ouch thun, und dem 25 keyser vor gemeinen Eidtgnossen zu recht werden, und was die sprachen, [21L^] darby wolt er bliben. Sölichs gefiel dem keyser nit, und meint, er w<s nit halten.
Also kament die Eidgnossen wider von Dysion^}, zugent
1) D. h. es ward ihm nur die Wahl gelassen.
2) Dies geschah am 13. Sept.; s. £idg. Absch. III 2, S. 1359 ff.
3) S. ebend. S. 1360 den ersten Artikel des Friedensvertrages.
4} Ren^ yon Anjou, Herr von M^ziöres, der hier gemeint ist, war nicht des Königs, sondern nur La Tr^monilles Neffe; s. des Letztem Me- moiren, Cap. XV. Die ührigen 3 Geiseln waren einfache Bürger von Dijon ; s. Anshelm III 488 und vgl £idg. Absch. III 2, S. 755 u. 763.
5) D. h. der Vertrag vom 13. Sept. wurde- nur zwischen Frankreich und den Eidgenossen geschlossen; s. Eidg. Absch. III 2, S. 1359 ff.
6) Ein ähnliches Anerbieten wurde von den Eidgenossen auch Herzog Ulrich von Würtemberg gemacht, den sie erst kurz zuvor zum obersten Feldherm erwählt hatten, und dieser nahm es an; s. den ihn betreffenden Artikel im Friedensvertrag vom 13. Sept., Eidg. Absch. HI 2, S. 1360.
7) Also 200000 Kronen; vgl. oben S. 55, A. 5.
8) Der Aufbruch zur Heimkehr erfolgte schon am 14. Sept.; s. den Brief der Basler Hauptl. vom 13. Sept und vgl. B. Chron. I 21.
1513—1514. 67
ZU Basel yn uff den 19. tag herbstmonats, was mentag nach sept. v. des heiligen crütz tag, umb die dry noch mittag; warent ein monat und zwen tag uszgesin^).
Als nun die tag und zil, daruff dann der küng von Franck-
5 rieh den Eidgnossen das gelt ze geben verheyssen, veisohinen warenty stund ynen das halb gelt noch usz, und gieng eine gemeine red: der Frantzosz w< die richtung nit halten ^j, Do ward angeschlagen, wenn er das gelt nit geb, wölt man wider in ziechen 20 000 starck und drob^); und ward daruff
10 denen von Basel uffgeleit 600 man^).
Also fieng der küng an mit den Eidgnossen ze tagen, wert l&nger dann jftr und tag, dazwüschen dann maniger tag gehalten wart Nun in mitler zitt kam der recht herr under den gefangnen (so dann dem küng verfründet solt sin) usz
IS und hinweg^); ward doch von herr Melchern von Rynach wider gefangen und uff Schatelloun das schlosz ^j gefArt, da von im umb 2000 cronen geschetzt [davon den Eidgnossen nüts ward] und darnach wider lidig gelassen''].
Darnach schickte der küng sin Presidenten herusz; den
30 wurffen die Eidgnossen nider uff recht, leyten yn gon Bein gefangen^). Do embott der küng den Eidgnossen: er wolte
16. S: uff Schftttelaii. 17. Dm Eingekl. mir in E, Bl. 106^, and Ewar in Klammern.
1} D. h. 30 Tage, da unter einem Monat stets nur 4 Wochen yer- standen sind. Vgl. oben S. 49 den Aufbruch am 20. August.
2) Dieses Gerücht, das schon auf der Tagsatzung Tom 25. Oct. um- gieng, fand wenige Monate später seine yoUe Bestätigung; s. Eidg. Absch. m 2, S. 740, 755 u. 763.
3] Am 18. Nov. beschloss die Tagsatzung, 16000 Mann bereit zu halten, und diese Zahl wurde am 30. Jan. 1514 auf 20000 erhöht; s. ebend. S. 744 u. 766.
4) Diese Zahl entspricht nur dem ersten Anschlag von 16000.
5) Der Herr von M^zi^res sammt den 3 andern Geiseln blieben zu Zürich gefangen bis im September 1514, wo sie gegen Lösegeld entlassen wurden; s. Eidg. Absch. III 2, S. 814 u. 847, und vgl. unten S. 58, A. 4ff.
6} Chätillon bei Estayayer?
7] Melchior yon Reinach Hess allerdings einen ungenannten Franzosen, der im Schloss Chfttillon gefangen lag, Anfangs Februar 1514 entfliehen. Das8 dieser jedoch wieder sei eingefangen und nachher gegen Lösegeld entlassen worden, finde ich nirgends bestätigt; s. Eidg. Absch. III 2, S. 769 u. 811.
8) Humbert yon Villeneuye, Präsident des Parlaments yon Dijon, erhielt als Gesandter seine Instruction in St. Denis am 17. Noy. 1513 und wurde schon Anfangs Dec., als er in Genf auf einen Cteleitsbrief wartete, yon einigen Bemem y erhaftet und nach Bern geführt, wo er in einem Wirthshause gefangen gehalten wurde; s. Eidg. Absch. III 2, S. 755 ff., auch Anshehn lU 490.
58 Mailänderkriege.
die richtung, vor Dysion geschechen, halten und ynen mer geben dann vor ^), [und wölte deszhalben für die gemeinden, und nit für die im das gelt abgenommen betten] ^). Und liesz ynen däby sagen : das gelt lege ; aber man solte mit dem keiser, und mit dem küng von Engellandt und andern me (mit welchen die Eidguossen 5 in vereinung und [212] buntniisz stundent^), als er dann wol wuszte) nüt ze schaffen haben. Tetts darumb, das er gern Unglück gestifftet und gemacht hette. Und verzochs so lang, das ye die herren, so man für ein pfand für die 4 thonen golds geben hatt, verstunden und nit gel5szt wurden^). Do er- 10 zürnten ettliche Eidgnossen und meinten, man solt sy tötten^). Also wurden sy doch erbetten, und ward gemacht, das sy 13 000 cronen solten geben®), und wann [die] geleit würden, w< man sy dann lydig lassen. Und der president, so zu Bern gefangen lag, ward euch dozemaln umb 2000 cronen is geschetzt und darnach lidig gelassen^). Witter warent 7000
2. Das Eingekl. nnr in E, aber ohne Klammern. 13. Ha.: wann sy geleit;
E: wann die geleit.
1) D. h. im April 1514 liess Ludwig XII durch eine savojrische Ge- sandtschaft den Eidgenossen eröffnen: er wünsche mit ihnen einen ewigen Frieden su schliessen und sei alsdann bereit zur Zahlung der ausbedungenen 400000 Kronen. Zugleich jedoch erklärte er, dass er auf Asti nicht ver- lichten könne; s. Eidg. Absch. III 2, S. 785 und ygl. Anshelm IV 9ff.
2] In Berlingers Etterlin, Bl. 106^ folgt hier in Klammern noch eine längere Einschaltung über die Bestechungen beim Zuge nach Novara; s. unten Beilage I, und vgl. oben S. 26 u. 29.
3) Mit Heinrich VIII wurde im Frühjahr 1514 wegen eines Bünd- nisses unterhandelt, und deshalb wurden Ton der TagsatEung am 4. April Mauritz Hurus Ton Stein und Hans Stoltz von Basel nach England gesandt, welche im Juni zurückkehrten; s. Eidg. Absch. lU 2, S. 782 ff und Ans- helm IV 12 ff. Da jedoch am 7. August Heinrich VIII mit Ludwig XII Frieden schloss, so fiel dieses Bündniss noch vor seinem Abschluss dahin.
4) Am 13. Sept. 1514 war seit dem Friedensvertrage die Frist eines Jahres verstrichen, während die völlige Abzahlung schon am 11. Nov. 1513 hätte erfolgen sollen; vgl. oben S. 55. Schon am 4. April 1514 hatten die Geiseln gebeten: man solle sie gegen ein Lösegeld freilassen, »da doch der König sie nicht lösen wolle«; s. Eidg. Absch. IH 2, S. 783.
5) Vgl. ebend. S. 814 den Abschied vom 25. August 1514, wonach über diese Gefangenen „wieder vieles geredet wurde«, während einige Orte beantragten, sie gegen eine Schätzung freizulassen.
6) Nämlich 10000 Kronen für den Herrn von M^ziöres, und 3000 für die 3 andern Geiseln. Dieser Vorschlag wurde am 18. Sept. 1514 zum Be- schluss erhoben; s. ebend. S. 814 . 819.
7) Wiewohl seine Freilassung schon am 31. Juli 1514 beschlossen wurde, so erfolgte sie doch erst am 22. Sept. nachdem die Schätzung be- zahlt war; s. ebend. S. 811 u. 822, und vgl. Anshelm HI 490ff.
1514. 59
cronen oben im land verhalten worden ^j, kamen! ouch doze- mäl herfiir. Also traff sich die summ, so man teylen must, 22000 cronen. Beschach nach sant Michels tag im 14. jar^). i5i4 Aber die 400 000 cronen, so vor Dysion zugesagt^), wurden nit stpt 29 s geben.
[212] Von grosser keltin und gefrüst.
Do man zalt 1514 jär am 11. tag jenners überfror der 1514 Syn^) zu Basel wyt für die Pfaltz hinuff, und underhalb der brücken wyt für Üttingen badstuben^j hinab, das man am
10 andern tag mocht darüber gon. Es lüffen die lüt hinüber und herwider uff dem blossen Ryn, von einer stat zu der andern. Am donstag zugen die in der Kleinen statt und ouch ettliche J»o. 12 usz der Grossen mit drummen und pfiffen über den Ryn, ob der brück und unden [212^] der brücken, hatten ein tisch, assen
\b und truncken, spilten im brett. Und am fritag, was sant Ja&. 13 Hilarien tag den man nempt den zweyntzigsten tag^), gieng so vil volcks hinüber, jung und alt, fräwen und kinder, das nit darvon zu sagen was. Sy giengent drymäln umb das capellin^), für das zeenwee. Und am vierden joch bym capellin gegen
^der Grossen statt zu^} hatten sy ein kegelrisz, kegelten umb gelt. Und ward des gonds so vil und gemein mit den lüten, das hinnach ouch ir ettliche anfiengent und weiten hinüber ryten uff den rossen. Und reit einer ^) hinüber; so er mitten uff den Ryn kam, do fiel er mit dem hengst yn, und wer
14. E: und nnder der brnck. 19. E: darfür, dM ynen die zeen nit mer wee
solten ihiui.
1) Nämlich 7600 Kronen, die man im Sept. 1513 beim Abzug von Dijon erhalten hatte; s. Eidg. Absch. III 2, S. 848.
2) Auf diese Zeit gingen diese Summen ein; s. oben S. 58, A. 6 u. 7. Ihre VeTtheüung jedoch erfolgte erst im Januar 1515; s. Eidg. Absch. a. a. O.
3) Vgl. oben S. 55.
4) Dieses Datum wird bestätigt durch Kilchmann Bl. 317, Brilinger
5. 122 und Wnrstisen 8. 515, während einzig Kyff in B. Ghron. I 20 den
6. Januar angibt.
5) Diese Badstube, die schon im XIV Jahrhundert diesen Namen trug, lag am Blumenrain, jetzt No. 12; ygl. Fechters Top. S. 82, A. 2.
6) Nämlich der 20. Tag nach Weihnachten.
7) Die Kapelle stand bis 1854 nicht auf dem äussersten Steinjoche der alten Brücke, sondern auf dem zweitäussersten.
8) Also an einem der hölzernen Joche zwischen der Kapelle und Oross-BaseL
9} Vgl. B. Chron. I 20: ein mOller usz der Kleinen Stat.
60 Mailänderkriege.
man im nit ze hilff kommen, so mflst er und das rosz ver- Jan. 14 dorben sin. Also uff sampstag nach dem zweyntzigisten tag verbot man by eim pfund pfenning, das niemant mer, weder jung noch alt, grosz noch klein, hinüber solte gän^]. Jan. 25 Am mitwucheu noch sant Paulus bekerung tag ^ bot man &
den Fischeren, den Schiff lüten und von yeder zunfft dry mannen mit äxen uff den Rin, und wurdent yren wol 100^); fiengent unden by den Predigern an zu howen, und hflwent das ysz uff, und hatten denn grosz hebel und sparren, und lange seyl hinden dran, und wegten denn ein grossen ysz- lo Schemel hinweg, der als grosz was als ein Stuben. Und mänigmol begab es sich, das einer uff dem schemel bleyb und hinweg für, so warent denn die Fischer da und reichten in wider mit weydlingen. Also huwent sy den selben tag bisz für die brück hinuff. is
Jan. 26 Morgcus am donstag huwent sy voll hinuff untz an den
rechten runsz, gar schier bisz ann der Zibeler hoff, den [213] man nempt das collegium ^]. Und gewan der Ryn under zwey joch lufft, und fiel warm wetter an, das sich das ysz von tag zu tag hinweg schleysz^j. Und hett man yn nit uffgehowen, 2i> so wer er noch lang nit uffgangen, und wer der brücken grosser schad geschechen. Also was er 14 tag gantz be- schlossen^], und was so kalt, das die mülen gestunden, und man die roszmülen und die im werckhoff zu must rüsten.
[E107] Von dem Würtenbergischen krieg, so genempt 2.%
wart der arm Cuntz.
1&14 Im 1514 jar umb osteren^j entstund ein grosser widerwill
April 16
18. Beide Hes.: der Rjn und swey joch.
1) S. dieaea Verbot im Rufbuch II 58»».
2) Vgl. BrUinger S. 122, laut welchem der Rhein vom 11. bis 24. Ja- nuar aberfroren blieb. Das richtige Datum ist daher Mittwoch der 25. Ja- nuar, und somit ist hinter »mitwuchenc das »noch« su streichen, wiewohl beide Hss. es haben.
3) N&mlich etwa 60 Fischer und Schiffleute, und aus den übrigen 14 Zünften je 3 Mann.
4) Das Universit&tsgebäude am Rheinsprung, der frühere Wohnsits des Geschlechtes Zibol.
5) Die Kfilte währte überhaupt nur bis Ende Januar; s. unten Kilch- mann s. J. 1514.
6) Vom 11. bis 25. Januar; vgl. oben S. 59 u. die vorige Anm.
7) Samstag vor Ostern (15. April) erfolgte der erste Ausbruch des Aufstandes zu Beutelsbach a. d. Rems, nahe bei Schorndorf; s. Stalin, Wirtemberg. Gesch. IV 1, S. 99.
1514. 61
und gemuimel under dem Wüitembeigischen volck wider hertz(^ Ulrichen iren eignen herren. Was einer unbillichen schatKiing halb, damit die armen lüt überladen, und nit er- liden mochten. Dann er ynen, des ersten, in sim land von 5 husz ze husz ein stür uffgeleyt hat, nämlich etwo eym 3 guldin, eym 2 guldin, eim ein guldin, eym Y2 guldin, eym 10 s., eym 5 s., eym 3 s., und yedem etwas, noch dem er hatt^); das gaben sy gern. Und grad in 2 monaten dam&ch must einer von yedem hundert, so vil er hat, 2 dick pfennig geben
io und ein eyd schweren dem amptman , sich selb zu schetzen by eim pfennig. Zem 3. macht er ein yeden centner 20 Ib. lychter, und musten sy den nitdestminder verungelten, als wer er gerecht gsin. Zem 4., wer wyn ynleit, must von eim som 8 s. geben. Zem 5. so must ein yeder von eym malter
IS körn 6 s. geben, er säsz wo er wett in sim land. Zem 6. dorst niemand kein ku, stier, kalb noch suw in sim husz schlachen, er hetti denn das ungelt vorhin dem amptman in sin husz geschickt; und was das ungelt von eim rind ein guldin, eym kalb 12 s. Das alles was ynen zu schwer, und
20 mochtents nit erlyden.
Also stund es untz zu sant Johans tag, do tratt die ku den Juni 24 kubel umb^}. Wart eyn fest der kilchwyhung in einem dorff^}, do kämen die Würtenbergische buren dar, klagten eynander yr not, wie es ynen gieng mit irem herren, und
25 wurden zu rädt, wie sy das nit w<en lyden, sunder einen buntschuch uffwerffen^) und über den herren ziechen. Und
16. Beide Ha.: in sin Imaz sdilAcheiL
1) Ueber diese und die nachfolgende Vermögenssteuer, sowie über die Verringerung von Mass und Gewicht, und über das Ungeld auf Wein, Mehl und Fleisch, vgl. Stalin a. a. 0., S. 97 ff. Die erste dieser Steuern reicht ins Jahr 1513 zurück.
2) D. h. am 25. Juni, also am Tage nach Johannis, versammelten sich die würtembergischen Stände in Tübingen ku einem Landtag, um über die vielfachen Beschwerden ku berathen und mit dem Herzog zu- verhandeln. Jedoch waren die aufstfindischen Bauern, denen sich inzwischen immer weitere Landestheile anschlössen, dabei nicht vertreten; s. ebend. S. 102 ff.
3) Die Kirchweihen, welche vielfach gerade in diese Jahreszeit fielen, waren allerdings ein erspriessliches Mittel zur Verbreitung des Aufstandes; s. ebend. S. 100 ff. Speziell zum 24. Juni jedoch finde ich kein solches Fest erwähnt, welches für diese Bewegung eine besondere Bedeutung ge- habt hätte.
4) Der Bundschuh, im Gegensatz zur Fussbekleidimg der höheren Stände, war das Abzeichen des Bauernstandes. Auf einer Stange getragen, oder auf eine Fahne gemalt, war er das herkönmiliche Feldzeichen jeder Bauemempörung; vgl. z. B. B. Chron. V. 440.
r
62 Mailänderkiiege.
was ein altei armer man, hett gar vil kinden, hiess der arm Conradt^); denselben fragten sy euch radts, wie sy die Sachen an solten schicken. Also ryet er ynen under anderem, sy sollen sant Conrad! an das fenly machen, diewil er doch Jaii°:S Conradt hiesz; das tetten sy. Und umb sant Jacobs tag zugent 5 sy über yren herren vorgenant 2); der must ynen von Stut- garten gon Tübingen in das schlosz entwychen ^). Do reyt der pfaltzgraff Ludwig darzwüschen, und wart gericht^). Aber bald darnoch liesz der hertzog vil purqn fahen und enthoupten^); ettlich entwichen usz dem land^^j. 10
Solichs ward aber an im wol gerochen. Dann noch keyser Maximilians tod fieng er aber an, sich ungebürlichen halten, zoch für ettliche rychstett, [107^] understund die selben under sich zu bringen ^j. Do erzürnte der Schwebisch pundt und die ryohsstett, zugent mit gantzer macht wyder yn, und is vertryben yn usz sinem land^). Darnoch nam Ferdinandus ertzhertzog von Osterrich, keyser Carolus bruder, das gants Würtenbergisch land yn under sinen schirm^).
*"4 [E] Von einer uffrur, under denen von Solaturn ent- Xai 25 standen. 20
Im 1514 jat vor sant ürbans tag erhub sich ein grossy
1) Was hier folgt, ist nur eine Sage zur Erklärung des Namens »Armer Konrad«. Ueber diesen Namen s. Stalin a. a. O., S. 99, A. 3.
2) Der Tübinger Vertrag vom 8. Juli, welcher zwischen dem Hersog und seinen Landständen war vereinbart worden, brachte das Land nur theilweise zur Kühe, und so zog noch am 23. Juli ein Haufe von 1500 Aufständischen von Schorndorf aus über Beutelsbach bis gegen Waiblingn, wo die Streitkräfte des Herzogs standen. Nach längeren Unterhandlungen kam jedoch am 27. ein Vergleich zu Stande, der die Aufständischen zur Heimkehr bewog; s. ebend. S. 109£f.
3) D. h. er wurde von den Aufständischen persönlich bedroht und gerieth in Lebensgefahr, als er — noch Yor dem 23. Juli — im freien Felde bei Schorndorf mit ihnen unterhandelte; s. ebend.
4) D. h. Kurfürst Ludwig von der Pfalz wirkte durch eine Gesandt- schaft beim Tübinger Vertrage vom 8. Juli mit und sandte nachher dem Herzog bewafTnete Hilfe; s. ebend. S. 103 u. 109.
5) Ueber das Strafjgericht zu Schorndorf, Anfangs August d. J., s. ebend. S. 111 ff.
6) Namentlich in das Gebiet der Eidgenossenschaft; s. ebend. S. 113.
7) Nachdem er schon bei des Kaisers Lebzeiten zweimal in die Reichs- acht gefallen war, befehdete er gleich nach dessen Tode, im Januar 1519, die Reichsstadt Reutlingen und zwang sie zur Unterwerfung; s. ebend. S. 158 ff.
8) Im Frühling 1519; s. ebend. S. 170ff.
9) Nachdem KarlV das Land 1520 für sich in Anspruch genommen,
1514. 63
ufiiir ^) (als sich dann im jar darvor ouch begeben) ^j zu Solaturn, zwüschen den landlütten im 65w ^) und dem rädt in der statt, U8Z dei uisach: Die heuen in der statt hatten ynen u£fgesetzt ein nachstüi, was also: wenn eym sin vattei, oder muter, oder sein anderer nocher fründ sturby, so solt alsdan der, so yn aibte, 3 jar lang die stür hinnäch [geben ^). Das wolten die * uff dem land nit thun, ruchleten zusamen, wolten ynen für die statt ziechen und ee all darumb erstochen werden, ee sy das thun wolten.
to Also schickt man von allen orten bottschafft dar^], die Sachen zu vertragen; leytten sich in die Sachen und retten das best darzu. Es halff aber alles nüt: sy musten sy der stür und ouch des bösen pfennigs lidig Ion, item der eygen- schafft, das sy wyben und mannen möchten, wo es ynen ge-
isliepte^}; und darumb solt sy ouch niemann zu stroffen han^j. Das doch ein schwere sach was ; dann eygen erkoufft liit also lidig zu lassen, was nit vil me gehört worden. Darzu wolten sy nüts verbanets han, sunder in allen wasseren fischen. Das alles musten die in der statt nächlossen, wann der gewalt
20 was do. Das bracht die nächstür ze wegen.
Darumb, sollichs witter zu verhfiten und zu verkhomen, so lasz man yederman by siner gerechtigkeit blyben, so gädt es gar göttlich zu. Wenn man aber ze vil wil, wirt eim hindernäch gern ze wenig. Also wart die sach gestillet, musten
2s die in der statt die nusz bissen, für yederman wider heym.
[E] y on einer andern empörung, zu Rufach entstanden. Im 1514 jar, in der wuchen vor sant Laurentzen tag, er- ▼or
'' ' ®' Aug. 10
übergab er es 1522 bei der Erbtheilung des Hauses Habsburg seinem Bruder, uud erst 1534 wurde es Ton Herzog Ubich zurückerobert; s. Stalin S. 198 ff.
1) Ueber diesen Aufstand, der schon am 13. Mai durch einen Vertrag beigelegt wurde, s. Anshelm III 473, auch Qlutz-Blozheim S. 367 ff. u. Eidg. Abseh. Ul 2, S. 972.
2) Ueber diesen früheren Aufstand, yom Sommer 1513, s. Anshelm in 454 u. 471 ff., auch Wurstisen S. 512 und Olutz-Blozheim S. 341 ff.
3) So heisst noch jetzt die östliche, zu Solothum gehörige Hälfte der einstigen Landgra&chaft Buchsgau.
4) Im Ausgleich yom 13. Mai (s. oben Anm. 1) wird diese Steuer nicht erw&hnt; s. Eidg, Absch. III 2, S. 972.
5) D. h. von Bern, Basel, Freiburg und Biel; s. ebend.
6) D. h. im Vertrage wurde das Becht zugestanden, durch Erfüllung gewisser Bedingungen sich yon der Leibeigenschaft loszukaufen ; s. ebend.
7) D. h. es wurde den Aufständischen Amnestie zugesichert ; s. ebend.
64 Mailänderkiiege.
hub sich ein grosser uffirui, zwüsohen dem gemeinen volck der statt Ruffach und dem landvolck in der Muntat^) eins teyls, und dem vogt, schulthessen und iSten daselbst anders teyls. Kam darzu, das der vogt, sohulthesz und rate in das schlosz^) mit gewerter hand fluchen und sich understunden zu weren. ^ Also kam das landvolck hinyn^) und leyten sich für das schlosz, euch mit yren geweren, weiten die vorgenanten usser han. Geschach därumb, das der schulthesz, wo er ein hüpschy frowen sach, umb sy warb, mit im sins willens ze pflegen; [108] wolt sy dann solichs nit thun, so lugt er, das er yrem lo eemann etwas zufugte, es wer durch sin gewalt oder durch andere ding, dadurch er yn inn lyden bracht; und sunst vil anderer stücken halben meer, hie nit not ze melden. Item das der vogt uff* die stür, so sy irem herren dem bischofi' von Sträszburg gend, 3 s. mer geschlagen hett dann vor, on wissen is und geheysz des bischoffs^). Desz glychen hatt er mit dem wyn und allen dingen gethan. Und ward ein grosz geschrey ; machten, das ein statt Basel ir bottscha£Et, mit nammen junckhem Wilhelmen Zeygler burgermeister und herrn Hansen Trutman^), hinab schickten, in der Sachen das best ze handien. Des was 20 das gemeyn volck fast fro. Und kam euch der bischofi* von Sträszburg gon Marckoltzheim ^)j wolt nit under sy in die statt Rufach, wann er im forchte. Aber die von Basel ritten zu ynen hinyn, denen beweysz man zucht und eer. Das verdrosz den adel, sprächen: sy selten wider heym rytten, man be-2s dörflle iren nit. Geschach darumb, das der adel den Eyd- gnossen nit hold, und usz dem gemeinen volck, besorgten sy, Eydgnossen mächten ^j.
[213] Von einer vereyndung.
1514 Im 1514 jär, als der küng von Franckrich den Eidgnossenso embotten, sy selten mit dem keyser und mit dem küng von
1) Die Obere Mundat, das bischöflich strassbuigische Gebiet im Ober EUass, mit dem Hauptorte Ruffach.
2) Die Isenburg über dem Stadtchen Kuffaoh.
3) In das Städtchen.
4) Bischof Wilhelm von Hohnstein.
5) Zeigler war seit Johannis d. J. alter Bürgermeister, und Trutmann alter Obezstsunftmeister.
6) Markolsheim liegt bei Schlettstadt, also weit von der Mundat entfernt.
7) D. h. der Adel besorgte, die Basler könnten das Landvolk sum AnschluBS an die Eidgenossen bewegen.
1514—1515. 65
Engellandt 1), ouch mit andern mer nüt ze schaffen haben, uff das wtixben die selben an ein Eidgnoschafft der 13 orten 2), begerten ein verein mit ynen ze machen wie vor. Daruff wart maniger tag angesetzt und darumb gehalten ^j. Yedoch
5 ze letst, vorgemelten järs, wart ein verein mit ynen angenom- men und beschlossen, und mit bapst Leo dem X von Florentz^) BontagS' nach Andree^} versiglet, aber mit dem Römischen keyser Maxemiliano von Osterrich und dem küng von Engel- landt*) erst im 1515 jar versiglet 7). Des hertzogen von Mey-i&is
iolands halb bleib es by der alten vereyn, wie die vor langem ufl^ericht und versiglet was worden. Und ward dise vereyn fiast angesechen wider den küng von Franckrich.
Von einer Schlacht zu Meiland, zwüschen dem küng von Franckrich und den Eidgnossen beschechen.
15 [213^] Es hatt der hertzog von Qenow^] ein bunt mit dem
nüwen küng von Franckrich, Francisco Angelow genant^], ge- macht und sich begeben, dem küng Genow wider ynzegeben. Dargegen hatt sich der küng ouch begeben, dem hertzogen alle jär 14 000 ducaten^<^) ze geben und im behülffig ze sin in
20 sinen Sachen, und solt der hertzog von Genow im 20 glenen halten ^1). Des wurden die Eidgnossen innen, leyten daruff knecht usz^^) und schickten dem küng von Franckrich ein absagbrieff.
1) Der König von England ist hier yerwechselt mit Ferdinand von Aragon; 8. Eidg. Absch. III 2, S. 831 ff.
2) Zu den bisherigen 12 Orten kam seit Dec. 1513 noch Appenzell.
3) lieber die Verhandlungen vom 7. Nor. 1514 su Zürich s. Eidg. Absch. a. a. O.
4) »Von Florenz c heisst hier Leo X nur nach seiner Herkunft.
5) An diesem Tag begann zu Zürich die Tagsatzung, auf welcher der Bund mit Leo X beschlossen wurde. Die Urkunde jedoch wurde erst am 9. Dec. ausgestellt; s. Eidg. Absch. III 2, S. 837, 843 u. 1365 ff.
6) Statt England lies Aragon; s. oben A. 1.
7) Der Bundesvertrag mit dem Kaiser, dem König von Aragon und dem Herzog von Mailand ist vom 8. Febr. 1515; s. Eidg. Absch. HI 2, S. 852 u. 1393 ff.
8) Octavian Fregoso.
9) Franz I, der vor seiner Thronbesteigung den Titel eines Grafen von Angoul^e geführt hatte.
10) Vgl. Eidg. Absch. III 2, S. 870: 10000 Kronen; oder Anshebn IV 79: 10000 Dukaten.
11) VgL Eidg. Absch. und Anshelm a. a.- 0., wonach umgekehrt Frank- reich für Glenua 100 Qleyen halten sollte.
12) Nämlich 4000, laut Beschluss der Tagsatzung vom 25. April; s. Eidg. Absch. a. a. 0.
Basier Cliroiuken. TL 5
66 Mailänderkriege.
1515 Also uff mitwuchen vor der ciütiwuchen im 1515 jai zoch
ein statt Basel usz mit andern Eidtgnossen, in Meyland gon Nawerren zu^}, mit 200 mannen und eim £änlin2); was junckher Henman Offenburg houptman, Hans Lützelman der metzger jQLnrich, [Lienhart Billig, oder den man nampt zum Hirtzen^), 5 lüttener, Martin von Seltz der schnider lüferherr, Anthoni Gebelin der schiffman vorfönrich^), Hans apothecker weibel^). Velty Ritter schriber, und Damian Yrmi dollmetsch<^)]. Und waren all Eidgnossen uff 4000 starck^).
Bald darnach kam wamung, wie der küng von Franckrich lo mit macht über den Montanisz züg % das ist ein grosser be^, nit wyt von der statt' Ast^); welche statt sin gsin was und sins vatters erbgut^^^); darumb er sy wider wolt han, und das Juni 26 gantz Meylaudt. Also zoch ein statt Basel wider usz, mentags noch sant Johans des touffers tag, was uff sant Elegien tag des is vorgemelten jars, mit 600 mannen ^^j; was herr Hans Trutman
5. Daa EingekL nur in E, Bl. 110 1>. 9. Beide Hss.: Um M, statt im IL
1) Bei NoYara yersammelte sich das Heer am 20. Mai; 8. Eidg. Absch. ni 2, S. 870, und Anshelm IV 80ff.
2) lieber diesen Zuzug Tgl. den Bodel im St. A., Bd. St. 91 (4), BL 11 ff., und ebend. Bl. 24 die Instruction für die Hauptleute. Durch diese amt- lichen Quellen werden die im Texte folgenden Namen der Hauptleute be- stätigt; die z. Th. abweichenden Angaben bei Byff, in B. Chron. I 21 ff., beruhen somit auf Verwechslung.
3} Dieses Wirthshaus (jetzt Diakonenhaus, Aeschenvorstadt 50) ging 1521 auf Jakob Meyer, den spätem Bürgermeister, über, welcher Bülings Wittwe heirathete und sich fortan nach diesem Hause »zum Hirsen« (Hirschen) nannte; s. im St. A. das Meyersche Geschäfts- und Oeschlechts- büchlein, Bl. 7.
4) Dieser wurde 1524 Bathsherr.
5) VgL Stadt. Urk. 1510 April 19: Hans Gharomellis, gen. Apotheker.
6) Ueber diesen Enkel des Bathsherm Hans Yrmi d. älteren, einen Sohn Baltasars, s. F. Holzach, in B. Biographien I 44 u. 55.
7) Zu diesem ersten Auszuge, vom 9. Mai, wurden nur 4000 aus- gehoben; s. Eidg. Absch. lU 2, S. 870 u. 872. Die Zahl 14000, welche beide Hss. haben, erscheint mithin entstellt.
8) Diesen Uebergang über den Mont Cenis befürchtete allerdings die Tagsatzung schon im Juni; s. Eidg. Absch. IH 2, S. 886. Derselbe erfolgte jedoch erst Ende Juli oder Anfang August; vgl. Anshelm IV 92 ff. u. 99.
9) Vom Fuss des Mont Cenis bis Asti sind es über 20 Wegstunden.
10) Die Ansprüche Franz I auf Asti beruhten auf der Heirath seines Urgrossvaters, des 1406 ermordeten Herzogs Ludwig von Orleans, mit Valentine, der Schwester Philipp Marias, des letzten Herzogs von Mailand aus dem Geschlechte Visconti.
11) Dieser zweite Auszug, laut Beschluss der Tagsatzung vom 14. Mai, betrug im Ganzen 12000 Mann aus der Eidgenossenschaft und 1600 aus Wallis und Graubündten; s. Eidg. Absch. HI 2, S. 877, und vgl. ebend.
1515. 67
alter zunfftmeyster [houptman ^), Hans Galitzion lütenei,] Hans Bei fönrich^); [junckher Hans Bemhart Meyer ^) und Hans Murer, den man nampt zum Silberberg ^), waren zugeben vom radt;] zugent ylends zu den andern^).
s An sant Bartolomeus abent zugent die von Mülhusen gon Ang. 23 Basel yn mit 100 mannen und eym fänlin, ouch gon Meylandt zu<^). Darnach uff sant Bartolomeus tag des vorgenanten jarsAng. 24 zoch aber ein statt Basel des [214] dritten mals usz mit 800 mannen ^j, den andern, so vor dussen wärent, noch in Meyland
].> gon Nawerren zu ^) ; was junckher Heinrich Meltinger houpt- man, Hans Maser der wynman^) ßnrich, Bartolme Schmid der tuchman lütener, [Gregorius Sch&lin der metzger vorfänrich, meister Hans Zschudy der gerwer und meilter Jacob Suraoher der Schumacher von den raten zugeben.]
15 Also hatten die von Basel uff den selben tag dry fäniin
im feld mit 1600 mannen, on das nebenzu liiff und nit usz- geleit was ^% Kamen zu andern Eidgnossen, das sy geschetzt
S. 886, zum 12. Juni, ferner Anshelm IV 82. — Im St. A. finde ich über diesen zweiten Auszug, im Gegensatz zum ersten und dritten, kein amt- liebes Verzeichniss. Doch werden die Yorliegenden Angaben bestätigt durch Ertzberg.
1) »Alter« Oberstzunftmeister war Trutmann erst seit der Kathswahl vom 17. Juni d. J.
2) lieber Hans Bär den jüngeren s. B. Biographien I 59 ff.
3) Hans Bernhard Meyer von Baldersdorf, ein Achtbürger.
4} Ueber dieses Haus, jetzt Utengasse No. 11, 8.1t. Wackernagel im Histor. Festbuch von 1892, S. 311.
5) Diese Zuzüge versanmielten sich bei Vercelli; s. Anshelm IV 85 if.
6} Dieser Zuzug Mülhausens, welches erst seit Anfang dieses Jahres ein »zugewandter Ort« der Eidgenossenschaft war, gehört zum dritten Auszuge d. J., der von der Tagsatzung am 20. August beschlossen wurde und 15000 Mann zählte; s. Eidg. Absch. III 2, S. 905 u. 954, auch Anshelm IV 124 ff.
7) Ueber diesen dritten Zuzug Basels vgl. den Rodel und die In- struction im St. A., Bd. St. 91 (4), Bl. 26 ff., ferner B. Chron. I 22.
8] Novara war zimi allgemeinen Sammelplatz bestimmt ; s. Eidg. Absch. a. a. O.
9) Hans Richart gen. Maser, Zunftmeister der Weinleute; vgl. unten Ertzberg z. J. 1515, auch Oeb. VU 1591». Wegen seiner Feigheit als Fähndrich in der Schlacht vom 14. Sept. wurde er nach der Heimkehr gefangen gelegt und am 9. Juni 1516 zu einer Oeldbusse verurtheilt und auf Lebenszeit von allen Ehrenämtern ausgeschlossen; s. Erkanntnissb. U 125ff.
10} Wiewohl die Tagsatzung schon beim ersten Auszug das Mitlaufen der Kichtausgehobenen verboten hatte, so zogen dennoch schon damals viele sog. Freiknechte mit; s. Eidg. Absch. III 2, S. 870 u. 877, auch Anshebn IV 80 u. 81.
5*
68 Mailänderkriege.
wurden uff die 50000 starck^); ISgen in Bemont^) wider den kung von Franckrich, der dann 80000 starck was^j. Und indem sy also gegen einander lagen, wart allerley practiciert und ge- handlet, ein £riden betreffend^). Das gelt was lieb ^); erwuchs daruss, das Bern, Friburg, Solathum und die Walliser abzugent, 5 wol 14000 starck^); zeigten an: der küng von Franckrich hett einen &iden mit der Eidgenoschafft gemacht ^j, den w51ten sy halten.
Und als die hinweg kament; darnach griffen die überigen
Eidgnossen den küng inn sim läger an^), uff des heiligen lu
Sept. 13 crütas abent, do die sunn schier su gn&den wolt gftn*); schlugen
des küngs volck in die flucht und erschlugen im ein grosse
summ lüten. Besunder die vom schwartzen huffen ^®) giengen
2. E : olF SOOOO.
1) Vgl. Brilingei Bl. 139: 40000. Die Auagehobenen der 3 sich fol- genden Auszüge, ohne die Freischaaren, zählten zusammen 33000 Mann; e. £idg. Absch. III 2, S. 954, und Anshelm IV 173, und vgl. oben S. 66, A. 7 u. 11, und S. 67, A. 6.
2] Aus Piemont zogen sich die beiden frühem Auszüge wieder zurück nach Vercelli, noch bevor der dritte eingetroffen war; vgl. Anshelm IV 118ff. u. 125, femer Eidg. Absck Ul 2, S. 902 ff.
3) Auf 74000 schätzt dieses Heer eine »Zeitung« im Anseiger f. Schweiz. Qesch. 1872, S. 252. Vgl. jedoch Eidg. Absch. lU 2, S. 894, 898 u. 900, sowie auch einen Brief bei Anshelm IV 91 , wo derselbe durchweg auf 45 bis 48 000 Mann geschätzt wird.
4) lieber diese Unterhandlungen s. Eidg. Absch. III 2, S. 902 ff. u. 907 ff., femer Anshelm IV 104ff., 118ff. und 130ff.
5) Vgl. in den Vertragsbedingungen, Eidg. Absch. III 2, S. 907 ff., die von Frankreich zu zahlenden Summen. — Ueber den Verdacht, dass Be- stechung mitgewirkt habe, ygl. Brilinger BL 139.
6) Die Zuzüge der hier genannten Orte bildeten zusammen in der Regel einen Drittheil des eidgenössischen Heeres; s. z. B. das Verzeichniss zum Dijoner Zuge, bei Anshelm in 480. Wenn nun hier das Oesammt- beer mit Einschluss der Freischaaren über 40000 Mann zählte (ygL oben Anm. 1), so erscheint mithin die Zahl 14000, die auch Edlibach S. 250 hat, kaum noch zu hoch. Für das Heer, welches nachher an der Schlacht war, ergibt sich demnach eine Stärke Yon etwa 25000 Mann.
7) Ueber diesen am 9. Sept. zu Gallerate (jetzt Galliate) geschlossenen Vertrag s. Eidg. Absch. HI 2, S. 907 ff., und vgl. Anshebn IV 133 ff.
8) Bei Marignano (jetzt Melegnano), 4 St südöstlich von Mailand. Ueber die Schlacht vgl Anshelm IV 139 ff., Schodeler im Anzeiger f. Schweiz. Oesoh. 1885, S. 357 ff., und Wemher Steiner in Balthasars Helvetia VH 239 ff., auch B. Chron. I 22 ff.
9) Vgl Brilinger Bl. 139: die advesperascente ; ferner B. Chron. und Anshelm a. a. O. : zu vesperzit. Laut Brilinger waren sie von Mailand um Mittagszeit aufgebrochen.
10) Ueber diese wegen ihrer schwarzen Kleider und Rüstungen so ge-
1515. 69
fast ze grund. Und erschlugen ouch den besten adel ans küngs hoff, darzu ettlich landsfürsten , nämlich den henen Yon Burbun^) und andere mer, und gewunnen vil gesohütz^]. Behieltent den abent das veld, meinten, die sach wer gar
& hinüber; schickten ylends posten herusz, was yederman fro^).
In der • selben nacht rüste sich der küng wider mit 4
firischen huffen ze rosz [214^] und ze fusz, und ungewarneter
sach an die Eidgnossen hin (die dann mfld und hellig waren sopt. i4
und die gantze nacht in der Ordnung gestanden, ouch ettliche
10 ßnly von ynen in der nacht hinweg gezogen^);) geriet mit grossem unsäglichem geschütz ann sy, wol mit 5000 hocken- bachsen^) und vil schlangen, ouch sunst mit vil anderem ge- schütz on zal. Und wurden der mässen vom treffenlichen ge- schütz zertrent, das sy hindersich wichen musten und das
15 veld verlon.
Als halff ynen gott ellendigclichen mit der Ordnung wider gon Meylandt in die statt ^), und bliben vil uff der walstatt und sunst ouch an andern orten, das man sy schätzt uff die 7000 Eidgnossen 7). Do kam umb Hans Ber der fänrich^),
20 Bartolme Schmid lii teuer, Hieronimus Stähelin^), Bartolme zum Sternen, Martin von Liestals sun, und sunst vil guter burger mer von BaseP^). Do wart Henman Offenburg, desz glichen Heinrich Meltinger uff den tod wund^^).
Zu disem hörzug solt keyser Maxemilian sin reysigen züg
nannte Schaar von 6000 geldiischen Landsknechten vgl. Eidg. Absch. III 2, S. 901 und Anshelm IV 91 u. 140, auch Schodeler a. a. 0. S. 659.
1) Frans von Bourbon, Herzog von Ch&telleraud, ein Halbbruder Herzog Karls von Bourbon; s. Anshelm IV 140.
2) Vgl. Schodeler a. a. O. : 16 stuck büchsen uf rederen.
3] Ueber die verfrahte Siegesnachrioht vgl. die Briefe in Eidg. Absch. ni 2, S. 919, und die »Zeitung« im Anzeiger f. Schweiz. Oesoh. 1872, S. 252 ff., auch Anshelm a. a. O. Ueber die wirkliche Stimmung der Sieger s. Steiner a. a. O., S. 240 ff.
4) VgL den Zusatz bei Anshelm IV 141.
5) Statt »hockenbüchsen« eher: hantbüchsen. Schodeler a. a. O. S. 359 schätzt die feindlichen Handbüchsenschützen auf über 6000.
6) Ueber diesen Rückzug vgl. Anshelm IV 142 ff. und Schodeler S. 361.
7) Damit stimmt Schodeler a. a. 0.; vgl. auch Anshelm rV142: ob 6000.
8) Ueber seinen Tod s. Wurstisen S. 521. 9] Ueber ihn vgl. unten S. 76.
10) B. Chron. I 23 nennt noch den Fähndrich Hans Lützelmann. Die Zahl der gefallenen Basler finde ich nirgends überliefert
11) Beide genasen jedoch, und Offenburg starb in hohem Alter erst 1559; 8. B. Chron. V 314.
tu
70 ' Mailänderkriege.
geschickt haben, nämlich 800 pferd^), darzu järgelt^). Das hielt er nit; liesz die Eidgnossen im veld ligen ob 20 wuchen^). Ei liesz ouch die sinen, giäfen, fryen, rittet und knecht ein grosse zal, zum küng von Fianckrich ziechen^]; dann der küng sunst ein solliche macht nit hett mögen bekommen.
Zu solichem unfal hat ouch zum teyl die Eidgnossen bracht die zwytracht, so under ynen entstund; nämlich das ettlioh den friden annemmen weiten, der zu Galleran abgeredt was, und uff das selbig hinwegzugen, und yn die anderen nit annemmen weiten, sunder den küng (wie gemeldet) darüber [215] angriffen <^]. Mag ein yegklicher wol gedencken, wo sy by einander bliben weren, das es, ob gott hett geweit, nit also ergangen wer. Gott wöU sy fürter behf^ten!
Wie der küng von Franckrich ein friden und verein mit den Eidgnossen begerte ze machen. 10
Nach ergangner Schlacht zu Meyland begerte der küng von Franckrich abermals (wie er zu Galleran ouch gethon hatte) ein friden und verein mit den Eidtgnossen zu machen und halten^); solt weren des küngs leben lang und 10 jär nach sim tod. Wer ouch sach, das im yemant Meylandt wider i* abgewinnen w51t, so selten die Eidgnossen im knecht geben in sim sold, und yn helffen beschirmen ; darumb weite er den Eidtgnossen sampt und sonders [10 mal 100 000 cronen von jar zu jar geben bisz zu voller bezalung^).]
25
23. Daa EingeU. in E, BI. 111b. Statt desBen hat die Es. nur: ettUch thonen gold geben.
1) Genauer 600; s. Eidg. Absch. III 2, S. 1394 den Bundesvertrag vom 8. Febr. d. J.
2) Das scbon in der erneuerten Erbeinung von 1511 festgesetzte Jahrgeld von 200 Oulden für jeden Ort war im Vertrage vom 8. Febr. 1515 bestätigt worden; s. ebend. S. 1347 u. 1396.
3) Vom 9. Mai bis Ende September; s. oben S. 66.
4) D. h. im framsösisohen Heere dienten über 20000 Landsknechte; vgl. Eidg. Absch. III 2, S. 894 u. 898, auch Anshelm IV 91.
5) Vgl. oben S. 68.
6) Ueber die Friedensunterhandlungen, welche am 29. Oct. in Genf begannen, s. B. Chron. I 200 ff., auch Eidg. Absch. III 2, S. 928 ff., und vgl. Anshelm IV 160 ff. Die nachfolgenden Bedingungen sind diejenigen des in Genf vereinbarten Vertrages; s. Eidg. Absch. S. 930 ff. u. 1398 ff., und vgl. unten S. 71, A. 5.
7) Nämlich in 5 jährlichen Raten von je 200000 Sonnenkronen; s. Eidg. Absch. S. 931 u. 1400.
1515. 71
Do begaben sich 11 ort^) dei Eidgenoschafft, ein friden mit im anzenemmen, aber kein verein anders dann die alte yereinigung, so vormals zwüschen eim küng von Franckrich und ynen gewesen wer^]. Aber die von Basel und Switz
5 meinten: sy wölten weder in den friden noch verein ver- willigen, sonder gar nüt darmit ze schaffen haben ^]. Doch lagen ynen die andern 11 ort (die dann nit mer kriegen weiten) so hefftig an und baten sy so offl, das sy ye zu letst noch langer handlung den &iden euch verwilligten mit dem
iokiing ze halten^). Also ward die richtung oder frid gemacht und beschlossen zu Jenff, uff zinstag nach aller seelen tag ^) 1515 1 im 1515 jftr. ^°' *
Darnach im 16. jär, als die zitt kam, das man solt ver-me «glen, weiten ,5 [215^] ort, nämlich Zürich, Ury, Switz, Basel,
15 Schaff husen^), darzu der Graw Pundt^) und die Wallisser^j nit versiglen, ettlicher Ursachen halb, nit not hie zu melden^). Do das der küng vemam, wolt er das gelt nit geben, es wurde dann von allen orten der frid angenommen und ver- siglet, darzu euch ein verein mit im gemacht. Also begaben
2a sich Bern, Lutzern, Underwalden, Zug, Glaris, Friburg, Solaturn,
2. Beide Haa.: die alten Tereinignng.
1) Es werden hier 11 Orte gezählt, weil nachher als Gegner des Ver- trages emzig Sohwyz und Basel genannt werden; vgl. jedoch unten Anm. 3.
2) Im Gegentheil nahm die Mehrheit den Genfer Vertrag an, wie er war, also auch das Bündnis«, imd einzig dieses letztere war es, was die Spaltung Terursachte; s. Eidg. Absch. S. 929.
3} Basel und Sohwyz yerwarfen nur das Bündniss, nicht aber den Frieden, und zudem waren sie schon in Genf nicht die einsigen Orte, welche diesen Standpunkt einnahmen, sondern Zürich, Uri und Schafifhausen stinunten ebenso; s. ebend. und vgl. unten S. 72.
4) Dieses ist wohl richtig für den weiter unten erwähnten Frieden vom 29. Not. 1516, nicht aber für den hier zunächst folgenden Genfer Vertrag Tom 7. Nov. 1515, welchem nur 8 Orte zustimmten; s. Eidg. Absch. in 2, 8. 937 ff., und vgl. die Torige Anm.
5) Die Urkunde ist vom folgenden Tage, Mittwoch d. 7. Nov.; s. ebend. S. 1398 ff.
6) Diese 5 Orte hatten den Genfer Vertrag vom 7. Nov. überhaupt nie angenommen; s. ebend. 8. 947 ff. und vgl. oben Anm. 4.
7) Vgl ebend. S. 937 u. 946 ff., auch Anshehn IV 174.
8) Wallis trat schon im Januar 1516 dem Genfer Vertrage bei; s. Eidg. Absch. S. 952 und vgl. unten. Statt >die Wallisserc ist wohl eher zu lesen: die stat Sant Gallen; vgL ebend. S. 961, auch Anshelm IV 174.
9) Sie wollten kein Bündniss mit Frankreich; s. oben Anm. 2 u. 3, und vgl. ihre späteren Antworten vom 3. Juni und 23. Juli, in Eidg. Absch. S. 978 u. 990.
72 Mailänderkriege.
Apentzel, und ir zuveiwanten die Wallisser, der apt von Sant Gallen, Botwil und die von Mülhusen, den friden ze halten und euch das gelt se nemmen mit der verein. Und wart solichs von yetzgemelten orten gelopt und u£f das heilig evan- gelion geschworen und veisiglet^]. &
Aber die andern 5 ort weiten nüt darvon hören sagten, sunder entschlussen sich kurtz: mflsten sy in die verein (welche was, das ein Eidgenoschafft dem küng mit den zeichen zuziechen mflste^), so w<en sy sich mit gott bezügt han, das es ii will nit weie^). [Do aber nun die 8 firter das gelt vom lo küng genommen, im sigel und brieff, die verein mit im ze halten, geben hetten, hieng er stättigs hinnach, hatt kein ruw so lang, bisz er die 5 ort, so wider yn warent und kein verein mit im annemmen weiten, durch ettlich tagsherren und heimliche pensioner (der selben orten] deren nammen wol i5 wissen sind, euch ze letst — gott erbarms < — in die suppen bracht Die 8 ort vorgemelt waren zu tieff inn die sach gangen und komen. Hetten sy thon als die 5 ort, und werent all mit eynander eyns bliben, so wer dem küng von Franck- rich ein gutty schlappen worden. Aber das b&sz gelt was so meyster.
Wenn Mülhusen ein zugewant ort der Eidgnoschafft
worden syg.
1514 Do man zalt 1514 jär, gefiel den buntgnossen von Mül- husen der Eidgnossen sach so wol, das sy euch anfiengen ann 25
nach sy Werben, und des selben järs nach sant Andres tag^) desz- halben zu Zürich uff [216] eim tag vor gemeinen Eidgnossen erschinen [und] do ann sy begerten, das man sy euch als ein ander zugewant ort zuliesz und anneme. Also darnoch im
10. Das Eingekl. nur in £, fil. 111 20. £: Aber das boss gelt^ dl« cronen,
brachten semlicha zn wegen.
1) Auf der Tagsatsung Tom 14. Januar; b. Eidg. Absch. S. 950 u. 953 ff., auch Anahelm IV ITlfif.
2) Gemeint ist hier der Artikel des Genfer Vertrages über das Bund- niss; s. Eidg. Absch. S. 1401.
3) D. h. sie traten, wenn auch ungern, dem Vertrage bei, nachdem derselbe durch neue Verhandlungen, die vom August bis October währten, sehr wesentliche Aenderungen erlitten hatte; s. Eidg. Absch. S. 99Sff., 1008 ff. u. 1017 ff., und ygl B. Chron. I 201 ff. Seine endgiltige Fassung, Yom 29. Not. 1516, s. Eidg. Absch. S. 1406ff.
4) Genauer Dienstags nach Andreae [5. Dec.); s. Eidg. Absch. S. 842. Ihre Bewerbung hatte übrigens schon im Juli d. J. begonnen; s. ebend. S. 810, 818 u. 834.
1515. 73
1 5. jär in der crützwochen ^j , nach langem rädt, wurden sy ze i»i& letst (wiewol es gar kum zugieng) von allen orten der Eid- ^" gnoschafft, glicher gestalt wie Sant Gallen und andere zu- ▼erwanten, ze ewigen Eidgnossen uffgenommen^). Und wart 5 solichs verbrieffb und versiglet, uff jär und tag wie vorstat^}.
1) Die Awfaahme wurde von der Mehrheit der Orte schon Mitte Jannar 1515 beschlossen, und desshalb trägt der Bundesbrief das Datum des 19. Januar; s. Eidg. Absch. S. 847ff. u. 1379ff. Jedoch gab Schwyz — und wohl ebenso auch Uri — seine Zustimmung erst am 29. April; s. ebend. S. 874 und vgl. S. 848. »In der crützwochen« bedeutet daher hier nicht wie gewöhnlich die drei Tage der litaniae minores (zw. Sonntag Rogate und Himmelfahrt), sondern eher die Woche, in welche die litania major (25. April) fiel, und diese sohloss 1515 mit Samstag dem 29. April. Ueber die Pioiession, welche in Basel alljährlich in dieser Woche am 25. April stattfand, s. Brilingers Ceremoniale.
2) Der förmliche Bundesschwur erfolgte erst am 12. Juni d. J.; s. £idg. Absch. S. 885.
3) S. oben Anm. 1.
Beilagen«
I.
Zum Zuge gegen Dijon.
1513.
Ueber die ErlebniBie der Basler auf dem Zuge gegen Dijon s ist uns im St. Archiv im Bd. St 91 (10) ein leider unvollendeter Bericht erhalten, der mit dem Aufbruch vom 20. August beginnt, aber schon beim 27. abbricht. Derselbe nimmt nur 2Y2 Seiten eines Doppelblattes ein, das im übrigen leer blieb| und ist von der Hand des Oberstzunftmeisters Lienhard Grieb geschrieben, der auf 10 diesem Zuge die Basler als Hauptmann befehligte ^), und somit jeden- falls auch von ihm verfasst. So unyoUst&ndig dieser Bericht nun ist, so bildet doch schon das Wenige, was er enthalt, eine werth- volle Ergänzung zu dem, was die Anonyme Chronik über diesen Zug erzählt. is
Weiter lassen wir hier noch aus Berlingen Etterlin, Bl. 106^ jenen Zusatz folgen, welcher, wie wir schon früher sahen, in der Anonymen Chronik an die Erzählung des Dijonerzuges anknüpft ^), jedoch nur von den Bestechungen handelt, welche in demselben Jahre 1513 beim Zuge nach Novara yorgekommen waren. 20
a) Acta expeditionis Gallice.
Ane^io ^^ sampstag vor Bartolomei sint wir ze Basel umb die 2. stund noch mittag im nammen gottess usszgezogen, die selb nacht ze Waltikofen beliben^). Do hat Peterman von Eptingen^)
21. Ueber der Seite steht : JliesQS Maria.
1) S. oben S. 49.
2) S. oben S. 26 und 58, A. 2.
3) Waltighofen, 5 St. westL von Basel.'
4) Dieser besass in Basel den Eptingerhof bei St. Martin, jetzt Mar- tinsgasse No. 2, und war yermuthlich ein Sohn jenes Jakob y. £., vom Zweige
Beilage I. 75
unaz, so in miner herren liferung sint^), dasz nachtmol und momdesz den imbisz in sinem slossz geben und geschenkt. Dogmen haben wir siner frowen 5 gl. in die kindbette ge- schenkt.
5 Uff sundag sint wii noch imbisz gen Dattenriet komen^j. Aug. 21
Doselbest vor nacht 3 ufflöuff gehabt von desz von Tachsz- felden^) hofsz wegen, den unsre knecht plünderen weitend, doTumb das er by dem kunig von Frankrich was^); dogegen aber keiserlich majestet all sin gut in haffb genomen^). Desz-
10 halb, wo die plunderung fuisich gangen, hettent wir keiser- licher majestet das ir genomen, die unser helffer sin solt. DoTumb haben wir Galle Murer von Liestal und Hans Wagger ^) von Mutetz morndesz ze Mumpelgart in ein turn über nacht Ang. 22 gelegt, an ein recht geweit stellen; darnoch, uff bitt, sy gewolt
IS heim ze ziehen schweren lossen, und doh, uff bitt der Keiser- schen, Mulhusen und unser empter, lossen zum zeihen schweren und, so wir heim komen, sich für rot ze stellen, wyter miner herren stroff oder beschaid ze erwarten.
Item ze Dattenriet sagt unsz min her graff N. von
20 Furstenberg?), das keiserlich majestet im gegönt etUch desz margrofen von Dynesz^) land inzenemmen, alsz euch beschehen. Das woltent aber unser eidgnossen von Friburg nicht dester minder berouben. Mit beger, das best darzü, wo esz sich schikt, ze reden ^].
12. In d. Hb. Lficke gelusen f&r Hans Wagger.
Yon Blochmont, welcher 1476 bei Muiten den Ritterschlag empfing; vgl. im St.A., Lehenarchiv Eptingen, die Urk. 1490 April 17 und 1523 März 10, sowie auch B. Chron. III 16.
1) D. h. die Hauptleute äammt allen zum Stabe gehörenden Beamten und Dienern; b. das Verzeichniss in der Instruction vom 20. August, im St-A., Bd. St. 91 (10).
2) Delle. Von Waltighofen führte der Weg dorthin über Feldbach und Sept.
3) Ueber dieses Adelsgeschlecht s. Wurstisen S. 6 und B. Chron. V 312.
4) Vgl. hierüber den Brief der Basler Hauptleute vom 22. August, im Bd.St. 91 (10).
5) D. h. die kaiserlichen Hauptleute und Räthe , welche an diesem Zuge theilnahmen, legten Beschlag darauf; s. ebend.
6] Diesen Namen, der in der Hs. fehlt, s. ebend.
7) Graf Wilhelm von Fürstenberg, ein Neffe des 1499 bei Domach gefallenen Grafen Heinrich.
8) Ich lese Dynesz, doch ohne einen Ort d. N. zu kennen.
9; D. h. wohl, der Graf von Fürstenberg bat die Basler \mi ihre Ver- mittlimg gegenüber den Freiburgem.
76 Maüänderkriege.
Inf;, n Uff mendag sint wir gen Bmimendrut >) komen. Doselb den Keiseilichen reisigen sug, nämlich min herren von Zorn nnd ander doh, Wirtenbergiflch'] by 300 pferden, und doby das Keisersch geschutz, so se Basel gewesen^), gefunden, die sich yil güts gen unsi erbotten. &
hMg. 23 Uff sistag zimbisB sint houptlut und vil andere gen lil komen ^). Aber das fenlin hat desi wegsi gefeit, gen Clenra komen ^], doselbs vor den reisigen Keiserschen nit mSgen be- liben. Deszbalb wir desz selben tags von Mumpelgart gen Bam^ gemuszt sieben, was mer den 6 tutsch mil^]. Desshalb lo ▼il knechten über naht im holts in allem regen bliben müstend, und das geschutz zum fenlin desz selben obensz nit komen mocht.
Do kam H. Stehelin unser furier*) von Bisantz, den wir von Waltikofen dohin geschikt hattent. Sagt unsz, das man is alle Eidgnossen ze Bisantz nit weit inlossen, denn allein die houptlut ^^}. Deszbalb bette min her von Warse maischalk in Burgund^i), in nammen keiserlicher majestet, und die von Bisantz alle örter in bestimpte dorfer, imd unsz von Basel usz sundrer lieby in ein dörflin genant Bolonin^') gelosiert; 20 den selben nammen er an einem brieflin gescriben bracht
Avf. 24 Uff mitwuch sint wir gen Bolonin komen, ist 3 tusch mil
4. Hl.: dM keber gtadivts.
1) Da sie von Delle kamen und naohher nach Lisle sogen, so ist der Umweg über Pruntrut schwer su erklären. Vennuthlich ist daher Pnmtrut hier yerwechselt mit Mömpelgard.
2) Den >Qrafenc yon Zorn erwähnen aueh die Zürcher Hanptleute in einem Briefe vom 28. Aug. ; s. Olutz-Bloiheim 8. 345, A. 278.
3j Ueber Herzog Ulrichs von Würtemberg Betheiligung an diesem Zuge 8. oben S. 56, A. 6, auch unten A. 11. 4} S. oben S. 49. 5, L'Isle am Doubs, 4 St. von Montb^liard.
6) Clenral am Doubs, 3 St. yon L'Isle.
7) Baume-les-Dames, 3 St yon ClenraL
8) Oder 10 Wegstunden.
9, Hieronymus Stehelin, der 1515 bei Marignano fiel; s. oben S. 69.
10; Vgl. Anshelm DI 482.
11; Peter yon Vergy, Marschall der seit 1493 dem Kaiser gehörenden Freigrafschaft Burgund, war >oberster Feldherrc über das ganze Heer, jedoch nur bis zum 8. Sept, wo er durch Herzog Ulrich yon Würtemberg ersetzt wurde; s. den Brief der Basler Hauptleute vom 13. Sept, im StA. Bd.St 91 (10).
12) Vermuthlich BonboiUon, zwischen Gray und Besan9on, 6 St. yon letzterer Stadt
Beilage I. 77
von Bisantz. Doselbs 3 neoht gelegen i); den lutenei^) und Martin von Tachszfelden^) in der von Bein legei, so wol 1 grosse tusche mil von Bisantz lag^], geschikt. Doselbs sy vei- nomen, wie wol by 1700 fiyer kneht gensit dem wassei ^ legend^). Deszhalb Bern, Basel, Fribuig und Soloturn ir bot- schaflFl zu inen geschikt^).
b) Aus Berlingers Etterlin.
^S. oben S. 58, A. 2.)
Denn es giengen ettliche reden usz, es werent 50 000 cronen 10 Tox Dysion ettlichen personen geben worden^). Als dann vor der Nawerrensohlacht ouoh geschechen was, do ettliche, näm- lich von Zürich, Bern, Lutzern, Solathurn und andern orten me, welcher nammen noch uffgezeichnet und in gedechtnüsz sind, gelt vom küng von Franckrich nammen^), wo man ettwas 15 meren solt, sy uff siner sytten waren und im allwegen heim- lichen zuschriben, was uff den tagen gehandlet ward. Davon grosse uffruren an vorgenanten orten entstunden ^), und ettliche darumb lyden und mit der hut bezalen musten^^j, ouch ettliche, so schon by leben bliben, grosz gut geben, ouch von allen 30 eeren gestossen ^^) und in das blutbuch geschriben worden. Darumb syg meugklich gewarnet, sich hinfur vor solchen gschichten ze verhflten.
1) Am 27. August erfolgte der Aufbruch; s. den Brief der Basler Hauptl. Tom 3. Sept., im Bd.St. 91 (10).
2) Jakob Meyer zum Hasen; s. oben S. 49.
3) Dieser gehörte nicht lum Adelsgeschlechte d. N., sondern war Ratluherr der Qartnerzunft.
4) Bei Boche am Doubs; s. den Brief der Bemer Hauptl. vom 26. Au- gust, im StJL. Bd.St 91 (10).
5) Jenseits des Doubs.
6) Hier bricht der Text ab, und das übrige Blatt ist leer.
7) Ueber den Verdacht, dass beim Vertrage von Dijon Bestechung mitgewirkt habe, vgl. Anshelm III 486.
8) S. ebend. S. 438, femer Eidg. Absch. III 2, S. 713 k, und Wemher Steiner, Ausg. in Balthasars Helvetia VII 235.
9) 8. Anshebn lU 442, 450 u. 463 ff., femer Basels Brief an Mül- hausen vom 12. Juli 1513, bei Mossmann, Cartulaire de Mulhouse IV 501 ff.
10) S. Anshelm lU 440 u. 454 ff., auch W. Steiner a. a. O.
11) S. ebend. S. 452 ff. u. 457 ff.
78 Maiiänderkriege.
n.
Vermischte Nachrichten. 1489—1531.
Die Aufzeichnungen ans den Jahren 1489 bis 1531, welche der Chronik der Mailänderkriege in der Beinheimischen Hs. Yoraus- b gehen i), bilden unter sich in keiner Weise ein zusammenhängendes Qanzes. Schon der erste Abschnitt, der auf BL 193^ unmittelbar auf den Schluss der Abschriften aus Ettexlins gedruckter Chronik folgt ^) und den Zug von 1489 gegen Heitersheim erzählt, erscheint von den übrigen getrennt durch einige Nachrichten von 1439 bis lo 1493, welche aus noch erhaltenen Rathsbüehem stammen'], und Yon denen wir schon früher sahen, dass sie im engsten Zusammen- hang mit einigen weiter vom in der Hs. eingehefteten Blättern stehen 4]. Erst auf diese Einschaltung, welche Bl. 194 — 195 ein- nimmt, folgt sodann ein längerer Abschnitt Über den Feldzug yon is 1512, und das einzige Zwischenglied zwischen letzterem Jahr und 1489 bildet eine kurze Notiz über den Zug von 1503 nach Lo- camo, welche sich auf dem Rande von Bl. 193^ als Zusatz zum entsprechenden Berichte aus Etterlins gedruckter Chronik findet.
Auf den Feldzug von 1512 folgt zunächst die Seuche von 20 1517, und hierauf die eingehende Beschreibung der alten, 1521 und 1524 abgeschafften Bräuche bei der alljährlichen Rathswahl und beim Bezüge des Martinszinses. Weiter folgt die Pulver- explosion von 1526, und erst hierauf jener Bericht von 1521 über die Abschaffung der französischen Jahrgelder, welcher uns im 2s Staatsarchiv noch erhalten und auch schon längst gedruckt ist^). Den Schluss aber bilden drei kurze Nachrichten über eine Seuche von 1529, über das Erdbeben von 1523 und über die neu er- bauten Bollwerke von 1531.
So weit nun diese unter sich sehr verschiedenartigen Auf- 30 Zeichnungen die Jahre 1521 bis 1531 betreffen, sind sie uns grossentheils auch in einer andern, von Konrad Schnitt gefertigten Hs. erhalten •). Jedoch gehören dort die Nachrichten von der Elx- plosion Von 1526 sammt dem Erdbeben von 1523 zum älteren, um
1) S. oben S. 29.
2) S. B. Chron. V 448 ff.
3) Nämlich aus dem Liber Diversarum Rerum der Brief von 1443, abgedr. im B. Urkundenb. VII 58 ff., und aus dem Rothcn Buch aUes übrige, abgedr. in B. Chron. IV 40 ff.
4) S. B. Chron. V 449 ff.
5) S. B- Chron. I 212 und vgl. ebend. S. 31.
6; Ueber diese Hs. s. oben S. 23, femer unten die Einleitung zu Schnitts Chronik, und ebcnd. in der Beilage I ihre Beschreibung.
Beilage U. 79
1537 gefertigten Theile dieser Hs. Die Beschreibung der 1521 und 1524 abgeschafften Bräuche, hingegen, sowie auch der amtliche Bericht Ton 1521 über die französischen Jahrgelder, findet sich erst unter den später hinzugefagten Nachträgen, welche durchweg & auf anderen Quellen beruhen als der ältere Theil^j. Diese letzt- genannten Abschnitte sind also jedenfalls anderen Ursprungs als die vorher erwähnten. Zugleich aber bietet Schnitts Hs. in der Beschreibung jener alten Bräuche einen besseren Text als die Bein- heimische, während umgekehrt z. B. für die Nachricht vom £rd-
10 beben Ton 1523 diese letztere Hs. unbedingt den Vorzug verdient^]. Jene zwei Abschnitte von den alten Bräuchen unterscheiden sich somit von den übrigen nicht nur dadurch, dass sie etwas alljährlich Wiederkehrendes beschreiben, sondern wir sind auch genöthigt, für sie allein einer anderen Hs. zu folgen, nämlich derjenigen
IS Schnitts. Wir scheiden daher diese Beschreibungen aus, um sie erst später im Anschluss an andere Aufzeichnungen aus Schnitts Hs. folgen zu lassen ^j, während wir den Bericht über die französi- schen Jahrgelder im Hinblick auf dessen bereits vorhandenen Druck hier gänzlich übergehen können^).
20 Nach dieser Ausscheidung bleiben uns von 1489 bis 1531
noch 8 Abschnitte, imd für diese sind wir gänzlich auf die Bein- heimische Hs. angewiesen. Denn während wir diejenigen von 1523 bis 1531, wie schon bemerkt, in Schnitts Hs. nur mangelhaft ver- treten finden, fehlt dort von den früheren, von 1489 bis 1517,
2S überhaupt jede sichere Spur. Diese zwei Qruppen sind also schwerlich gemeinsamen Ursprungs, und ebenso fraglich bleibt es auch, ob innerhalb der ersteren Gruppe z. B. die beiden Abschnitte von 1489 und 1512, die in der Hs. durch Auszüge aus den Raths- büchem getrexint sind, vorher jemals zusammengehörten. Wir ver-
30 ziehten daher auf jede weitere Vermuthung über die Herkunft und die Verfasser dieser verschiedenen Aufzeichnungen und bemerken nur noch, dass sie alle auch in Berlingers Etterlin sich vorfinden '). Der dortige Text bietet jedoch zu demjenigen der Beinheimischen Hi. nur ganz unwesentliche, d. h. rein formelle Ergänzungen;
36 hingegen stimmen beide Hss. in der Entstellung einzelner Zahlen genau überein. Hinsichtlich der runden und eckigen Klammem gilt auch hier das in der Einleitung Bemerkte®].
1) S. unten Beilage I zu Schnitts Chronik.
2) In Schnitts Hb., Bl. 389^ ist die Jahrzahl entstellt in 1533.
3) S. unten die Beilage zu den Späteren AufEeichnungen bei Schnitt.
4) S. oben S. 78, Anm. 5.
5] Den Abschnitt z. J. 1489 s. dort Bl. 99, und alles übrige zerstreut über Bl. 40—46.
6) S. oben S. 28.
gO Mailänderkriege.
[193^] Von deren von Basel zug gon Heyterszheim.
1489 Als man zait 1489 jar, umb sant Michels tag^), kamen bede Sept. 29 buTgeimeistei von Basel, mit nammen hen Hans von Bären- fels, her Hartman von Andlo, und vil ander burger von Basel, ob 20 pferden^), und vil edler frawen^j, ab des vorgenanten ^ herr Hansen von Bärenfels dochters hochtzit^). Und da sy by Grissen^) heruff kamen, do [194] hielt der comenthür von Heyterszheim^) wol mit 40 pferden geriist, und ob 40 fusz- knechten, ungewarnet siner eeren, und bewisz ein hochmut, iiberrant die vorgenanten von Basel mit gewerter hand. Do lo wart herr Hartman durch ein backen gerant, und Rudolff Schlierbach '') durch den Kopff gehowen in hochmuts wyse.
Darnach, ee dry tag ein end namen^), do warent d&en von Basel ob 2000 man im Briszgow, zu Schliengen. Also ward es getädinget im feld mit grosser nott, das die von Basel ein i^ rachtung uiFnammen^) und schickten der yren wol 80 dar in das schlosz ^% zu bewaren. Und warent Heinrich von Sen- hein und Hans Hiltprand^^) houptlüt in dem schlosz. Also ward es doch zuletst getädinget, das die von Basel wider ab- zugent 12). 2!j
2. Beide Hss.: 1490 jar. 14. Beide Hss.: ob XX M man, statt n H.
1) lieber den hier erzählten Ueberfall vgl. B. Chron. V 31 8 ff. Dass er nicht 1490 geschah, wie beide Hss. haben, sondern am 1. Oct. 1489, darüber s. ebend. A. 4.
2) Vgl. ebend. S. 318: by 30 pherd.
3] lieber diese Frauen s. Näheres im Missivenb. XVII 199 u. 205.
4) Sie kamen nicht unmittelbar von dieser Hochzeit, welche Samstags d. 26. Sept. zu Basel war gefeiei^t worden, sondern waren auf der Rückkehr vom Geleite, das sie dem Hochzeitspaar bis zu seinem Wohnsitz (im Kl> sass) gegeben hatten; s. B. Chron. V 318, A. 13, femer Wurstisen S. 475.
5) Griesheim, am r. Rheinufer, unweit Heitersheim. Der Ueberfall geschah zwischen Griesheim und Neuenburg, auf östrcichischem Boden; s. Missivenb. XVII 198 ff.
6) Graf Rudolf von Werdenberg-Trochtelfingen, einer Nebenlinie der Grafen von Werdenberg-Sargans; s. Stalin, Würtemberg. Gesch. III 689.
7) Früher Rathsherr der Schlüsselzunft, wurde er 1474 Achtbürger und sass als solcher im Rathe bis 1492. Vermuthlich war er ein Bruder des Ritters Hans Schlierbach; s. B. Chron. V 310, A. 9.
8) Der Aufbruch zu diesem Zug erfolgte am 3. Oct.; s. Missivenb. a. a. O.
9) lieber diesen Vertrag s. ebend. S. 201.
10) Nämlich in das Ordenshaus Heitersheim; s. ebend.
11} Beide des Raths.
12) Nämlich die oben erwähnte Besatzung. Die übrige Streitmacht
Beilage II. 81
[193^] Atmo 1503 zinsziags nach Giegori zugent die von isos Basel U8Z mit 600 mannen für Luggarus^)^ und was obiistei houptman junckher Peter Qffenbuig und Friderich Hartman; und ward ein mechtige letzen gewunnen von den Eydgnossen & dem selben land ab'). Und kament die von Basel wider heim £Dtag8 nach ostern. Disz was der erst zug, den die von Basel Apru 21 tetten, als sy Eydgnossen waren worden.
[195^] Von einer grossen uneynigkeit zwiisohen dem küng von Franckrich und den Eydgnossen.
10 Anno 1512 3) wart grosz uneynigkeit zwüschen den Eyd- 1512 gnossen und dem küng von Franckrich von wegen eins hotten, so die von Swytz in Meyland zu dem küng von Franckrich geschickt^); der ward von des küngs volck erhenckt^]. Dann zu der zitt hatt der küng von Franckrich Meyland in besitzimg;
15 dann die Eydgnossen hatten im das helffen gewinnen^); und kriegt euch der küng uff die zitt hefftig wider den bäpst in Italia^. Also ward vil tagleystung gehalten zwüschen dem
1. Ha. : Alao zioBtogt nftch Oregori.
kehrte schon am 5. Oct nach Basel zurück; s. unten Ertzberg z. J. 1489. — Ueber den weitem Verlauf und den schliesslichen Ausgleich dieses Handels s. B. Chron. Y 319, A 6. — Auf diesen Abschnitt folgen in der Hs. auf BL 194 — 195 verschiedene Ausztlge aus den Rathsbüchem; s. oben S. 78.
1) In der Hs. geht dieser Abschnitt noch demjenigen z. J. 1489 Toraus, indem er sich nur als Randbemerkung an den Bericht Etterlins über diesen Zug von 1503 anschliesst. Aus Etterlin stammt daher das hier in Gursiv Erg&nzte.
2) Bis hier stimmt dieser Abschnitt wörtlich mit der Chronik des Schwabenkrieges; s. oben S. 19. Das Folgende hingegen stimmt genau mit Adelberg Meyers Aufzeichnungen.
3) Diese Jahrszahl gilt nicht für das Nächstfolgende, sondern nur für den Hauptinhalt dieses Abschnitts.
4) Es waren 3 Lftufer, von Schwyz, Bern und Freiburg, welche wäh- rend des Feldzugs vom August 1510 Briefe ihrer Hauptleute an ihre Obrig- k^ten trugen und bei Lugano yon den Franzosen aufgefangen wurden; s. Anshelm HI 256 und ygL Ch. Kohler, Les Suisses dans les guerres dltaHe, S. 231.
5) Sollte wohl heissen: ertrenckt YgL Kohler a. a. O., ferner im Anzeiger f. Schweiz. Oesch, 1891, S. 291, die Zürcherische Chronik der Mai- Underkriege.
6] Schon 1500; s. oben S. 14..
7) Der Streit zwischen Ludwig XTT imd Julius U brach offen aus, nachdem letzterer gegen Frankreich im Oct 1511 die >heilige Liga« ge- hildet hatte.
Buler Chroniken. VI. 6
821 Mail&nderkriege.
küng und den Eydgnossen i), und kam dohin, das der küng von Fianckrich den Eydgnossen wolt geben 1500 cronen^] für die hAltzene bäohsen, die der bott an im tragen hat^); dan er Tor umb den man mit der früntschaffi verkomen^). Aber die Eydgnossen wolten das nit thun, und zugen usz ^) und manten & (iMO alle Eydgnossen, Basel und andere <^), und zugen usz 8 tag nach Not. 11 Martini 7), und den nechsten uff Meyland zu. Und waren usz uff die 6 [196] wochen^)) und zugent darnach wider heym. 1512 Darnach uff den firfliing zugent die Eydgnossen und ein
stat Basel wider usz^); und als der bäpst euch mit dem lo Frantzosen uneyns was, und der RAmisch küng zum teyl euch, darumb liesz der RAmsch kiing (was erweiter keyser]^^] sy ziechen durch das Etschland ^i). Und als sy hinyn kamen in Meyland, was der küng von Frankrich nit persönlich do, aber das land sunst mit grossen herren wol besetzt ^'). i& Und die Venediger gaben den Eydgnossen yil grosses geschütz . und büchsenmeister darzu^^). Und also gewunnen sy Meyland und das gantz land mit gar wenig schaden, und ward des kängs Tolck usz Meiland vertriben. Und ward dem bapst ouch geholffen; darumb er dann alle ort der EydgnoszschafEl »
7. Beide Es.: ym tag Tor Martini 9. Es.: Und darnlch; B: Darnlch.
1) S.£idg. Absoh. UI 2, S.579a, 584 e, 585g u. 587b, auchKohlerS.233ff.
2) Diese Angabe finde loh nirgends best&tigt.
3) Ueber diese Läuferbüchse s. Anshelm HI 256.
4) Die Widerlegung dieser Angabe, die auch noch andere Chronisten haben, s. bei Kohler S. 233, A. 1.
5) Diess gilt speziell von Schwyz, das schon am 14. Nov. mit 1500 Mann auszog, um auf die übrigen Orte in Bellinzona zu warten; s. Anshelm III 258 ff. u. Eidg. Absch. lU 2, S. 587.
6) Den Mahnbrief von Schwyz an Basel, vom 10. Nov. 1511, s. im StA., Bd. 91 (9).
7) Auf Freitag den 14. Nov., also 3 Tage nach Martini, war der Aus- zug von Schwyz angesetzt worden ; s. Eidg. Absch. m 2, S. 587 b. Der Auszug der übrigen Orte erfolgte jedoch erst spftter, und zwar derjenige Basels Freitags den 21. Nov., während die Berner erst am '27. auszogen; s. oben S. 33, femer Anshelm lU 259.
8) Die Basler vom 21. Nov. bis 31. Dec. ; s. die vorige Anm. u. oben S. 34, A. 5.
9) Am 6. Mai ; s. oben S. 34, A. 6.
10) Diesen Titel führte Maximilian seit der misslungenen Romfahrt von 1508.
11) Er stellte ihnen am 13. Mai einen Qeleitsbrief aus; s. Eidg. Absch. III 2, S. 617.
12) Die französischen Streitkräfte waren im Oegentheil ungenügend.
13) Ueber das venezianische Heer, welches am 1. Juni bei ViBafranca mit den Eidgen. sich vereinigte, s. den Brief der Baaler Hauptl. vom 29. Mai 1512, im StA., Bd.St. 91 (10).
Beilage II. 83
begobet mit zeichen in die panei. Als nämlich ein statt Basel begäbet [er] mit dem engelschen grusz, zu f&ren in iiem panei bim baselstab; daizu begäbet [ei] sy euch, das sy nun hinfür möchten ffiren ein guldinen baselstab ^), Do liessen die houpt- & liit und mitihät von stunden an zu Meyland machen ein wysz damasten paner mit eim guldinen baselstab, und ein engel- schen giusz mit b&rlin gestickt 3) oben im paner by der Stangen. Und brächtens also heym mit dem fänlin^), und trugs der ßnrich Hans Heinrich Gebhart in die statt; und was Jacob
10 zum Hasen houptman, und wären usz gsin 15 wochen^). Man zochynen entgegen, die junge weit von 13 und 14 jären, dem was uff 900^), darnach burger uff 500; was grosse fröid, und gab man y^klichen knaben ein mutschellen <^).
[196^] Also uff die zitt hatten die Eydgnossen grossen sig
IS und rhum erlangt, und was der bapst, keyser und Eydgnossen wol eins, und satzten hertzog Maxemilian von Meyland von y^klichem ort zwen rätsfründ, und die sin rhät sin selten ettlich zitt lang^).
Von einer seltzamen kranckheit.
20 Anno 1517 kam zu Basel ein kranckheit, die brüny ge- isi?
nant, das den lütten die zungen und rächen als wysz wurden als ein wysz tuch; und was eben, wie ein beltz oder schimmel uff wyn würt, das die lüt weder essen noch trincken mochten. Und kam zu dem selben ein grosz houptwee, das die lütt von
20. »die Irftny genaiit€ fehlt in E, and in B nur als Zosats am Bande.
1) VgL oben S. 37.
2) Diese Stickerei, der einzig noch erhaltene Ueberrest des Panners, befindet sich jetzt im Histor. Museum. — Zur Bestellung des Panners irurden am 30. Juni von Pavia aus Melchior Hatschi und Hans Oberriet nach Mailand gesandt ; s. den Brief der Basler Hauptl. vom 30. Juni, im St.Au, Bd.St 91 (9).
3) D. h. mit dem Fähnlein, unter welchem sie ausgezogen waren.
4} Der ganze Feldzug währte far die Basler vom 6. Mai bis 2. August, also nur 12 Wochen und 4 Tage; s. oben S. 37, A. 6. >15 wochen«, wie beide Hss. haben, mag daher auf einem Schreibfehler beruhen (XV statt XII).
5) Für eine Oesanuntbevölkerung von etwa 15000 Seelen, wie sie Basel damals hatte, sind 900 Knaben von 13 und 14 Jahren viel zu viel. Es mag daher diese Zahl, welche beide Hss. haben, durch Entstellung entstanden sein [IXC aus IVC oder IIC).
6) Eine Art Wecken. Ausser diesen Mutschelen erhielten die Knaben noch Obst, und beides zusammen kostete 16V2lb.; s. Wochenausgaben b. Xni 108.
7) Vgl. oben S. 38 ff.
6*
84 Mail&nderkiiege.
sinnen komen, und stürben vil doran^). Und wem man zu hilff komen wolt, dem must man die zungen und den rächen bisz in Schlund gantz suber schaben und fegen, das wysz gantz hinweg, so liiff darnach das hell blut harusz; darnach must maus bestrichen mit rosenhonig. Das must man tag und nacht s 12 mol thun.
Dise pläg weret ein halb jär^), und kam glich daruff ein grosser sterbet der pestilentz, und starb vil volck^).
[198] Von einem unversechenlichen grossen donder- schutz, davon ein statt Basel grossen schaden em-i€
pfieng.
1526 Uff mitwochen in der fronvasten zu herpst anno 1526^}.
umb die 5. stund ^) nach mittag, kam on eynich wetterleichen und woicken, und on einig regen^ ein grosser donderschuts, und schosz ob Eschenmar thor gegen sanct Alban thor zu in is den dritten thurn<^) an der stattmuren, darinn dan vil bulffer und swebel lag. Und nam disen thurn und die muren [198^] darneben usz dem ertrich, das die steyn vom thurn und muren dermässen Schüssen hin und här, ins feld hinusz bisz zum cSppelin vor Eschenmar thor, desz glichen in die Maltzgassen, 20 sanct Alban vorstat und in die reben''), das ob 21 personen^) uff der wallstat ze ring umbher tod bliben ligen, die es umb- brächt, on die sunst geschädiget wurden, das man sy heim
5. Beide Hbs.: mit roazhonig.
1)